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Transferkunst
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Transferkunst
Gesellschaft für kritische Ästhetik
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Presserezensionen

Die Situation in der Berufswelt ist manchmal recht paradox. Einerseits wird von dem Einzelnen ein Höchstmaß an Spezialisierung verlangt: Ein Universalgelehrter des 19. Jahrhunderts würde mit seinem Wissen an den heutigen Hochschulen noch nicht einmal die Zwischenprüfung schaffen. Andererseits gibt es keine linearen Erwerbsbiografien mehr: Von jedem wird verlangt, dass er flexibel auf gesellschaftliche Veränderungen und Anforderungen reagiert, auch in fortgeschrittenem Alter noch neue Kulturtechniken erlernt und sich den Erfordernissen des globalisierten Turbokapitalismus anpasst. Das sei »ein Spagat, der dem Einzelnen in persönlicher und professioneller Hinsicht nur schwer gelingt«, bilanzieren Klaus Heid und Ruediger John. Die Frage, ob die Kunst hier eine »vermittelnde und gestaltende Funktion übernehmen könne«, beantworten die beiden Autoren in ihrem Buch »TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft« mit einem eindeutigen »Ja«. Der Karlsruher Künstler Klaus Heid und sein Mitherausgeber Ruediger John dokumentieren gemeinsam mit 25 Experten Beispiele einer praktischen Kooperation zwischen Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft.

Kunstforum Bd. 166, »Biennale«, Jürgen Raap

TRANSFER: verbindet Fragestellungen, welche Rolle die Kunst für die gesellschaftliche lebenspraxis hat, welche Impulse transdiziplinäre Kooperationen entwickeln können und welcher kulturelle und ökonomische Mehrwert dabei erzeugt werden kann.

kultur politik, BBK, 2 2/2004

TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft bietet eine aktuelle Bestandsaufnahme des praktischen Transfers sowie von Kooperationen zwischen Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft.

Artist Kunstmagazin, 55 2/2003

Hinaus aus der Kunst, hinein in die Wirklichkeit
Von Interdisziplinarität wird viel geredet, gerade in einer sich erneuernden Kunstpädagogik, die sich unter dem Druck realer Schulverhältnisse vielerorts in Fächerverbänden mit anderen <benachbarten> Fächern wieder findet und mit diesen zusammen projektorientierten Unterricht durchzuführen hat. Doch auch in der Kunst selbst zeigen sich seit vielen Jahren verstärkte Tendenzen zur Wiederannäherung an verschiedene Wissenschaften. Oft geschieht das in sehr durchsichtiger und dilettantischer Weise, was weder der Kunst noch den Wissenschaften bekommt. Oft geschieht es auch unter dem postmodernen Siegel der <Wissenschaft als Kunst> in sehr anmaßender Weise: Statt zu einem intensivierten Bezug zu Wahrheit und Wirklichkeit führt das dann nur zu einer neuen Beliebigkeit und zu forciertem Subjektivismus, zu parasitären Melangen, in denen Wissenschaft und Wahrheit mehr und mehr zur Attrappen ihrer selbst verkommen und sich Künstler vor einem inkompetenten Szene-Publikum als allüberall Bescheid wissende Wissenschafts- und Forschungs-Scharlatane aufspielen. Die neoromantischen Ideologeme von Beuys haben hier verheerend gewirkt, viele Hirne verdorben und mit kunstreligiösem Kleister verklebt. Unter dem Etikett <Künstlerische Forschung> kursieren viele Mogelpackungen, in denen weder Kunst noch Forschung drin ist, sondern nur Kuriositäten im postmodern-multikulturellen Beliebigkeitenkabinett. Das ist einer der vielen Negativeeffekte einer postmodernen Kultur, in der es angeblich nichts mehr geben soll, was es nicht gibt. Der vorliegende Band führt in dieses schlüpfrige Terrain hinein - so denkt man zunächst -, wird dann aber positiv überrascht. Denn vielmehr findet man hochinteressante Beiträge, die überhaupt nichts mit dem egomanisch, subjektivistisch und genialisch verkommenen Künstlerbild zu tun haben, sondern mit harter, solider und realistischer Arbeit an sozialen und wirtschaftlichen Prozessen. Da wird z B. ein soziologisches Forschungsprojekt vorgestellt, in dessen Rahmen die berufliche Ausbildung der Mitarbeiter der dm-Märkte mithilfe künstlerischer Handlungsmodelle reformiert wird. Oder wir erfahren von einer Psychologin und einem Wirtschaftsberater etwas über neue Konzepte der Unternehmenskultur in dessen Rahmen sich alle Beteiligten - Hersteller, Verkäufer und Kunden, als eine identitätsstiftende <Community> verstehen solIen. Oder wir lernen das Projekt <Wirtschaftskultur durch Kunst> kennen, in dessen Rahmen künstlerische Kernkompetenzen genutzt werden, um die Verfahrensweisen des Unternehmenscontrollings zu innovieren. Kurz: Hier ist viel von politischen, wirtschaftlichen und sozialen Prozessen die Rede und diese Rede wird überwiegend vorgetragen von ausgewiesenen (kunstfremden) Fachleuten, die sich mit künstlerischen Methoden beschäftigen, um Defizite in wirtschaftlichen, politischen und sozialen Denkstrukturen auszugleichen. Ich darf gestehen: Dieses Buch hat mich mehr interessiert und hoffnungsfroher auf das künftige Aufgabenfeld der Kunstpädagogik blicken lassen als dutzende von Kunstzeitschriften und Kunstkatalogen der letzten Jahre.

Kunst+Unterricht Heft 273, Juni 03, Hubert Sowa

Kunst als Vermittler
Ein erfolgreicher Unternehmer kritisiert den Kapitalismus; ein Philosoph fordert eine an ethischen Werten orientierte Alltagsästhetik; ein Künstler setzt sein Kompetenz in Unternehmensprozessen ein; ein Wissenschaftler plädiert für eine andere Bildung – vier Beispiele für den praktischen Transfer bzw. Kooperationen zwischen Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft.
Solche sind in der heutigen »Wissensgesellschaft« von zentraler Bedeutung. Denn in der Arbeits- und Berufswelt, auch im Bereich der Forschung, geht es geradezu paradox zu: Einerseits wird vom Einzelnen eine verstärkte Spezialisierung innerhalb seines Tätigkeitsfeldes, andererseits mehr Flexibilität gefordert. Kann die Kunst bei diesem Spagat vermittelnde und gestaltende Funktionen übernehmen?
Klaus Heid und Ruediger John, die Herausgeber des neu erschienenen Buches »TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft«, beantworten diese Frage mit einem eindeutigen Ja. Sie präsentieren Interviews und Beiträge von 25 Experten aus Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft. Sie alle verbindet die Fragestellung, welche Rolle die Kunst für die gesellschaftliche Alltagspraxis hat? Auch wenn die Meinungen auseinander gehen, in welcher Form der Beitrag der Kunst in Wissenschaft und Wirtschaft erfolgen kann, einig sind sich alle, dass künstlerische Forschung ein nicht zu vernachlässigender Faktor ist. Da ist die Rede von "mehr Bereitschaft, etwas Verrücktes zu tun" oder davon , dass man als Künstler in "anderen Systemen freier operieren kann". "Künstlerische Forschung ist nicht an konventionelle Paradigmen der Wissenschaftlichkeit gebunden, sie kann ohne dogmatischen Methodenzwang agieren..., kann ohne Rücksicht auf die Definitionsmacht von Spezialisten in unterschiedlichsten Lebensbereichen erkenntnisfördernd tätig werden, dabei das Subjekt als Parameter einsetzen und ästhetische Kriterien bei der Konstruktion von Wirklichkeiten zu Grunde legen", schreiben die Autoren im Vorwort. Und aus ihrer künstlerischen Forschungsarbeit heraus definieren sie dann auch einen neuen Begriff für transdisziplinäre Kooperationen mittels künstlerischer Kompetenzen: »Transferkunst«.
Diese kann wesentliche Schlüsselfunktionen innerhalb der modernen Wissensgesellschaft erfüllen: Sie trägt zum Erkenntnisgewinn bei, gestaltet dessen Vermittlung und unterstützt die Integration in die alltägliche Lebenspraxis. Künstlerische Kompetenz kann so als ein Katalysator verstanden werden, der gesellschaftlichen, ökonomischen oder wissenschaftlichen Prozessen Dynamik verleiht und ihnen kritische, innovative und nachhaltige Impulse gibt.
Wirtschaft und der Wissenschaft erhalten die Chance, von qualifizierter künstlerischer Kompetenz zu profitieren. Der Mehrwert, der daraus entsteht, ist nicht nur ein ökonomischer, sondern ein im umfassenden Sinn kultureller. Dies verdeutlicht das Buch in spannenden Interviews und tiefgründigen Textbeiträgen. Ausgehend von ihrer langjährigen Praxis bieten die Herausgeber auch eine Auswahl von überaus interessanten »TRANSFER:Leistungen« an..

www.vorwaerts.de, Dagmar Günther


Pressestimmen Leserstimmen Transfer: Kunst Wirtschaft Wissenschaft kritische Ästhetik künstlerische Kompetenz Wirtschaftskultur durch Kunst public understanding of science Transferkunst Transfer Art Transferart third culture new business ethics modern economy Wirtschaft und Ethik Wissenschaft und Kunst politics and aesthetics Politik und Aesthetik Ruediger John Klaus Heid

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