kFP/02 – künstlerisches Forschungsprojekt 2002

kPF/02 – artistic research project 2002

(aus der Publikation)

Ruediger John, Klaus Heid






[…] »Untersucht werden die Transfer- und Integrations-Leistungen künstlerischer Tätigkeit im Kontext von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft sowie deren Verhältnis zur gesellschaftlichen Lebenspraxis. Transfer meint in diesem Zusammenhang die kritische Vermittlung lebenspraktischer Bedürfnisse an Wissenschaft, Politik und Wirtschaft, wie auch die Kommunikation der Erkenntnisse und Effekte dieser Bereiche in der Gesellschaft. Integration ist die Verankerung von differenziertem Reflexionswissen im Alltag mit Hilfe künstlerisch-ästhetischer Strategien.«

Eindrücke aus der Präsentation im Künstlerhaus Dortmund, in der eine Partnerlounge (aus der Publikation: »Die Wände des Präsentationsraumes, traditioneller Anbringungsort für Kunstwerke, werden zur Benutzeroberfläche, auf der die Quellentexte installiert sind. In chronologischer Reihung können die Entwicklung des Forschungsprojektes, vom ersten Arbeitstreffen bis zum Entwurf des ›Instituts für künstlerische Forschung‹ sowie die Texte und ihre Auswertung nachvollzogen werden. Jede Ebene der Erarbeitung wird dokumentiert und damit transparent: Von der ersten Liste der Gesprächspartner über Termine stattgefundener Gespräche, Absagen auf Gesprächsanfragen, bis hin zu Audio-CDs aufgezeichneter Interviews. Erste Abschriften auf Papier sind mit Klebestreifen an den Wänden befestigt, nachdem sie von den Herausgebern ausgewertet und mit Textmarkern kommentiert wurden. Mit blauem Klebeband sind die verschiedenen Interviews an Stellen inhaltlich übereinstimmender oder sich ergänzender Schlüsselthemen miteinander ›verlinkt‹. Darüber sind diejenigen, auf Transparentfolie ausgeplotteten Texte gehängt, die bereits von den Interviewpartnern autorisiert wurden. Die Folienoberfläche kennzeichnet eine Ergebnisebene, durch die hindurch die verschiedenen Arbeitsebenen transparent bleiben. Die blauen Linien durchziehen den Raum als begehbares, semantisches Netz und prägen, gemeinsam mit den anderen Komponenten der Installation, die skulpturale Qualität der Präsentation. Der Kontext des Projekts und sein Work-in-Progress-Charakter werden so atmosphärisch verdichtet, zugänglich und erfahrbar. «), eine Nachtbar sowie der eigentliche Präsentationsraum für die semantische Vernetzung der Forschungsergebnisse eingerichtet waren (aus der Publikation: »Die Wände der Partnerlounge sind in Felder eingeteilt, die von Partnern (Sponsoren) für den Ausstellungszeitraum gebucht werden konnten, um dort ihre Logos zu platzieren. Durch die Vielzahl der ausgewiesenen Werbeflächen erscheinen die Logos nicht mehr exklusiv, sondern werden in der Gesamtheit als ›Bild‹ bzw. als Pop-Art-Tapete wahrgenommen. Dadurch wird die Wirkung rein kommerzieller Werbeauftritte in den Bereich einer konkreten, ästhetischen Anmutung verschoben. Zugleich wurde damit jedoch traditionelle Ausstellungsfläche (Wand) der Präsentation entzogen. Besucher der Präsentation, die sich nicht als Partner ›eingekauft‹ hatten, konnten den Raum nur durch einen zweiten, entsprechend gekennzeichneten, Eingang betreten und den exklusiven Loungebereich innerhalb einer Absperrung stehend betrachten. Damit wurde die Exklusivität einer kommerzialisierten Beziehungssituation und die dieser auch innewohnende Absurdität kommentiert.«). Zur Langen Nacht der Museen wurde eine Schauspieltruppe mit einbezogen, die u.a. die Rolle eines fliegenden Händler als Museumsshop, mehrere Visitor Assistants etc. ausführte. […]


CITATION/BIBLIOGRAPHY John, Ruediger; Heid, Klaus: ›kFP/02 – künstlerisches Forschungsprojekt 2002, Transferkunst‹, Baden-Baden 2002

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