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Ein Bericht über das Forschungsprojekt >Wirtschaftskultur durch Kunst<
von Nadine Trossen
Das Forschungsprojekt >Wirtschaftskultur durch Kunst< (WdK) ist ein gemeinschaftliches Forschungsprojekt der Universität Witten/Herdecke und des Kulturwissenschaftlichen Instituts des Landes NRW unter der Leitung der Profs. Michael Bockemühl und Birger P. Priddat.
Ziel des Forschungsprojekts ist es, zu untersuchen, inwieweit künstlerische Reflexion, künstlerische Fähigkeiten und Prozesse, eine Grundlage für eine wahrnehmungsgeleitete Praxis von Wirtschaftskultur bilden können. Mit der künstlerischen Reflexion als einem Kernelement der Untersuchungen grenzt sich der wissenschaftliche Ansatz entschieden von den zahlreichen theoretischen Ansätzen der Ästhetisierung im Sinne einer Verschönerung von Lebens- und Wirtschaftswelten sowie von gewöhnlichem Kunstsponsoring und Corporate Collecting ab.
Grundthese der Forschung ist dabei, dass die Kunst Möglichkeiten für die Entwicklung eines wahrnehmungsgeleiteten Managements birgt, welches Wirtschaftskultur konstituiert. Wirtschaftskultur verstanden als Prozess, den es für das Management gilt, bewusst und integrativ zu gestalten. Dem Management müssen dabei Führungsfähigkeiten an die Hand gegeben werden, um die zunehmend komplexen wirtschaftlichen Verflechtungen und die Akzeleration von Innovations- und Wandlungsprozessen mit Bewusstsein durchdringen und ihr unternehmerisches Handeln diesbezüglich ausgestalten zu können. Wahrnehmungsgeleitetes Management ist eben eine solche Fähigkeit, die >den anderen, vielfältigen Blick auf etwas trainiert< und auf diese Weise zu innovativem Handeln befähigt.
Traditionell steht im Zentrum der Analyse von Wirtschaftsprozessen das >Was< der Wahrnehmung: Was sind die Zahlen und Fakten, die zu betrachten sind? Welche Größen (Umwelt, Shareholder, Stakeholder) sind in die Überlegungen mit einzubeziehen, welche nicht? etc. Das wahrnehmungsgeleitete Management hingegen erweitert diesen Blick um eine wesentliche, bisher kaum untersuchte Komponente: Dem >Wie< der Wahrnehmung. Denn die Art wie etwas betrachtet, wahrgenommen und reflektiert wird, beeinflusst wesentlich den Output der Wahrnehmung desjenigen, was wahrgenommen wird. Die Kunst bietet bisher noch kaum beachtete, geschweige denn erforschte Möglichkeiten, das >Wie< der Wahrnehmung und damit auch die Fähigkeit für ein wahrnehmungsgeleitetes Management zu entwickeln. Diese Fähigkeiten lassen sich auf zwei Hauptkompetenzen zusammenbringen:
Ganzheitliches Denken: Kontexte erfassen, Komplexität konkret durchdringen, Entwicklung begreifen.
Wahrnehmungsvertiefung: Kontext- und Prozesswahrnehmung.
Diese Fähigkeiten sollten idealerweise nicht nur auf das Management beschränkt bleiben, sondern mit der Zeit im Gesamtunternehmen etabliert werden, um so eine >Wirtschaftskultur durch Kunst< für die Gesamtunternehmung zu gestalten.
Um dieses Fähigkeitenkonzept nahe an der Unternehmenspraxis zu gestalten, hat das WdK-Forschungsprojekt eine Methodik der involvierten Forschung entwickelt. Diese Forschungsmethode kombiniert auf gezielte Weise eine theoretische Analyse der Wirkungsfaktoren und Erfolgsbedingungen von Wirtschaftskultur mit Praxisprojekten, welche zusammen mit Unternehmern und Künstlern durchgeführt werden. Neben den kontinuierlich laufenden Praxisprojekten organisiert das WdK-Forschungsteam Events und Workshops, auf denen bestehende Forschungsergebnisse diskutiert und neue Fragestellungen eruiert werden sollen. Das Eröffnungsevent des Forschungsprojektes fand im Februar 2002 unter regem Interesse im Museum Folkwang statt. Die auf den Events und in den Praxisprojekten erarbeiteten Beiträge werden periodisch in Form einer Buchreihe (Reader) veröffentlicht. Der erste Reader sowie eine DVD, die die auf dem Eröffnungsevent diskutierten Forschungsbeiträge, künstlerischen Darbietungen und Unternehmervortäge aufarbeiten, werden in Kürze publiziert.
Partner des Forschungsprojekts, mit denen die Workshops und Praxisprojekte realisiert werden, sind namhafte Professoren weiterer Universitäten, sowie hochrangige Unternehmensvertreter und unterschiedlichste Künstler. Als Unternehmensvertreter wirken u.a. Herr Werner Droege (Vorstandsvorsitzender der Droege & Comp. Internationale Unternehmer-Beratung AG), Herr Hubertus von Lobenstein (CEO der Werbeagentur Saatchi&Saatchi) sowie Herr Götz W. Werner (Geschäftsführender Gesellschafter der dm-drogeriemarkt GmbH & Co.) mit.
Das Projekt >Wirtschaftskultur durch Kunst< ist auf wissenschaftliche Grundlagenforschung ausgerichtet. Das vielfältige Potenzial der Kunst für die verschiedensten Unternehmensaufgaben und Unternehmenskontexte soll systematisch untersucht werden. Dazu besetzt jedes WdK-Forschungsmitglied ein eigenes Forschungsfeld innerhalb des WdK-Projekts. Diese sollen im Folgenden überblicksartig dargestellt werden.
Übersicht über die einzelnen Forschungsfelder im Projekt >Wirtschaftskultur durch Kunst<:
1) Michael Bockemühl: Passagen aus dem Vortrag zum Eröffnungsevent des Forschungsprojekts, Februar 2002
2) Birger P. Priddat: Die Kunst des Managements
3) Michael Martin Berger: Wahrnehmungsgeleitetes Controlling
4) David Hornemann: Kernkompetenzen durch Kunst?!
5) Nadine Trossen: The art of intuition in strategic decisions
Intuition bei strategischen Entscheidungen
6) Johannes Wiek: Theater in Organisationen Wissen in
Organisationen
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Glossar n Glossary n kritische Ästhetik künstlerische Kompetenz künstlerische Forschung ästhetische Intelligenzen transdisziplinär Wirtschaftskultur durch Kunst public understanding of science and humanities Transferkunst Transfer Art, Transferart third culture new business ethics modern economy Wirtschaft und Ethik Wissenschaft und Kunst politics and aesthetics Politik und Ästhetik Ruediger John Klaus Heid
© 2003 Nadine Trossen, Klaus Heid, Ruediger John, [sic!] - Verlag für kritische Ästhetik / Publishing house for Critical Aesthetics / Maison d'édition pour Esthétique Critique / Casa editorial para la Estética Crítica / Casa publicando para o Aesthetics Crítico / Casa editrice per Estetica Critica / Uitgeverij voor Kritieke Esthetica DCM
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