Ruediger John Ruediger John - Artist, Artistic Research, Critical Aesthetics, Systemic Art, Interventionistic Art, Performance Art, critical-aesthetic Consulting and Coaching, Kuenstler, Kuenstlerische Forschung, Kritische Aesthetik, Systemische Kunst, Interventionistische Kunst, Performance Kunst, Kritisch-aesthetisches Consulting und Coaching https://artrelated.net/ruediger_john/ Sun, 21 Apr 2019 00:47:21 +0000 about
<p><a href="https://artrelated.net/ruediger_john/cv/works-projects-exhibitions.html">Arbeiten, Projekte, Ausstellungen / works, projects, exhibitions</a> <a href="https://artrelated.net/ruediger_john/cv/teaching-positions.html">Lehraufträge / teaching positions</a> <a href="https://artrelated.net/ruediger_john/cv/teaching-workshops.html">Lehre, Seminare, Projekte, Workshops / teaching, seminars, projects, workshops</a> <a href="https://artrelated.net/ruediger_john/cv/publications-texts.html">Publikationen, Konzepte, textbasierte Arbeiten / publications, papers, text-based works</a> <a href="https://artrelated.net/ruediger_john/cv/lectures-speeches-discourses.html">Vorlesungen, Reden, Diskurse / lectures, presentations, discourses</a><br /> <a href="https://artrelated.net/ruediger_john/studio.html">studio</a></p>
2018-12-11 https://artrelated.net/ruediger_john/cv.html https://artrelated.net/ruediger_john/cv.html
ask flora / frage Flora
<p><img src="ruediger-john-ask-flora-frage-flora-045.jpg" alt="ask flora / frage Flora" title="ask flora / frage Flora" /></p> <h5>Pflanzen als integrierte, soziale Konstrukte</h5> <p>In diesem andauernden künstlerischen Prozess werden Möglichkeiten der Darstellung, Verbindung und Verstärkung von kommunikativen, sensorischen und aktorischen Schnittstellen zwischen Pflanzen und Menschen untersucht. Dabei sind Pflanzen nicht im Sinne der überkommenden Dichotomie Natur – Kultur einzuordnen, sondern als integrierte, soziale Konstrukte (Systeme) zu verstehen, welche mithilfe von Interfaces kommunizieren und interagieren. Der Begriff des Interface ist hierbei nicht reduziert auf seine informationstechnische Bedeutung als User-Interface (beispielsweise GUI) zu verstehen, sondern systemisch als vermittelnde Zwischenschicht, als kommunikative und interpretatorische Bezugsebene um Interaktionen beziehungsweise deren bewußte Wahrnehmung und Reflexion zu ermöglichen oder zu erleichtern und damit wesentliches Element in Sozialisationsprozessen.</p> <p>November 2017</p>
2018-07-01 https://artrelated.net/ruediger_john/ask-flora.html https://artrelated.net/ruediger_john/ask-flora.html
CSR und Kultur - Corporate Cultural Responsibility als Erfolgsfaktor in Ihrem Unternehmen
<h4>CSR und Kultur - Corporate Cultural Responsibility als Erfolgsfaktor in Ihrem Unternehmen</h4> <p>Springer Gabler, 2015, ISBN 978-3-662-47759-5</p> <p>erschienen in der &quot;Management-Reihe Corporate Social Responsibility&quot;, ISSN: 2197-4322</p> <p>Corporate Cultural Responsibility (CCR) meint die Verantwortung von Unternehmen gegenüber Kultur. Dieses Buch zeigt in einer Sammlung von hochkarätigen Beiträgen wie beide Seiten gewinnbringend Potentiale der CCR nutzen können. Wissenschaftliche Artikel liefern einen theoretischen Rahmen für die CCR und erläutern deren Grundlagen. Beispielgebende Business Cases zeigen wie CCR erfolgreich implementiert werden kann. Damit eignet sich das Buch als wertvolle Informations- und Inspirationsquelle für die erfolgreiche Nutzung von CCR-Maßnahmen und wendet sich dabei an Unternehmen die Kunst und Kultur als Ressource nutzen möchten.</p> <h5>Ruediger John:</h5> <p>Praxis: Kritisches, ästhetisches Arbeiten im Kontext von Wirtschaft und Wissenschaft</p> <p><a href="http://www.springer.com/de/book/9783662477588">http://www.springer.com/de/book/9783662477588</a></p> <p><a href="http://d-nb.info/1080431527">http://d-nb.info/1080431527</a></p>
2016-03-01 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-corporate-cultural-responsibility-erfolgsfaktor-unternehmen.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-corporate-cultural-responsibility-erfolgsfaktor-unternehmen.html
Wissenschaftsmagazin der Zeppelin Universität erhält fünf Auszeichnungen
<p>Wissenschaftsmagazin der Zeppelin Universität erhält fünf Auszeichnungen</p> <p><img src="auf01-05-ruediger-john-zeppelin-universitaet.jpg" alt="Ruediger John, auf - Magazin fuer Zwischenfragen, Zeppelin Universitaet, Friedrichshafen, http://artrelated.net/ruediger_john" title="Ruediger John, auf - Magazin fuer Zwischenfragen, Zeppelin Universitaet, Friedrichshafen, http://artrelated.net/ruediger_john" /></p> <p>Friedrichshafen. Das „Magazin für Zwischenfragen“ der Zeppelin Universität (ZU) mit dem Titel „auf“ ist 2013 gleich fünffach ausgezeichnet worden. Das Wissenschaftsmagazin der ZU berichtet themenbezogen über Ergebnisse aus der eigenen Forschung mit besonderer gesellschaftlicher Relevanz und wird deutschlandweit vertrieben. Besonders daran ist, dass jedes Heft von Künstlern mit Interventionen begleitet wird.</p> <p>So erhielt das Magazin den „Award in Silber“ im deutschlandweiten Wettbewerb „Best of Corporate Publishing“ im Bereich „Non-Profit/Verbände/Institutionen“, ausgerichtet vom Forum Corporate Publishing e.V. Einen „Award in Bronze“ verlieh in der Kategorie „Unternehmenspublikationen“ im Wettbewerb „Gute Gestaltung 14“ der Deutsche Designer Club. Hinzu kam die Auszeichnung in der Kategorie „Konzeption“ als beispielhafte Leistung aus dem Kommunikationssegment der Business-Publications in dem international ausgeschriebenen Wettbewerb um die „45. Berliner Type“. Und das Chicago Athenaeum, Museum of Architecture and Design, verlieh dem Magazin den Preis „Good Design 2013“. Nominiert ist das Heft außerdem für den „German Design Award 2014“.</p> <p>„Der Anspruch des Magazins, eine Spannung zwischen anregenden wissenschaftlichen Veröffentlichungen und irritierenden künstlerischen Arbeiten zu erzeugen, war von Beginn an eine Herausforderung für eine ästhetisch eigenständige Wissenschaftskommunikation“, sagen die beiden Herausgeber ZU-Präsident Prof. Dr. Stephan A. Jansen und -Vizepräsident Tim Göbel zu den Auszeichnungen, „und deshalb sind die zahlreichen Anerkennungen Ansporn für die ZU und die beteiligten Künstler, die sich der anderen Sichtbarkeit von Wissenschaft widmen.“</p> <p>Das „Magazin für Zwischenfragen“ erscheint seit Herbst 2011 in bisher fünf Ausgaben. Es beinhaltet eine Mischung aus intelligent trivialisierten Originalbeiträgen von Wissenschaftlern der ZU und ihres Netzwerkes sowie journalistisch aufbereiteten Beiträgen und Interviews über deren Forschung.</p> <p>Die erste Ausgabe des monothematischen Magazins befasste sich mit dem Thema „Macht und Mitsprache“ und hatte - wie alle weiteren folgenden - zum Ziel, Debatten und neue Perspektiven auf alte Themen zu eröffnen und zum Nachdenken und Vormachen anzuregen. Die zweite Ausgabe widmete sich dem Thema „Positive Distanz“ – es ging um den Mythos der Nähe und mögliche Distanzgewinne sowie um Grenzen der Grenzüberschreitung. Die dritte Ausgabe rückte „Bürger. Macht. Staat.“ in den Blickpunkt. Sie befasste sich mit Protest, Partizipation, Organisation und Kommunikation sozialer Innovationen zwischen Bürgern und Staat. Um „Stabile Fragilität. Fragile Stabilität“ ging es im vierten Heft. Und das fünfte Heft „Was tun? Was tun! Wie Wissenschaft wirkt“ spiegelte zehn besonders wirkungsmächtige und folgenreiche Beiträge aus zehn Jahren ZU-Forschung. Das nunmehr sechste Heft wird im kommenden Frühjahr erscheinen. Sein Thema lautet: „Die Bildung der Bildung“.</p> <p>Die Hefte 1 bis 3 enthalten künstlerische Interventionen des österreichischen Künstlers Ruediger John und die Hefte 4 und 5 der kanadischen Künstlerin Patricia Reed. Die kommende Ausgabe wird der deutsche Künstler Christof Salzmann begleiten, auch bei dieser Ausgabe wieder in enger Zusammenarbeit mit dem ZU-Kommunikationsdesigner Philipp N. Hertel, der als Projektleiter und Art-Director des Magazins verantwortlich zeichnet. Die Arbeiten der Künstler sind fester Bestandteil des Heft-Konzeptes, das von Ruediger John mitentwickelt wurde. „Konzeption des Magazins ist es auch, eine künstlerische Mitwirkung als Forschungsbeitrag und Kommentierung der Themen zu integrieren“, erläutert John. „Die visuellen künstlerischen Elemente im Magazin haben als solche den Auftrag, ein kritischer ästhetischer Beitrag zu diesem zu sein - eben nicht einfach Illustrationen oder Ornamente. So werden den wissenschaftlichen Forschungsbeiträgen die künstlerischen als Erkenntnisarbeit ebenbürtig gestellt.“</p> <p><a href="http://www.zu.de/deutsch/aktuelles_presse/aktuelles/2013_12_20_49411622_meldung.php">http://www.zu.de/deutsch/aktuelles_presse/aktuelles/2013_12_20_49411622_meldung.php</a></p>
2014-01-03 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-wissenschaftsmagazin-erhaelt-fuenf-auszeichnungen.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-wissenschaftsmagazin-erhaelt-fuenf-auszeichnungen.html
In etablierte Systeme ästhetisch eingreifen
<p>Ruediger John greift im Rahmen künstlerischer Interventionen in Unternehmen in bestehende Abläufe und Routinen ein um eine „kontextuelle Verschiebung und damit eine Wahrnehmungsveränderung“ hervorzurufen. So lassen sich beispielsweise neue Perspektiven auf der Ebene ganzer Organisationen, bestimmter Teilgruppen oder auch Einzelpersonen gewinnen. Eine dieser Interventionen führt er nun im Rahmen des „auf“-Magazins durch das er künstlerisch konzipiert hat und dessen erste drei Ausgaben von ihm als als Creative Director operativ umgesetzt wurden.</p> <p><strong>Bertram Rusch: Künstlerische Interventionen sind ein wichtiger Bestandteil Ihrer Arbeit – was bedeutet das für Sie genau?</strong></p> <p>Ruediger John: Jedes gesellschaftliche Subsystem, oder vereinfacht gesagt &quot;Umfeld&quot;, wird durch seine spezifischen Hierarchien, Handlungen und Wahrnehmungen definiert, welche innerhalb seines Kontextes Bedeutung generieren. Eine Intervention, also einen Eingriff in diese, dort bestehenden Abläufe und Routinen können eine kontextuelle Verschiebung und damit eine Wahrnehmungsveränderung hervorrufen. Diese im künstlerischen Sinne zu steuern und ästhetisch manipulierend einzugreifen begreife ich als essentielles Element gesellschaftlich wirksamen, künstlerischen Handelns.<br /> Es geht also nicht darum, im Sinne einer klassischen Kunst- und Künstlerauffassung meiner Subjektivität zu einem öffentlichen Auftritt zu verhelfen, sondern vielmehr als Agent bestehende Situationen zu analysieren, vorhandene Tendenzen zu erfassen und mit diesem Potential und ästhetischen Eingriffen Richtungswechsel, Dammbrüche, Mehrdeutigkeiten, Krisen und andere Erkenntnishöhepunkte zu schaffen.</p> <p><strong>Bertram Rusch: Was zeichnet das Konzept des »Magazin für Zwischenfragen« aus – das Sie für die Zeppelin Universität entwickelt haben?</strong></p> <p>Ruediger John: Das Magazin wurde von mir bereits in der Grundkonzeption als serialiertes Experiment angelegt, in dem der visuell-ästhetische oder künstlerische Beitrag nicht ornamentierend oder illustrierend, sondern als den wissenschaftlichen Texten gleichgestellter Beitrag angelegt ist und sich dabei nicht nur durch die Publikation mäandernd zieht, sondern dabei auch, mal engere, mal weitere Assoziationen zu den Texten und Themen eingeht. So bildet er eine, mit den Texten verwobene, Ebene in der Publikation. Zugleich definiert der künstlerische Beitrag das Magazin als Objekt und gibt jeder Ausgabe einen individuellen Gesamteindruck. Spannend bei der Entwicklung des Magazines war auch, dass mich die Zeppelin Universität eingeladen hatte, die Publikation im Grundsätzlichen zu entwerfen; so habe ich redaktionelle Elemente, wie die Zwischenfragen und das Tokensystem entwickelt, welche das Magazin mitdefinieren.</p> <p><strong>Bertram Rusch: Welche Idee verfolgen Sie mit der aktuellen, individualisierten Ausgabe?</strong></p> <p>Ruediger John: In dieser Ausgabe werden politische und gesellschaftliche Bewegungen und Auseinandersetzungen thematisiert, welche sich unter anderem durch ihre Uneinheitlichkeiten, Vielschichtigkeit oder auch widersprüchliche Ungesteuertheit auszeichnen – dies alles im Spannungsfeld zwischen Individuum und Gemeinschaft. Das findet assoziative Entsprechungen durch den künstlerischen Eingriff, bei dem der Druckprozess - ausgehend von einem Irisdruck – in so weit verändert wurde, als dass sich die Farbmischungen auf den Seiten und auf dem Umschlag sukzessive vermischen und nurmehr Farbtendenzen zu erkennen sind – zugleich aber jedes einzelne Heft zum individualisierten Unikat wird. Die drei verschiedenen Titelmotive, welche unterschiedliche Perspektiven auf das Thema und implizit der Frage von Macht einnehmen und zugleich kritisch befragen, tragen mit dazu bei, dass man sich als Besitzer eines Heftes sehr klar ist, nur einen ausschnitthaften und damit unvollkommenen Eindruck zu erhalten.</p> <p><strong>Bertram Rusch: Es wurde manuell in den maschinellen Prozess eingegriffen – wo liegt hierin der Reiz für Sie?</strong></p> <p>Ruediger John: Ich arbeite gerne mit vorhandenen Situationen in Unternehmen und Organisationen, in der Wirtschaft, als auch in der Wissenschaft und versuche herauszufinden, welche Freiheiten und Erkenntnismöglichkeiten durch einen Perspektivenwechsel oder auch durch eine Umnutzung und Umdeutung von Prozessen und Techniken möglich sind. In diesem Falle war auch der Herstellungsprozess, welcher auf gleichbleibende Qualität und Uniformität optimiert ist, einer der Punkte an dem ich eingegriffen habe. Indem wir ganz konkret die Druckmaschine geöffnet und manipuliert und damit die Computersteuerung ausgetrickst haben, hatten wir mehr Möglichkeiten als zuvor um Neues entstehen zu lassen. Zugleich gab es dadurch auch Raum für zufällige Entwicklungen, also Ergebnisse welche ausserhalb unserer Planungsvorgaben lagen und somit selbst für die direkt Beteiligten – inklusive den erfahrenen Bedienern der Maschine – die Chance auf neue Erkenntnisse ermöglichte. Der Prozess vor Ort in der Druckerei war dadurch auch ein hoch kommunikativer und eine sehr produktive, gemeinsame Erkenntnisarbeit.</p> <p><strong>Bertram Rusch: Finden sich Schwierigkeiten in solchen Prozessen und besonders in dem der Zeitschrift?</strong></p> <p>Ruediger John: Schwierigkeiten gibt es in allen Prozessen, solchen, welche den Alltag in Unternehmen bestimmen, als auch jene, die nicht den normalen Routinen entsprechen. Die entscheidende Frage ist, wie eine Organisation oder Gemeinschaft mit diesen umgeht; wie sie sie löst, aber vor allem wie sie sie als Erkenntnis-Ressource nutzt. Ich persönlich widme mich als Künstler genau diesen Situationen, in denen Erwartung und Reaktion, Wirkung und Bedeutung, Planung und Kommunikation nicht konvergieren und beispielsweise als emotionale, problemhafte oder gar ineffiziente Momente empfunden werden. Hier kann ich in meiner Weise kritisch-ästhetisch wirksam eingreifen und spannende Ergebnisse entstehen lassen. Dazu bedarf es mehr als dem klassischen Selbstverständnis als Künstler, nämlich vielmehr Erfahrungen und Wissen aus anderen gesellschaftlichen Bereichen, der Wirtschaft und Wissenschaft um eine Transferleistung zu ermöglichen. Im Falle des Magazines waren die Vorbedingungen sehr gut, denn die Zeppelin Universtät war zu einem Risiko bereit und die Zusammenarbeit bestimmt von dem Willen, viel weiter zu gehen, als das was beispielsweise Hochschulmagazine, wissenschaftliche Journals aber auch Kunstzeitschriften mit Künstlerbeiträgen machen. Das Magazin bleibt weiter ein Experiment und Work-in-Progress, das muss nicht jedem sofort offensichtlich sein oder gefallen, muss aber anregen oder – noch besser, meine ich – aufregen.</p> <p><strong>Bertram Rusch: Bedeutet die zunehmende Perfektionierung in »smarten« Systemen und mit intelligenter Technologie eine notwendige Zunahme menschlicher »Interventionen«, oder wird es hierbei bei Randphänomenen bleiben?</strong></p> <p>Ruediger John: Ja, das Stichwort ist &quot;Perfektionierung&quot;, welche allzu häufig auch eine Konfektionierung und Anleitung, bis hin zu Beschränkungen bedeutet. Man kann deutlich feststellen, wie bestimmte technische Möglichkeiten Ausdrucksformen und Wahrnehmungen im Alltag bestimmen; man nehme nur mal als einfache Beispiele ultraportable Music-Player, Assistentenfunktionen in Gestaltungssoftware, skeumorphe Touchinterfaces, intelligente Newsaggregatoren, Onlinesuche und vernetzte Kurznachrichtendienste – es gibt noch viel zu tun, um etwas Abweichung in den gesteuerten Gang der Dinge zu bringen. Ich denke der Bedarf an echten Primärerfahrungen und individueller Aufmerksamkeit ist bereits da und wird weiter wachsen – zumeist wird er heutzutage wohl noch nicht bewusst als Defizit wahrgenommen, sondern als Fatigue-Symptom, Burn-Out, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, usw. empfunden, aber die Ursachen kann man erahnen. </p> <p><strong>Bertram Rusch: Ruediger John, herzlichen Dank für das Gespräch.</strong></p> <p>Friedrichshafen 2013</p>
2013-11-26 https://artrelated.net/ruediger_john/in-etablierte-systeme-aesthetisch-eingreifen.html https://artrelated.net/ruediger_john/in-etablierte-systeme-aesthetisch-eingreifen.html
Concept and Creation of Magazine "Magazin fuer Zwischenfragen" for Zeppelin University
<p>Dear colleagues, associates, friends,</p> <p>I just wanted to keep you updated on some of the things we have been working on.</p> <p>Recently the Zeppelin University released the third issue of the magazine &quot;auf - Magazin fuer Zwischenfragen&quot; - a bi-annual publication combining scientific texts and findings with artistic and aesthetic interventions.</p> <p>Zeppelin University asked me some time ago to help to start a publication geared towards the scientific community and an affiliated broader audience.<br /> So I created an artistic concept and editorial profile that includes persistent editorial elements (such as a set of interposed questions) as well as visual/aesthetic interventions for each issue by an artist. These are not intended to illustrate or ornament the publication but rather create a critically independent layer within it - associating and commenting on the topics discussed and presented. </p> <p>If you would like to know more, there is a short interview on the concept here <a href="magazine-as-an-artistic-experiment.html">https://artrelated.net/ruediger_john/magazine-as-an-artistic-experiment.html</a> - a more thorough evaluation of the project will be published in a couple of weeks.</p> <p>For the initial three issues I created the artistic elements as well as served as the Creative Director and will continue to be part of the project as an Artistic Consultant while the magazine continues to develop along the lines of the concept. </p> <p>The first and second issues are online on Scribd<br /> auf#1: <a href="http://www.scribd.com/doc/109338383/">http://www.scribd.com/doc/109338383/</a><br /> auf#2: <a href="http://www.scribd.com/doc/109339167/">http://www.scribd.com/doc/109339167/</a><br /> in case you are interested. </p> <p>For the latest issue which is available here <a href="http://www.zu.de/auf-magazin/">http://www.zu.de/auf-magazin/</a> I acted as a quasi-Luddite intervening into the printing process by literally opening the machine to make manual adjustments to it. This changed the printing process in a way that created unique copies of the magazine.<br /> There is a short article about that here <a href="http://www.zu-daily.de/daily/eng/breaking-the-patterns.php">http://www.zu-daily.de/daily/eng/breaking-the-patterns.php</a> and some more images here <a href="citizen-power-state.html">https://artrelated.net/ruediger_john/citizen-power-state.html</a></p> <p>Let me know what you think.</p> <p>P.S. Of course we have been working on a lot more:<br /> E.g. helping to create a syllabus to train teachers how to employ aesthetics-based learning styles for students in the G/T program.<br /> Conducting a seminar and exploration (like every term but each time with a different angle) for MBA students (fourth and fifth semester at different universities) on aesthetic research and intervention art.<br /> And so on ... I'll keep you posted ... and if you happen to work in a similar field or adjacent type of project, of course I'd be interested to hear about it.</p>
2012-12-04 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-concept-creation-magazine-zeppelin-university.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-concept-creation-magazine-zeppelin-university.html
Thema „Bürger.Macht.Staat?“: Neue Ausgabe des Forschungsmagazins „auf“ der Zeppelin Universität erschienen
<p>Thema „Bürger.Macht.Staat?“: Neue Ausgabe des Forschungsmagazins „auf“ der Zeppelin Universität erschienen</p> <p>Friedrichshafen. Die Zeppelin Universität (ZU) hat die dritte Ausgabe ihres Magazins „auf“ herausgegeben. Das Thema des aktuellen Heftes ist „Bürger.Macht.Staat?“. „auf“ steht für „Antworten und Fragen“ und berichtet zweimal im Jahr über Forschungsprojekte und -ergebnisse der ZU.</p> <p>„Die dritte Ausgabe von ,auf‘ beschäftigt sich mit den neuen Formen der bürger- und zivilgesellschaftlichen Teilhabe und Teilnahme von Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft“, sagt ZU-Präsident und „auf“-Herausgeber Professor Dr. Stephan A. Jansen in seinem Editorial des „Mediums für Zwischenfragen der Zeppelin Universität“. „Sie stellt die Frage nach den Ursprüngen, Ausprägungen und Folgen einer neuen Bürgerschaftlichkeit“. Und sie befasse sich mit den sich abzeichnenden Formen einer Zivilgesellschaft im 21. Jahrhundert sowie mit Protest und Partizipation, Organisation und Kommunikation sozialer Innovationen zwischen Bürger und Staat.</p> <p>In 14 Beiträgen äußern sich ZU-Wissenschaftler zu höchst aktuellen Themen und geben Antworten darauf aus Sicht der Forschung. Wie müsste eine Demokratie 2.0 in Zeiten von Internet und Social Media eigentlich aussehen? Sind wirklich – wie im Fall der Affäre Wulff – immer die Medien schuld? Wird nicht angesichts der Finanz- und Eurokrise das Staatsrecht langsam zur Traumfabrik? Können Verbraucher die Wirtschaft demokratisieren? Und: Welche Rolle spielen eigentlich Experten in politischen Prozessen – und wie sind sie überhaupt legitimiert? Darum und um mehr geht es in der dritten Ausgaben von „auf“. </p> <p>Wer mehr über die ZU-Professoren, ihre Forschungsthemen und Veröffentlichungen erfahren möchte, für den hält das Magazin ein sogenanntes Token-System bereit. Es verlinkt die Beiträge des Heftes mit weiterführenden Informationen auf der Homepage sowie der Medien- und Forschungsdatenbank der ZU. So sind Inhalte, welche sich vor allem für eine digitale Darstellung eignen, eine Recherche zum Thema ermöglichen oder aus Gründen der Aktualität besser online abrufbar sind, für die Leserinnen und Leser auf der Portalwebseite www.zu.de/mehr zusammengestellt und von dort jederzeit abrufbar. </p> <p>Wie bereits die ersten beiden, so wurde auch die dritte „auf“-Ausgabe vom Künstler Ruediger John künstlerisch konzipiert und begleitet. Aus Bildelementen und typografischen Kommentierungen schafft er im Magazin eine visuelle Assoziationsebene. Seine künstlerische Intervention dehnte er dabei auch auf den Druckprozess selbst aus, der so zu einem „gesteuerten Zufall“ wie bei einer Massenbewegung wurde – und damit jedes einzelne Heft zu einem Unikat macht. Ruediger John ist über künstlerische Beiträge, Veranstaltungen und Publikationen dem Artsprogram der ZU seit 2007 eng verbunden.</p> <p>Die dritte Ausgabe des ZU-Magazins „auf“ ist ab sofort erhältlich. Der Preis beträgt 6 Euro. Bestellungen sind im Internet möglich unter <a href="http://www.zu.de/auf-magazin">http://www.zu.de/auf-magazin</a></p> <p><a href="http://www.zu-daily.de/daily/tiefenbohrung/2012/raster-der-maschinen-brechen.php">Ein Beitrag zur künstlerischen Intervention im Rahmen von auf ist auf ZU|Daily zu finden.</a></p> <p><a href="http://zu.de/deutsch/aktuelles_presse/aktuelles/2012_09_20_auf.php?navid=50">http://zu.de/deutsch/aktuelles_presse/aktuelles/2012_09_20_auf.php?navid=50</a></p>
2012-09-20 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-forschungsmagazin-zeppelin-universitaet.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-forschungsmagazin-zeppelin-universitaet.html
Das Raster der Maschinen brechen
<p><img src="auf03production03.jpg" alt="Magazin für Zwischenfragen der Zeppelin Universitaet, Ruediger John" title="Magazin für Zwischenfragen der Zeppelin Universitaet, Ruediger John" /></p> <p>Smarte Systeme bestimmen zunehmend die Abläufe der Welt – und damit den menschlichen Aktionsradius. Diese Strukturen aufzubrechen und die Wahrnehmung zu sensibilisieren, ist eines der Ziele künstlerischer Interventionen. Das tut der Künstler Ruediger John im Rahmen des Magazins „auf - Magazin für Zwischenfragen“.</p> <p>ISO, DIN, Null-Fehler-Prinzip, Nano-Technologie; alles Schlagworte dieser Zeit, die unmittelbar mit einem übergeordneten Begriff abgrenzbar sind: Perfektion. In der heutigen hochindustrialisierten, hochtechnisierten und mittlerweile schon autonom agierenden „smarten Welt“ wird versucht, das evolutionäre und tief verwurzelte „Trial and Error“-Prinzip durch Algorithmen und ausgeklügelte Mechanismen weitgehend auszuschalten. Elektronische Systeme im Fahrzeug, intuitiv bedienbare Oberflächen bei Computern, aber auch Fertigungsanlagen in Industriebetrieben streben zur Effizienz – und verkleinern damit zunehmend den menschlichen Handlungskorridor. Wo früher manuelle Fertigungsverfahren für Individualität und Abgrenzung sorgten, finden sich heute zunehmend algorithmusgestützte Herstellungsprozesse in Industrie wie Haushalt, die wichtige Fertigkeiten übernehmen oder unterstützend wirken, etwa in Bleisatz oder Graphik. </p> <p>Schnellere und „sauberere“ Abläufe sowie ein hohes Niveau an Qualität, Normierung und damit Austauschbarkeit sind das Ergebnis. Ein bekanntes Beispiel ist die ISO-Norm ISO:9001 im Rahmen des Qualitätsmanagements. Dass aber auch die gezielte Störung derartiger Qualitätsmechanismen einen interessanten Ansatz darstellt, zeigt sich beispielsweise in der Produktion der neuen Ausgabe des „Magazin für Zwischenfragen“.</p> <p>Denn neben Effizienz und Qualität kann dieses heutige Maß an Technisierung ebenso zu „Konfektionierung und Anleitung bis hin zu Beschränkung“ führen, so der Künstler Ruediger John: „Man kann deutlich feststellen, wie bestimmte technische Möglichkeiten Ausdrucksformen und Wahrnehmungen im Alltag bestimmen.“ Dass sich mit der gesamten Daseinsweise der menschlichen Kollektiva auch die Art und Weise ihrer Sinneswahrnehmung über große geschichtliche Zeiträume verändere, schrieb Walter Benjamin schon 1935 im Kontext des neuen Massenphänomens Fotografie. Zwar ursprünglich bezogen auf die Rezeption der Kunst, sind seine Gedanken heutzutage analog auf die Auswirkungen der elektronischen Systeme auf unseren Alltag übertragbar.<br /> Trotz Individualisierungstendenzen im Zuge industrieller „Mass Customization“-Prozesse wird ein bestimmter Grad an Konfektionierung und Standardisierung jedoch nicht unterschritten.</p> <h5>In etablierte Systeme eingreifen</h5> <p>Dies ist genau der Ansatzpunkt von Ruediger John, der im Rahmen künstlerischer Interventionen in bestehende Abläufe und Routinen eingreift und eine „kontextuelle Verschiebung und damit eine Wahrnehmungsveränderung“ hervorrufen will. Diese Interventionen sind auch dem Bereich der Wirtschaftsästhetik zuzuordnen, der sich beispielsweise mit der Gewinnung neuer Perspektiven auf der Ebene ganzer Organisationen, bestimmter Teilgruppen oder auch Einzelpersonen beschäftigt.</p> <p><img src="auf03production07.jpg" alt="Magazin für Zwischenfragen der Zeppelin Universitaet, Ruediger John" title="Magazin für Zwischenfragen der Zeppelin Universitaet, Ruediger John" /></p> <p>Eine dieser Interventionen führt John nun im Rahmen des „auf“-Magazins durch. Dessen erste drei Ausgaben wurden von ihm als Creative Director künstlerisch mit konzeptioniert und ebenso operativ umgesetzt. Wichtiges Konzeptelement ist dabei, dass sich der künstlerische Beitrag „nicht nur mäandernd durch die Publikation zieht, sondern dabei auch mal engere, mal weitere Assoziationen zu den Texten und Themen eingeht“.</p> <h5>Inhalt &amp; Form: Stringenz im Zusammenspiel</h5> <p>Die aktuelle Ausgabe #03 zu politischen und gesellschaftlichen Bewegungen trägt den Titel „Bürger. Macht. Staat?“. Neben dem interventionistischen Gesamtkonzept des Magazins wurde in diesem Fall auch der Herstellungsprozess derart aufgebrochen, dass selbst die Gestaltung der Printprodukte in ihrer Dynamik und Singularität dem Thema entspricht: Mit jedem Exemplar entstand ein Unikat. Eine manuelle Intervention bildet hierbei den wichtigen Bestandteil, um die Uniformität der Maschine aufzuheben – und so das eigene Handlungsspektrum zu vergrößern: „Indem wir ganz konkret die Druckmaschine geöffnet und manipuliert und damit die Computersteuerung ausgetrickst haben, hatten wir mehr Möglichkeiten als zuvor, um Neues entstehen zu lassen.“ Damit öffnet sich auch Raum für zufällige Entwicklungen, sodass in diesem Fall auch erfahrene Druckexperten neue Erfahrungen sammeln konnten.</p> <p><img src="auf03production02.jpg" alt="Magazin für Zwischenfragen der Zeppelin Universitaet, Ruediger John" title="Magazin für Zwischenfragen der Zeppelin Universitaet, Ruediger John" /></p> <h5>Freiheitsgrad für Künstler groß halten</h5> <p>Der Freiheitsgrad künstlerischer Arbeit an der „auf“ wird dabei bewusst groß gehalten, die Kunst sei „keine Streckendefinition, keine Spielfeldabgrenzung“, vielmehr solle eine permanente Verbindung geschaffen werden, so Kommunikationsdesigner Philipp N. Hertel, Art Director und Projektleiter des Magazins. Mit dem Freiraum wird ein wichtiges Kriterium künstlerischer Interventionen erfüllt: dass sich Unternehmen auf die Kunst einlassen und die Pfade des Geplanten tatsächlich verlassen. Greifen Künstler in Prozesse ein, können sie Ineffizienzen und Dissonanzen zu Gewohntem schaffen und versuchen, diese Dynamiken als Anregung und für Erkenntnisgewinne zu nutzen. John: „Hier kann ich in meiner Weise kritisch-ästhetisch wirksam eingreifen und spannende Ergebnisse entstehen lassen.“</p> <h5>Qualität für den Papierkorb</h5> <p>Auch in der konkreten Magazinherstellung spiegelt sich dieses Prinzip in manuellen Eingriffen in die regulierenden Automatismen der Produktionsanlagen wider. „Die ersten Chargen landeten deswegen im Abfall, da die Farbtöne noch nicht perfekt waren“, beschreibt Volker Eyrich, Projektberater beim Bodensee Medienzentrum, den etwa 20 Stunden dauernden, iterativen Druckprozess. Der „Irisdruck“, ein Verfahren für weiche Farbverläufe, wurde so weit verändert, dass etwa Farbspektrometer und Verreibeeinrichtungen der Druckmaschine durch manuelle Führung die gewünschten Unterschiede produzieren. Das gewünschte Produkt entwickelte sich somit sukzessive im Spiel mit der Maschine. Auf der einen Seite ein „Kampf“, wie es Eyrich beschreibt. Auf der anderen Seite der gewünschte Bruch routinierter Handlungen und das Neuland, wie sie Ruediger John in seinen Arbeiten provozieren und produzieren will. Zusammen mit den dadurch entstandenen, variierenden „Farbtendenzen“ und in Verbindung mit drei verschiedenen Umschlagversionen soll dem Leser so der „ausschnitthafte und damit unvollkommene“ Blick verdeutlicht werden, den ihm eine nur einzelne Zeitschrift zu gewähren in der Lage ist. Sie wird zur Intervention gewohnter Magazinmuster.</p> <p><img src="auf03production08.jpg" alt="Magazin für Zwischenfragen der Zeppelin Universitaet, Ruediger John" title="Magazin für Zwischenfragen der Zeppelin Universitaet, Ruediger John" /></p> <h5>Interventionen als notwendige Entwicklung?</h5> <p>Dass künstlerische Interventionen an Relevanz gewinnen werden, ist sich John sicher. Im größeren Wirtschaftskontext, also über einzelne Künstler hinausgehend, zeigen sich dazu bereits etablierte Strukturen beispielsweise in Schweden, Spanien oder Frankreich. Dort finden sich sogenannte Intermediäre: Organisationen, die Künstler und Unternehmen zusammenführen und die Interventionen administrativ betreuen.</p> <p>Verfolgt wird auch dort die Revision bestimmter Verhaltensmuster, beispielsweise durch Dissonanz zu Gewohntem und durch Irritation. Wie es auch die „auf“ konzeptuell versucht. John formuliert es so: „Das Magazin bleibt weiter ein Experiment und Work-in-Progress, muss nicht jedem sofort offensichtlich sein oder gefallen, muss aber anregen oder – noch besser, meine ich – aufregen.“</p> <p>Link zum Originaltext: <a href="http://www.zu-daily.de/daily/tiefenbohrung/2012/raster-der-maschinen-brechen.php">http://www.zu-daily.de/daily/tiefenbohrung/2012/raster-der-maschinen-brechen.php</a></p>
2012-09-20 https://artrelated.net/ruediger_john/das-raster-der-maschinen-brechen.html https://artrelated.net/ruediger_john/das-raster-der-maschinen-brechen.html
Breaking The Pattern Of The Machines
<p><img src="auf03production03.jpg" alt="Magazin für Zwischenfragen der Zeppelin Universitaet, Ruediger John" title="Magazin für Zwischenfragen der Zeppelin Universitaet, Ruediger John" /></p> <p>Smart systems increasingly determine the procedures of the world – and thus the range of human action. One of the goals of artistic interventions is to break up these structures and to sensitize perception. This is what the artist Ruediger John does with the magazine &quot;auf - Magazin für Zwischenfragen&quot; of the Zeppelin University, Friedrichshafen.</p> <p>ISO, DIN, zero-error principle, nanotechnologies; all key words of our time which are delimited by a higher order term: perfection. In today's highly industrialized, high-tech and by now autonomously operating &quot;smart world,&quot; efforts are made to largly eliminate the evolutionary and deeply rooted &quot;trial and error&quot; principle by means of algorithms and sophisticated mechanisms. Electronic systems in vehicles, intuitively controlled computer interfaces, but also manufacturing plants in industrial operations strive for efficiency and thus increasingly shrink the human field of action. Where manual manufacturing methods used to provide individuality and boundaries, current algorithm-supported production processes take over the important skills in industry and at home or provide them with support, as is the case in hot type or graphics. </p> <p>Quicker and &quot;cleaner&quot; processes, as well as a high level of quality, standardization and accompanying interchangeability, are the result. A well-known example is the ISO quality management standard ISO:9001. That the targeted failure of such quality mechanisms also represents an interesting approach, is, for instance, revealed in the production of the new issue of &quot;auf&quot; magazine.</p> <p>Because, in addition to efficiency and quality, today's level of mechanization can also lead to &quot;serialization and instructions to the point of where it becomes a limitation or obstruction,&quot; according to the artist Ruediger John: &quot;You can clearly recognize how certain technical possibilities determine forms of expression and perceptions in everyday life.&quot; Walter Benjamin already wrote in 1935 within the context of the new mass phenomenon of photography, that, along with the whole mode of existence of the human collective, the manner of their sensory perception also changes over long periods of history. Although he was originally referring to the reception of art, Benjamin's thoughts can be transferred analogously today to the effects of electronic systems on our everyday life.<br /> Despite individualization tendencies in the course of &quot;mass customization&quot; processes, a certain degree of packaging and standardization is maintained.</p> <h5>Intervene in established systems</h5> <p>This is precisely Ruediger John's point of approach: within in the framework of artistic interventions, he influences existing processes and routines, attempting to create a &quot;contextual displacement and thus a change in perception. These interventions can also be assigned to the field of organizational aesthetics, which deals with, for instance, achieving new perspectives on the level of entire organizations, certain subgroups or even individual persons.&quot;</p> <p><img src="auf03production07.jpg" alt="Magazin für Zwischenfragen der Zeppelin Universitaet, Ruediger John" title="Magazin für Zwischenfragen der Zeppelin Universitaet, Ruediger John" /></p> <p>Ruediger John now carries out one of these interventions within the framework of &quot;Magazin für Zwischenfragen&quot; magazine. Ruediger John created the artistic concept of the magazine and served as the creative director of the first three issues. An important conceptual element in the process is that the artistic contribution &quot;does not just meander through the publication, but rather creates sometimes narrower, sometimes wider associations with the texts and topics.&quot;</p> <h5>Content &amp; form: rigor in the interaction</h5> <p>The current edition, #03, on political and social movements bears the title &quot;Citizens. Power. State?&quot;. In addition to the interventionist overall concept of the magazine, the production process was fractured in this case in such a way that even the design of the print products corresponded to the topic in its dynamics and singularity: each issue became a unique copy. A manual intervention constituted an important component here in abolishing the uniformity of the machine – and thus increasing the spectrum for personal action: &quot;By very specifically opening and manipulating the printing machine and thus outwitting the computer controlled system, we had more possibilities than before to generate something new.&quot; This also opened up space for random developments so that, in this case, even experienced printing experts could learn something new.</p> <h5>Maximize an artist's degree of freedom</h5> <p>The degree of freedom in the artistic work in &quot;Magazin für Zwischenfragen&quot; is consciously maximized as art is &quot;not a linear definition, not a playing field boundary;&quot; rather a permanent connection should be created, according to communication designer Philipp N. Hertel, art director and project coordinator for the magazine. An important criterion of artistic interventions is fulfilled with the free space: that companies engage in art and actually abandon the planned path. If artists intervene in processes, they can create inefficiencies and dissonances with the familiar and thus attempt to use these dynamics as motivation and to achieve awareness. Ruediger John: &quot;Here I can effectively intervene in a critical-aesthetic manner and allow exciting results to be created.&quot;</p> <p><img src="auf03production02.jpg" alt="Magazin für Zwischenfragen der Zeppelin Universitaet, Ruediger John" title="Magazin für Zwischenfragen der Zeppelin Universitaet, Ruediger John" /></p> <h5>Quality for the wastepaper basket</h5> <p>This principle is reflected even in the specific magazine production in the manual interventions into the regulating automatisms of the production machines. When describing the roughly 20-hour long iterative printing process, Volker Eyrich, project consultant at Bodensee Medienzentrum, states that &quot;the first batches thus wound up in the trash, since the color tones weren't yet perfect.&quot; The &quot;rainbow printing,&quot; a process for soft color gradients, was changed to such a degree that, for instance, the color spectrometers and levigating devices of the printing machines produced the desired differences through manual guidance. The desired product was thus developed successively by playing with the machine. On the one hand, a &quot;struggle,&quot; as Eyrich describes it. On the other hand, the desired rupture of routinized actions and the virgin soil that Ruediger John wants to activate and produce in his works. Together with the varying &quot;color tendencies&quot; that this created and in conjunction with three different cover versions, the &quot;section-like and thus incomplete&quot; view that a single, individual magazine is capable of providing should become clear to the reader. It becomes a magazine model accustomed to intervention.</p> <p><img src="auf03production08.jpg" alt="Magazin für Zwischenfragen der Zeppelin Universitaet, Ruediger John" title="Magazin für Zwischenfragen der Zeppelin Universitaet, Ruediger John" /></p> <h5>Interventions as a necessary development?</h5> <p>Ruediger John is certain that artistic interventions will increase in relevance. In the wider economic context, i.e., beyond individual artists, established structures already indicate this in, for instance, Sweden, Spain and France. These countries have so-called intermediaries: organizations that bring together artists and companies and oversee the interventions administratively.</p> <p>Link to original article: <a href="http://www.zu-daily.de/daily/eng/breaking-the-patterns.php">http://www.zu-daily.de/daily/eng/breaking-the-patterns.php</a></p>
2012-09-20 https://artrelated.net/ruediger_john/breaking-the-pattern-of-the-machines.html https://artrelated.net/ruediger_john/breaking-the-pattern-of-the-machines.html
Citizen. Power. State?
<p><img src="auf03-zeppelin-universitaet.jpg" alt="Magazin für Zwischenfragen #03, Zeppelin Universitaet, Ruediger John" title="Magazin für Zwischenfragen #03, Zeppelin Universitaet, Ruediger John" /></p> <p>How can a science journal become a megaphone, a crown or a fuse? The Austrian artist provides instructions on the magazine’s back cover – as a call to action.</p> <p><img src="auf03-covera01.jpg" alt="Magazin für Zwischenfragen, Zeppelin University, Ruediger John" title="Magazin für Zwischenfragen, Zeppelin University, Ruediger John" /></p> <p><img src="auf03-covera02.jpg" alt="Magazin für Zwischenfragen, Zeppelin University, Ruediger John" title="Magazin für Zwischenfragen, Zeppelin University, Ruediger John" /></p> <p>The third issue of the magazine &quot;auf - Magazin für Zwischenfragen&quot; created by Ruediger John (born in Vienna in 1971 and now based in the US and Germany) is yet again both a print media experiment and a visual exploration. This time the focus is on the question of “Bürger.Macht.Staat?” [Citizens.Power.State?]. The materials he uses are typographic elements, photographs, slogans and symbols from protest movements, situations where power is exercised and uprisings are staged. Both, current and historical components of contemporary history, as well as historical cultural quotes and slogans, but also hard facts can be found in his visual interventions. Reflecting in the tradition of typographies used in political movements and taking an experimental approach to emblems and images, the artist creates contextual associations between ornamental lettering and photographic material or “blasts” the formal organization of text columns with the onomatopoetic KABOOM of comics.</p> <p><img src="auf03-page02.jpg" alt="Magazin für Zwischenfragen, Zeppelin University, Ruediger John" title="Magazin für Zwischenfragen, Zeppelin University, Ruediger John" /></p> <p>In a radical gesture, the artist also breaks with the logic inherent to print media by intervening in the production of the publication. By consciously allowing the ink colors to mix by chance over the course of the print run, each issue is unique, and the procedure becomes a process with unpredictable results: during the print run the bright rainbow colors, reminiscent of the peace movement, continue to blend to a common hue with increasing entropy that spreads across the texts, the photographs and the images, including the three different cover designs of the magazine.</p> <p>Ulrike Shepherd,<br /> Curator at the artsprogram, Zeppelin University</p> <p>auf - Magazin für Zwischenfragen der Zeppelin Universität, Ausgabe #03, ISSN 2192-7979</p>
2012-09-09 https://artrelated.net/ruediger_john/citizen-power-state.html https://artrelated.net/ruediger_john/citizen-power-state.html
Bürger. Macht. Staat?
<p><img src="auf03-zeppelin-universitaet.jpg" alt="Magazin für Zwischenfragen #03, Zeppelin Universitaet, Ruediger John" title="Magazin für Zwischenfragen #03, Zeppelin Universitaet, Ruediger John" /></p> <p>Wie werden aus einem Wissenschaftsmagazin ein Megafon, eine Krone oder eine Lunte? Die Handlungsanweisungen – als Aufforderung in Aktion zu treten – gibt der österreichische Künstler direkt auf der Umschlagrückseite.</p> <p>Auch die dritte Ausgabe des von Ruediger John (*1971 in Wien, lebt in USA und D) konzipierten Magazins ist ein Experiment mit dem Medium und eine visuelle Untersuchung, diesmal das Thema „Bürger.Macht. Staat?“. Seine Materialien sind typografische Zeichen, Fotografien, Slogans und Symbole aus Protestbewegungen, Situationen der Machtausübung und des Aufbegehrens. Aktuelle und historische Elemente der Zeitgeschichte, kulturgeschichtliche Zitate und Parolen, aber auch harte Fakten finden Eingang in seine visuellen Interventionen. Aus der Reflektion typografischer Traditionen in politischen Bewegungen und einem experimentellen Umgang mit Zeichen und Bildern lässt er ornamentale Schriftzüge inhaltliche Verbindungen mit fotografischem Bildmaterial eingehen oder aber sprengt mit einem lautmalerischen KABOOM in Comic-Ästhetik explosionsartig die formale Ordnung der Textspalten.</p> <p>Darüber hinaus bricht der Künstler in radikaler Geste die immanente Logik des Printmediums, indem er in die Herstellung der Publikation eingreift. Über die gesteuerte Zufälligkeit der Farbmischung wird jedes gedruckte Exemplar zum Unikat und das Verfahren zum ergebnisoffenen Prozess: Aus den anfänglich schillernden Regenbogenfarben, welche an die Pace-Bewegung erinnern, entwickelt sich mit zunehmender Entropie ein gemeinsamer Mischton, der sich über Texte, Fotografien und die drei unterschiedlich gestalteten Umschlagabbildungen verbreitet.</p> <p>Ulrike Shepherd,<br /> Kuratorin am artsprogram der ZU</p> <p>auf - Magazin für Zwischenfragen der Zeppelin Universität, Ausgabe #03, ISSN 2192-7979</p>
2012-09-09 https://artrelated.net/ruediger_john/buerger-macht-staat.html https://artrelated.net/ruediger_john/buerger-macht-staat.html
Sommerfest der Zeppelin Universität am 8. September zum Thema „Stabile Fragilität. Fragile Stabilität.“
<h4>Sommerfest der Zeppelin Universität am 8. September zum Thema „Stabile Fragilität. Fragile Stabilität.“</h4> <p>Friedrichshafen. Die Zeppelin Universität veranstaltet am Samstag, 8. September, zum nunmehr neunten Male ihr traditionelles Sommerfest. Die Besucher erwartet auf dem Campus am Seemooser Horn ein Tag mit wissenschaftlichen Vorträgen, Installationen, Performances, Künstlergesprächen und Musik. Eingeladen sind alle Interessierten.</p> <p>Das Sommerfest wird um 15 Uhr von ZU-Präsident Prof. Dr. Stephan A. Jansen offiziell eröffnet (Einlass ab 14.30 Uhr) und steht im Zeichen des Jahresthemas der ZU: „Stabile Fragilität. Fragile Stabilität.“. Die Uni und ihre Gäste untersuchen dabei in vorsichtigen Vorträgen, wackeligen Versuchsanordnungen und instabilen Kunstprojekten die Stabilität der Fragilität und die Fragilität der Stabilität. Auch in den wissenschaftlichen Vorträgen geht es ab 16 Uhr darum, dass Fragilitäten die nächsten Agilitäten erfordern. So fragt beispielsweise ZU-Professor Dirk Heckmann vom Deutsche Telekom Institute for Connected Cities „Wer oder was steuert unsere Gesellschaft im Internet-Zeitalter?“, Politikprofessor Joachim Behnke untersucht „Politik im Spannungsfeld zwischen Prinzipien und Interessen“ und Jura-Professor Georg Jochum „Die Europäischen Institutionen nach dem Vertrag von Lissabon“, Mobilitäts-Professor Alexander Eisenkopf etwa macht „Anmerkungen zur Mobilität der Zukunft“, und Soziologie-Professorin Maren Lehmann berichtet über „Heikle Ereignisse“. </p> <p>Das Leitmotiv des Sommerfestes zieht sich auch durch die künstlerischen Programmpunkte: bei der Video-Installation „Roof Piece Theran“ von Anahita Razmi, der Installation zur ZU-Containeruni von Margit Czenki und Christoph Schäfer, den flexiblen Zeltstrukturen des Schweizer Architekten, Bau- und Aktionskünstlers Marcel Kalberer, zur künstlerischen Intervention des just zum Sommerfest erneut erscheinenden ZU-Magazins „auf“ von Ruediger John, bei der Autorin Chris Inken Soppa auf dem Vorleseschiff und schließlich beim Sommerfest-Publikumsspiel mit dem Kfz-Mechaniker und Künstler Volker Paul aus Radolfzell. Mitwirken werden weiter der ZU-Chor unter der Leitung von Ina Gersak und die „Luftschiffkapelle“.</p> <p>Am Abend des Sommerfestes steht ab 19.30 Uhr dann das Feiern im Vordergrund - mit &quot;Musik, Tanz &amp; kulinarischen Spezialitäten&quot;. </p> <p>Mehr Informationen finden sich auf der ZU-Homepage unter www.zu.de/sommerfest. </p> <p>Dort sind auch noch Anmeldungen für die nur noch wenigen freien Plätze möglich.</p> <p>Wichtige Informationen zur Anfahrt: Es bestehen nur eingeschränkte Parkmöglichkeiten bei der ZU und keine Zufahrt zur Uni. Besuchern wird dringend empfohlen, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen.</p> <p><a href="http://zu.de/deutsch/aktuelles_presse/aktuelles/2012_08_30_sommerfest-zu.php?navid=69">http://zu.de/deutsch/aktuelles_presse/aktuelles/2012_08_30_sommerfest-zu.php?navid=69</a></p>
2012-08-30 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-zeppelin-universitaet-stabile-fragilitaet-fragile-stabilitaet.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-zeppelin-universitaet-stabile-fragilitaet-fragile-stabilitaet.html
High Gloss Up Close
<p><img src="auf2-magazin-zeppelin-university.jpg" alt="Magazin für Zwischenfragen #2, Zeppelin University" title="Magazin für Zwischenfragen #2, Zeppelin University" /></p> <p>What can art do? Or to phrase the question more specifically: What additional information does the artist Ruediger John communicate with his photo spread on the multi-perspective consideration of “Positive Distance,” to which this issue of the magazine is dedicated. Ulrike Shepherd, curator of the artsprogram at the Zeppelin University, takes a close look at this photographic intervention, focusing specifically on the added value and insight provided by the artistic composition.</p> <h5>High gloss and research</h5> <p>At first glance, the photographs with their “high-gloss” messages from the realms of fashion and eros, wealth, and power, do not seem to send any unusual signals as far as the visual presentation of the magazine is concerned. One after the next, the featured images are appealing, glitzy and colorful, reminiscent of familiar stock and fashion photos. </p> <p>This is the second issue of the Zeppelin University’s magazine, and its design will immediately fulfill all the aesthetic expectations that readers might have of a fashion magazine. For a research magazine, however, the design is surprising. It is the topics that are addressed in the texts that force the readers to take a second glance, in which they will discover that the enticing advertising images have been displaced in a scholarly context, making this artistic contribution increasingly visible. It also becomes apparent that Ruediger John’s photographs are strategic appropriations from the world of media. The pictures of fashion photographs reveal their manipulations, transformations and reinterpretations with regard to their role as artistic commentary on the magazine’s featured topic.</p> <h5>Meaning through distance</h5> <p>In reference to the article, it is possible to associate the CHANEL logo with CHANge; WIN in the image can be placed in relation to “distance management”; beauty products become Petri dishes; masks with lipstick kisses are reminiscent of the Guy Fawkes mask used by Anonymous; seducement becomes surveillance, and along with it the shot of the model becomes tastelessly voyeuristic. Shifts in meanings, accentuations, distortions in perspective and the drawing of attention all belong to Ruediger John’s artistic method and serve to make the motifs he finds laden with significance. He applies the aesthetics of advertising in his visual piece in a playful and ingenious manner – and adopts its seductive aspects with subtle irony and a sense for the grotesque.</p> <h5>Images of high-gloss images</h5> <p>The subjects – idealized images portraying the longing for beauty in the form of stereotypical images of men and women from advertising, of luxury items and of exclusive surroundings – are re-shot from unconventional angles, with distorted perspectives and en plein air in natural lighting conditions. This alienating, fragmented, playful and ironic interpretation causes them to lose their original artificial staging. Ruediger John purposely zooms in on reflections in the high-gloss brochures, and in an act of proprietary appropriation, these light reflections and lens flares are integrated into the images as traces of technology. They also disclose and/or make obvious that the foreign images are quotes and draw attention to the photographic assertions made by the artist.</p> <h5>Distance through closeness</h5> <p>Edges in the images, creases from turning the pages, imperfections on the image surface, scratches, rips and tears in the paper: the closeness of the camera to the subjects makes the reader aware of the materiality and media positioning of the images in the magazine. Heightened sensuality, the exaggeration of what was already exaggerated – down to the pores and pixels – goes from fashion to fishes and leaves the reader with mixed feelings. A reflective distance from these functional advertising images is created through photographic closeness. While looking cold and remote, these images originally aimed to seduce and appeal to the emotions. Now the subjective “eye” of the artist's camera pushes these deliberately created images of beauty into displaying all of their artificiality, demystifying the idealized world they depict. Exposing the staging by making the act of photographing visible disturbs the readers’ ability to look at the images with abandon – the image is perceived as an image and its power is broken.</p> <h5>Distance from the text</h5> <p>At one point, the images delve beneath the text; in another instance, they press into it; they become connected to the content or they distance themselves from it through free associations. The images cannot and do not wish to withdraw from the text, as both belong to the same context. However, their autonomous, “sensual” commentary and the connections between the photographs open up an additional visual semantic level. Ruediger John’s photographic exploration of the visual impact of images, their messages and subtexts, and the insights that are communicated photographically do not represent the content of the texts, but rather the autonomous information that images provide.</p> <p>It is in this way that Ruediger John’s aesthetic strategies raise awareness for modes of perception and prompt readers to consider the complex relationships between text and images, between research and the media.</p> <h5>A magazine as art</h5> <p>In addition to the visual artworks themselves, the very idea behind the magazine, too, can be viewed as an aesthetic exploration and experimental research object, where questions regarding communication, the processing of information and the striving for knowledge in the print medium and its intersection to non-print media are examined. The artist Ruediger John was invited to develop the original concept for the magazine, introducing his transdisciplinary mode of artistic work into it, along with the multi-perspective and critical approach with which he examines concrete situations and issues. It is significant that his concept served to break with the conventions that are so typical for these kinds of publications.</p> <p>Friedrichshafen Dezember 2011</p> <p>auf - Magazin für Zwischenfragen der Zeppelin Universität, Ausgabe #02, ISSN 2192-7979</p>
2012-05-19 https://artrelated.net/ruediger_john/high-gloss-up-close.html https://artrelated.net/ruediger_john/high-gloss-up-close.html
Hochglanz hautnah
<p><img src="auf2-magazin-zeppelin-university.jpg" alt="Magazin für Zwischenfragen #2, Zeppelin University" title="Magazin für Zwischenfragen #2, Zeppelin University" /></p> <p>Was kann die Kunst? Oder sehr viel spezifischer gefragt: Welchen zusätzlichen Informationsgehalt kann die Bildstrecke des Künstlers Ruediger John zur multiperspektivischen Erörterung des Magazinthemas „Positive Distanz“ einbringen? Ulrike Shepherd, Kuratorin am artsprogram der ZU, sucht in ihrer Betrachtung der fotografischen Intervention den Mehrwert durch die künstlerische Setzung auf.</p> <h5>Hochglanz und Forschung</h5> <p>Die Fotografien mit hochglänzenden Botschaften aus Sphären wie Mode und Eros, Reichtum und Macht signalisieren dem ersten flüchtigen Blick zunächst nichts Ungewöhnliches am visuellen Magazin-Auftritt. In attraktiv schillernder Farbigkeit führen die Bilder von Kapitel zu Kapitel und rufen Erinnerungen an gewohnte Abbildungsrepertoires von Journalen und Magazinen ab. Mit dieser zweiten Ausgabe des Hochschulmagazins trifft man auf eine Gestaltung, die den ästhetischen Erwartungen an ein Modemagazin sofort gerecht wird, im Kontext Forschung jedoch überrascht. Diese Deplatzierung verführerischer Werbebilder in einem wissenschaftlichen Zusammenhang erschließt sich dem Leser jedoch bei einem zweiten Blick in Verbindung mit den Themen der Texte, wodurch der autonome künstlerische Beitrag zunehmend an Sichtbarkeit gewinnt und sich Ruediger Johns Fotografien als strategische Aneignungen aus der medialen Umwelt zu erkennen geben. Dann zeigen die Aufnahmen von Modefotografien ihre Manipulationen, Transformationen und Neuinterpretationen im Hinblick auf ihre Funktion als künstlerische Kommentierungen zum Magazinthema.</p> <h5>Bedeutung durch Distanz</h5> <p>Das Logo CHANEL könnte man in Bezug auf den Artikel als CHANge (Kleingeld, aber auch Wechsel) lesen, WIN im Bild wird zum Thema Grenzwertiges Management platziert, Beautyprodukte werden zu Petrischalen, Masken mit Kussmündern erinnern plötzlich an die Anonymous-Bewegung mit der Guy-Fawkes-Maske, Verführung wird zur Überwachung und damit der Model-Shot zur geschmacklosen Voyeurszene. Verschiebungen von Bedeutungen, Hervorhebungen, perspektivische Verzerrungen und Erzeugen von Aufmerksamkeit gehören zu Ruediger Johns künstlerischem Methodenrepertoire, über welches die gefundenen Motive mit kritischer Bedeutung aufgeladen werden. Dabei bedient sich John in seinem visuellen Beitrag spielerisch und raffniert der Werbeästhetik und übernimmt deren verführerische Aspekte mit subtiler Ironie und Sinn für das Groteske.</p> <h5>Bilder von Hochglanzbildern</h5> <p>Die Sujets, idealisierte Abbilder der Sehnsucht nach Schönheit – stereotype Männer- und Frauendarstellungen aus der Werbung, Luxusartikel und nobles Ambiente – sind aus eigenwilligen Blickwinkeln von Neuem abgelichtet, perspektivisch verzerrt, beim Fotografieren en plein air in natürliches Licht gesetzt und damit aus ihrer früheren künstlichen Inszenierung herausgefallen, verfremdet, fragmentiert, spielerisch arrangiert und ironisch interpretiert. Gezielt wurden im Kamerazoom die Spiegelungen der Hochglanzbroschüren aufgesucht, und die Licht- und Fotolinsenreflexionen sind als Spuren der Technik im Bild integriert, um die besitzergreifende Aneignung und das Zitieren fremden Bildmaterials offenzulegen bzw. unübersehbar werden zu lassen und um Aufmerksamkeit für die fotografischen Behauptungen des Künstlers zu erzeugen.</p> <h5>Abstand durch Nähe</h5> <p>Kanten im Bild, Wellen vom Umblättern, Unsauberkeiten auf der Bildoberfläche, Verletzungen im Papier: Die Kameranähe zum Sujet lässt die Materialität und mediale Verortung der Abbildungen im Magazin bewusst werden. Überspitzte Sinnlichkeit, Übertreibung des bereits Übertriebenen, porentief und pixelnah, gleitet von Fashion zu Fischen und hinterlässt gemischte Gefühle. Über die fotografische Nähe wird reflexive Distanz zu den funktionalen Bildern der Werbung erzeugt, welche, kühl und distanziert auftretend, auf Affekte und Verführung zielen. Der subjektive Kamerablick lässt die absichtsvoll erzeugten Bilder von inszenierter Schönheit in ihrer Künstlichkeit erscheinen und entmystifiziert die idealisierten Weltbilder. Mit der Entlarvung der Inszenierung durch die Sichtbarkeit des Fotografierens wird die hingebungsvolle Betrachtung gestört, das Bild als Bild wahrgenommen und die Macht des Images gebrochen</p> <h5>Distanz zum Text</h5> <p>Das eine Mal tauchen die Bilder unter den Text ab, ein anderes Mal rücken sie in ihn hinein, sie treten in Beziehung zum Inhalt oder entfernen sich auch wieder von ihm durch freie Assoziationen. Dem Text, in dessen Kontext sie stehen, können und wollen sich die Bilder inhaltlich nicht entziehen, ihre autonome sinnliche Kommentierung und die Beziehungen der Fotografien untereinander schaffen jedoch eine weitere visuelle Bedeutungsebene. Ruediger Johns fotografische Untersuchung der visuellen Wirkung von Bildern, Bildaussagen und Botschaften und die fotografisch vermittelten Erkenntnisse repräsentieren nicht Textinhalte, sondern den autonomen Informationsgehalt von Bildern.<br /> Auf diese Weise sensibilisieren Johns ästhetische Strategien für sinnliche Wahrnehmungsqualitäten und geben Anlass, den komplexen Beziehungen zwischen Text- und Bildinhalten, Forschung und Medienwelt nachzugehen.</p> <h5>Ein Magazin als Kunst</h5> <p>Über den visuellen Kunstbeitrag hinaus wird das Magazin selbst in seiner Konzeption als ästhetische Exploration und experimentelles Untersuchungsobjekt verstanden, in welchem Fragen der Kommunikation, Informationsaufbereitung und Erkenntnisarbeit in Print und an der Schnittstelle zu Non-Print untersucht werden sollen. Für die Entwicklung der Grundkonzeption in einem kooperativen Prozess wurde der Künstler Ruediger John eingeladen, zu dessen künstlerischer Praxis eine multiperspektivische, kritische Auseinandersetzung mit konkreten Situationen und Fragestellungen für transdisziplinäres Arbeiten gehört. Ein wesentliches Element seiner Konzeption ist das Aufbrechen der sonst üblichen Raster von Publikationen.</p> <p>Friedrichshafen Dezember 2011</p> <p>Ulrike Shepherd (D) ist seit 2007 als Kuratorin am artsprogram der ZU tätig. Das artsprogram etabliert als Praxislinie des „Center for Arts and Research“ zeitgenössische künstlerische Praxis als Bestandteil von Lehre und Forschung.</p> <p>Ruediger John (A) bedient sich in seinen künstlerischen Arbeiten sowohl situativer, installativer, interventionistischer Formen wie auch recherche- und publikationsorientierter Strategien. Seit 1997 beschäftigt er sich in theoretischen und praktischen Arbeiten in künstlerischer Forschung und systemischer Kunst. Mit der Gründung „Gesellschaft für kritische Ästhetik“ fokussierte er transdisziplinäres Arbeiten und Forschen und die Anwendung ästhetischer und künstlerischer Kompetenzen in gesellschaftlichen Subsystemen, wie Wissenschaft, Politik und Wirtschaft, u.a. zur Verankerung eines differenzierten Reflexionswissens.</p> <p>auf - Magazin für Zwischenfragen der Zeppelin Universität, Ausgabe #02, ISSN 2192-7979</p>
2012-05-18 https://artrelated.net/ruediger_john/hochglanz-hautnah.html https://artrelated.net/ruediger_john/hochglanz-hautnah.html
Zum Thema „Positive Distanz“: Zeppelin Universität gibt zweite Ausgabe ihres Magazins „auf“ heraus
<p>Zum Thema „Positive Distanz“: Zeppelin Universität gibt zweite Ausgabe ihres Magazins „auf“ heraus</p> <p>Friedrichshafen. Die Zeppelin Universität (ZU) hat die zweite Ausgabe ihres Magazins „auf“ herausgegeben. Das Thema des aktuellen Heftes ist „Positive Distanz“. „auf“ steht für Antworten und Fragen und berichtet zweimal im Jahr über Forschungsprojekte und -ergebnisse sowie die Entwicklung der jungen Universität. </p> <p>„Wird nicht immerfort Nähe gefordert? Mehr Bürgernähe von Politikern? Mehr Kundennähe von Unternehmen? Mehr Publikumsnähe von Intendanten der Kulturinstitutionen?“, fragt ZU-Präsident und „auf“-Herausgeber Professor Dr. Stephan A. Jansen in seinem Editorial des „Mediums für Zwischenfragen der Zeppelin Universität“. „Oder erleben wir die Tyrannei der Intimisierung von professionellen Beziehungen, die globale Gleichmacherei von wunderlichen Unterschiedlichkeiten, der zeitgeistig inszenierte Verlust an Privatheit durch soziale Medien mit gleichzeitiger Sehnsucht nach Authentizität des Privaten? Überlasten wir uns mit Überlasten der Entgrenzung und brennen aus, weil es keine Brandschutzmauern mehr gibt? Gibt es noch Grenzen der Grenzüberschreitung? Wie sehen Distanzgewinne aus?“ </p> <p>Antworten auf diese und weitere Fragen will „auf“ geben. In ihren Beiträgen befassen sich ZU-Professoren mit höchst aktuellen Themen und ihren Antworten darauf aus Sicht der Forschung. Dabei geht es unter anderem um die Nähe und Distanz von Journalisten und Politikern in der Berliner Republik. Oder um die Frage, wie Werte Wahlen beeinflussen. Analysiert wird weiter das Leiden der Klimaforschung an der Klimapolitik, und es wird – gerade in Zeiten der Finanzkrise – zudem der These nachgegangen, ob nicht Geld und Banken eine unheilvolle Liaison eingegangen sind. Erörtert wird obendrein beispielsweise weiter, ob wir nicht mehr Grenzmanagement im Krisenmanagement brauchen und wie sich Öffentlichkeit eigentlich in Zeiten der Individualisierung darstellt. </p> <p>Wer mehr über die ZU-Professoren, ihre Forschungsthemen und Veröffentlichung erfahren möchte, für den hält das Magazin ein sogenanntes Token-System bereit. Es verlinkt gleichsam die Beiträge des Heftes mit weiterführenden Informationen auf der Homepage sowie der Medien- und Forschungsdatenbank der ZU. So sind Inhalte, welche sich vor allem für eine digitale Darstellung eignen, eine Recherche zum Thema ermöglichen oder aus Gründen der Aktualität besser online abrufbar sind, für die Leserinnen und Leser auf der Portalwebseite www.zeppelin-university.de/mehr zusammengestellt und von dort jederzeit abrufbar. </p> <p>Der zweite Teil des Heftes schließlich widmet sich der weiteren institutionellen Entwicklung der Uni. Wie bereits die erste, so wurde auch die zweite „auf“-Ausgabe vom Künstler Ruediger John künstlerisch konzipiert und begleitet. Seine fotografischen Interventionen führen zu einer multiperspektivischen Erörterung des Magazinthemas „Positive Distanz“. Über künstlerische Beiträge, Veranstaltungen und der nunmehr vierten Publikation ist John dem artsprogram der ZU seit 2007 eng verbunden. </p> <p>Die zweite Ausgabe des ZU-Magazin „auf“ ist ab sofort in den Buchhandlungen Gessler, Ravensbuch und Fiederer erhältlich. Der Preis beträgt 6 Euro. </p> <p>Bestellungen sind außerdem im Internet möglich unter <a href="http://www.zeppelin-university.de/auf">http://www.zeppelin-university.de/auf</a> </p> <p>Kontakt</p> <p>Zeppelin Universität<br /> Hochschule zwischen<br /> Wirtschaft, Kultur und Politik</p> <p>Rainer Böhme<br /> Leitung Universitätskommunikation<br /> Am Seemooser Horn 20<br /> D-88045 Friedrichshafen | Bodensee</p> <p><a href="http://zu.de/deutsch/aktuelles_presse/aktuelles/2012_01_27_13051826_meldung.php?navid=69">http://zu.de/deutsch/aktuelles_presse/aktuelles/2012_01_27_13051826_meldung.php?navid=69</a></p>
2012-01-27 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-positive-distanz-zeppelin-universitaet-magazin.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-positive-distanz-zeppelin-universitaet-magazin.html
Zeppelin Universität gibt eigenes Magazin „auf“ heraus
<p>Zeppelin Universität gibt eigenes Magazin „auf“ heraus </p> <p>Friedrichshafen. Die Zeppelin Universität (ZU) hat unter dem Titel „auf“ erstmals ein eigenes Magazin herausgegeben. „auf“ steht für Antworten und Fragen und berichtet über aktuelle Forschungsprojekte und -ergebnisse sowie die Entwicklung der jungen Universität. Das Heft ist ab sofort im örtlichen Buchhandel erhältlich. </p> <p>„Die aufgeklärte und potentiell überinformierte Gesellschaft erhält immer mehr Antworten auf ungestellte Fragen. Aber diese Gesellschaft schafft auch Platz für Zwischenfragen, also Fragen, die einfach mal zwischen die immer gleichen Antworten geschoben werden“, schreibt ZU-Präsident Professor Dr. Stephan A. Jansen in seinem Editorial zur Erstausgabe. Der derzeitige Zeitgeist der Beschleunigung und Dramatisierung auf drängende Fragen unserer Zeit bringe keine Antworten, sondern Interessen zum Ausdruck. „Jede schnelle Antwort kann immer nur eine Zwischenantwort sein“, sagt Jansen, „jede Lösung ist der Ausgangspunkt für ein neues Problem, jede Antwort für eine neue Frage.“ Das Magazin wolle deshalb als „Medium für Zwischenfragen der ZU“ Debatten im wahrsten Sinne der Wortes „auf-machen“, neue Perspektiven auf alte Themen eröffnen und zum Nachdenken und Vormachen anregen. Zweimal im Jahr – jeweils zum Auftakt der ZU-Semester im September und im Januar – wird es einen thematischen Fokus geben. </p> <p>Im nun vorliegenden Heft ist dies „Macht und Mitsprache“ - ein höchst aktuelles Thema, noch dazu in der Forschungsarbeit von ZU-Wissenschaftlern. Was tun, wenn durch die sogenannten Überhangmandate in Parlamenten Mehrheiten zur Minderheit zu werden drohen? Wenn in den neuen Bundesländern das durch die Stasi zerstörte Vertrauenskapital bis heute negative Folgen auf die wirtschaftliche Entwicklung hat? Wenn durch die fortschreitende Überalterung der Gesellschaft Konzert- und Opernhäusern der Niedergang droht? Wenn mangelndes Wirtschaftswissen zur Gefahr für die Verbraucher wird? Darauf geben ZU-Professoren ebenso Antworten wie auch zu anderen Fragen, etwa wie Deutschlands nächste Unternehmer-Generation denkt, warum neuerdings Geschäftsmodelle ohne Gewinnabsicht boomen, weshalb eine Öffnung von öffentlichen Daten-Beständen ein Beitrag zu mehr gelebter Demokratie in diesem Land werden könnte und schließlich was sogenannte Experten wirklich wissen. </p> <p>Ergänzt wird das Heft durch einen Streifzug durch die institutionelle Entwicklung der Uni. Welche Zugänge renommierter Wissenschaftler gab es zuletzt an der ZU? Welche prominenten Gäste sprachen bei den zahlreichen öffentlichen Veranstaltungsformaten? Welche studentische Gründungen und Projekte erregten Aufmerksamkeit und waren beispielhaft? Was motiviert Unternehmen, sich an der ZU zu engagieren - und wie erleben Wissenschaftler diese Kooperationen? </p> <p>Künstlerisch konzipiert und begleitet wurde das Heft von dem Künstler Ruediger John in Zusammenarbeit mit der Agentur Schindler Parent Meersburg. Mit seinen ästhetischen Interventionen und kooperativen Konzeptentwicklungen stellt er einen erweiterten Zugang zu den Informationen her. Ruediger John ist dem artsprogram der ZU über künstlerische Beiträge, Veranstaltungen und die Entwicklung inzwischen zweier Publikationen seit 2007 eng verbunden. </p> <p>Das ZU-Magazin „auf“ ist ab sofort in den Buchhandlungen Gessler, Ravensbuch und Fiederer erhältlich. Der Preis beträgt 6 Euro. </p> <p>Bestellungen per Internet außerdem unter <a href="http://www.zeppelin-university.de/auf-zu/index.php">http://www.zeppelin-university.de/auf-zu/index.php</a> </p> <p>Kontakt</p> <p>Zeppelin Universität<br /> Hochschule zwischen<br /> Wirtschaft, Kultur und Politik</p> <p>Rainer Böhme<br /> Leitung Universitätskommunikation<br /> Am Seemooser Horn 20<br /> D-88045 Friedrichshafen | Bodensee</p> <p><a href="http://zu.de/deutsch/aktuelles_presse/aktuelles/2011_10_19_11237123_meldung.php?navid=69">http://zu.de/deutsch/aktuelles_presse/aktuelles/2011_10_19_11237123_meldung.php?navid=69</a></p>
2011-10-19 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-zeppelin-universitaet-magazin.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-zeppelin-universitaet-magazin.html
ON RAGE publication @ Haus der Kulturen der Welt, Berlin
<p>ON RAGE</p> <p>Editors: Valery Smith, Susanne Stemmler and Cordula Hamschmidt<br /> for the Haus der Kulturen der Welt, Berlin (House of World Cultures)<br /> Revolver Publishing by VVV, 2011<br /> English, 432 pages, 141 coloured and 81 b/w images<br /> ISBN: 978-3-86895-135-6</p> <p>This book explores instances of rage and how their place in people’s lives are being expressed and manifested in the body and the mind. We relate rage not only to its immediate outburst but also to abstract forms of dealing with the tipping points in human behavior. We consider larger political issues, those moments when rage marks the failure of diplomacy, when negotiation breaks down or is simply nonexistent, when other unconventional or socially unaccepted forms of expression come into play.</p> <p>By presenting a phenomenology of rage across cultures and timelines we would like to re-think rage as a state of being. This may lead to a rehabilitation of this affect and be the point of departure for new forms of less mediated thinking. Protest – be it organized or not – is the signature of our times. Together with a feeling of an economical, ecological or political crisis, this leads to states of emergency that may help to develop new strategies of survival in this world.</p> <p>With contributions by Luca Di Blasi, Jimmie Durham, Ruediger John, Marc Jongen, Tadeusz Kantor, Sylvère Lotringer, Boyan Manchev, Abdelwahab Meddeb, Terézia Mora, Nina Power, Michael Rakowitz, Monika Rinck, Paolo Santangelo, Mick Taussig, Stefan Weidner, Annette Weisser, Aaron Ben Ze’ev, Jean Ziegler and others.</p> <p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3868951350/sicverlfurkri-21">ON RAGE</a></p>
2011-04-07 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-on-rage-haus-der-kulturen.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-on-rage-haus-der-kulturen.html
Ein Magazin als künstlerisches Experiment
<p><img src="auf1-magazin-zeppelin-university.jpg" alt="Magazin für Zwischenfragen #1, Zeppelin University" title="Magazin für Zwischenfragen #1, Zeppelin University" /></p> <p>Auf Einladung der ZU hat der Künstler Ruediger John in Zuammenarbeit mit der Agentur SchindlerParent das neue ZU-Hochschulmagazin &quot;auf - Magazin für Zwischenfragen&quot; konzipiert. Ulrike Shepherd, Kuratorin am artsprogramm der ZU, sprach mit dem österreichischen Künstler über künstlerische Perspektiven, Methoden und Interventionen in der Konzeptionsentwicklung. Seit 2007 ist Ruediger John über künstlerische Beiträge, Veranstaltungen und die Entwicklung zweier Publikationen im artsprogram der ZU vertreten.</p> <p><strong>Ulrike Shepherd: In welchem Verhältnis steht die Aufgabe, das Magazin in einem gemeinsamen Prozess mit der ZU und der Agentur zu konzipieren, zu Ihrer bisherigen künstlerischen Arbeit?</strong></p> <p>Ruediger John: Aus künstlerischer Sicht interessieren mich die Übergangsbereiche zwischen gesellschaftlichen Subsystemen, wie beispielsweise die Überschneidungen zwischen Kunst und Wirtschaft oder Kunst und Wissenschaft. Ein prozesshaftes, künstlerische Arbeiten an diesen Peripherien bedient sich spezifischer Interaktionen und Interventionen, will man den gesellschaftlichen Dynamiken, Ritualen und Kommunikation in kritischer Form gerecht werden, also „sozial in-situ“ arbeiten. Die künstlerische Vorgehensweise bedient sich auch der Recherche von Fragestellungen und kritischen Diskursen außerhalb der fachspezifischen Kanons - für eine multiperspektivische, kritische Auseinandersetzung mit konkreten Situationen im transdisziplinären Arbeiten. In dieser Form kooperiere ich seit geraumer Zeit immer wieder mit Institutionen, sowohl im akademischen Umfeld, als auch mit Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Ich betrachte dies als eine Form „kritischer Ästhetik“ und arbeite in diesem Sinne seit Mitte der 90er Jahre definitorisch und praktisch in „künstlerischer Forschung“.</p> <p><strong>US: Die Arbeitsweise, welche auf einer anfänglichen Recherche basiert und den Entwicklungsprozess als integralen Bestandteil des jeweiligen Projektes ansieht, ist demzufolge situationsbezogen. Welche Ausgangssituation haben Sie für die Konzeption des Hochschulmagazins vorgefunden?</strong></p> <p>RJ: Die ZU plante ein Magazin, welches einen zweijährlich erscheinenden Tätigkeits- und Forschungsbericht ersetzen sollte und damit zeitnaher und in einer neuen Qualität der Reflexion und Kommunikation der Tätigkeiten, Diskurse und Ideen der ZU vermitteln sollte. Aus einem ersten Brainstorming entstand der Auftrag, eine Konzeption aus künstlerischer Perspektive zu entwickeln und im Team mit der ZU und der Agentur Schindler Parent zu realisieren. Dabei war es ein gemeinsames Anliegen, das Magazin als Infrastruktur so zu gestalten, dass es neben der Funktion als Informationsmedium der Universität auch eine solide Basis für wechselnde Beiträge und Interventionen auch externer Autorinnen und Autoren, Künstlerinnen und Künstler, sowie dabei vor allem auch Raum für visuelle Explorationen und Experimente bietet. Diese erste Ausgabe ist der Ausgangspunkt für weitergehende Versuche.</p> <p><strong>US: Die experimentelle Untersuchung von Publikationsformaten führt zu jeweils spezifischen und oft überraschenden Ergebnissen. Beispiele hierfür sind die in einer Zusammenarbeit mit dem artsprogram entstanden Publikationen „Logbuch 2009/10“ und der Kunstführer „Cicerone“. Welche künstlerischen Anliegen haben Sie in der Gestaltung des Magazins verfolgt?</strong></p> <p>RJ: Zum Beispiel sind die Inhalte dieses Magazins anders als üblich strukturiert, so wird zwischen Erkenntnisteil und Informationsteil unterschieden, und diese sind gestalterisch voneinander abgesetzt, beispielsweise indem der Forschungsteil explizit Fußnoten vorsieht und wie der Reportageteil den Bildteil integriert. So wird redaktionell immer klar, welchem Anspruch man sich mit Beiträgen im jeweiligen Teil stellen muss; das unterstützt die Selbstreflexion, und so können sich die beiden Teile unabhängig voneinander entwickeln. Bei der Konzeption wurde darauf geachtet, dass das Magazin gestalterisch eigenständig ist. Zugleich aber sollte der Herausgeber und dessen ästhetisches Profil wiedererkennbar bleiben. So sind Schrifttypen und Layout eigenständig und bilden mit der Haptik des Materials und der besonderen Konfektionierung eine eigene Qualität. Sowie sind von mir Vorgehensweisen für redaktionelle Elemente und ästhetische Interventionen entwickelt worden, welche auch in künftigen Ausgaben umgesetzt werden. Diese stellen einen erweiterten künstlerisch-ästhetischen Zugang zu den Informationen dar.</p> <p><strong>US: Das Magazin wurde in einen Bereich, der aus der Forschung berichtet, und in einen Reportage-Teil zu universitärem Leben gegliedert und beide Teilbereiche visuell unterschieden. Welche Kriterien bestimmten die jeweiligen gestalterischen Zuordnungen?</strong></p> <p>RJ: Konzeption des Magazins ist es auch, eine künstlerische Mitwirkung als Forschungsbeitrag und Kommentierung der Themen zu integrieren. Die visuellen künstlerischen Elemente im Magazin - in der ersten Ausgabe die Zeichnungen - sind Teil der Rubrik der Forschung und haben als solche den Auftrag, ein kritischer ästhetischer Beitrag zu dieser zu sein - eben nicht einfach Illustrationen oder Ornamente. Dieser Anspruch an die künstlerischen Arbeiten wird sich auch in den künftigen Ausgaben fortsetzen, wenn andere Künstlerinnen und Künstler eingeladen werden. So werden den wissenschaftlichen Forschungsbeiträgen die künstlerischen, welche unterschiedlichster Form sein können, als Erkenntnisarbeit ebenbürtig gestellt. Der vordere Teil des Magazins fungiert als Bildfläche, gibt visuellen Arbeiten Gestaltungsraum und hat ein variables Textraster. Den Reportageteil zum universitären Leben haben wir über die Gestaltung der Foto- und Farbflächen in Form von fragmentierten Z-Elementen eine dynamische, expressive Eigenständigkeit gegeben, welche sich auch in anderen Medien nutzen lässt.</p> <p><strong>US: Die Bildstrecke aus Zeichnungen wird sicherlich vor allen anderen ästhetischen Entscheidungen als künstlerischer Beitrag aufgefasst werden, doch gerade dieser bildnerische Beitrag ist nicht typisch für Sie. Wie kam es also, dass Sie sich für das Medium Zeichnung entschieden haben?</strong></p> <p>RJ: Für die Zeichnungen in dieser Ausgabe habe ich einen ganz alltäglichen Kugelschreiber verwendet und auch in den abgebildeten Motiven mich aus Alltagseindrücken bedient. Diese kommentieren assoziativ den Themenkomplex „Macht und Mitsprache“, nehmen zugleich auf unterschiedliche Weise Bezug auf die Fachartikel und fügen dabei eine Facette hinzu. Mit diesen kann der Betrachter auf eine assoziative Wahrnehmungsexkursion gehen, bei der der Titel und jeder Artikel, aber auch die Abbildungsfolge an sich als Wegweiser dienen können. Ich habe die Zeichnungen in dieser Form als Verweis auf ein Sprezzatura erstellt, dies kann man sowohl als künstlerische Technik verstehen, als auch als Kommentar zum Titelthema dieser Ausgabe. Die Alltagsmotive, wie auch die künstlerische Umsetzung mit reduzierten Mitteln möchte die Betrachtung über die Abbildung und dessen Elemente hinaus lenken. Auffällig ist an der ersten Ausgabe der neuen Magazinreihe die Betonung von Sinnlichkeit in der Materialität des Covers und in die Textur der Zeichnungen. Das Magazin sollte nicht nur inhaltlich agil sein, sondern dies auch in der Gestaltung des Covers und des Formates nach außen tragen, denn ein Element der Konzeption ist das Aufbrechen der sonst üblichen Raster von Publikationen. Die erste Ausgabe öffnet sich zum Auftakt mit ihrem transparenten Umschlag mit Inhalten und Quellen ganz direkt und auch die folgenden Ausgaben werden sich in der Wahl des Umschlages verändern und thematisch anpassen. Für die kommenden Ausgaben sind bereits weitere, direkte Eingriffe in das Format des Buchblockes in Vorbereitung - diese werden ebenfalls thematisch gewählt. Bei den Zeichnungen wird durch die starke Nahansicht der Linien und damit dem Zeigen der Materialität der Kugelschreibertinte ein Mikrokosmos an Details sichtbar. Durch die Unsauberkeiten, sowie das Verstärken der kleinsten zeichnerischen Ungenauigkeiten entsteht eine sinnliche Linienführung. In der Umkehrung, der im Papier durchgedrückten Zeichnung, wird in der Nahaufnahme die Haptik des Trägermaterials - aber als fragile Abbildung - sichtbar.</p> <p><strong>US: In der Publikation finden sich auch Text-Interventionen, wie die Hervorhebung thematischer Textelemente und inhaltliche Eingriffe. Welchen Mehrwert haben Sie damit intendiert?</strong></p> <p>RJ: Jede Ausgabe des Magazins hat ein Leitthema - in dieser Ausgabe „Macht und Mitsprache“ - zu der ein Assoziationsfeld, welches durch alle Texte des Magazins nachverfolgt werden kann, erstellt wird. Eigentlich separat stehende Artikel zum Thema, Texte und Meinungen werden über das Hervorheben von auf das Thema bezogenen Begriffen zu einem weiteren Bedeutungsfeld miteinander vernetzt. Dies ermöglicht es, beim Durchblättern das Thema, dessen Begriffsvielfalt und Subjektivitäten, in einer Übersicht wahrzunehmen. Beim Lesen können sich „serendipity“-Momente, also ein zufälliges Finden, einstellen und zur Wahrnehmungsschärfung und Bedeutungsreflexion anregen. Mit der Intervention der „Zwischenfragen“ wurde ein festes Schema eingerichtet, welches weitergehende Fragen an die Autoren der Forschungsbeiträge stellt. So entsteht, neben dem fachlich-distanzierten Artikeltext, ein Eindruck zur Persönlichkeit und Motivation des Forschers, eine Folgerung aus den Forschungsergebnissen zu Auswirkungen und zum alltäglichen Handeln, sowie ein Einblick, was der Wissenschaftler weiter plant und welche anderslautenden Studien es gibt. So wird der abgeschlossene, rationale Fachbeitrag durch Schnittstellen in persönlicher, gesellschaftlicher und fachlicher Hinsicht geöffnet.</p> <p><strong>US: In Ihrer Erkundung des Formats Magazin verlassen Sie das Printmedium über ein Token-System und erweitern es durch Online-Inhalte. Wie steht diese Virtualisierung von Information zu Ihrem Anliegen einer sinnlichen Erfahrung beim Leser?</strong></p> <p>RJ: Die Konzeption des Magazins umfasst auch einen digitalen Teil. Für das Magazin und darüber hinaus haben wir ein Token-System entworfen, über welches man auf medienspezifisch erweiterte Inhalte, quasi als digitale Fußnoten, zugreifen wird können und dynamische Queries und Informationsansichten möglich sind. Im Rahmen der Überlegungen zu einer zeitgemäßen Funktion eines Printproduktes, als auch zum redaktionellen Inhalt, habe ich vorgeschlagen, das Magazin eben auch als ein objekthaftes, statisches Interface zu digitalen Inhalten zu betrachten. Als ein Medium, welches die Eigenheiten und Vorzüge bewährter Wahrnehmungs- und Lesegewohnheiten anbietet und diese zugleich nutzt, um zu dynamischen und aktualisierten Inhalten zu verbinden. Es geht dabei also auch um die Frage, welches die intrinsischen Qualitäten des jeweiligen Mediums tatsächlich sind und wie sich diese verbinden lassen, ohne dabei in Konkurrenz zu stehen, sondern indem sie eine Medienkonnexion ermöglichen. Das gedruckte Magazin hat ästhetische, rituelle und prozessuale Vorteile, welche woanders nicht existieren, und umgekehrt bietet die Digitalität Möglichkeiten, welche man nicht im Print umsetzen kann.</p> <p><strong>US: An den ästhetischen Verfahrensweisen und Gestaltungen, die zum Einsatz kommen, zeigt sich eine von Konventionen unverstellte Perspektive auf die Fragestellung einer Magazinkonzeption. Wie gestaltete sich die künstlerische Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber ZU und der Agentur Schindler Parent im Entwicklungsprozess?</strong></p> <p>RJ: Die ZU war mit der Beauftragung in dieser Konstellation auch mutig - denn allen war klar, dass es nicht eine schnelle, simple und damit oberflächliche Arbeit werden dürfte, sondern eine, bei der man im Prozess alles infrage stellen und andersdenken wird und nicht die schnellste Antwort, sondern die wohlüberlegte zählt. Ich schätze an der ZU den Qualitätsanspruch, das Vertrauen in Fähigkeiten und die Schaffung von Denk- und Gestaltungsräumen. Die Agentur Schindler Parent hat mich für die Dauer des Projektes als externen Creative Director aufgenommen, und ihr Können und meine Herangehensweise an ein solches Thema haben sich wunderbar ergänzt.</p> <p><strong>US: Mit dieser ersten Ausgabe stellt sich auch die Frage, wie das Experiment weitergehen kann. Welche Konstanten, welche Variablen wurden in der Konzeption und mit dem ersten Erscheinungsbild gesetzt, was können wir erwarten?</strong></p> <p>RJ: Der ZU war wichtig, dass es sich bei dem Magazin nicht einfach um eine singuläre „Kunst-Aktion“ handelt, sondern dem Prinzip der ZU, die Künste prominent und auf Augenhöhe in den akademischen Lehr- und Forschungsbetrieb zu integrieren, gerecht wird. So hatte ich das auch schon in der Zusammenarbeit mit dem artsprogram kennengelernt. Die künstlerische Arbeit an diesem Magazin umfasst zu einem wesentlichen Teil konzeptuelle Elemente, ist also nicht auf das Visuelle beschränkt. Insbesondere hatte mich die ZU auch mit der Schaffung der Struktur und Ausrichtung der Publikation beauftragt. So sind Grundlagen geschaffen worden, welche nicht auf den ersten Blick sichtbar sind, sich aber in den kommenden Ausgaben weiter entfalten werden. Meine Begleitung des Magazins, mit dem gesamten Team, ist als ein Übergang auch für die kommenden Ausgaben geplant, wodurch die Konzeption und Struktur gefestigt wird. Die Konzeption sieht vor, dass das Magazin selbst Untersuchungsobjekt ist und wir Fragen der Kommunikation, Informationsaufbereitung und Erkenntnisarbeit in Print und an der Schnittstelle zu Non-Print untersuchen werden. Mit der ersten Ausgabe haben wir zunächst eine Basis geschaffen, welche als solider Ausgangspunkt für weitergehende Explorationen in den kommenden Ausgaben dient - es bleibt also spannend.</p> <p>Ruediger John (A) bedient sich in seinen künstlerischen Arbeiten sowohl situativer, installativer, interventionistischer Formen, wie auch recherche- und publikationsorientierter Strategien. Seit 1997 beschäftigt er sich in theoretischen und praktischen Arbeiten in künstlerischer Forschung und systemischer Kunst. Mit der Gründung ,,Gesellschaft für kritische Ästhetik“ fokussierte er transdisziplinäres Arbeiten und Forschen und die Anwendung ästhetischer und künstlerischer Kompetenzen in gesellschaftlichen Subsystemen, wie Wissenschaft, Politik und Wirtschaft, u.a. zur Verankerung eines differenzierten Reflexionswissens. Seit 2007 ist Ruediger John über künstlerische Beiträge, wie ,,Orientierung“ (2007), Veranstaltungen und die Entwicklung der Publikationen „Logbuch“ und „Cicerone“ im artsprogram der ZU vertreten.</p> <p>Ulrike Shepherd (D) ist seit 2007 als Kuratorin am artsprogram der Zeppelin Universität tätig. Das artsprogram etabliert zeitgenössische künstlerische Praxis als Bestandteil von Lehre und Forschung an der ZU. Künstlerische Praxis, verstanden als sinnlich-ästhetische Form von Forschung, ist Teil des inter- und antidisziplinären Grundansatzes der Zeppelin Universität. mehr: www.zeppelin-university.de/artsprogram</p> <p>Friedrichshafen 2011</p> <p>auf - Magazin für Zwischenfragen der Zeppelin Universität, Ausgabe #01, ISSN 2192-7979</p>
2011-03-01 https://artrelated.net/ruediger_john/magazin-kuenstlerisches-experiment.html https://artrelated.net/ruediger_john/magazin-kuenstlerisches-experiment.html
A magazine as an artistic experiment
<p><img src="auf1-magazin-zeppelin-university.jpg" alt="auf - Magazin für Zwischenfragen #1, Zeppelin University" title="auf - Magazin für Zwischenfragen #1, Zeppelin University" /></p> <p>The Austrian artist Ruediger John was asked by the Zeppelin University to create the concept for its new magazine, &quot;auf - Magazin für Zwischenfragen&quot;. Ulrike Shepherd, curator of the &quot;artsprogram&quot; at the Zeppelin University, spoke with Ruediger John about the artistic perspectives, methods, and interventions he employed in the process. Ruediger John has been involved with the Zeppelin University since 2007, participating in arts events and installations (such as &quot;Orientierung/orientation&quot;) and developing two of the artsprogram publications.</p> <p><strong>Ulrike Shepherd: How did working with a team from the university and the agency SchindlerParent on the magazine concept relate to your earlier work as an artist?</strong></p> <p>Ruediger John: As an artist, I'm interested in exploring transitional zones between social subsystems, such as the overlapping of economics with the arts or the arts and the natural sciences. In order to take a critical approach towards social dynamics, certain interactions and interventions are required. By &quot;social dynamics,&quot; I mean the rituals and modes of communication that are involved in creating process-oriented artistic work that focuses on the peripherial zones, e.g. between the arts and sciences. In other words, it's necessary to engage oneself &quot;socially in situ.&quot; This artistic method also makes use of research on issues and critical discourses beyond specific canons, resulting in a multi-perspective and critical engagement with concrete situations and a transdisciplinary approach. I've been working this way for a quite some time now, creating projects with academic institutions and companies from different industries. I see this as a form of &quot;critical aesthetics&quot; and &quot;artistic research,&quot; and I've been working on the evolution of the definition of these terms since the mid-1990s.</p> <p><strong>US: This method, based on carrying out initial research and incorporating the development process as an integral part of each project, is a situational one. What kind of situation were you faced with when you first started working on the concept for this university magazine?</strong></p> <p>RJ: The Zeppelin University wanted to start a magazine that would replace their biannual report on activities and research, so that these activities, discourses, and ideas could be communicated and reflected upon in a more immediate and new way. After some initial brainstorming, I was asked to come up with a concept from an artistic perspective and to implement it together with a team from the university and their graphics design agency. I wanted to create a magazine that would act as infrastructure, both in terms of providing information from the university and one that would serve as a platform for all kinds of contributions and interventions from authors and artists outside the university community. First and foremost, the magazine would provide space for visual exploration and experimentation. The first issue is just the beginning - there will be more experimentation in upcoming issues.</p> <p><strong>US: An experimental examination of publication formats often leads to very specific and often surprising results. Two examples are your collaborations with the artsprogram that led to the 2009/2010 &quot;Logbuch&quot; and the &quot;Cicerone&quot; art guide. As an artist, what was most important to you in the design of the magazine?</strong></p> <p>RJ: The content of this magazine is organized differently than what is usual in an academic magazine. For example, the sections dedicated to academic research and general-interest articles are separate from one another, and they look different as well. The research section has space for footnotes, and the section for articles and reports integrates images in a unique way. This clarifies expectations for the content of the two sections visually, increases self-reflection, and allows these two sections to evolve independently from one another. Within this concept, it's similarly important that the design of auf is independent from the university's own corporate design. However, it's also important that the publication and its design profile be easily recognizable. The layout and the fonts used are therefore distinct, and in addition to the look and feel of the material, each issue has a special cover; this gives each issue its own character. I developed procedures for editorial elements and aesthetic interventions, and these will be a part of future issues as a way to facilitate how readers access information that is presented in an artistically and aesthetically &quot;amplified&quot; way.</p> <p><strong>US: The magazine is divided into a research section and a section devoted to reports on life at the university, and the two differ visually. What criteria determined what the differences in design would be?</strong></p> <p>RJ: The concept behind the magazine includes the idea of integrating art as a contribution to research and as a commentary on the topics addressed. The visual artistic elements in the magazine (in the first issue, these were drawings) are a part of the research section, and therefore serve to complement those articles in a critical and aesthetically amplified way without being just illustrations or merely ornamental. This artistic approach will be reflected in future issues, too, when other artists are invited to contribute. This means that scientific and scholarly research articles will be on par with the works of art (which will vary in form). Both are ways of striving for knowledge. The first part of the magazine serves as the area for artistic images; it provides space for visual works and has a variable layout grid. The other part, the section featuring articles on life at the university, was given a dynamic, expressive and independent quality by the way we designed the photo and color fields. These are fragmented, Z-shaped elements, and they can also be used within other types of media.</p> <p><strong>US: The photo spread of drawings is certainly considered to be art before all other aesthetic elements of the magazine. And yet, this art is not typical of your style. Why did you decide to use the medium of drawing?</strong></p> <p>RJ: I used an ordinary ballpoint pen to create the drawings in this [the first] issue, and the subjects stem from everyday life. Their commentary ranges associatively over the intricate topic of &quot;Macht und Mitsprache&quot; [&quot;Power and Having a Voice&quot;] and also relates to the articles in various ways, adding an additional facet to them. It is on account of the drawings that the reader is able to take an associative journey with their senses, starting with the title on the cover and going through each article, but the sequence of the images can also serve as a guide. I created the drawings the way I did to be a reference to sprezzatura, to be seen both as an artistic technique and a commentary on the magazine's featured topic. That the subjects are taken from everyday life, and that they are rendered using limited means, aims to steer attention past the images and their components. The first issue of the new magazine series emphasizes a sensuality via the material used for the cover and the texture of the drawings. The goal is for the magazine to have agile content and to reflect this via the design and format. After all, one element of the concept was to break with the conventions that are so typical of these kind of publications. So the first issue was launched with a transparent cover, and presented content and sources in a direct manner. The subsequent issues will also have different covers that match the featured topics. We have already started planning how we can directly alter the format of the body of the magazine in future issues; again, this will be done according to the topic addressed in the magazine. In these drawings for the first issue, for example, a microcosm of details becomes visible through the intense close-up view of the lines, which show the materiality of the ballpoint pen ink. The imperfections and the emphasis on even the smallest graphic imprecision create sensual lines. Inversely, up close, the drawing that is impressed in the paper reveals the look and feel of the material it's on - but as a fragile image.</p> <p><strong>US: The publication also features text interventions, such as accentuating certain text elements relevant to the topic and the content. What added value did you want to gain by doing this?</strong></p> <p>RJ: Each issue of the magazine has a theme. In this issue, it's &quot;Macht und Mitsprache&quot; [&quot;Power and Having a Voice&quot;], for which the highlighted text elements create a web of associations that can be found throughout all the texts in the magazine. Thus, within unrelated articles and completely separate reports, terms that relate to the magazine's theme are highlighted, creating an additional field of meaning that links them to one another. This makes it possible for readers to become aware of the magazine's theme in all its diversity and subjectivity while leafing through the magazine for an overview. Readers may also encounter moments of serendipity when they discover something by chance that heightens their perceptions and causes them to reflect. The intervention of &quot;interposed questions&quot; is a permanent feature and comprises more in-depth questions for the authors of the research articles. Adding these questions alongside the scholarly articles provides insights into the personalities and motivations of the researchers as well as the implications of the results of the research and their impact on daily life. What the researcher plans to do next, and what contradictory research exists out there, is also touched upon. Along with these points of intersection of a personal, social, and research-related nature, the readers gain greater access to the finished article. </p> <p><strong>US: In exploring the magazine format, you also go beyond the medium of print, via a &quot;token system&quot; to link to digital media and extend the magazine to include online content. What relationship is there between the virtualization of information and your focus on making sure that readers have a &quot;sensual&quot; experience?</strong></p> <p>RJ: The magazine concept includes a digital section. I developed a token system for the magazine itself, one that can be used beyond it, to serve almost as digital footnotes, to obtain media-specific content. Thus, dynamic queries and information views also become possible. After thinking about what functions a modern print product must fulfill, and what kind of content it should feature, I suggested that the magazine be considered both, an object in itself but also a static interface to digital content. It is a medium that offers all of the peculiarities and benefits of established perception and reading habits, and at the same time uses them to link up to dynamic and up-to-date content. In other words, it's also a question of what exactly the intrinsic qualities of each type of media are, and how these can be combined so that they don't compete against each other but instead complement each other. The print magazine has benefits aesthetically, ritually, and in longevity that don't exist elsewhere. Conversely, digital media offers possibilities that cannot be used in print.</p> <p><strong>US: The aesthetic methods employed clearly indicate that, in developing the magazine concept, you adopted a perspective free from conventions. What did the artistic collaboration with the Zeppelin University and the agency look like during the development process?</strong></p> <p>RJ: The university was quite courageous when it decided to hand this project over to this kind of collaboration, because it was clear to everyone involved that it would not be a quick, simplistic process or superficial work. Every aspect would hve to be carefully scrutinized and it would be necessary to depart from conventions. The well-considered solution would have precedence over the first solution that came to mind. I greatly appreciate the university's attitude towards quality, the trust that was placed in our skills, and the room for thought and creativity that we were given. The agency appointed me to serve as external Creative Director of the project; their skills and my approach made a perfect match for the task.</p> <p><strong>US: This first issue also raises the question of what will happen next in this experiment. What are the constants and variables of the magazine's concept? Now that the first issue has appeared with a clear visual identity, what can we expect to see next?</strong></p> <p>RJ: It was important to the Zeppelin University that the magazine not be just a single &quot;art event.&quot; Rather, in concordance with the university's principles, it should be integrated such that it functions on par with the university's academic teaching and research activities. This was something that I was already familiar with from earlier collaborations with the Zeppelin's artsprogram. The artistic work done on this magazine involved many conceptual aspects - the work was not only visual in nature. The university emphasized that I should give the publication structure and direction, so we established fundamental principles, which aren't visible at first sight, but will appear and continue to evolve in future issues. Together with the entire team, I'll be working on this for the next few issues. The concept holds that the magazine itself is an object of examination, so we will continue to explore - in print, and the intersection of print and non-print - specific aspects on communication, the processing of information, and cognitive processes. The first issue established a foundation and a point of departure for explorations in future issues. It will be exciting to see how things develop.</p> <p>Friedrichshafen 2011</p> <p>auf - Magazin für Zwischenfragen, Zeppelin Universität, Ausgabe #01, ISSN 2192-7979</p>
2011-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/magazine-as-an-artistic-experiment.html https://artrelated.net/ruediger_john/magazine-as-an-artistic-experiment.html
zeitigen - Experimente in Zeitwahrnehmung und Gestaltung
<p><img src="zeitigen-einladung.jpg" alt="zeitigen, Experimente in Zeitwahrnehmung und Gestaltung" title="zeitigen, Experimente in Zeitwahrnehmung und Gestaltung" /></p> <h4>Projektpräsentation im öffentlichen Raum</h4> <p>42 Schülerinnen und Schüler<br /> der Thomas-Mann-Grundschule und<br /> der Heinrich-Schliemann-Oberschule<br /> haben sich im Rahmen des Projektes zeitigen<br /> auf unterschiedliche Weise mit dem Thema Zeit beschäftigt. </p> <p>Im Warteraum des Bürgeramts Prenzlauer Berg<br /> zeigen wir einige Ergebnisse und Dokumentationen<br /> und Sie können sich, gemeinsam mit den dort<br /> Wartenden, eine Auszeit nehmen - für einen Augenblick.</p> <p>Donnerstag, 16.06.2011<br /> 13 Uhr bis 14 Uhr</p> <p><strong>Warteraum</strong><br /> im Bürgeramt Prenzlauer Berg<br /> Haus 6, Etage 1<br /> Fröbelstraße 17<br /> 10405 Berlin</p> <p><strong>Verkehrsverbindungen</strong><br /> S-Bahn S41, S42, S8, S85: Haltestelle Prenzlauer Allee<br /> Tram M2: Haltestelle Fröbelstraße</p> <p><em>gefördert durch:</em><br /> <em>Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung</em></p>
2010-06-01 https://artrelated.net/ruediger_john/zeitigen.html https://artrelated.net/ruediger_john/zeitigen.html
Ruediger John - »Sous les pavés la plage / Unter dem Bürgersteig der Strand / under the cobblestones the beach« - Künstlerische Forschung und gesellschaftliche Praxis
<p>»Sous les pavés la plage / Unter dem Bürgersteig der Strand / under the cobblestones the beach«</p> <p>Künstlerische Forschung und gesellschaftliche Praxis</p> <p>a guest lecture by Ruediger John (A)</p> <p>hosted by Sibylle Omlin and Reinhard Storz</p> <p>26.11.2008 / 17:30 Uhr</p> <p>Fachhochschule Nordwestschweiz<br /> Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel<br /> Institut Kunst</p> <p>Theobald Baerwart-Schulhaus, Aula<br /> Offenburgerstrasse 1<br /> CH 4057 Basel</p> <hr /> <p>Einige Kriterien und Anhaltspunkte für den Umgang mit dem Begriff Artistic Research / Künstlerische Forschung /// Forschung als eine gesellschaftliche Funktion /// Unterscheidungen zwischen wissenschaftlicher und künstlerischer Forschung /// traditionelles vs. zeitgemäßes künstlerisches Arbeiten</p> <hr /> <p>[...] Anders also, wenn Kunst der Reflexion von Gesellschaft dient, sich also dem Diskurs der Sinn- und Bedeutungsfragen, der Kritik und Wertebildung direkt widmet und somit Künstlerinnen und Künstler gesellschaftsorientiert arbeiten. Damit geht einher, daß nicht mehr die Produktion von Objekten und insbesondere deren Präsentation im exkludierenden Kunstkontext, sondern vielmehr die Gestaltung von Prozessen als Beeinflussung von Entwicklungen und die Integration verschiedener Disziplinen im Vordergrund stehen; der Künstler ist nicht mehr als Experte für Gestaltungsfragen, sondern als Experte für Wahrnehmungsfragen und deren Relationierungen gefordert. Das bedeutet, daß ästhetische (= wahrnehmungsbezogene) Kompetenzen und deren künstlerische Anwendung in gesellschaftlichen Kontexten (= Relationierung) - die Künstlerin/der Künstler als Know-How/What/Why-Träger - eine wesentliche Fähigkeit darstellen; das Medium bzw. der Medienkanon zweitrangig wird und kommunikative, moderativ-mediative Qualifikationen und Diskurs- und Teamarbeit notwendig werden.</p> <p>[...] Systemische künstlerische Tätigkeit heißt, mittels Abstraktion und Assoziation kritisch-ästhetisch Bedeutungen und Wertekontexte zu differenzieren und (bspw. interventionistisch oder infiltrativ) einzusetzen, sowie definitorisch in der Kommunikation und Kontextualisierung zu arbeiten. Diese Art der Tätigkeit stellt der klassischen Form der Referenzierung von Kontexten und Werten, dem ›Symbol‹ bzw. des ›symbolhaften Regelbruchs‹, die Absicht einer (relativen) Wirksamkeit auf das Subsystem gleich. Somit gestaltet (oder moduliert) der Künstler auf der Handlungsgrundlage einer prozesshaft reflektierten Haltung nicht ein Medium zur Form-/Objekt-/Bildfindung als Ausdruck, sondern zur Realisation (und damit Abstraktion) einer Idee/eines Zieles als Anschauung mit politischer Relevanz. Eine solche künstlerische Arbeit, deren Tätigkeit die systemischen Bedingungen und Relationen der gesellschaftlichen Subsysteme, aber auch der semiotischen Kriterien und Kontextualisierung umfaßt, nenne ich systemische Kunst (John, Ruediger: Systemic Art as an Approach for the Aesthetic Worker, 1998).</p> <p>Künstlerische Forschung als spezifische ästhetische Praxis</p> <p>[...] Entscheidend hierbei ist, daß sich künstlerisches Handeln nicht als öffentlicher Selbstfindungsprozess, naive Visualisierung im Symbolischen und dem Agieren im mythenbehafteten Kunstverständnis versteht, sondern »[...] sich kritisch subjektiver (künstlerischer) Methoden, rechercheorientierter und disziplinenverbindender Strategien bedient um kontextfremde Ergebnisentitäten erkenntnisbringend zu assoziieren.« »[...] Charakteristisch für künstlerische Forschungsarbeit ist ein nicht-lineares, prozesshaftes Denken und Handeln [...]« sowie die Fähigkeit, ästhetische Kriterien in anderen Kontexten und Subsystemen zu entwickeln und abstrahierend (kritisch) anzuwenden.</p> <p>(aus: John, Ruediger: Objekt Subjekt Prädikat - Ein Exkurs über systemische Kunst und kritische Ästhetik, 2004)</p> <hr /> <p>Ruediger John (A), lebt in Baden-Baden und Boston. Situative, installative, interventionistische, recherche- und publikationsorientierte Arbeiten; definitorische und praktische Arbeiten in künstlerischer Forschung, systemischer Kunst und Transferkunst. Er arbeitet seit 197 als ›Kritisch Ästhetischer Coach und Consultant‹ und ist Gründer der ›Gesellschaft für kritische Ästhetik‹. Lehraufträge u.a. an der Universität der Künste Berlin, Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Hochschule Pforzheim und der Universität Karlsruhe.</p> <p>Ausstellungen / Veranstaltungen (Auswahl):<br /> ›Latte, Brownie, Milk‹ (USA, 2007), ›Family Values / Familienwerte‹ (USA, 2006), ›La prosa avorrida de la vida diària‹ (ES, 2006), ›freundlich behauptet - Gespräche über Kunst und Wirtschaft‹ (D, 2004), ›MEHR WERT - Künstler, Unternehmer und Wissenschaftler im Dialog‹ (D, 2004), ›Der silberne Schnitt‹ (D, 2003), ›kFP/02 künstlerisches Forschungsprojekt‹ (D, 2002), ›Die Verklärung des Gewöhnlichen‹ (D, 2002), ›Vorbereitung einer Ausstellung / preparation of an exhibition‹ (D, 2001), ›Die Akademie ist keine Akademie‹ (D, 1999)</p> <p>Publikationen (Auswahl):<br /> ›Erweiterte Erkenntnisfähigkeit durch kulturelle Kontextualisierung‹ (2007), ›Objekt Subjekt Prädikat - Ein Exkurs über systemische Kunst und kritische Ästhetik‹ (2004), ›Vom Handwerker zum Mythenerzähler zum Kritiker‹ (2004), ›TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft‹ (2003), ›Die Akademie ist keine Akademie‹ (1999), ›Systemic Art as an Approach for the Aesthetic Worker‹ (1997), ›book - an object oriented definition of an infrastructure‹ (1991)</p> <p>Ruediger John hat an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, sowie eingeladen an die Columbia University und New York University, New York City (affiliate/guest) studiert und eine Fortbildung in ›Systemischer Kurzzeittherapie‹ abgeschlossen. </p> <p><a href="https://artrelated.net/ruediger_john">https://artrelated.net/ruediger_john</a></p>
2008-11-26 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-sous-les-paves-la-plage.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-sous-les-paves-la-plage.html
REMINDER: Ruediger John @ 4. Triennal of Contemporary Art, Friedrichshafen, Zeppelin Museum
<p>Dear Friends and colleagues,</p> <p>please let me direct your attention to the ongoing exhibition at Lake of Constance, Germany where the Zeppelin Museum Friedrichshafen is showing my collaborative contribution to the 4. Triennal Of Contemporary Art.</p> <p>The Exhibiton shows works of some 35 artists - among them Lida Abdul, Carls Ahlander, Sofie Thorsen, Zoe Walker &amp; Neil Bromwich, Rainer Ganahl, Yves Mettler, Alexander Odermatt and Roman Signer - in multiple venues around the lake crossing the borders of Austria, Switzerland and Germany (Palais Thurn und Taxis Bregenz, Kunstraum Kreuzlingen, Kunstverein Friedrichshafen, Zeppelin Museum Friedrichshafen) and could be worth a visit.</p> <p>/ 4. Triennale zeitgenössischer Kunst / 4. Triennal Of Contemporary Art<br /> / &quot;Nichts zu deklarieren / Nothing to declare&quot;<br /> April, 4th - June, 22nd 2008<br /> Friedrichshafen, Germany</p> <p>The process of the work &quot;INDEX - an artistic archiving project&quot; is maintained by my colleagues Christof Salzmman and Ulrike Shepherd since i am currently in the US for a lecture and the preparation of an upcoming work but will be at the Lake of Constance again in mid June and happy to welcome you.</p> <p>Best,<br /> Ruediger John</p> <hr /> <p>The image above shows &quot;a panoramic view of the installative work which serves as an archive to the process-oriented approach to create an index of remains of regional history, of past and current local peculiarities as well as pieces of evidence of cultural similarities and differences among the three nations bordering the lake.<br /> The archive is being formed by an ongoing collection of objects and quotes of everyday life by residents of that very region. Combined with condensed and pointedly written narrative and descriptive texts merging provenances, personal stories and a broader perception of the cultural and communal live within this intersection of peripheral areas, a detailed but nonetheless open infrastructure is created which can be explored by the audience delving into the sparsely lit labyrinth - thus triggering personal memories and spurring individual stories.<br /> The archiving and associative process is conducted using an artistic perspective on creating a repository of cultural goods, attaching meaning to them, communicating pieces of knowledge and insinuate references - thus generating the notion of importance and inciting connotations beyond the sheer presence and story of the individual object.&quot;</p> <p>More images and text from the catalogue publication: <a href="kuenstlerische-archivierung.html">https://artrelated.net/ruediger_john/kuenstlerische-archivierung.html</a></p>
2008-05-15 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-triennal-of-contemporary-art.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-triennal-of-contemporary-art.html
and now for something completely… well… - CalArts - guest lecture Ruediger John
<p>The School of Art, The Theatre School &amp; The Center for Integrated Media present</p> <h4>and now for something completely… well…</h4> <h5>Guest lecture:</h5> <p>Ruediger John (Austrian visual artist)<br /> Staging and presentation as inherent elements of works of art <em> creating a cross-over between archetypical elements of theater </em> performance art and in-situ installative art works * juxtaposing differing realities of perception by combining on-stage narration with interventions into real-life situations.</p> <p>Center for Integrated Media, A116<br /> Cal Arts<br /> Wednesday, March 19th, 12noon</p> <p><a href="http://www.calarts.edu">http://www.calarts.edu</a></p> <p>Ruediger John creates situative, installative, interventionistic, research and publication- oriented works and exhibitions and is known for his definitoric and practical works in Artistic Research and Systemic Art. Since 1997, he has also been working as a Critical Aesthetic Consultant. Teaching experience: 2000-03 Assistant Professor for installative, situative working, contextualization, cognitive aspects, mixed-media at Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (State Academy of Fine Arts and Design Stuttgart). 2002-03 Professor in substitution for Kunst/Kunst- und Designwissenschaften - Skulptur/Raum (Art/Art and Design Sciences - Sculpture/Space) at Hochschule für Gestaltung, Technik und Wirtschaft Pforzheim (Pforzheim University of Applied Sciences). 2004/2005 Visiting Professor for Kunst und Wirtschaft - Transferkunst, Systemische Kunst, künstlerische Forschung (Art and Economy - Transfer Art, Systemic Art, Artistic Research) at Universität der Künste Berlin (University for the Arts Berlin). Other: 2003 Founder of Gesellschaft für kritische Ästhetik (Society for Critical Aesthetics). Ruediger John studied at the Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart and was also invited to Columbia University and NYU as an affiliate/guest. </p> <p><a href="https://artrelated.net/ruediger_john/">https://artrelated.net/ruediger_john/</a></p>
2008-03-18 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-and-now-for-something-completely-well-calarts.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-and-now-for-something-completely-well-calarts.html
Rauf Rüber Runter Untendurch
<p>Rauf Rüber Runter Untendurch</p> <p>Ausstellungseröffnung: Sonntag 2.12.2007 16 Uhr<br /> Gruppenausstellung</p> <p>White Space<br /> Militärstrasse 76<br /> 8004 Zürich</p> <p>Roland Schappert<br /> Patrizia Karda<br /> Huber und Huber<br /> Ruediger John<br /> Elodie Pong<br /> Stefan Burger<br /> Gregor Hildebrandt<br /> Alicja Kwade<br /> Wolfgang Lugmair<br /> Peter Böhnisch<br /> Sven Drühl</p> <p>Release<br /> CABINET magazine NY<br /> issue 27 mountains</p> <p>Nebst den topografischen Erhebungen in der Landschaft sind es die Berg- und Talfahrten der Aktienkurse, Diagramme von An- und Verkäufen sowie politische Gipfeltreffen, welche die Menschen bewegen. Indes birgt das Bergsteigen um des Besteigen Willens heute wie zu Petrarcas Zeiten nur für eine kleine Gruppe von Menschen die Magie eines Gewinns. Das stille Betrachten der Berge aus der Ferne hingegen ist für die meisten nachempfindbar mit Sehnsüchten verbunden: Davon wird erzählt und darüber wurde tausendfach geschrieben, manches wird gezeigt und anderes behauptet. Wo sich die Berge auch befinden, im Flachland wie in den Alpen, in unseren Köpfen oder auf unseren Schreibtischen, sie wollen stets überwunden oder durchdrungen, ver- und übersetzt werden. Verbunden mit der Furcht des Scheiterns und dem gleichzeitigen Lechzen nach dem nächsten, höheren Gipfel, nicht zuletzt, um sich die nötige Fernsicht zu verleihen. Was sich diesem Verlangen nicht unterwirft, erheben wir zum Numinosen oder wenden uns klagend davon ab.</p> <p>»Rauf Rüber Runter Untendurch« untersucht in einer Reihe von Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen, Interventionen im öffentlichen Raum und Interviews die geografischen Verhältnismäßigkeiten, kulturellen Fiktionen und theoretischen Betrachtungsweisen zum Thema Berg als individuelle und soziale Realität. Für den Auftakt und die erste Einzelpräsentation soll der White Space Zürich den Künstlern als Ausstellungs- und Arbeitsraum dienen.</p> <p>Der Künstler Andreas Lorenschat lädt für Teil 01 die künstlerischen Positionen ein. In Zusammenarbeit mit der Kuratorin Lillian Fellmann werden das jeweilige kuratorische Konzept und die daraus entstehenden Fragestellungen entwickelt.</p> <p><a href="http://www.whitespace.ch">http://www.whitespace.ch</a><br /> <a href="http://www.cabinetmagazine.org/events/whitespace.php">http://www.cabinetmagazine.org/events/whitespace.php</a></p>
2007-11-28 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-rauf-rueber-runter-untendurch.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-rauf-rueber-runter-untendurch.html
talk n show - Künstlergespräch mit Ruediger John
<p>„talk n show“ – Künstlergespräche an der Zeppelin University</p> <p>mit</p> <p>Ruediger John (A)</p> <p>Donnerstag I 22. November 2007 I 19.00 Uhr<br /> Zeppelin University I Campus am Seemoser Horn I Raum E.12/13</p> <p>/////////////////////////////////////////////</p> <p>Ruediger John (A)</p> <p>Ruediger John (*1971, Wien) bedient sich in seinen künstlerischen Arbeiten sowohl situativer, installativer, interventionistischer Formen, wie auch recherche- und publikationsorientierter Strategien. Seit 1997 beschäftigt er sich definitorisch und in praktischen Arbeiten mit künstlerischer Forschung und systemischer Kunst. Mit der Gründung ›Gesellschaft für kritische Ästhetik‹ fokussiert er transdisziplinäres Arbeiten und Forschen und die Anwendung ästhetischer und künstlerischer Kompetenzen im Sinne eines Coachings und kritischen Consultings in gesellschaftlichen Subsystemen, wie Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Ihn interessieren die Verschränkung von Alltagsritualen und künstlerischem Handeln ebenso, wie die Anwendung künstlerischer Fähigkeiten als integrativen Beitrag zur gesellschaftlichen Lebenspraxis.</p> <p>Die künstlerischen Arbeiten von Ruediger John sind häufig Eingriffe an zentralen Stellen der alltäglichen Lebenspraxis, deren Rituale und inherenten Formen der Wahrnehmung. Gleich ob als Cross-Over zwischen Theater und Performance, als Work-in-Progress mit Schauspielern und Laien im öffentlichen Raum und in der Galerie oder eingeladen in private Räume, um in die dortige &quot;heimische&quot; Umgebung installativ zu intervienieren oder im Umfeld unternehmerischer, ökonomie-geprägter Handlungen und Wertesysteme subversiv tätig zu sein - Irritation als Methode der Wahrnehmungsschärfung und Orientierung des Blickes auf &quot;Nebensächliches&quot;, die Nutzung und Umwertung alltäglicher Gegenstände und Situationen, sowie vor allem das Wirken auf Kommunikation und soziale Dynamiken sind wiederkehrende Merkmale seiner Arbeiten.</p> <p>Ruediger John</p> <p>*1971 in Wien, lebt in Baden-Baden. Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, eingeladen an die Columbia University und New York University, New York City (affiliate/ guest). Gründer der Gesellschaft für kritische Ästhetik.</p> <p>Publikationen (Auswahl)</p> <p>Ruediger John in &gt;Perspektiven systemischer Entwicklung und Beratung von Organisationen&lt; Verlag für Systemische Forschung/Carl Auer Verlag, 2007 &gt;Unternehmen Kunst&lt; Max Hollein (Hrsg.) Verlag Lindinger+Schmid, 2006</p> <p>Erweiterte Erkenntnisfähigkeit durch kulturelle Kontextualisierung&lt; in: Raffinierter Überleben, Strategien in Kunst und Wirtschaft, Kadmos Kulturverlag, 2005</p> <p>Objekt Subjekt Prädikat in: Mapping Blind Spaces, Athena Verlag, 2005</p> <p>TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft, [sic!] Verlag für kritische Ästhetik, 2003</p> <p>/////////////////////////////////////////</p> <p>Das artsprogram</p> <p>etabliert künstlerische Praxis und neue Formen kunstbezogenen Handelns als Bestandteil von Lehre und Forschung an der Zeppelin University. Es entwirft Räume zwischen Gegenwartskunst und Wissenschaften. Es konstruiert einen künstlerischen Arbeitskontext in einem wissenschaftlichen Umfeld. Dabei wird künstlerische Praxis als ein Element kultureller Erkenntnisproduktion neben anderen verstanden, die sich in unterschiedlichen Produktions- und Diskursumgebungen ansiedelt und nicht allein in Kunstinstitutionen stattfindet. In diesem Sinne will das artsprogram der Zeppelin University einen Raum für die Produktion undisziplinierter Zukunftsbilder entwickeln.</p> <p><a href="http://www.zeppelin-university.de/artsprogram">http://www.zeppelin-university.de/artsprogram</a></p>
2007-11-15 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-talk-n-show-kunstlergespraech.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-talk-n-show-kunstlergespraech.html
Publikation: Perspektiven systemischer Entwicklung und Beratung von Organisationen
<h4>›Perspektiven systemischer Entwicklung und Beratung von Organisationen‹</h4> <p>Nino Tomaschek (Hrsg.),<br /> u.a. mit Roswita Königswieser, Klaus Mainzer, Oswald Neuberger<br /> Verlag für Systemische Forschung im Carl Auer Verlag, Heidelberg, 2007</p> <h5>Ruediger John:</h5> <p><a href="kulturelle-verantwortung.html">Erweiterte Erkenntnisfähigkeit durch kulturelle Kontextualisierung</a></p> <h5>Verlagstext:</h5> <p>Unternehmen und Organisationen sind in zunehmendem Maße mit dem Thema Veränderung konfrontiert. Die Umwelt ist kein stabiler Faktor, sondern einem ständigen Prozess des Wandels ausgesetzt. Die politischen Rahmenbedingungen, die wirtschaftlichen Märkte, die Konkurrenz, die immer neu gesetzten Maßstäbe der Kunden: diese Faktoren stellen jede Organisation in allen Bereichen fortwährend vor neue Herausforderungen. Aus einer konstruktiv(istisch)- systemtheoretischen Sicht ist Veränderung die einzige stabile Konstante, die ein soziales System kennzeichnet. Daher gilt es, die Potenziale, die in Veränderungsprozessen implizit enthalten sind, für eine kreativ-konstruktive Neugestaltung der Organisation gezielt nutzbar zu machen. Hierbei bieten die Ansätze der systemischen Entwicklung und Beratung von Organisationen Lösungsmöglichkeiten, die den zielgerichteten Aufbau von unternehmensinterner Veränderungskompetenz fördern.<br /> In diesem Sammelband präsentieren renommierte Autoren aus Praxis und Wissenschaft die aktuellsten Ansätze. Die Leserin, der Leser bekommt die Möglichkeit, sich über die wichtigsten Charakteristika der Systemischen Arbeit mit Unternehmen und Organisationen zu informieren und praxisbezogene Hinweise für die eigene Tätigkeit als Führungskraft, Personal- und Organisationsentwickler, Berater und Trainer zu erhalten.</p> <p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3896703897/sicverlfurkri-21">Perspektiven systemischer Entwicklung und Beratung von Organisationen</a></p>
2007-10-15 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-publikation-perspektiven-systemischer-entwicklung-beratung-organisationen.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-publikation-perspektiven-systemischer-entwicklung-beratung-organisationen.html
Publikation: "Perspektiven systemischer Entwicklung und Beratung von Organisationen" u.a. mit Ruediger John
<p>Sehr geehrte Damen und Herren,</p> <p>anläßlich der jetzt erscheinenden Publikation ›Perspektiven systemischer Entwicklung und Beratung von Organisationen‹ im Verlag für Systemische Forschung / Carl Auer Verlag erlauben wir uns, auf den Text darin von Ruediger John, sowie auf einige weitere Beiträge in anderen Publikationen aufmerksam zu machen.</p> <p>Unternehmen und Organisationen sind in zunehmendem Maße mit dem Thema Veränderung konfrontiert. Die Umwelt ist kein stabiler Faktor, sondern einem ständigen Prozess des Wandels ausgesetzt. Die politischen Rahmenbedingungen, die wirtschaftlichen Märkte, die Konkurrenz, die immer neu gesetzten Maßstäbe der Kunden: diese Faktoren stellen jede Organisation in allen Bereichen fortwährend vor neue Herausforderungen. Aus einer konstruktiv(istisch)-systemtheoretischen Sicht ist Veränderung die einzige stabile Konstante, die ein soziales System kennzeichnet. Daher gilt es, die Potenziale, die in Veränderungsprozessen implizit enthalten sind, für eine kreativ-konstruktive Neugestaltung der Organisation gezielt nutzbar zu machen. Hierbei bieten die Ansätze der systemischen Entwicklung und Beratung von Organisationen Lösungsmöglichkeiten, die den zielgerichteten Aufbau von unternehmensinterner Veränderungskompetenz fördern.<br /> In diesem Sammelband präsentieren renommierte Autoren aus Praxis und Wissenschaft die aktuellsten Ansätze. Die Leserin, der Leser bekommt die Möglichkeit, sich über die wichtigsten Charakteristika der Systemischen Arbeit mit Unternehmen und Organisationen zu informieren und praxisbezogene Hinweise für die eigene Tätigkeit als Führungskraft, Personal- und Organisationsentwickler, Berater und Trainer zu erhalten.&quot; (Verlagstext)</p> <hr /> <p>›Erweiterte Erkenntnisfähigkeit durch kulturelle Kontextualisierung‹<br /> Ruediger John in:<br /> ›Perspektiven systemischer Entwicklung und Beratung von Organisationen‹ - (Universität Augsburg)<br /> Nino Tomaschek (Hrsg.),<br /> u.a. mit Roswita Königswieser, Klaus Mainzer, Oswald Neuberger<br /> Verlag für Systemische Forschung im Carl Auer Verlag, Heidelberg, 2007</p> <hr /> <p>›Kunst und Kunsttherapie / Milieuspezifische<br /> Wirklichkeitskonstruktionen und systemische Definitionsunterschiede‹<br /> Ruediger John in:<br /> ›Grundlagen, Modelle und Beispiele kunsttherapeutischer Dokumentation‹ - (Fachhochschule Ottersberg)<br /> Peter Sinapius/Michael Ganß (Hgg.),<br /> u.a. mit Ulrich Elbing, Klaus Flemming, Peter Petersen<br /> Verlag Peter Lang, Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2007</p> <hr /> <p>Gespräch zwischen Max Hollein und Ruediger John (Auszug aus ›TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft‹)<br /> Ruediger John in:<br /> ›Unternehmen Kunst‹<br /> Max Hollein (Hrsg.),<br /> u.a. mit Greg Lynn, Carsten Nicolai, Hani Rashid, James Rosenquist, Julian Schnabel<br /> Verlag Lindinger+Schmid, Regensburg, 2006</p> <hr /> <p>›Erweiterte Erkenntnisfähigkeit durch kulturelle Kontextualisierung - Der Künstler als Coach und Consultant in Unternehmen - Kriterien und Ansätze einer kritisch-ästhetischen Praxis‹<br /> (Extended Cognitive Ability through Cultural Contextualisation - The Artist as Coach and Consultant in Corporations - Criteria and Dispositions of a Critical-Aesthetic Practice)<br /> Ruediger John in:<br /> ›Raffinierter überleben - Strategien in Kunst und Wirtschaft‹ -<br /> (Kulturfabrik am Flutgraben)<br /> Mari Brellochs/Henrik Schrat (Hgg.),<br /> u.a. mit Dirk Baecker, Pierre Guillet de Monthoux, Fritz B. Simon, Matt Statler, Wendelin Küpers, Holger Kube Ventura<br /> Kadmos Kulturverlag, Berlin, 2005</p> <hr /> <p>›Globalisierte Kultur und Konsumidentitäten‹ (Globalized Culture, Consumption and Identity)<br /> ›Mensch - Person - Gemeinschaft - Individuum - Kultur - Kommunikation - Erkenntnis - Identität - Authentizität‹ (Human being - Person - Community - Individual - Culture - Communication - Cognition - Identity - Authenticity)<br /> Ruediger John in:<br /> ›Global Marshall Plan Initiative‹ (Speakers Corner)<br /> ›Bastard - Choose My Identity‹ Link Ernst/Harmsen/Weiß (Hgg.),<br /> u.a. mit Sudabeh Mohafez, Selim Özdogan, Ilja Marinow Trojanow<br /> Actar Verlag, Barcelona, 2006</p> <hr /> <p>›Objekt Subjekt Prädikat‹<br /> Ruediger John in:<br /> ›Künstlerische Bildung nach Pisa‹ - (Zentrum für Kunst und Medientechnologie ZKM/MNK, Landesakademie Schloß Rotenfels)<br /> Joachim Kettel/Internationale Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK)/Landesakademie Schloß Rotenfels (Hgg.), u.a. mit Christine Biehler, Christiane Jürgens, Ingrid Merkel, Karl-Josef Pazzini, Hanne Seitz<br /> Athena Verlag, Oberhausen, 2004</p> <hr /> <p>Einige der Texte sind auch auf der Website <a href="https://artrelated.net/ruediger_john">https://artrelated.net/ruediger_john</a><br /> sowie im ArchivSystemKunst ask23 <a href="http://www.ask23.de">http://www.ask23.de</a> der HfbK Hamburg (Labor Kunst &amp; Wissenschaft, Michael Lingner) direkt abrufbar.</p>
2007-10-14 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-publikation-perspektiven-systemischer-entwicklung-und-beratung-von-organisationen.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-publikation-perspektiven-systemischer-entwicklung-und-beratung-von-organisationen.html
Zwischen Geist, Geld und Gespräch - artsprogram der Zeppelin University - Doug Fishbone, Katya Sander, Christof Schäfer, Ulrike Shepherd, Ruediger John, Christof Salzmann
<h4>„Zwischen Geist, Geld und Gespräch“</h4> <p>/ 15. September 2007</p> <p>artsprogram der Zeppelin University Friedrichshafen</p> <p>Künstlerische Interventionen zum Kapitalbegriff in seiner Diversität.</p> <p>Doug Fishbone (US/GB) „Towards a Common Understanding“ (2005)<br /> Katya Sander (DK) „Was ist Kapitalismus?“ (2003)<br /> Christof Schäfer (D) „Revolution Non Stop“ (2000)<br /> Ulrike Shepherd (D) „Gateway“ (2006)<br /> Ruediger John (A/USA) / Christof Salzmann (D) „Orientierung“ (2007)</p> <hr /> <p>Doug Fishbone (US/GB) „Towards a Common Understanding“ / 2005 / 12:30 min<br /> Als zentralen Aspekt seiner Arbeit bezeichnet der in New York geborene, in London lebende Künstler Doug Fishbone (*1969) sein Vertrauen auf Humor. Ob er Formen der stand-up comedy adaptiert, wie in dem Video „The Ugly American“, oder alberne Trash-Markenuhren konstruiert: immer lädt er auf amüsante Weise den Betrachter ein auch hässliche, dumme und tabuisierte Facetten des modernen Lebens ins Auge zu fassen. Während seine früheren Arbeiten hauptsächlich auf vergänglichen Materialien und Prozessen basierten (wie etwa Haufen von 40.000 Bananen auf öffentlichen Plätzen), arbeitet Doug Fishbone heute überwiegend mit Video. In Videoarbeiten wie „Towards a Common Understanding“ (2005) kombiniert er Bilder aus dem Internet zu auf den ersten Blick völlig absurden Folgen: Blonde Bikini-Nixen und chemische Periodensysteme, asiatische Tuschzeichnungen von Fischen und gemästete Gänse, Bilder von Sex und Essen und Weltall-Aufnahmen erzählen von der Kakophonie der heutigen Medienwelt. Erst der darüber gelegte Kommentar des Künstlers entwickelt aus dieser scheinbar zufällig montierten Bildreihung neue Sinnebenen. Der Bogen wird gespannt von dem Anfangssatz “Statistiken sind wie Bikinis” bis zu “Alles ist total relativ”, Welterklärungsmodelle und westliche Zivilisationserscheinungen werden so ironisch hinterfragt und ad absurdum geführt.</p> <hr /> <p>Katya Sander (DK) „Was ist Kapitalismus?“ 2003 / 16 mm Film<br /> In den stark konzeptionell geprägten und recherchebasierten Arbeiten von Katya Sander geht es zumeist um Erschließungs- und Produktionsformen von Wissen und Wissens-systemen. Der Künstlerin kommt es vor allem auf eine immer auch körperlich geprägte Reflektion der Zugangsweise zu einem Wissensgebiet an. Die von ihr geschaffenen Settings und Räume setzen uns als Betrachter in ein spezifisches Verhältnis zu einem Thema. Zumeist geschieht dies, indem die einem Thema zugehörigen Orte und Kontexte vertauscht oder transformiert werden, so dass man Fragestellungen anders als erwartet begegnet. In „Was ist Kapitalismus?“ wird ein Film zwischen zwei Spiegelflächen projiziert. Der Film zeigt die Künstlerin in einer unwirtlichen Weidelandschaft mit einem Mikrophon. Sie entfernt sich von der Kamera und stellt vereinzelnd am Horizont vorbeikommenden Spaziergängern die Frage, was Kapitalismus sei. Die Antworten fallen denkbar verschieden und unerwartet aus. Die Einbettung des rückwärtig projizierten Filmes in die Spiegel setzt den Horizont der Landschaft ins Unendliche fort und nimmt in diese Illusion von Unendlichkeit auch den Besucher mit hinein. Die diesjährige Documenta-Teilnehmerin Katya Sander (*1970, Dänemark) lebt und arbeitet in Berlin und Kopenhagen und erweist sich mit ihrer Ausstellungsliste als echte global Playerin.</p> <hr /> <p>Christof Schäfer (D) „Revolution Non Stop“ 2000 / 16mm Film / 19:00 min<br /> Christoph Schäfer arbeitet seit 1989 zu Urbanismus, Themenparks, Mode und Alltag. Der in Hamburg lebende Künstler interessiert sich für städtische Situationen und wie sie durch Kunst verändert werden können. Seinen Arbeiten gehen genaue Beobachtungen des Alltagslebens voraus und sie werden aus dem Vokabular der Stadt heraus entwickelt. Mit „Revolution Non Stop“ greift Schäfer die konstruierte Imageproduktion der Städte auf. Der „Imagecity“ mit ihren polierten Einkaufspassagen, die bestrebt ist ein perfektes Bild von Stadt herzustellen, indem sie Elend ausgrenzt, setzt Schäfer seine Inszenierungen von Stadt entgegen, indem er die Regeln umkehrt und das feiert und im Zentrum behauptet, was sonst eher an der Peripherie stattfindet. „Revolution Non Stop“ ist ein &quot;Spiel mit den Resten der Überproduktion in den zukünftigen Ruinen des Fordismus&quot; und ist durchsetzt mit Aussagen in Warenform: Kostüme, Etiketten, Zeitungen und Werbungen sind zweckentfremdet (Grafik: Torsten Jahnke) mit Slogans versehen. Christof Schäfer geht es darum, in dem Feld zu arbeiten, das heute immer wichtiger wird: Subjektivitätsherstellung durch Waren, die von immer komplexeren Bedeutungsschichten ummantelt werden. Christof Schäfer (*1964) untersucht in seinen Projekten wie Medienbilder Städte beeinflussen. Als Teil der Gruppe Park Fiction, die 2002 zur Documenta 11 eingeladen war, interessierte ihn an diesem Projekt die gemeinsame Neudefinition eines öffentlichen Raums.</p> <hr /> <p>Ulrike Shepherd (D) „Gateway“ 2006 / Digitalfilm / 8:50 min<br /> Ulrike Shepherd arbeitet in ihren meist installativen Projekten mit Kontexten, Bedeutungen und Assoziationen. Sie hinterfragt gewohnte Sichtweisen, Begriffe und Zusammenhänge. Eine Verschiebung der Perspektive vollzieht sich auch in ihrem Digitalfilm „Gateway“, indem eine Durchgangssituation durch formale Veränderungen dekliniert wird. Die Filmaufnahmen dazu fanden am Flughafen München Franz Josef Strauß statt. Aus den zufälligen Szenen Ankommender entstanden 7 kurze Kapitel, welche durch verschiedene technische Eingriffe minimale Bedeutungs-verschiebungen erfahren. Ein jeweils anderer Fokus wird auf eine Alltagssituation gerichtet. Erste sich aufdrängende Deutungen verlieren im weiteren Verlauf ihre Eindeutigkeit zugunsten einer offeneren Vielschichtigkeit. Gleichzeitig findet auch ein Wechsel der Bildebenen statt, der Blick wandert mit dem rhythmischen Öffnen und Schließen der elektrischen Glastüren zwischen dem ankommenden Personenstrom und den transparenten Spiegelungen der Wartenden und wechselt auch hier kontinuierlich die Richtung. Ulrike Shepherd (*1955) verortet ihre Kunst im Dialog - in der Kommunikation mit ihrer Umgebung, der Zeit und anderen Künstlern. Der oft kommunikative Charakter ihrer Ausstellungsprojekte setzt sich fort in ihrer vernetzenden und auf Diskurs angelegten freien kuratorischen Arbeit. Mit ihrer Videoinstallation „Gateway“ stellt sie sich als neue Kuratorin des artsprogram der Zeppelin University vor.</p> <hr /> <p>Ruediger John (A/USA), Christof Salzmann (D) &quot;Orientierung&quot; 2007 /<br /> temporäre installative InterventionFür die Zeppelin University widmen sich die Künstler Ruediger John und Christof Salzmann dem Thema der Orientierungssuche und -findung - sowohl spatial, als auch thematisch. Der profanen Beschilderung in den Universitätsgebäuden stellen sie eine Bildwelt und architektonische Modell-baulandschaft zur Seite, deren Fragilität und Exponiertheit, sowie konsumistische Nutzung durch die Passanten zwangsläufig zu ihrem Rückbau beiträgt. Die Bildwelt ist Sammelobjekt, subjektive Erinnerungsstütze und Assoziationsresource und beansprucht dabei einen, im sonstigen Diskurs unterrepräsentierten, Platz; das städtebauliche Konglomerat en miniature vereinfacht die Navigation innerhalb des Horizontes der Institution. <a href="orientierung.htm">https://artrelated.net/ruediger_john/orientierung.html</a></p> <p>Die künstlerischen Arbeiten von Ruediger John (*1971) sind häufig Eingriffe an zentralen Stellen der alltäglichen Lebenspraxis, deren Rituale und inherenten Formen der Wahrnehmung. Gleich ob als Cross-Over zwischen Theater und Performance, als Work-in-Progress mit Schauspielern und Laien im öffentlichen Raum und in der Galerie oder eingeladen in private Räume, um in die dortige &quot;heimische&quot; Umgebung installativ zu intervienieren oder im Umfeld unternehmerischer, ökonomie-geprägter Handlungen und Wertesysteme subversiv tätig zu sein - Irritation als Methode der Wahrnehmungsschärfung und Orientierung des Blickes auf &quot;Nebensächliches&quot;, die Nutzung und Umwertung alltäglicher Gegenstände und Situationen, sowie vor allem das Wirken auf Kommunikation und soziale Dynamiken sind wiederkehrende Merkmale seiner Arbeiten.</p> <p>Christof Salzmann (*1970) interessiert sich in seinen Arbeiten unter anderem für &quot;Information&quot; - sowohl ihrer alltagspraktischer Entitäten, als auch insbesondere die Phänomenologie ihrer Definitionen und Wertungen. Gesammelte Berichte über Eintagshelden oder Zeitungsseiten und Bilder, deren assoziative Logik man erst in ihrer Menge oder Herausstellung, sowie mit etwas Ruhe, Abstand und Anstand erkennen kann, sind dabei gleichwertige Elemente seiner künstlerischen Arbeit, wie auch zu einem Raumerlebnis verdichtete Objekte und Installationen.</p> <hr /> <p>Das artsprogram etabliert künstlerische Praxis und neue Formen kunstbezogenen Handelns als Bestandteil von Lehre und Forschung an der Zeppelin University. Darüber hinaus werden extern Ausstellungen, Vorträge und Kunstinszenierungen mit wechselnden Partnerinstitutionen realisiert. Hier sollen radikale gegenwärtige künstlerische Positionen in neue Kontexte gestellt werden. Das artsprogram der Zeppelin University ist ein Veranstaltungsangebot an eine interessierte Öffentlichkeit.</p>
2007-09-16 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-zwischen-geist-geld-und-gespraech.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-zwischen-geist-geld-und-gespraech.html
Orientierung - Eine temporäre installative Intervention
<p><img src="orientierung01.jpg" alt="Orientierung 2007" title="Orientierung 2007" /></p> <p><img src="orientierung02.jpg" alt="Orientierung 2007" title="Orientierung 2007" /></p> <p><img src="orientierung03.jpg" alt="Orientierung 2007" title="Orientierung 2007" /></p> <p><img src="orientierung04.jpg" alt="Orientierung 2007" title="Orientierung 2007" /></p> <p><img src="orientierung05.jpg" alt="Orientierung 2007" title="Orientierung 2007" /></p> <p><img src="orientierung06.jpg" alt="Orientierung 2007" title="Orientierung 2007" /></p> <p><img src="orientierung08.jpg" alt="Orientierung 2007" title="Orientierung 2007" /></p> <p><img src="orientierung10.jpg" alt="Orientierung 2007" title="Orientierung 2007" /></p> <p>Die küstlerische Arbeit &quot;Orientierung&quot; an der Zeppelin University widmet sich dem Thema der Orientierungssuche und -findung - sowohl spatial, als auch thematisch. Der profanen Beschilderung in den Universitätsgebäuden stellt sie eine Bildwelt und architektonische Modellbaulandschaft zur Seite, deren Fragilität und Exponiertheit, sowie konsumistische Nutzung durch die Passanten zwangsläufig zu ihrem Rückbau beiträgt. Die Bildwelt ist Sammelobjekt, subjektive Erinnerungsstütze und Assoziationsresource und beansprucht dabei einen, im sonstigen Diskurs unterrepräsentierten, Platz; das städtebauliche Konglomerat en miniature vereinfacht die Navigation innerhalb des Horizontes der Institution.</p> <p>&quot;This temporary installative intervention was set up for a two-day conference the Zeppelin University. The university had asked me to create an orientation system from my artist point of view. Since I am much more interested in questioning a structure and intervening into a designated function taking a critical stand than a functional design I set up hundreds of stacks of loose paper in variable combinations throughout the buildings to give attendees directions on what was happening and where to go - creating a miniature cityscape that could be taken from. Built into the work is the effect that the orientation system is eroding while being used as such, it wears out and the growing disarrangement is degrading the initially precise information into an indiscernible cloud of indications. Since at most conference lectures, images are underrepresented or serve a simplified purpose I counterbalanced that by adding a comprehensive layer of associative images that could be used within the lectures or as collectibles serving as visual reminders of the event.&quot; </p> <p>Die künstlerischen Arbeiten von Ruediger John sind häufig Eingriffe an zentralen Stellen der alltäglichen Lebenspraxis, deren Rituale und inherenten Formen der Wahrnehmung. Gleich ob als Cross- Over zwischen Theater und Performance, als Work-in-Progress mit Schauspielern und Laien im öffentlichen Raum und in der Galerie oder eingeladen in private Räume, um in die dortige &quot;heimische&quot; Umgebung installativ zu intervienieren oder im Umfeld unternehmerischer, ökonomie-geprägter Handlungen und Wertesysteme subversiv tätig zu sein - Irritation als Methode der Wahrnehmungsschärfung und Orientierung des Blickes auf &quot;Nebensächliches&quot;, die Nutzung und Umwertung alltäglicher Gegenstände und Situationen, sowie vor allem das Wirken auf Kommunikation und soziale Dynamiken sind wiederkehrende Merkmale seiner Arbeiten.</p> <p>The artist Ruediger John creates situative, installative, interventionistic, research- and publication oriented works and exhibitions focusing on definitoric and practical aspects in Artistic Research and Systemic Art; he has been teaching at a.o. Universität der Künste Berlin, Zeppelin University, Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft. Since 1994 he is working on a systemic way of aesthetic interventions into social subsystems; currently conducting cooperative research projects on critical-aesthetic issues in economic and scientific contexts.</p>
2007-09-01 https://artrelated.net/ruediger_john/orientierung.html https://artrelated.net/ruediger_john/orientierung.html
Theater/Performance: Latte, Brownie, Milk - Ruediger John
<p>Theater/Performance: Latte, Brownie, Milk - Ruediger John</p> <h4>Latte, Brownie, Milk</h4> <p>a play/performance as an experiment on reality for actors and audience<br /> 2006/2007, ca. 90 min.<br /> by Ruediger John</p> <p>Latte, Brownie, Milk combines elements of theater productions and performance art to stage and simultaneously conduct an experiment in selective information on reality for actors and the audience. </p> <p>For several days the artist Ruediger John created a setup within a coffee shop that challenged the public audience as well as the actors to examine the different levels of self-perception within their acting by asking them to combine everyday rituals with theatrical gestures. A focus of this experiment was to create different perspectives on individual behavioural patterns in public rather than to intervene into social interactions. </p> <p>By advertising the presentation as well as by showing modified excerpts of these performances to a consuming audience at BACKSCREEN a further contextualisation of the sampled material takes place.</p> <p>&quot;Perception means to distinguish between the seemingly false and the seemingly true.&quot; (D. Granosalis)</p> <p>March, 16th 2007<br /> 8:30 pm<br /> admission: $8</p> <p>BACKSCREEN @ BAM (Brooklyn Academy of Music) Rose Cinemas, 30 Lafayette Ave, Brooklyn, NY</p>
2007-03-15 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-latte-brownie-milk.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-latte-brownie-milk.html
CENTRAL PARK 1 AM at BAM (Brooklyn Academy of Music) Rose Cinemas
<h4>CENTRAL PARK 1 AM</h4> <p>a short movie on a walk through Central Park at night<br /> 1994/1997, ca. 35 min.<br /> by Ruediger John</p> <p>CENTRAL PARK 1 AM is a documentary-like short narration on a visit of Central Park New York at night while officially closed, creating a pensive and eerie atmosphere. Several places in the park, barely visible and abandoned, sharply lit by a night-vision system and a blend of distant sounds of the city with unidentified sources nearby create a tension of loneliness and the mysticisms of everyday occurrences amidst a modern Metropolis.</p> <p>Filmed in 1994 by the artist Ruediger John while being invited to Columbia University and loosely referring to his narration with the same title, it was first aired on Manhattan Neighborhood Network (MNN) and on Queens Public Television (QPTV) and has since been shown on several occasions, in exhibitions and at art film festivals. </p> <p>This screening is a teaser for the premiere of Ruediger Johns latest theater/performance work which will be staged at the BACKSCREEN (see separate announcement).</p> <p>March, 15th 2007<br /> 6:30 pm<br /> free admission</p> <p>BACKSCREEN @ BAM (Brooklyn Academy of Music) Rose Cinemas, 30 Lafayette Ave, Brooklyn, NY</p>
2007-03-13 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-central-park-1-am.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-central-park-1-am.html
INDEX - Ein künstlerisches Archivierungsprojekt
<p><img src="kuenstlerische-archivierung001.jpg" alt="INDEX - ein kuenstlerisches Archivierungsprojekt" title="INDEX - ein kuenstlerisches Archivierungsprojekt" /></p> <p><img src="kuenstlerische-archivierung003.jpg" alt="INDEX - ein kuenstlerisches Archivierungsprojekt" title="INDEX - ein kuenstlerisches Archivierungsprojekt" /></p> <p><img src="kuenstlerische-archivierung007.jpg" alt="INDEX - ein kuenstlerisches Archivierungsprojekt" title="INDEX - ein kuenstlerisches Archivierungsprojekt" /></p> <p><img src="kuenstlerische-archivierung004.jpg" alt="INDEX - ein kuenstlerisches Archivierungsprojekt" title="INDEX - ein kuenstlerisches Archivierungsprojekt" /></p> <p><img src="kuenstlerische-archivierung005.jpg" alt="INDEX - ein kuenstlerisches Archivierungsprojekt" title="INDEX - ein kuenstlerisches Archivierungsprojekt" /></p> <p><img src="kuenstlerische-archivierung011.jpg" alt="INDEX - ein kuenstlerisches Archivierungsprojekt" title="INDEX - ein kuenstlerisches Archivierungsprojekt" /></p> <p><img src="kuenstlerische-archivierung012.jpg" alt="INDEX - ein kuenstlerisches Archivierungsprojekt" title="INDEX - ein kuenstlerisches Archivierungsprojekt" /></p> <p><img src="kuenstlerische-archivierung010.jpg" alt="INDEX - ein kuenstlerisches Archivierungsprojekt" title="INDEX - ein kuenstlerisches Archivierungsprojekt" /></p> <p><img src="kuenstlerische-archivierung008.jpg" alt="INDEX - ein kuenstlerisches Archivierungsprojekt" title="INDEX - ein kuenstlerisches Archivierungsprojekt" /></p> <p>301 Eine labyrinthische Struktur als Hort für Erlebtes: Die Künstler bewegen sich im Wirkungsfeld historischer Brüche und aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen der Bodenseeregion und der Stadt Friedrichshafen. Ihre Methode ist subjektives Forschen, Bündeln und Assoziieren. Die aus profanen Mitteln gefügte und aus den Fugen geratene Archivarchitektur lässt die gewohnte Perspektive der Beobachter ins Wanken geraten. In Licht und Schatten erweist sich die Architektur aus Lücken und Leerstellen als überraschend stabil. Das Labyrinth aus Präsentations- und Projektionsflächen lädt die Besucher ein, Zusammenhängen zwischen Erinnerungskultur, der Konstruktion von gemeinschaftlicher Identität und individuellem Bewusstsein nachzuspüren. Die Vielzahl möglicher Wahrheiten liegen im Halbdunkel der Gänge und Nischen verborgen. </p> <p>302 Falten und Reflexion von Erinnerungen: Die faltige Oberfläche eines spiegelnden Vorhangs, auf zwei Raumseiten installiert, bildet ein verzerrtes Abbild der Szenerie. Reflexionen der eigenen Person darin bieten Anlass persönliche Befindlichkeiten in der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Erinnerungsprozessen zu reflektieren. </p> <p>304 Die fragilen Beziehungen zwischen den Dingen: Auf der Suche nach erkennbaren und versteckten Ordnungen und Beziehungen wird Authentisches, Dokumentarisches und Fiktionales verwoben und Wirkungszusammenhänge zwischen Werk und Kontext erfahrbar gemacht. Anders als bei klassischen Beweisaufnahmen, sind Relationen zwischen den angesammelten Gegenständen nicht exklusiv und ergebnisorientiert, sondern ermöglichen ein freies Wandeln zwischen den Bedeutungen. </p> <p>310 Ein Gegenstand sagt mehr als tausend Worte: Im Mittelpunkt stehen Fragen nach den Tradition bildenden, Identität stiftenden und Kultur konstituierenden Kräften im Allgemeinen und Besonderen. Historie wandelt zwangsläufig das Triviale ins Museale und umgekehrt. Bestand haben jedoch die forschenden Fragen an sich. Dieser kulturbildende und soziale Prozess stellt eine gemeinschaftliche Aufgabe dar; erst in der Betrachtung historischer Entwicklungen aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Perspektiven wird die Komplexität von Geschichtsschreibung deutlich. In der Benennung von Brüchen und der Sammlung bruchstückhafter Erinnerungen entwickelt das künstlerische Archivierungsprojekt eine integrative Kraft. </p> <p>325 Im Labyrinth der Geschichte und Geschichten: Objekte, Dokumente, Fotos, Texte, die sich aus der persönlichen Sicht der Besitzer auf die historische, kulturelle und gesellschaftliche Situation von Stadt und Region beziehen, dienen nicht als Beweismittel einer eindimensionalen Geschichtsschreibung. Sie sind unscharfe Beschreibungsmodelle; Gerüchte, Klischees und Legenden. Die Multitude dieser Indizien ermöglicht den Blick durch das Einzelne auf das Allgemeine und Verbindende. </p> <p>330 Eine Sammlung von Relikten des Fragens und Forschens: Unterschiedliche Kommunikationsprozesse sind Teil des Werkes; über Aufrufe in regionalen Medien wurden die Bewohner der Bodenseeregion eingeladen, sich am künstlerischen Archivierungsprojekt zu beteiligen. Dieser offene Prozess wurde durch die Zusammenarbeit mit Experten, die Fakten und Ereignisse erläutern, ergänzt. Der Betrachter findet sich im Spannungsfeld vielfältiger Erzählperspektiven wieder. </p> <p>335 Erinnern als gemeinsamer Handlungsprozess: Die Auswahl der Exponate durch die Leihgeber basiert auf einem subjektiven Erinnerungswert des Gegenstandes im Bezug zur Region. Im Gespräch mit den Künstlern entsteht eine Konzentration auf die wesentlichen Faktoren der Beziehung zwischen Exponat und Leihgeber unter Bezugnahme auf das Gemeinsame und Andere bereits archivierter Objekte. </p> <p>340 Gegenstand und Legende: Die persönlichen Erinnerungen des jeweiligen Leihgebers und die Kontextualisierung in regionaler Geschichte und überlieferten Bedeutungen finden Eingang in die kommentierende Beschreibung jedes Exponates. Diese künstlerisch archivarische Aufbereitung eröffnet den Besuchern einen Assoziationsraum, in dem Erinnern als aktuelle Sinnproduktion wahrgenommen wird. In der Begehung des Archivs und der Betrachtung der Sammlung verändert sich das innere und äußere Gesamtbild fortlaufend. Jeder Gegenstand bietet einen Zuwachs persönlicher Erkenntnis über die eigene Person und ihrer Rolle in gesellschaftlichen Erinnerungsprozessen. </p> <p>345 Sammlung aus mündlicher Überlieferung: Eine Registratur oraler Klischees als Struktur zur Erforschung der lokalen Identität. Der Funken Wahrheit springt in der Sammlung von Zitaten, aus und über die an den See grenzenden Regionen, ihren Zuschreibungen und Identitäten, auf den Besucher über. Die knappen subjektiven Äußerungen verdichten sich als Sammlung zu einem Deutungsmuster lokalen Bewusstseins und regionaler Beziehungen. Die Statements sind zugleich Bekenntnisse ihrer Autoren. Weil diese in die Anonymität zurücktreten, bleibt Raum für Zuweisungen und Betrachtungen zweiter Ordnung. Als Flugblatt in unlimitierter Auflage lassen sich diese aneignen und mitnehmen. Durch die Verbreitung der Flugblätter durch das Publikum werden die subjektiven Aussagen Einzelner in den öffentlichen Diskurs eingebracht. </p> <p>352 Suchen in Ritzen, Spalten und Nischen: Die Konzentration und Präsentation der Exponate lässt verwaiste Stellen an anderen Orten spürbar werden. Die Zusammenschau von Objekten nach ästhetischen, künstlerischen Kategorien ist vor allem ein Spiel mit Konstruktionen von Ordnung, ihrer Auflösung und Umwandlung.</p>
2007-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/kuenstlerische-archivierung.html https://artrelated.net/ruediger_john/kuenstlerische-archivierung.html
Publikation: Grundlagen, Modelle und Beispiele kunsttherapeutischer Dokumentation
<h4>›Grundlagen, Modelle und Beispiele kunsttherapeutischer Dokumentation‹</h4> <p>Peter Sinapius/Michael Ganß (Hgg.),<br /> u.a. mit Ulrich Elbing, Klaus Flemming, Peter Petersen<br /> Verlag Peter Lang, Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2007</p> <h5>Ruediger John:</h5> <p><a href="Kunst-Kunsttherapie-Definitionsunterschiede.pdf">Kunst und Kunsttherapie / Milieuspezifische Wirklichkeitskonstruktionen und systemische Definitionsunterschiede</a></p> <p><a href="kunst-und-kunsttherapie-definitionsunterschiede.html">https://artrelated.net/ruediger_john/kunst-und-kunsttherapie-definitionsunterschiede.html</a></p> <h5>Verlagstext:</h5> <p>Die Dokumentation kunsttherapeutischer Praxis ist der Ausgangspunkt für kunsttherapeutische Forschung. In diesem Band werden Grundlagen, Modelle und Beispiele der Dokumentation vorgestellt, die den Stand praxisorientierter Forschung in der Kunsttherapie widerspiegeln. Im Mittelpunkt stehen dabei Kriterien, die mit den spezifischen Bedingungen der Kunsttherapie einhergehen: Die Subjektivität und die individuellen Bedingungen kunsttherapeutischer Praxis sowie die wissenschaftstheoretischen und anthropologischen Voraussetzungen kunsttherapeutischer Dokumentation. Wer die kunsttherapeutische Praxis zum Ausgangspunkt der Dokumentation nimmt, berührt immer auch die Integrität des Anderen: ... denn in der Art wie man über einen Menschen spricht, sagt man nicht nur etwas aus, sondern berührt man ihn auch. (Peer de Smit)</p> <h5>Aus dem Inhalt:</h5> <p>Peter Petersen: Geleitwort - Michael Ganß/Peter Sinapius: Vorwort - Peter Sinapius: Der Durchschnitt und der Einzelfall: Kunsttherapeutische Dokumentation zwischen Statistik und Poesie - Peter Petersen: Wie lässt sich künstlerisch - therapeutische Forschung gestalten? - Lebensrückblick eines «Zwölfenders» - Paolo Knill: Was verändert die Kunst in der Therapie, und wie? - Ruediger John: Kunst und Kunsttherapie / Milieuspezifische Wirklichkeitskonstruktionen und systemische Definitionsunterschiede - Heinfried Duncker: Salutogenetische Betrachtungen als Anforderungen für neue Methoden in der Dokumentation - Reinhold J. Fäth: Zum Problem der Subjektivität praxisrelevanter Kunsttherapieforschung - Barbara Narr: «Rankende Anmerkungen zur «poetischen Dokumentationsform» kunsttherapeutischer Arbeiten» - Klaus Flemming: Kunst als bildnerische Weltaneignung Metaphern des Lebens - Methoden zum Über-Leben? - Elisabeth Wellendorf: «Wie kommen die Bilder in den Kopf?» - Annika Niemann: Die Geste des Entscheidens oder Von der Gestaltung des Zwischenraums - Ute Knoop: «Du siehst was, was ich (noch) nicht sehe» oder von der Kunst die Perspektive zu wechseln - H. Gruber/J.P. Rose: Künstlerische Therapien im Spannungsfeld komplexer wissenschaftlicher Herausforderungen - Ulrich Elbing: Die Rolle der Gestaltung von konkreten Forschungskontexten für die Wissenschaftlichkeit kunsttherapeutischer Dokumentation - Norbert Knitsch: Experten im deutschen Theater - eine kritische Würdigung zur beruflichen Identität - Barbara Wichelhaus: Formative Evaluation in der Kunsttherapieforschung - Evelyne Golombek: «Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Dokumentieren» / Therapiedokumentation - ein lebendiges Reflexions- und Lerninstrument - Dagmar Wohler: Kunsttherapeutische Dokumentation hinsichtlich kunsttherapeutischer Ausbildung und Selbsterfahrung - Gunver S. Kienle: Zur Verbesserung der Qualität von Einzelfallberichten und Fallserien in der onkologischen Behandlung - Kriterien und Checkliste - Thomas Staroszynski: Der Nachvollzug der Bildentstehung als methodischer Ansatz zur Hypothesenbildung in kunsttherapeutischer Forschung - Eva Herborn: «Meine Bilder...» Aufzeichnung und Auswertung von Gesprächen mit Rheumakranken und Krebskranken.</p> <p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3631550529/sicverlfurkri-21">Grundlagen, Modelle und Beispiele kunsttherapeutischer Dokumentation</a></p>
2006-11-28 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-grundlagen-modelle-kunsttherapeutischer-dokumentation.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-grundlagen-modelle-kunsttherapeutischer-dokumentation.html
Family Values / Familienwerte / Valeurs de famille / Valores de la familia
<p>RUEDIGER JOHN</p> <p>Installative interventions in private nyc residences as a situative aesthetic approach on micro-politics in social subsystems.</p> <p>At five venues in New York City, Manhattan (Upper East Side, Chelsea, Midtown, Greenwich Village, Hells Kitchen)</p> <p>Tuesday, September, 19th to Monday, September, 25th 2006</p> <p>“- Ever been to a private dwelling at Upper East Side, perhaps to one with a magnificent view on Central Park and a porch appropriate to the social position of its inhabitants? It might look like a pleasure to live there at first, but you shouldn’t judge too easily. The remnants of familiy traditions fill as furniture actually generous town lofts and are often accompanied by newer objects made to look alike; or interior designers have left undeniable traces in a permanent race to compete in what is representative and socially indispensable. But more things linger in the heads of some old-established family bonds, network of relatives, not to mention the neighbours – among them some stories you don’t want to know and topics you should better not come up with. But let’s have a look just at the furnishing and see what we can do about that…”</p> <p>Along with an ongoing conversation with the inhabitants, the artist Ruediger John altered furnishings and interior design elements within the residences, added objects and parts to camouflage or as situative emphasises – according to his aesthetic approach of artistic work. Focused details by taking photos will become part of the permanently exhibited art.</p> <p>This exhibition is part of a week-long series of events and meetings referring to the european turn-of-the-century intellectual salon culture. Curated by Paul Kovac, in five private spaces an invited audience will meet, participate, discuss and enjoy exhibited works of art, literature and music, performances and presentations. To be visited by invitation only.</p> <p><a href="https://artrelated.net/ruediger_john">https://artrelated.net/ruediger_john</a></p>
2006-09-21 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-family-values-familienwerte-valeurs-de-famille-valores-de-la-familia.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-family-values-familienwerte-valeurs-de-famille-valores-de-la-familia.html
ad utrumque paratus - Some Remarks On Aesthetic Possibilities Of Unfinished Works of Art
<h4>ad utrumque paratus</h4> <p>Some Remarks On Aesthetic Possibilities Of Unfinished Works of Art</p> <h5>RUEDIGER JOHN</h5> <p>Artist Statement &amp; Talk<br /> for NYU students and open to the public</p> <p>New York University<br /> Languages &amp; Literature Building<br /> 19 University Place</p> <p>Wednesday, September, 20th 2006 – 3:30 pm</p> <p>In his statement the artist Ruediger John points out the intrinsic possibilities – or rather abilities – a work of art can have if it is still unfinished (or considered so).</p> <p>“[...] Typically we rely on and value works of art that are already completed by the artist (unless there is a nice or tragic little anecdote why he or she was not able to finish it) – because we want to be sure e.g. a) it is worth the time to look at b) we can lean back to enjoy, judge and criticise c) it can be bought as it is d) and so forth. The crucial point is: We want to be secured about the character and impact of the piece of art. But what if an artist obviously does not give the audience this secured position? What if a work of art can bite you in the ass some time later – because it is developing its teeth while you already own it (as a simpler way of an interventionistic effect)? Or, more important, if a work of art uses its obviously unfinished characteristic to refer to, or rather inherit the qualities of what remains open and ‘unsolved’ as an additional source of ‘value’? But not to define every detail of a work can make it more dependable on influences of its surroundings (it is a problem every artwork faces – and most of all the classical form of painting does) – a contemporary artist has to incorporate this in the work during the process of creation [...]” (Ruediger John in an interview with Paul Kovac)</p> <p>He also talks about what happens if he employs elements and tactics used in performance art to create installative works in an interventionistic way (e.g. outside the preoccupied perspective of audiences in gallery spaces, museums and other ‘white cubes’) using camouflage and irritation to guide and focus the aesthetics of an audience – to ultimately broaden its experiences (maybe).</p>
2006-09-21 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-ad-utrumque-paratus.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-ad-utrumque-paratus.html
KLARTRAEUMER
<p>/ KLARTRAEUMER</p> <p>Eine &gt;Work in Progress&lt; Inszenierung zwischen Theater und Performance.</p> <p>/ Auffuhrungen: Freitag 01.09.06, Samstag 02.09.06 / 20 Uhr /<br /> / AkademieGalerie in der Unterführung der U-Bahn Haltestelle Universität, Ludwigstrasse, Geschwister-Scholl-Platz, München /</p> <p>Konzept: Ruediger John<br /> Inszenierung: Evelyn Hribersek &amp; Ruediger John<br /> Darsteller: Nana Fritz, Andreas Mayer, Alexander Neuhaus, Claudia Raudszus, Susanne Raupach<br /> Bühnenbild: Evelyn Hribersek &amp; Ruediger John<br /> Video: Ruediger John<br /> Technik: Andreas Brachwitz, Gösta Fischer, Karl-Heinz Kaulfuß<br /> Unterstützung Bühne &amp; Kostüm: Astrid Amann</p> <p>&quot;Klassisches Theater, das wird schnell klar, ist das nicht; Performance-Elemente dominieren. In kurzen Szenen stehen die Schauspieler auf der Bühne, auf der Wand dahinter flackern unscharfe Videos...das vorwiegend junge Publikum scheint sich wiederzuerkennen darin. Es nimmt teil, obwohl es nur zusieht, weiss, dass das nur Theater ist, obwohl es die eigenen Träume spiegelt... Als zu dröhnender Clubmusik zwei Schauspielerinnen knapp bekleidet im flackernden Licht tanzen, starren draussen Manner, auf dem Weg von der Arbeit oder zur Stammkneipe, herein...&quot;<br /> / Süddeutsche Zeitung </p> <p>&quot;Zuschauer irritieren, Erwartungen durchkreuzen...Der Bühnenaufbau... entpuppt sich als ausgetüftelte Kulisse...eine Live-Kamera überträgt das Geschehen aus der Unterführung in die Galerie...Der Zuschauer ist dabei nie vor Überraschungen gefeit: Hat er es sich gerade in der Galerie bequem gemacht und blickt auf die Bühne, klopft es hinter ihm an die Fensterscheibe: Das Stück geht plötzlich draussen weiter, alles dreht sich um 180 Grad. Auch die perplexen Passanten stehen nun auf einmal im Rampenlicht.&quot;<br /> / Münchener Merkur </p> <p>mehr: <a href="klartraeumer.html">https://artrelated.net/ruediger_john/klartraeumer.html</a></p>
2006-09-17 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-klartraeumer.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-klartraeumer.html
Revising the Fashion Week Art Intervention / The Press on: Klartraeumer - Ruediger John
<p>/ Revising the Fashion Week Art Intervention<br /> / Trends and fads of aesthetic surfaces</p> <p>Let's have a second look at the impact the Fashion Week had on Bryant Park. Share a late breakfast / early lunch with some of the girls &amp; guys, models &amp; managers, designers &amp; disciples of the show. Paul Kovac and the artist Ruediger John have invited the ones they met at the event and are looking forward to enjoy a review of the interventionistic art action as well as gossiping about the folks of that watering hole (don't forget to bring your rubber boots). The park will likely be an image of the city of decay itself. </p> <p>Sunday, September 17th 2006 - 11:00 am<br /> Bryant Park Deli, NE Corner, New York City</p> <hr /> <p>the press on another event: </p> <p>/ KLARTRAEUMER</p> <p>A &gt;Work in Progress&lt; production connecting theatrical gestures and strategies of Performance Art.</p> <p>Eine &gt;Work in Progress&lt; Inszenierung zwischen Theater und Performance.</p> <p>Konzept: Ruediger John<br /> Inszenierung: Evelyn Hribersek &amp; Ruediger John<br /> Darsteller: Nana Fritz, Andreas Mayer, Alexander Neuhaus, Claudia Raudszus, Susanne Raupach<br /> Bühnenbild: Evelyn Hribersek &amp; Ruediger John<br /> Video: Ruediger John<br /> Technik: Andreas Brachwitz, Gösta Fischer, Karl-Heinz Kaulfuß<br /> Unterstützung Bühne &amp; Kostüm: Astrid Amann</p> <p>&quot;Klassisches Theater, das wird schnell klar, ist das nicht; Performance-Elemente dominieren. In kurzen Szenen stehen die Schauspieler auf der Bühne, auf der Wand dahinter flackern unscharfe Videos...das vorwiegend junge Publikum scheint sich wiederzuerkennen darin. Es nimmt teil, obwohl es nur zusieht, weiss, dass das nur Theater ist, obwohl es die eigenen Träume spiegelt... Als zu dröhnender Clubmusik zwei Schauspielerinnen knapp bekleidet im flackernden Licht tanzen, starren draussen Manner, auf dem Weg von der Arbeit oder zur Stammkneipe, herein...&quot;<br /> / Suddeutsche Zeitung</p> <p>&quot;Zuschauer irritieren, Erwartungen durchkreuzen...Der Bühnenaufbau... entpuppt sich als ausgetüftelte Kulisse...eine Live-Kamera überträgt das Geschehen aus der Unterführung in die Galerie...Der Zuschauer ist dabei nie vor Überraschungen gefeit: Hat er es sich gerade in der Galerie bequem gemacht und blickt auf die Bühne, klopft es hinter ihm an die Fensterscheibe: Das Stück geht plötzlich draussen weiter, alles dreht sich um 180 Grad. Auch die perplexen Passanten stehen nun auf einmal im Rampenlicht.&quot;<br /> / Münchener Merkur</p> <p><a href="klartraeumer.html">https://artrelated.net/ruediger_john/klartraeumer.html</a></p>
2006-09-16 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-revising-the-fashion-week-art-intervention.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-revising-the-fashion-week-art-intervention.html
ad utrumque paratus - Some Remarks On Aesthetic Possibilities Of Unfinished Works of Art
<h5>Artist Statement &amp; Talk for NYU students and open to the public</h5> <p>New York University<br /> Languages &amp; Literature Building<br /> 19 University Place<br /> Wednesday, September, 20th 2006 - 3:30 pm</p> <p>In his statement the artist Ruediger John points out the intrinsic possibilities - or rather abilities - a work of art can have if it is still unfinished (or considered so).</p> <p>&quot;[...] Typically we rely on and value works of art that are already completed by the artist (unless there is a nice or tragic little anecdote why he or she was not able to finish it) - because we want to be sure e.g. a) it is worth the time to look at b) we can lean back to enjoy, judge and criticise c) it can be bought as it is d) and so forth. The crucial point is: We want to be secured about the character and impact of the piece of art. But what if an artist obviously does not give the audience this secured position? What if a work of art can bite you in the ass some time later - because it is developing its teeth while you already own it (as a simpler way of an interventionistic effect)? Or, more important, if a work of art uses its obviously unfinished characteristic to refer to, or rather inherit the qualities of what remains open and 'unsolved' as an additional source of 'value'? But not to define every detail of a work can make it more dependable on influences of its surroundings (it is a problem every artwork faces - and most of all the classical form of painting does) - a contemporary artist has to incorporate this in the work during the process of creation [...]&quot;</p> <p>(Ruediger John in an interview with Paul Kovac)</p> <p>He will also talk about what happens if he employs elements and tactics used in performance art to create installative works in an interventionistic way (e.g. outside the preoccupied perspective of audiences in gallery spaces, museums and other 'white cubes') using camouflage and irritation to guide and focus the aesthetics of an audience - to ultimately broaden its experiences (maybe).</p> <p>Ruediger John, New York City 2006</p>
2006-09-01 https://artrelated.net/ruediger_john/ad-utrumque-paratus.html https://artrelated.net/ruediger_john/ad-utrumque-paratus.html
Algorythmic Music Club
<p><img src="algorythmic-music-club01.jpg" alt="Algorythmic Music Club" title="Algorythmic Music Club" /></p> <p><img src="algorythmic-music-club02.jpg" alt="Algorythmic Music Club" title="Algorythmic Music Club" /></p> <p><img src="algorythmic-music-club03.jpg" alt="Algorythmic Music Club" title="Algorythmic Music Club" /></p> <p><strong>eacb / Placa de Castella, Barcelona, Espagna</strong><br /> <strong>Julio / Julio / Juli / Juillet / July / 8. // 21h-04h</strong></p> <p>Come to chill at eacb. MasterBootRecords presents music compiled since the late nineties - including previously (and still) unreleased pieces of its artists focusing on algorythm-generated audio. Of course the much appreciated releases like DATA <em> CODE </em> MUSIC and DA CODA will be played among other loops concentrating on self-referencing recursive sound coding.<br /> Later on that night our selected resident DJs will rely on them as base tracks for mixing the relaxing sound scape to enjoy the evening together.</p> <p>MasterBootRecords is a New York City/Chicago based not-for-profit studio and distribution label concentrating on electronica and experimental releases in small editions.</p>
2006-07-05 https://artrelated.net/ruediger_john/algorythmic-music-club.html https://artrelated.net/ruediger_john/algorythmic-music-club.html
La prosa avorrida de la vida diària, La prosa aburrida de la vida diaria, Die langweilige Prosa des Alltags, La prose ennuyeuse de la vie quotidienne, The boring prose of everyday life
<p><img src="la-prosa-avorrida01.jpg" alt="The boring prose of everyday life" title="The boring prose of everyday life" /></p> <p><img src="la-prosa-avorrida02.jpg" alt="The boring prose of everyday life" title="The boring prose of everyday life" /></p> <p>Eine Putzfrau, die auf den Linoleumböden der Gänge des Bürogebäudes naßglänzende Ornamente schreibt und sich über Gestaltung und Optimierungen Gedanken macht.</p> <p>Ein Friseur, der, zusätzlich zu den Kunden seines bescheidenen Salons, die Bepflanzung auf der Verkehrsinsel am Platz frisiert; auch um festzustellen ob es einen Unterschied macht.</p> <p>Ein Hausmeister, der, indem er die Hauptsicherung herausdreht, jeden Tag einen Stromausfall nach festgelegtem Ritual inszeniert, um allen Betroffenen etwas Sicherheit zu bieten.</p> <p>Ein Geschäftsführer, der den Angestellten einen Vortrag über seine Passion, die Zierfischzucht, hält. Erstens damit er sie zukünftig damit in Ruhe läßt und zweitens um seine Kunden zu prüfen.</p> <p>Ein Kurator, der Drogen guter Qualität an die Besucher der Stadt verkaufen will und dabei nicht nur die Kunst meint. </p> <p>Ein Künstler, der, nachdem er ausführlich mit den anderen geredet hat, zusätzlich einige Ausschnitte profaner Abbildungen von Stereotypen sowie eine Arbeit von vor zwölf Jahren zeigt.</p> <p>›Auch obskure Riten gelten im Allgemeinen als vorbildlich, solange sie hierarchisch strukturierten, normativen Erwartungshaltungen entsprechen. Man kann die, oft aus dem Gefühl der Sicherheit entstehende, Langeweile genießen, indem man ihr nicht mit Unterhaltung im Sinne einer Ablenkung des Problembewußtseins begegnet, sondern dessen Intensität als bescheidenen Anfang des Entkommens aus einer Selbstbeschränkung, welche sicher vor möglicherweise enttäuschenden Erkenntnissen schützt, wirksam werden läßt.‹</p> <p>A charwoman, who writes wet-shining ornamentations on the linoleum floors of the halls of the office building and is concerned about design and optimizations.</p> <p>A hairdresser, who, in addition to the customers of his modest salon, fudges the planting on the traffic island at the place; also to determine whether it makes a difference. </p> <p>A caretaker, who, by unscrewing the main fuse, produces each day a power failure according to a fixed ritual in order to offer some security to all people relevant. </p> <p>A managing director, who gives the employees a lecture on his passion, the breeding of ornamental fish. First of all to stop annoying them in the future and secondly to test his customers. </p> <p>A curator, who wants to sell drugs of good quality to the visitors of the city and does not only fancy art hereby.</p> <p>An artist, who, after he talked much with the others, shows additionally some cutouts of everyday illustrations of stereotypes as well as a work he did twelve years ago. </p> <p>›Even obscure rites are considered generally as exemplary, as long as they comply to structured hierarchical, normative expectations. One can enjoy this ennui, often caused by the feeling of security, not by counteracting it with entertainment in the sense of a diverson of problem consciousness, but by letting the intensity of it become effective as a modest beginning of escaping from that self-restraint which surely protects from possibly disappointing perceptions.‹</p> <p>Ruediger John, Barcelona 2006</p>
2006-07-04 https://artrelated.net/ruediger_john/la-prosa-avorrida.html https://artrelated.net/ruediger_john/la-prosa-avorrida.html
Publikation: Unternehmen Kunst
<p>›Unternehmen Kunst‹<br /> Max Hollein (Hrsg.),<br /> u.a. mit Greg Lynn, Carsten Nicolai, Hani Rashid, James Rosenquist, Julian Schnabel<br /> Verlag Lindinger+Schmid, Regensburg, 2006</p> <p>Ruediger John:<br /> Gespräch zwischen Max Hollein und Ruediger John<br /> (Auszug aus ›TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft‹)</p> <p>Verlagstext:<br /> Der Städel- und Schirn-Direktor Max Hollein etablierte sich innerhalb kürzester Zeit als Erfolgsgarant für spektakuläre und schlagkräftige Ausstellungskonzepte und zugleich als mächtigster Macher in der Frankfurter Museumslandschaft. Wer sonst also könnte besser das Unternehmen Kunst beleuchten und tiefe Einblicke in ihr kreatives Management vermitteln als der ebenso kompetente wie umtriebige Senkrechtstarter aus Österreich? Im neuen Statement-Band schreibt Hollein über Zeitaktuelles und Programmatisches, über Guggenheim, Schirn und Shopping, behandelt Ausnahmekünstler wie Sailstorfer, Schabus oder Schnabel und bietet kunstbetriebliche Beobachtungen sowie persönliche Bestandsaufnahmen. Eingestreute biographische Erzählungen vollenden die Textsammlung zu einer perfekt abgerundeten Wiener Melange, wärmstens zu empfehlen für jeden Feinschmecker mit Vorliebe für zeitgenössische Kunst vom Besten!</p> <p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3929970643/sicverlfurkri-21">Unternehmen Kunst</a></p>
2006-06-23 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-publikation-unternehmen-kunst.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-publikation-unternehmen-kunst.html
INTERVENTION / AUSSTELLUNG / EXPOSITION - Ruediger John
<p>INTERVENCIÓ / INTERVENCIÓN / INTERVENTION / INTERVENTION / INTERVENTION<br /> EXPOSICIÓ / EXPOSITIÓN / AUSSTELLUNG / EXPOSITION / EXPOSITION</p> <p>La prosa avorrida de la vida diària<br /> La prosa aburrida de la vida diaria<br /> Die langweilige Prosa des Alltags<br /> La prose ennuyeuse de la vie quotidienne<br /> The boring prose of everyday life</p> <p>Ruediger John</p> <p>eacb / Plaça de Castella, Barcelona, Espagna / Recepció de l'Obertura / Recepción de la Abertura / Eröffnung / Réception d'Ouverture / Opening Reception / Juny / Junio / Juni / Juin / June / 19. / 12:30h / Durada de l'Exposició a / Duración de la Exposición a / Ausstellungsdauer bis / Durée d'Exposition à / Exhibition Duration to / Julio / Julio / Juli / Juillet / July / 6. / Temps de l'Obertura / tiempos de la Abertura / Öffnungszeiten / Heures d'Ouverture / Opening Times / Dimarts-Dijous / Martes-Jueves / Dienstag-Donnerstag / Mardi-Jeudi / Tuesday-Thursday / 12h-18h</p> <p>Eine Putzfrau, die auf den Linoleumböden der Gänge des Bürogebäudes naßglänzende Ornamente schreibt und sich über Gestaltung und Optimierungen Gedanken macht. ›Mein Sohn und ich sind schon abends zusammengesessen und haben überlegt, wieviel Boden man auslassen muß, damit man überhaupt von einem Ornament sprechen kann.‹ </p> <p>Ein Friseur, der, zusätzlich zu den Kunden seines bescheidenen Salons, die Bepflanzung auf der Verkehrsinsel am Platz frisiert; auch um festzustellen ob es einen Unterschied macht.<br /> ›Die alten Leute erzählen mir immer wieder die gleichen Geschichten...und außerdem bin ich gespannt, ob meine Opafrisur auch auf Büsche anwendbar ist.‹ </p> <p>Ein Hausmeister, der, indem er die Hauptsicherung herausdreht, jeden Tag einen Stromausfall nach festgelegtem Ritual inszeniert, um allen Betroffenen etwas Sicherheit zu bieten. ›Wir haben hier im Sommer sowieso öfter plötzliche Stromausfälle weil das Netz überlastet ist. Ich sorge dafür, indem ich meinen vorher ankündige, daß wenigstens einige davon nicht so überraschend kommen.‹ </p> <p>Ein Geschäftsführer, der den Angestellten einen Vortrag über seine Passion, die Zierfischzucht, hält. Erstens damit er sie zukünftig damit in Ruhe läßt und zweitens um seine Kunden zu prüfen. ›Die meisten interessiert das nicht besonders, aber ich freue mich darauf...Und lustig wird das sicher, wenn zwischendurch das Telefon klingelt und wir dem Kunden sagen er solle später nochmal anrufen, weil der Chef einen Vortrag über Zierfische hält.‹ </p> <p>Ein Kurator, der Drogen guter Qualität an die Besucher der Stadt verkaufen will und dabei nicht nur die Kunst meint. ›Der meiste Stoff, der an die Touristen verkauft wird, ist verdammt schlecht; man muss wissen, wo man Gutes für sein Geld bekommt...Drogen dienen ja dem Kontrollverlust, um auf andere Ideen zu kommen oder Neues zu erleben...als der Künstler mit immer mehr Leuten aus dem Haus sprechen und diese einbeziehen wollte, dachte ich an Chaos...Ruediger hat mir einen Vortragstext von John Cage über das Nichts zu lesen empfohlen, der spricht darin von der Kunst als Droge...und jetzt das.‹ </p> <p>Ein Künstler, der, nachdem er ausführlich mit den anderen geredet hat, zusätzlich einige Ausschnitte profaner Abbildungen von Stereotypen sowie eine Arbeit von vor zwölf Jahren zeigt. ›Auch obskure Riten gelten im Allgemeinen als vorbildlich, solange sie hierarchisch strukturierten, normativen Erwartungshaltungen entsprechen. Man kann die, oft aus dem Gefühl der Sicherheit entstehende, Langeweile genießen, indem man ihr nicht mit Unterhaltung im Sinne einer Ablenkung des Problembewußtseins begegnet, sondern dessen Intensität als bescheidenen Anfang des Entkommens aus einer Selbstbeschränkung, welche sicher vor möglicherweise enttäuschenden Erkenntnissen schützt, wirksam werden läßt.‹ </p> <p>A charwoman, who writes wet-shining ornamentations on the linoleum floors of the halls of the office building and is concerned about design and optimizations.<br /> A hairdresser, who, in addition to the customers of his modest salon, fudges the planting on the traffic island at the place; also to determine whether it makes a difference.<br /> A caretaker, who, by unscrewing the main fuse, produces each day a power failure according to a fixed ritual in order to offer some security to all people relevant.<br /> A managing director, who gives the employees a lecture on his passion, the breeding of ornamental fish. First of all to stop annoying them in the future and secondly to test his customers.<br /> A curator, who wants to sell drugs of good quality to the visitors of the city and does not only fancy art hereby.<br /> An artist, who, after he talked much with the others, shows additionally some cutouts of everyday illustrations of stereotypes as well as a work he did 12 years ago.<br /> ›Even obscure rites are considered generally as exemplary, as long as they comply to structured hierarchical, normative expectations. One can enjoy this ennui, often caused by the feeling of security, not by counteracting it with entertainment in the sense of a diverson of problem consciousness, but by letting the intensity of it become effective as a modest beginning of escaping from that self-restraint which surely protects from possibly disappointing perceptions.‹</p> <p>kommende Themen / prochains thèmes / coming topics<br /> RELEASE - DVD-Edition, Works on Video 1991-1999<br /> PUBLICATION - Corporate Cultural Responsibility and Artistic Practice<br /> EXHIBITION - Reduction: Gesture vs. Attitude, NYC</p>
2006-06-21 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-intervention-ausstellung-exposition.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-intervention-ausstellung-exposition.html
Mensch Person Gemeinschaft Individuum Kultur Kommunikation Erkenntnis Identität Authentizität
<p>Der Mensch ist ein Lebewesen. Person <em>(lat. persona: Gesicht, Maske)</em> ist Bilder von Rollen für Rituale. Der Mensch ist Person als Ansammlung von Rollenbildern. Eine andauernde Einigung auf Rituale <em>(lat. ritus: vereinheitlichte Handlung)</em> bildet Gemeinschaft. Gemeinschaft ist die verantwortliche Integration des Individuums <em>(lat. individuus: unteilbar)</em> mit der Betonung übereinstimmender Wertigkeiten <em>(lat. valere: schätzen, beurteilen)</em>. Kultur meint die Teilhabe an Gemeinschaft. Der Mensch schafft seine Kultur <em>(lat. cultura: anbauen, pflegen)</em> und ist deren Teil. Kultur macht den Menschen zur Person. Kultur ist ein gesellschaftsspezifisch tradierender <em>(lat. tradere: übergeben)</em> Reflexionsprozess <em>(lat. reflectere: rückbiegen/-beziehen; lat. procedere: fortschreiten)</em> in der Ausdifferenzierung <em>(lat. dif-: auseinander; ferre: tragen/bringen)</em> von Gesellschaft und deren sozialer <em>(lat. socius: Freund)</em> Subsysteme <em>(lat. sub: unter; gr. sun-: zueinander, histanai: angeordnet)</em>. Soziale Reflexionsprozesse sind Kommunikationsprozesse <em>(lat. communicare: teilen)</em>. Kommunikation ist Multilog <em>(gr. multi: viele; logos: Lehre, Meinung)</em> in Kohärenz <em>(lat. cohaerere: zusammenhängen, ergänzen)</em>. Kontakt <em>(lat. con-: zusammen, tangere: berühren)</em> ist die soziale Bedingung für Kommunikation, Wahrnehmung <em>(gr. aisthesis: sinnlich und bewußtes Erfahren)</em> die individuelle Bedingung für Kontakt. Wahrnehmung ist subjektive <em>(lat. subjectus: unterworfen, ausgeliefert)</em> Handlung. Handlung ist individueller Erkenntnisprozess durch Primärerfahrung <em>(lat. primus: zuerst, unmittelbar; en. experience: lat. experiri: versuchen)</em>. Bildung ist der angeleitete individuelle Erkenntnisprozess. Kommunizierte Erkenntnisprozesse sind die Teilhabe an sozialen Reflexionsprozessen. Bildung und Primärerfahrung sind Kulturprozesse als Identitätsbildung. Identität <em>(lat. identitas: das selbe)</em> ist die Fähigkeit zwischen Individuum und Person Vereinbarkeit herstellen zu können. Die Vereinbartheit <em>(en. reconcilability: lat. re-: wieder; conciliare: zusammenbringen)</em> ist Authentizität <em>(gr. authentikos: prinzipiell)</em>. Authentizität ist ein Ideal <em>(lat. idein: sehen)</em>. Ideale sind Abstraktionen <em>(lat. abstrahere: abziehen, ableiten)</em> als kulturell verabsolutierte (kollektiv akzeptierte entrealisierte) Wirklichkeitskonstruktionen für gesellschaftlich sinnstiftende Visionen (Ziel-/Wunschvorstellungen).</p> <p><a href="gemeinschaft-individuum-identitaet.pdf">Mensch - Person - Gemeinschaft - Individuum - Kultur - Kommunikation - Erkenntnis - Identität - Authentizität</a></p>
2006-02-11 https://artrelated.net/ruediger_john/gemeinschaft-individuum.html https://artrelated.net/ruediger_john/gemeinschaft-individuum.html
Klarträumer
<p>&quot;Das Theaterprojekt Klarträumer nimmt sich der privaten und öffentlichen Rituale an.&quot;<br /> / In-München</p> <p>&quot;Klassisches Theater, das wird schnell klar, ist das nicht; Performance-Elemente dominieren. In kurzen Szenen stehen die Schauspieler auf der Bühne, auf der Wand dahinter flackern unscharfe Videos...das vorwiegend junge Publikum scheint sich wiederzuerkennen darin. Es nimmt teil, obwohl es nur zusieht, weiß, dass das nur Theater ist, obwohl es die eigenen Träume spiegelt...Als zu dröhnender Clubmusik zwei Schauspielerinnen knapp bekleidet im flackernden Licht tanzen, starren draußen Männer, auf dem Weg von der Arbeit oder zur Stammkneipe, herein...&quot;<br /> / Süddeutsche Zeitung</p> <p>&quot;Zuschauer irritieren, Erwartungen durchkreuzen...Der Bühnenaufbau...entpuppt sich als ausgetüftelte Kulisse...eine Live-Kamera überträgt das Geschehen aus der Unterführung in die Galerie...Der Zuschauer ist dabei nie vor Überraschungen gefeit: Hat er es sich gerade in der Galerie bequem gemacht und blickt auf die Bühne, klopft es hinter ihm an die Fensterscheibe: Das Stück geht plötzlich draußen weiter, alles dreht sich um 180 Grad. Auch die perplexen Passanten stehen nun auf einmal im Rampenlicht.&quot;<br /> / Münchener Merkur</p> <p><img src="klartraeumer01.jpg" alt="klarträumer / lucid dreamer, a work-in-progress production connecting theatrical gestures and strategies of performance art" title="klartraeumer / lucid dreamer, a work-in-progress production connecting theatrical gestures and strategies of performance art" /></p> <p>Das Theaterprojekt zeigt als ›Work in Progress‹ experimentell als narrative Fragmente und szenische Bilder entstandene Situationen, in denen sich private und öffentliche Rituale zu Wirklichkeiten - zu Klarträumen - entwickeln. Übernimm doch die Regie / In deinem nächtlichen Hirnkino / Nutze das Schlaflabor / Zwischen den Hirnströmen / Vielleicht wachst du / Als Käfer auf. / </p> <p>/ Aufführungen: Freitag 01.09.06, Samstag 02.09.06 / 20 Uhr / </p> <p>/ AkademieGalerie in der Unterführung der U-Bahn Haltestelle Universität, Ludwigstraße, Geschwister-Scholl-Platz, München /</p> <p>/ Konzept: Ruediger John /</p> <p>/ Inszenierung: Evelyn Hribersek &amp; Ruediger John / </p> <p>/ Darsteller: Nana Fritz, Andreas Mayer, Alexander Neuhaus, Claudia Raudszus, Susanne Raupach / </p> <p>/ Bühnenbild: Evelyn Hribersek &amp; Ruediger John /</p> <p>/ Video: Ruediger John /</p> <p>/ Technik: Andreas Brachwitz, Gösta Fischer, Karl-Heinz Kaulfuß / </p> <p>/ Unterstützung Bühne &amp; Kostüm: Astrid Amann / </p> <p>/ Herzlichen Dank an: Anja Büld, Wolfgang Dallmann, Bernt Engelmann, Angela Holzwig, Markos Jalda Imad, Claus Peinhaupt, Donald Pohl, Claus Peter Seifert, Michael Wittner /</p> <p>/ Mit freundlicher Unterstützung durch: Akademieverein München, American Apparel, Bezirksausschuß 3 Maxvorstadt München, Brüninghaus Verpackungssysteme GmbH, FP International, Hallo München, Moderne Verpackung Hoffmann GmbH, Kulturreferat Landeshauptstadt München, LfA Förderbank Bayern, Münchner Verkehrsverbund, Ratioform GmbH, RolliMobil GmbH, sansserif.org, Theater Halle 7, Trodl van Danen, umbauraum /</p>
2006-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/klartraeumer.html https://artrelated.net/ruediger_john/klartraeumer.html
Globalized Culture, Consumption, and Identity
<h4>»Culture is a collective process of ascribing values generated by cognition. When we behold a thing or idea, we do nothing less than construct an image of it in our minds that is in tune with our way of seeing things. The supposed appreciation of the world around us is always simultaneously a display of our ignorance.« (D. Granosalis)</h4> <h5>Searching for identity through consumption</h5> <p>The modern search for identity is based to a great extent on the acquisition of cultural codes. Due to a surge in the global supply of symbols that serve as substituting signifiers and are reinforced by the constant stimulation of our affects through the media, the consumer creates for him or herself a patchwork identity, made up of fragments stemming from a host of differing cultures. And yet decorating the self with code elements does not mean that culture-specific societal references have been internalized to the point of us feeling a commitment to a given culture. One example is the recent trend in our latitudes of marking the body with so-called „tribal tattoos.“ Such a tattoo does not bring us any closer to the Maori culture, or any other culture, for that matter. Instead, such a tattoo expresses our desire of returning to the archaic and the unconditional.</p> <p>One does not simply become an integral part of a given culture, but rather trends and fads decide on the validity of a person and give proof that one is capable of becoming integrated as an individual. At first glance, this seems to be the more agreeable option. Who wants to cling, or even feel dependent on one thing or idea in our fast-paced, resilient world: even if we truly are dependent. In fact, we are recipients, members of consumer target groups, who perform quasi-religious acts of substitution in the name of cultural self-conception.</p> <p>At the same time, the very act of searching for identity has turned into one of pseudo-individualizing in the desperate attempt of being special and unique. And this, in spite of the fact that all participants in the markets have the exact same palette of products and symbols to choose from. This is where dynamism and resilience come into play, serving as important differentiating and eligibility markers. Forecasting trends, or even setting them, or discovering something exotic is more important than recognizing their levels of meaning and significance within a given social context. Affluent societies produce pseudo-hybrids: style nomads. Also the so-called counter-culture (especially popular culture) which serves us with its many antitheses and is marked by non-conformist behavior, functions as an engine with a mediating nature in regard to identity formation within the economic realm. And it is through this phenomenon that the consumer has internalized a crucial part of the neoliberal value framework, as well as simultaneously seriously maimed the late 18th century revolutionary cry for personal freedom.</p> <p>Postindustrial societies are characterized by their mode of production: it has gone from one based on need to an economy based on want. That is to say that their economies are no longer optimized to fulfill existential needs, but rather to efficiently detect, produce and satisfy consumer wants, since the basic needs of their citizens have already been met. Having taken this approach, economic strategies have gained a special influence on cultural change, role playing patterns and rituals, as well as on how meaning and significance are ascribed. The fetish nature of brands and logos is a telling example of this.</p> <h5>Internationalization</h5> <p>At the same time, economic internationalization exports these standards, which are equal to that of a cultural imperialism, especially to nations and cultures that have already been hurt by colonialism. This often causes even greater dependence, since it, on the one hand, leads to an asymmetry in the markets and, on the other hand, because rigid power relations set in: a neocolonial process, so to speak. Big development projects, for instance, such as those coordinated by the World Bank are often nothing more but a diversion of the subsidies granted to receiving countries to the benefit of the economies of the giving countries. They fail to take the specific dynamics of the countries on the receiving end into account, or assess the kind of impact they have on them. Really sustaining developmental aid to support the domestic economic development, such as granting micro-loans, is rare: this kind of aid would actually help lead the receiving countries to independence.</p> <h5>Free Trade</h5> <p>The doctrine which asserts that free trade ultimately will lead to wealth from which everyone will benefit, fails to contend that only a cohesive, secure and legal framework -- which is based on social development -- is capable, under the control of law, of equalizing power relations. Furthermore, emerging markets and economically weak nations have never been able to develop by immediately switching to a free market. It is ensued only through balanced protectionist policies and through the strengthening of their domestic markets. The United States and China have done this, and continue to do so. As have Ireland, in Europe, and up into the 1980s, this was to a great extent the case in Japan.</p> <h5>Economized Globalization</h5> <p>Globalized competition is not open and not equal. The national trade barriers set by powerful nations deny emerging nations market access, especially those countries whose chief commodities are agricultural or raw-materials. The sweatshop conditions that can be seen in the textile industry in Bangladesh, for example, are a result of one-sided developmental aid to this industry, coupled with cost-efficient-oriented outsourcing projects initialized by Western corporations. And in China, the devastating effects on the environment, and the lacking labor protection laws persist because the commodities produced there for export are not subject to the same environmental and ethical codes which are enforced in central Europe. The early capitalistic feudal structures that can be seen in India are supported by two fatal supplements: the caste system and an elite that has been educated internationally.</p> <p>Since legal order within societies is defined on a state level, multinational corporations use their mobility to evade balancing legal and ethical responsibilities. In addition, international trade transactions are not regulated in a way so that many or even everyone can participate equally, but rather are governed by processes of monopoly formation, a phenomenon which Adam Smith and John Maynard Keynes, often misappropriated as leaders of neoliberal aims, have called great dangers and „an evil“. Companies and persons that are mobile and less anchored to a nation state make greater (short-term) profits than those with fixed locations of business. Under such circumstances, capital has the greatest degree of mobility and its flow requires the least amount of self-liability in regard to ensuring economic and ecologic sustainability and social responsibility. This is also due to the fact that capital is perceived as dematerialized property and productive force sui generis. Shareholders do not feel like property owners with obligations, but like capital lenders in a permanent state of transit.</p> <h5>Globalization and Community</h5> <p>The process of globalization does not induce development and security of personal freedom and safety, nor does not define its value system nationally, yet still remain binding. It also does not promote the sanctioning power of international law to govern human behavior. On the contrary, those developments which are shaped by culture and need to be addressed politically lag behind those of an economical and technological nature.</p> <p>The lack of decisive collaboration within large political cultural areas and nation-states in regard to their obligation to represent the interests within a given community blocks the pursuit of beneficial outcomes along three dimensions: economic, social and environmental parameters (triple bottom line), and hinders the creation of a foundation upon which sustainable and resource-conscious assessments can be made. The involvement of political and economic decision-making structures supports the short-term-oriented and one-sidedness of growth paradigms, since it takes a reductionistic view of economic actions.</p> <p>At the same time, consumer behavior focused on the particular interests of each individual, following the ideology that everyone has the right to own without being required to integrate, hinders that value-based conduct can become a principle within a cultural context. Commercial interests emphasize that each and every consumer is particular and autonomous, but at the same time suggests just how powerless the individual is and how limited his or her freedom of choice is: despite the fact that humanity once set out to achieve freedom. More often than not, this type of dependence is not perceived as such, since people are conditioned to be content with conforming to cultural codes as a means of expressing their socially compatible roles.</p> <p>When, for instance, an investment banker participating in the World Economic Forum announces, »If you have four good friends and like what you do, it doesn’t matter where you live«, he expresses, first and foremost, just how limited his neoliberal understanding of community and culture really is, although his own identity has been shaped by an intact community with collective memory and traditions, such as a legal and educational system, from which he has benefited. If everyone were to draw solely on his or her circle of friends and never develop a feeling of responsibility for his or her social environment, content with merely personal business successes, there would be no modern, innovative, society balancing the individual risks and a division of labor serving as a cultural community: at best, clan-like structures with ever-changing loyalties would evolve.</p> <h5>Cultural crisis</h5> <p>Globalization is not the problem as such, in the same way that capitalistic patterns of practice are not either. The real problem is that cultures lack the strength to cultivate and enforce values outside of economic norms and widen their transnational scope successfully. Globalization enhances a cultural crisis. „Culture“ is not referred to here as a mere cultural branch, which offers an array of entertainment from pure spectacle to modern free time pleasures. Simply put, culture is a society-dependent, tradition-based, cognitive and value-building ritual and reflection canon. It creates a commitment (in attitude and behavior) to values as conditio sine qua non in regards to ethics and morals, and laws and regulations ensue. In individuals, it also creates the cognitive ability in dealing with complexity, which is essential to the existential and personal search for identity and freedom: both are crucial requirements for democracy.</p> <p><a href="Globalized-Culture.pdf">Globalized Culture, Consumption, and Identity</a></p>
2006-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/globalized-culture.html https://artrelated.net/ruediger_john/globalized-culture.html
Globalisierte Kultur und Konsumidentitäten
<h4>»Kultur ist ein gemeinschaftlicher Prozess des Wertens im Wahrnehmen. Wenn wir den Blick auf etwas werfen, konstruieren wir nicht weniger als ein Abbild passend unseren Vorstellungen. Das angebliche Erkennen unserer Umwelt ist dabei zugleich die Schau unserer Beschränktheit.« (D. Granosalis)</h4> <h5>Konsumorientierte Identitätssuche</h5> <p>Moderne Identitätssuche basiert zu einem Gutteil auf der Aneignung kultureller Codes. Aus einem zunehmend globalisierten Angebot an Symbolen als stellvertretende Bedeutungsträger und verstärkt durch eine permanente mediale Anregung unserer Affekte bildet sich der Konsument eine Patchworkidentität aus Fragmenten unterschiedlichster Kulturen. Die Ornamentierung der eigenen Person mit Codeelementen ist jedoch nicht gleichbedeutend mit der Aneignung kulturspezifischer sozialer Bezüge als Verpflichtungen. Ein Beispiel ist der in unseren Breitengraden momentan sehr präsente Trend, sich mit sogenannten ›Tribal‹ Tattoos auszustatten - diese bringen uns nicht einer Maori- oder anderen Kultur nahe, sondern sind vielmehr Ausdruck eines Rückbezugs zu Archaischem mit dem Wunsch nach Unbedingtheit.</p> <p>Man wird nicht integraler Teil der jeweiligen Kultur, sondern Moden bestimmen die Validität von Personen und die Integrationsfähigkeit von Individuen. Das scheint zunächst auch angenehmer, denn wer will sich in einer schnellebigen, flexibilisierten Welt festlegen oder gar abhängig fühlen - auch wenn er es tatsächlich ist, nur nun eben als Adressat einer Zielgruppe im Konsumieren als quasi-religiöse Ersatzhandlung kulturellen Selbstverständnisses.</p> <p>Zugleich gerät die Suche nach Identität zu einer Pseudoindividualisierung im verzweifelten Verlangen besonders und einzigartig zu sein, obgleich sich alle des gleichen Waren- und Symbolangebotes bedienen. So wird Dynamik und Flexibilität zu einem wichtigen Unterscheidungs- und Qualifizierungsmerkmal - Trends rechtzeitig wahrzunehmen oder gar zu setzen und Exotisches aufzufinden ist wichtiger als deren Sinn- und Bedeutungsebene im eigenen gesellschaftlichen Kontext zu erkennen. Affluente Gesellschaften bringen Pseudo-Hybride hervor - Stilnomaden. Auch Antithesen als sogenannte Gegenkultur, insbesondere das populäre subkulturelle, nichtkonforme Verhalten, sind mittelbar Motoren der Identitätsbildung in ökonomisierten Bahnen. Damit hat der Konsument einen grundlegenden Teil des neoliberalen Wertegerüsts zum eigenen gemacht und zugleich die Ende des 18. Jahrhunderts revolutionäre Forderung nach persönlicher Freiheit wesentlich verstümmelt.</p> <p>Postindustrielle Gesellschaften kennzeichnet die Entwicklung von einer bedarfskonzentrierten Produktion zu einer bedürfnisorientierten Ökonomie, also einer Wirtschaft die nicht mehr darauf optimiert werden muß existentiell Notwendiges zu erzeugen da die Grundversorgung gesichert ist, sondern sich effizient auf das Erkennen und Erzeugen von Verbraucherbedürfnissen und deren Befriedigung ausrichtet. Durch diese Orientierung nehmen ökonomische Strategien besonderen Einfluß auf kulturelle Entwicklungen, Rollenmuster und Rituale, sowie Sinn- und Bedeutungszuschreibungen; der Fetischcharakter von Marken und Logos ist beispielhafter Ausdruck dieser.</p> <h5>Internationalisierung</h5> <p>Die wirtschaftliche Internationalisierung exportiert zugleich diese Standards gleich eines Kulturimperialismus in, insbesondere bereits kolonialzeitgeschädigte, Länder und Kulturen. Sie verstärkt damit oftmals die Abhängigkeit, da zugleich die Asymmetrie der Märkte und Machtverhältnisse zementiert werden - gleichsam eine neokoloniale Entwicklung. Große Entwicklungshilfeprojekte beispielsweise, koordiniert durch die Weltbank, sind oftmals nichts weiter als Umwegsubventionierungen der Wirtschaft der Geberländer und berücksichtigen zu wenig Gegebenheiten und Auswirkungen im Empfängerland. Tatsächlich nachhaltige Aufbauhilfe, wie die Förderung von Binnenwirtschaftsentwicklungen mittels Mikrokrediten, findet nur in geringer Weise statt - diese würde die Empfängerländer in die Unabhängigkeit führen.</p> <h5>Freier Handel</h5> <p>Die Doktrin, daß freier Handel letztlich zum Wohlstand aller führt, vernachlässigt in ihrer Behauptung, daß nur ein einheitlicher, gesicherter rechtlicher Rahmen - und dieser basiert eben auf sozialen Entwicklungen - Machtverhältnisse ordnungspolitisch ausgleichen kann. Zudem haben sich entstehende Märkte und ökonomisch noch schwache Nationen nie durch den sofortigen Freihandel weiterentwickelt, sondern durch kontrollierte Abschottung und Stärkung des Binnenmarktes - Amerika hat dies so getan und tut es immer noch, China ebenso, Irland im europäischen Rahmen, Japan intensiv bis in die 80er Jahre.</p> <h5>Ökonomisierte Globalisierung</h5> <p>Der globalisierte Wettbewerb ist kein offener und gleichberechtigter. Nationale Handelsschranken der mächtigen Nationen verhindern den Marktzutritt insbesondere der durch landwirtschaftliche Produktion oder Rohstoffressourcen geprägten Schwellenländer. Beispielsweise ist der menschenverachtende Textilmarkt in Bangladesh Folge der einseitigen Aufbauhilfe für diese Branche, gekoppelt mit kosteneffizienzorientierten Outsourcingprojekten der westlichen Wirtschaft; die desaströse Umweltbilanz und die fehlenden Mitarbeiterrechte in China haben Bestand, weil man dort produzierte Exportwaren nicht dem gleichen ökologischen und ethischen Kodex unterwerfen will, wie er in Zentraleuropa verbindlich ist; die frühkapitalistischen Feudalstrukturen in Indien basieren auf einer fatalen Ergänzung von Kastensystem einerseits und international ausgebildeter Elite.</p> <p>Multinational operierende Unternehmen nutzen ihre Mobilität um beschränkenden, rechtlichen und ethischen Verpflichtungen zu entgehen, denn legale Ordnungen in Gesellschaften sind nationalstaatlich definiert. Der Welthandel ist zudem nicht durch eine ausgleichende Teilhabe Vieler oder gar Aller, sondern durch Monopolbildungsprozesse bestimmt, ein Phänomen, welches die zu neoliberalen Leitfiguren mißbrauchten Adam Smith und John Maynard Keynes als große Gefahren und ›Übel‹ bezeichnet haben. Die mobilen und wenig national verankerten Unternehmen und Personen profitieren (kurzfristig) gegenüber den standortgebundenen; Kapital hat dabei die höchste Mobilität und dessen Handelsströme die geringste Selbstverpflichtung zu Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung, auch weil Kapital als entmaterialisiertes Eigentum und Produktivkraft sui generis wahrgenommen wird. Shareholder fühlen sich nicht als Eigentümer mit Verpflichtung, sondern als Kapitalleihgeber in permanentem Transit.</p> <h5>Globalisierung und Gemeinschaft</h5> <p>Anstatt daß der Prozess der Globalisierung die Entwicklung und Sicherung der persönlichen Freiheit und Unversehrtheit bewirkt, Wertesysteme nicht mehr nationalstaatlich definiert und trotzdem als verbindlich angesehen werden und ein sanktionierbares internationales Recht das Handeln bestimmt, hinken diese, kulturell geprägten und politisch verantworteten, Entwicklungen den ökonomischen und technologischen hinterher.</p> <p>Das fehlende entschieden kooperative Handeln der großen politischen Kulturräume und Nationalstaaten im Sinne ihres Interessenvertretungsauftrages einer Gemeinschaft verhindert die Gleichstellung ökologischer, sozialer und ökonomischer Kriterien (triple bottom line) als Basis einer nachhaltigen und resourcenbewußten Bilanzierung. Die Verflechtung zwischen politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsstrukturen fördert die auf Kurzfristigkeit und einseitig auf das Wachstumsparadigma angelegte reduktionistische Sichtweise ökonomischen Handelns.</p> <p>Zugleich verhindert ein an Partikularinteressen orientiertes konsumistisches Verhalten des Einzelnen mit der Ideologie der Teilhabe an Allem und der Integration in Nichts die Verankerung eines wertebasierten Handelns als Haltung durch kulturelle Kontextualisierung. Die werbewirtschaftliche Betonung der Individualität und Unabhängigkeit jedes einzelnen Konsumenten suggeriert diesem zugleich Machtlosigkeit und beschränkte Entscheidungsfreiheit - dabei war er losgezogen, ebendiese Freiheit zu erlangen. Doch oftmals nimmt er diese Unfreiheit gar nicht mehr als solche wahr, da er konditioniert ist, sich mit der Ausstattung kultureller Codes zum Repräsentieren sozial kompatibler Rollen zu begnügen.</p> <p>Wenn beispielsweise ein am World Economic Forum teilnehmender Investmentbanker sagt »Wenn du vier gute Freunde hast und magst was du tust, spielt es keine Rolle wo du lebst.« zeigt dies vor allem sein neoliberal verkürztes Verständnis von Gemeinschaft und Kultur, obgleich er selbst von intakten Gesellschaften mit kollektivem Gedächtnis und Traditionen, als auch Rechts- und Bildungssystem in seiner Identitätsfindung geprägt wurde und davon profitiert hat. Wenn sich jeder nur auf seinen Freundeskreis beziehen und keine dauerhafte Verantwortung für sein Lebensumfeld entwickeln würde und bereits mit dem persönlichen geschäftlichen Erfolg zufrieden wäre, gäbe es keine moderne, arbeitsteilige, innovative, risikonivellierende Gesellschaft als kulturelle Gemeinschaft - sondern bestenfalls Stammesstrukturen mit wechselnden Loyalitäten.</p> <h5>Kulturelle Krise</h5> <p>Die Globalisierung an sich ist also nicht das Problem, ebenso nicht kapitalistische Handlungsmuster, sondern die fehlenden Kräfte der Kulturen, wertebildend außerhalb ökonomischer Normierungen transnational wirksam und durchsetzungsfähig zu sein - Globalisierung verstärkt eine kulturelle Krise. ›Kultur‹ ist dabei nicht mit einer Kulturbranche als Angebotspalette von Spektakeln zur modernen Freizeitgestaltung zu verwechseln. Vereinfacht gesagt, wird sie verstanden als gesellschaftsspezifisch tradierender, erkenntnis- und wertebildender Ritual- und Reflexionskanon. Dieser entwickelt die relative Verbindlichkeit (Haltung) von Werten als conditio sine qua non für Ethik, Moral und den daraus resultierenden Gesetzen und Regeln und erzeugt die Wahrnehmungsfähigkeit im Umgang mit Komplexität zur existentiellen Absicherung persönlicher Identitätsfindung und Freiheit - basale Voraussetzungen für Demokratie.</p> <p><a href="Globalisierte-Kultur.pdf">Globalisierte Kultur und Konsumidentitäten</a></p>
2006-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/globalisierte-kultur.html https://artrelated.net/ruediger_john/globalisierte-kultur.html
Family Values, Familienwerte, Valeurs de famille, Valores de la familia
<p><img src="family-values07.jpg" alt="Family Values - Installative interventions in private residences as a situative aesthetic approach on micro-politics in social subsystems" title="Family Values - Installative interventions in private residences as a situative aesthetic approach on micro-politics in social subsystems" /></p> <p><img src="family-values06.jpg" alt="Family Values - Installative interventions in private residences as a situative aesthetic approach on micro-politics in social subsystems" title="Family Values - Installative interventions in private residences as a situative aesthetic approach on micro-politics in social subsystems" /></p> <p><img src="family-values05.jpg" alt="Family Values - Installative interventions in private residences as a situative aesthetic approach on micro-politics in social subsystems" title="Family Values - Installative interventions in private residences as a situative aesthetic approach on micro-politics in social subsystems" /></p> <p><img src="family-values04.jpg" alt="Family Values - Installative interventions in private residences as a situative aesthetic approach on micro-politics in social subsystems" title="Family Values - Installative interventions in private residences as a situative aesthetic approach on micro-politics in social subsystems" /></p> <p><img src="family-values03.jpg" alt="Family Values - Installative interventions in private residences as a situative aesthetic approach on micro-politics in social subsystems" title="Family Values - Installative interventions in private residences as a situative aesthetic approach on micro-politics in social subsystems" /></p> <p><img src="family-values02.jpg" alt="Family Values - Installative interventions in private residences as a situative aesthetic approach on micro-politics in social subsystems" title="Family Values - Installative interventions in private residences as a situative aesthetic approach on micro-politics in social subsystems" /></p> <p><img src="family-values01.jpg" alt="Family Values - Installative interventions in private residences as a situative aesthetic approach on micro-politics in social subsystems" title="Family Values - Installative interventions in private residences as a situative aesthetic approach on micro-politics in social subsystems" /></p> <p>Installative interventions in private nyc residences as a situative aesthetic approach on micro-politics in social subsystems. </p> <p>At five venues in New York City, Manhattan (Upper East Side, Chelsea, Midtown, Greenwich Village, Hells Kitchen)<br /> Tuesday, September, 19th to Monday, September, 25th 2006 </p> <p>&quot;- Ever been to a private dwelling at Upper East Side, perhaps to one with a magnificent view on Central Park and a porch appropriate to the social position of its inhabitants? It might look like a pleasure to live there at first, but you shouldn't judge too easily. The remnants of familiy traditions fill as furniture actually generous town lofts and are often accompanied by newer objects made to look alike; or interior designers have left undeniable traces in a permanent race to compete in what is representative and socially indispensable. But more things linger in the heads of some old-established family bonds, network of relatives, not to mention the neighbours - among them some stories you don't want to know and topics you should better not come up with. But let's have a look just at the furnishing and see what we can do about that...&quot; </p> <p>Along with an ongoing conversation with the inhabitants, the artist Ruediger John altered furnishings and interior design elements within the residences, added objects and parts to camouflage or as situative emphasises - according to his aesthetic approach of artistic work. Focused details by taking photos will become part of the permanently exhibited art. </p> <p>This exhibition is part of a week-long series of events and meetings referring to the european turn-of-the-century intellectual salon culture. Curated by Paul Kovac, in five private spaces an invited audience will meet, participate, discuss and enjoy exhibited works of art, literature and music, performances and presentations. To be visited by invitation only.</p> <p>Ruediger John, New York City 2006</p>
2006-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/family-values.html https://artrelated.net/ruediger_john/family-values.html
Human being, Person, Community, Individual, Culture, Communication, Cognition, Identity, Authenticity
<p>A human being is a living creature. A person <em>(lat. persona: face, actor’s mask)</em> represents images of roles in ceremonial rites. A human being is a person as a personage with an accumulation of masks. Community is formed when there is a continuing agreement on rituals <em>(lat. ritus: a uniformed form or manner governing actions)</em>. Community is the responsible integration of individuals <em>(lat. individuus: indivisible)</em>, with a focus on shared values <em>(lat. valere: estimate, judge)</em>. Culture means participation in a community. Human beings create and are a part of their culture <em>(lat. culturare: to foster, care)</em>. Culture makes a human a person. Culture is a reflective process <em>(lat. reflectere: to bend/correlate back; lat. procedere: to go forward)</em> specific to every community ensuing traditions <em>(lat. tradere: to deliver, betray)</em> and serving to differentiate <em>(lat. dif-: set apart; ferre: to carry)</em> its society and its social <em>(lat. socius: companion)</em> subsystems <em>(lat. sub: under, below; gr. syn-: together; histanai: to place, cause to stand)</em>. The processes of social reflection are processes of communication <em>(lat. communicare: to share)</em>. Communication is a coherent <em>(lat. cohaerere: to relate, adhere)</em> multilogue <em>(gr. multi: many; logos: studies, discourse, opinion)</em>. Contact <em>(lat. con-: together; tangere: to touch)</em> is a social prerequisite for communication, and perception <em>(gr. aisthesis: conscious sensory experience)</em> is an individual prerequisite for contact. Perception is a subjective <em>(lat. subjectus: to subdue, being under authority)</em> action. Action is the result of the individual process of cognition through primary experience <em>(lat. primus: basic, primary, direct; lat. experiri: to try)</em>. Education is the guided individual process of gaining knowledge. Communicated processes of cognition are the participation in processes of social reflection. Education and primary experience are cultural processes which form identity. Identity <em>(lat. identitas: sameness)</em> is the ability to reconciliate the individual and the person. Consistency <em>(lat. conciliare: to unite, stand firm)</em> is authenticity <em>(gr. authentikos: original, as a matter of principle)</em>. Authenticity is an ideal <em>(lat. idein: to see)</em>. Ideals are abstractions <em>(lat. abstrahere: to drag away, to deduce)</em> as cultural absolutes and are (collectively accepted and derealized) constructs of reality providing a society with meaningful common dreams and visions (objectives and wishful thinking).</p> <p><a href="community-individual-identity.pdf">Human being - Person - Community - Individual - Culture - Communication - Cognition - Identity - Authenticity</a></p>
2006-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/community-individual.html https://artrelated.net/ruediger_john/community-individual.html
Publikation: Raffinierter überleben – Strategien in Kunst und Wirtschaft
<h4>›Raffinierter überleben – Strategien in Kunst und Wirtschaft‹</h4> <p>(Kulturfabrik am Flutgraben)<br /> Mari Brellochs/Henrik Schrat (Hgg.),<br /> u.a. mit Dirk Baecker, Pierre Guillet de Monthoux, Fritz B. Simon, Matt Statler, Wendelin Küpers, Holger Kube Ventura<br /> Kadmos Kulturverlag, Berlin, 2005</p> <h5>Ruediger John:</h5> <p><a href="kulturelle-verantwortung.html">Erweiterte Erkenntnisfähigkeit durch kulturelle Kontextualisierung – Der Künstler als Coach und Consultant in Unternehmen – Kriterien und Ansätze einer kritisch-ästhetischen Praxis</a></p> <p><a href="corporate-cultural-responsibility.html">Extended Cognitive Ability through Cultural Contextualisation – The Artist as Coach and Consultant in Corporations – Criteria and Dispositions of a Critical-Aesthetic Practice</a></p> <p><a href="Erweiterte-Erkenntnisfaehigkeit.pdf">http://artrelated.net/ruediger_john/Erweiterte-Erkenntnisfaehigkeit.pdf</a></p> <p><a href="Extended-Cognitive-Ability-PV.pdf">http://artrelated.net/ruediger_john/Extended-Cognitive-Ability-PV.pdf</a></p> <h5>Verlagstext:</h5> <p>Kann es eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Kunst und Wirtschaft geben, die sowohl künstlerischen als auch wirtschaftlichen Anforderungen gerecht wird? Themen wie Management kreativer Prozesse, Innovations- und Motivationsforschung und Lernprozesse in Organisationen fließen verstärkt in den wirtschaftlichen Diskurs ein. Der Markt wird als Ort wahrgenommen, der vom sozialen und kulturellen Verhalten der Kunden, Stakeholder und anderer Interessengruppen bestimmt wird. Unternehmen als dominierende gesellschaftliche Organisationsform rücken so auf verschiedene Weise in den Fokus der Kunst. Künstler gehen ihrerseits vermehrt dazu über, ihre Rolle als Dienstleister und Unternehmer in ihr künstlerisches Selbstverständnis zu integrieren. Darüber hinaus verbinden sich soziale Verantwortung, Lernfähigkeit und Nachhaltigkeit Fragestellungen, die sowohl im wirtschaftlichen als auch im künstlerischen Kontext diskutiert werden. Das Buch vergleicht verschiedene Perspektiven dieses Diskurses und arbeitet Trennlinien und Schnittstellen zwischen Kunst und Wirtschaft heraus.</p> <p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3865990096/sicverlfurkri-21">Raffinierter überleben – Strategien in Kunst und Wirtschaft</a></p>
2005-10-10 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-publikation-raffinierter-ueberleben.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-publikation-raffinierter-ueberleben.html
Political Art/Critical Aesthetics
<p><img src="otgun-ruedigerjohn01.jpg" alt="o.T., Ruediger John, Digital Image Composition" title="o.T., Ruediger John, Digital Image Composition" /></p> <p><strong>Martin Piaček: How would you characterise your work, both theoretical and practical, and how one effects the other?</strong></p> <p>Ruediger John: Concerning the practice of my work, I think the attribute &quot;situative&quot; describes it best - meaning, the work implies making the conditions of its context and my attempt to associate a broader horizon of topics a core theme, may it be by a traditional object, a text or book, an installation or simply a temporal gesture - and it is a process-oriented work.<br /> My relation as an artist to my work, the work of other artists, to the art world in general and to society the term &quot;Systemic Art&quot;, relating to Systems Theory, describes best that it is focused on relations (differences, interactions, values) between subsystems and contexts in society, rather than the creation of objects as mythical manifestations and post-modern religious and representational surrogates or as a way of self-identification.<br /> Both descriptions have in common, that there is no conditional reference to the traditional way art historians classify artistic work in a canon according to the media being used and there is also no need to break down the term &quot;artist&quot; into specialized sub-types like installation-artist, media-artist, curator/author/artist or whatsoever, which is commonly done within the art system as delimitations. I call myself an artist, because my profession and passion follows a phenomenological-selfreflexive-practical-aesthetic way of perception and creation.</p> <p><strong>Martin Piaček: Could you describe closer some of your projects?</strong></p> <p>Ruediger John: The scope of works cover different methods and media. For example a video tape with a chimney fire for your home TV, but turning the picture upside down and altering some more parameters. It was sold in galleries and video stores intended for private persons to put it on when inviting to a private party or the like, possibly nudging the conversations at the table towards topics other than usual and challenging the common perception and triggering a different reflexion and dialogue.<br /> In a different work I secretly manipulated the trailer previews on regular rental video tapes to create an irritative situation for the following customers.<br /> In 1994 I created a mobile TV station kit to broadcast within neigborhoods statements and questions on privacy, lethargy and the controlling of masses, occupying a private TV channel. A small manual on how one can create a TV station on your own was published. I also used this kit to make internal discussions of board meetings at the academy public, broadcasting on its campus.</p> <p>Different processes and media: I did a research on IQ-tests, examining the criteria and mathematics behind their analysis and took part in two tests, manipulating the results to a maximum simply by training myself accordingly. This work for example resulted in nothing more than a small publication and an interview for a show. Other works include creating soundscapes in public space, importing an exotic atmosphere at night into the city, documenting the positions of a seating area and reconstructing it exactly the day after, creating a notation and visual linking code and combining newspaper clippings and publications on a associative desktop, installing a CCTV system to show live what was going on behind the scenes in a theater production and so on.</p> <p>Different contexts: Since 1997 at times I am working within several organizations as a &quot;Critical Aesthetic Coach and Consultant&quot; manipulating social dynamics to make the employees, the management and ultimately the organization aware of aesthetic implications and ethical criteria in everyday business. These projects included for example creating a temporary jungle by emptying out an open-plan office completely for all the plants within the company to be put in and at the same time crowding the employees within the limited space left. I induced this by using a communication gap between management and employees and this intervention provoked several strong reactions and changes. More projects involved such actions as to create a library within a company, moderating and implicitly influencing discourses, individually coaching CEOs that are concerned in questions of sense, meaning and identification and so on.</p> <p>In a faculty exhibition I challenged as visiting professor colleagues with my contribution in questioning the habitual, ritual ways of teaching withing a constructive confrontation to create awareness on a contemporary way art academies should understand their role in society - for example claiming and fostering a professional way of aesthetic thinking.</p> <p>And lately we conducted in as a team an artistic research project on ways and visions, failures and reflexions on the interaction of art, science and economy, publishing a book that continues along the lines of a speech and publication I did within the Artists In Discourse Initiative earlier.</p> <p><strong>Martin Piaček: Do you consider your work to be primarily political, or politically motivated, or what are other main motives?</strong></p> <p>Ruediger John: My way of working follows an aesthetic approach - which means for example I examine phenomena and I examine what/who relates to them under what kind of criteria and values, as well as how it affects myself. If you take &quot;political&quot; in the sense of the greek &quot;zoon politikon&quot;, of course it is political - since I try to intervene and intrude into relations between different groups and interests, focusing on making complexity, different value-bases and constructions of reality perceptible.</p> <p>In my opinion most of the so-called &quot;Political Art&quot; plays forms of simplifying protests or provocations, often in a purely symbolic way, and could be called merely an &quot;Agitatory Art&quot; that does not try to cope with responsibility - which is intrinsic to being political. Generally, more modesty would do good to most of the art field, which tends to develop into being a plain spectacle of parts of society. Most artists lack the basic knowledge or are too narcissistic to be political with a momentum.</p> <p>My interests of working are diverse; when I address the art system and art market it could be that I point out the lack of self-reflection, incrusted hierarchies and structures of power, the lack of self-esteem of artists and how they let themselves being put into the role of craftsmen creating examples for curatorial concepts or articles of commerce for representational purposes. When I address the topic of economy I try to intrude into that part of society, sometimes using forms of camouflage and creating a way of communication to infiltrate aesthetic values into the everyday routine of that context.</p> <p>I define my artistic way of working as &quot;Critical Aesthetics&quot; to differentiate it towards the decorative, object-centric, representation-oriented self-identification, self-sufficient and easily misused way of works in art and to point out, that it needs more and other qualifications to make aesthetics a momentum in society.</p> <p><strong>Martin Piaček: What are the main ways of presentation of your work, how do you want to be seen by others?</strong></p> <p>Ruediger John: The ways of presentation depend on the topic and situation of the process of creation. Sometimes a gallery is just the right place because I want to address people going there or work on a topic that is relevant just in that field, sometimes a public place is the location for unannonced interventions because it might be crucial that passers-by do not identify it as art at once, sometimes it fits perfectly into the realms of a company because in this relatively closed area it effects just at that intensity it needs. I do not care much if people see me as an artist first or as a coach/consultant or whatsoever - it is important to me that I know why I am doing something, meaning that I have a vision or goal that emerges out of my artistic/aesthetic intention.</p> <p>So I am quite often being critizised by (so-called) art theorists of being somewhat a traitor to art just because they cannot apply their dogmatic criteria of judgement - which I am aware of contending - and sometimes corporate managers see me more as an entrepreneur. They both help me indirectly to prove my standpoint, although it is often hard to put something in opposition to their powers of multiplication to affect opinions in public.</p> <p><strong>Martin Piaček: Ruediger, thank you for this interview.</strong></p> <p><img src="strasbourg01.jpg" alt="Strasbourg, Installation" title="Strasbourg, Installation" /></p>
2005-09-01 https://artrelated.net/ruediger_john/political-art.html https://artrelated.net/ruediger_john/political-art.html
Kunst und Kunsttherapie: Milieuspezifische Wirklichkeitskonstruktionen und systemische Definitionsunterschiede
<p>_»Kunst ist nur die Wahrnehmung von Wahrnehmung; sonst wäre sie Ornament oder Fetisch.«_2</p> <p>Die Möglichkeiten kunsttherapeutischer Dokumentation und Forschung hängen nicht zuletzt vom milieuspezifischen Kontext und den damit verbundenen Bezugswissenschaften ab, in dem man die Kunsttherapie ansiedelt. Wichtig ist die definitorische (einschränkende) Verwendung des Wortes »Kunst« in der Praxis der »Kunsttherapie« im Vergleich zu einer gesellschaftlich-kulturellen Bedeutung des Begriffes. Da therapeutische Anwendungen funktional auf die Arbeit und persönliche Entwicklung des Akteurs/der Akteurin (Klient) orientiert sind, sich also nicht zwangsläufig Kriterien und Prämissen einer gesellschaftlichen Bedeutung (Relevanz) von Kunst stellen müssen, sollten Prozesse und Ergebnisse unter therapeutischen, nicht unter kulturellen Aspekten bewertet werden. Die begriffliche Verunklärung schmälert nicht nur den objektivierenden Blick auf sinnvolle Anwendungen künstlerischer, bzw. besser: kreativer Methoden in der Persönlichkeitsbildung und ihrer heilenden Wirkungen, sondern wird auch der Bedeutung von Kunst als gesellschaftliches Subsystem nicht gerecht. Müssten also Kunsttherapeuten3 nicht mit einem anderen Selbstverständnis als dem der Anlehnung an »Kunst« ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen und, präziser, von »Kreativitätstherapie« oder »Ästhetischer Therapie« sprechen. Dann ließen sich Methoden, die therapeutischen Anforderungen folgen mit den von den Künsten entlehnten und funktionalisierten Elementen vereinbaren.</p> <h5>1. Kunst und Therapie - wie Widersprüchliches vereinen?</h5> <p>Die Kunsttherapie ist erst seit ca. 70 Jahren eine sich verselbständigende berufliche Tätigkeit. Als eine junge Disziplin befindet sie sich mitten im Prozess ihrer Autonomisierung und ist nicht zuletzt deshalb bisher theoretisch und wissenschaftlich unzureichend fundiert und reflektiert. Kunsttherapeuten vereinen in ihrer Berufsbezeichnung zwei sich deutlich unterscheidende Prämissen des Handelns und der daraus resultierenden Anforderungen an ihre Tätigkeit; in der Auseinandersetzung changieren Definitionen des Selbstverständnisses zwischen Extremen (dem „Künstler, der Klienten durch Kunst therapiert“, bis zum „Therapeuten, der Klienten in der Therapie künstlerische Techniken anwenden lässt“4. Es stellt sich also innerhalb der Disziplin »Kunsttherapie« die Frage, von welchem (gemeinsamen) Verständnis von »Kunst«, »Künstler« und »Therapeut« ausgegangen wird und welche Schwerpunkte der Methoden und der Ausbildung deshalb nötig sind. Die unterschiedlichen Definitionen von Kunsttherapie gehen in ihrer Bedeutung über das individuelle Selbstverständnis des einzelnen Kunsttherapeuten hinaus, da sie sich direkt auf interne Kommunikations- und Theoriebildungsprozesse, sowie auf die externe Wahrnehmung der Disziplin und auch auf ihre Integrationsfähigkeit in das Gesundheitswesen auswirken.</p> <h5>Handeln in Verantwortung oder nach individuellen Präferenzen?</h5> <p>Jede Form der Therapie ist klaren Kriterien und Verantwortungen verpflichtet, will sie dem medizinischen Kodex und dessen ethischen Grundlagen entsprechen. Nur wenn sie diesen Grundlagen entspricht, ist der Begriff »Therapie« gültig anwendbar.<br /> Die Gesundung des Patienten, als eine Eliminierung von Symptomen, die im alltagspraktischen Handeln der Betroffenen nach einem allgemein anerkannten Kanon als dysfunktional definiert werden, steht im Mittelpunkt der Aufgabe des Therapeuten, der sich somit auch einem gesellschaftlich normierenden Verständnis von »gesund« und »krank« unterordnet. Selbst wenn er für sein Handeln den individuellen Leidensdruck des Patienten zur Grundlage macht, folgt er, gemäß Adressat (Auftraggeber) und (klinischem) Umfeld, Maßstäben die sein Berufsstand und dessen gesellschaftlich definierte Aufgabe festlegt, sowie den (selektierten) Bedürfnissen des Klienten (Patienten) - vorausgesetzt er interveniert zu dessen Wohlergehen. Therapeuten sind Dienstleister im Milieu der medizinisch-sozialen Dienste und handeln in Pflicht und Verantwortung für Andere (die Klienten) (also nicht einfach nach persönlichen Präferenzen) und reduzieren dabei Optionen des Handelns auf solche Handlungen, die funktional auf die des Helfens orientiert sind. </p> <p>Kunst hingegen geht nicht a priori von einer Verantwortung gegenüber den Rezipienten und Akteuren aus, sondern stellt dies in die Entscheidung der individuellen ethischen Haltung des Künstlers. Selbstverständlich gelten für ihn als zoon politikon ebenfalls die gesellschaftlichen Regeln eines friedlichen Miteinanders, der Bruch dieser Regeln ist jedoch grundsätzlich Teil der Optionen seines beruflichen Handelns (und ist nachgerade paradoxes5 Abziehbild aufgeklärt - bürgerlichen Kunstverständnisses). Kunst als autonomes gesellschaftliches Subsystem greift auf ein deutlich anderes Wertegerüst zurück als die Kunsttherapie. Das therapeutische Umfeld gewichtet dieses anders und schafft so für künstlerisches Arbeiten einen Rahmen, der die Handlungsfreiheit grundlegend einschränkt und Zielsetzungen (einseitig) festlegt.</p> <h5>Fokus des Handelns - Individuum oder Gesellschaft?</h5> <p>Therapeutische Arbeit (am Menschen) hat nicht nur einen klar umrissenen Tätigkeitsbereich, sondern auch einen eindeutigen Adressaten ihres Handelns: der dem Therapeuten überantwortete Klient als Individuum (beziehungsweise eine Gruppe von Klienten als Individuen) und dessen Kommunikation als Symptomträger6.<br /> Therapie ist vor allem auch deshalb wirksam, weil sie für Klienten temporär ein geschütztes Umfeld als Milieu mit eigenen Regeln und Wertesystem schafft. Erst in dieser Atmosphäre werden sozialer Druck und persönlicher Stress des Klienten soweit gemildert, dass erfolgreich gearbeitet werden kann. Der Fokus der therapeutischen Interventionen liegt dabei auf einem persönlichen Umgang mit dem Gegenüber und dessen Befindlichkeiten, Wünschen und Bedürfnissen; Wirksamkeit und erfolgreiche Tätigkeit wird an dessen Reaktionen und Entwicklungen gemessen. So kann der Therapeut beispielsweise in diesem Milieu Festlegungen mit den Beteiligten treffen, die in einem gesellschaftlichen Kontext keine Relevanz haben, wohl aber Prozesse in der Gruppe positiv fördern. </p> <p>Künstlerische Tätigkeit hingegen ist nicht auf ein spezifisches soziales Milieu orientiert und muss nicht im Sinne einer Auftragserfüllung einer Personengruppe Ergebnisse erzielen7. Vielmehr ist Kunst eine kulturell bedingte Konstruktion, also dem Wertesystem im (gesamt-)gesellschaftlichen Kontext zugeordnet und somit zugleich den Wertungen aller anderen Subsysteme (wie beispielsweise der Wirtschaft, Wissenschaft, Politik etc.) ausgesetzt; künstlerische Tätigkeit richtet sich nach diesem Umstand. Das heißt, Kunst im Eigentlichen ist immer auf Gesellschaft orientiert und bezieht ihre Gültigkeit in Bezug zu dieser.</p> <h5>Künstlerische Techniken oder Kunst?</h5> <p>Die Praxis der Kunsttherapie wird von der Verwendung der klassischen Techniken (Malerei, Bildhauerei etc.) künstlerischen Arbeitens beherrscht; situative, aktionistische, interventionistische oder gar politische und dekonstruktivistische Vorgehensweisen, wie sie unter anderem in Fluxus, Dada und der Situationistischen Internationale Verwendung fanden, kommen nicht methodisch vor. Die Therapie blendet so einen wesentlichen Teil des Kunstdiskurses und der Genese von »Kunst« aus und greift für ihre Klienten auf das Basis-Handwerkszeug kreativen Gestaltens zurück. </p> <p>Laien sollen sich mittels künstlerischer Techniken kreativ betätigen und in der Gestaltungs- und Wahrnehmungsarbeit eine Konzentration und Sensitivität ihrer selbst bewirken, die Prozesse im Hinblick auf die therapeutische Zielsetzung fördern. Laien deshalb, weil die Klienten bisher nicht ausschließlich oder gar beruflich (in Bezug zum Kunstdiskurs) künstlerisch tätig waren8, meist auch eher ein klassisch-bildungsbürgerliches Verständnis von Kunst haben und dann auch die entsprechenden Medien wählen. Ergebnisse aus der Beschäftigung haben denn auch den Charakter von kontemplativem Arbeiten, der Erzeugung von Erfolgserlebnissen und ersten Schritten in Selbstfindungsprozessen. Der Weg zu einem Werk, das jenseits der Selbstreferenz in einer persönlichen Befindlichkeit rezipiert wird oder eben an den zeitgenössischen kulturellen Diskurs und Begriff von »Kunst« anschlussfähig ist, um im gesellschaftlichen Sinne Kunstwerk zu sein, ist da noch sehr weit (oder gar ein anderer). </p> <p>Gleichwohl fördert die Atmosphäre kreativen Arbeitens eine vertrauensbasierte Kommunikation, sowohl unter den Klienten, als auch zum Therapeuten; in der scheinbaren Abwendung vom Thema der Krankheit und der Möglichkeit mittels des Dialoges über eine dritte Instanz (kreatives Erzeugnis) und dessen Ressource als Symbol- und Bedeutungsträger lassen sich komplexe Befindlichkeiten und Situationen als begreifbare Versatzstücke in die Behandlung einbeziehen - und dies ist der eigentliche Nutzen für die Therapie. </p> <h5>Mentor oder Akteur und Autor?</h5> <p>Der Kunsttherapeut handelt dabei in zweierlei Form zugleich (im besten Falle): einerseits gebraucht er seine Wahrnehmungsfähigkeit als künstlerisch-ästhetisch Geschulter9, andererseits interveniert und kommuniziert er als therapeutischer Experte. Er gebraucht also einen Teil der Fähigkeiten aus einer Disziplin für eine Tätigkeit in einer anderen. Er handelt dabei als Therapeut und sollte darin »Experte« auf dem aktuellen Stand therapeutischer Entwicklungen sein; seine Wahrnehmungsfähigkeit bedarf nicht notwendigerweise des Selbstverständnisses als Künstler, wohl aber eher einer Ausbildung die auch soziologische, gestaltpsychologische, bildwissenschaftliche, neurologische, sprachwissenschaftliche Elemente (um nur einige zu nennen) als Fundament beinhaltet. Der Kunsttherapeut gestaltet Prozesse in seiner Tätigkeit nach therapeutischen Prämissen und nicht nach künstlerischen10. Sein Ziel kann es nicht sein, Klienten ein künstlerisches Agens näher zu bringen (sie also beispielsweise zu Künstlern zu bilden), sondern mittels der Anwendung offener und schöpferischer Handlungsformen Erkenntnis- und Willensbildungsprozesse zu evozieren. Den künstlerischen Gestaltungswillen eines Therapeuten als Künstler auf Klienten anzuwenden ist (im Sinne der Vermeidung von Phänomenen wie unreflektierter Übertragung / Gegenübertragung usw.) sicher in den meisten Fällen11 kontraindiziert.</p> <h5>2. Kunst als Kommunikationssystem und gesellschaftliches Subsystem</h5> <p>Versteht man den Begriff »Kunst« grundsätzlich im kulturellen, gesellschaftlichen Sinne, also als autonomes, ausdifferenziertes Subsystem mit eigenem Wertegerüst, müssen sich zwangsläufig alle um diesen Begriff gruppierenden Berufe der »Angewandten Künste«12, deren Wurzeln gleichwohl mit denen der Kunst gemeinsam sind, die kritische Frage nach einer heute noch validen Bezugnahme auf die Kunst gefallen lassen. Möglicherweise muss man der Kunst dabei die gesellschaftliche Funktion, beziehungsweise Disziplin, einer Grundlagenforschung im Praktischen-Ästhetischen zugestehen, deren Erkenntnisse und Ergebnisse in anderen Disziplinen Anwendung finden, so auch in der Kunsttherapie, die jedoch durch den ihr eigenen Auftrag und die daraus resultierende Verantwortung nicht Teil der Kunst selbst ist und diese auch nicht reflektiert. </p> <p>Versteht man den Begriff »Kunst« als Bezeichnung eines Kommunikationssystems mit spezifischen Eigenschaften ohne eine explizite kulturelle, gesellschaftliche Bezugnahme der Funktion, so kann dieser in nahezu jedem Milieu (gesellschaftlichen Subsystem) gültig verwendet werden, in dem man sich unter anderem auf einen Ritual- und Zeichenkanon mit Formen und Medien (aus) der Kunst verständigt hat: also »Kunst in der Therapie«, »Kunst in der Schule«, oder kurz: »Schulkunst« und »Therapiekunst«. Diese Begriffsbeispiele machen auch klar, wie einfach eine Bezugnahme auf das Kommunikationssystem Kunst und zugleich der milieuspezifischen Provenienz und Relevanz erfolgen kann.</p> <h5>3. Kunsttherapie als Ästhetische Therapie?</h5> <p>Für die Kunsttherapie bedeutet dies, dass sie als eigenständige Disziplin sich aktiv zu den benachbarten abgrenzen muss um ein eigenes Wertegerüst, sowie Strukturen (Rituale) der Stärkung ihrer Autonomie zu entwickeln, um anerkannt zu werden. Dies schließt sowohl einen bewussten Umgang mit ihren Wurzeln in der Kunst, als auch eine Anschlussfähigkeit an andere therapeutische Methoden und die Fähigkeit zur Absorption dieser Methoden ein. Insbesondere wenn konstruktivistische und systemische Grundlagen reflektiert eingesetzt würden, wären, neben den ästhetischen, gestalterischen Herangehensweisen, theoretische Formen des Umgangs u.a. mit multiplen Wirklichkeiten, Überkomplexität und impliziter Subjektivität sinnvoll ergänzend gegeben. Dies hieße auch, dass sich die Kunsttherapie aus der subjektiven, intuitiven künstlerischen Arbeitsweise zu einer »Ästhetischen Therapie« mit einem breiter reflektierenden Expertentum zum Nutzen des Klienten (und des Therapeuten) emanzipieren könnte. Neben einer anderen Schwerpunktsetzung in der Ausbildung von Kunsttherapeuten hinsichtlich praxisnaher Theoriebereiche wie auch eines anderen Selbstverständnisses, hülfe eventuell zusätzlich eine bewusste (Nicht-)Nutzung des Wortes »Kunst«. </p> <p>Berlin/Barcelona 2005 </p> <p>1 Überarbeiteter Beitrag des Symposions für die Publikation ›Grundlagen, Modelle und Beispiele kunsttherapeutischer Dokumentation‹, ISBN 978-3-631-55052-6, Peter Lang Internationaler Verlag der Wissenschaften, 2007<br /> 2 Granosalis, D. (1916): „vide, dice, impera“. Liechtenstein<br /> 3 Auf die Nennung femininer und maskuliner Formen in jedem relevanten Fall verzichte ich der besseren Lesbarkeit wegen; sie seien beide gemeint.<br /> 4 Da ich nicht Kunsttherapeut bin, sondern quasi als geladener »Externer Experte« über diese spreche, verlasse ich mich bei den meinen Schlussfolgerungen zugrunde liegenden Phänomenen auf die Erzählungen, Beschreibungen und Gespräche der teilnehmenden Kunsttherapeuten des Symposions.<br /> 5 Einerseits wird der Künstler als »Rebell« (im Nachhinein) hofiert, andererseits jedoch in der Musealisierung und als kultureller Repräsentant domestiziert<br /> 6 Im konstruktivistischen Verständnis wird bei der Ursachenforschung die Aufmerksamkeit von der Person auf die Kommunikation verlagert.<br /> 7 Das heißt nicht, dass sie in unterschiedlichen Subsystemen spezifisch genutzt wird (zum Beispiel als Ornament der Repräsentation, als Ware, als sozialer Marker etc.).<br /> 8 Ich behaupte, dass ein Versuch, Künstler mittels Kunsttherapie zu therapieren, gründlich fehlschlagen würde.<br /> 9 Er muss nicht »Künstler« sein, um in der Wahrnehmungsfähigkeit geschult zu sein.<br /> 10 Der Kunsttherapeut ist nicht künstlerischen, sondern den therapeutischen Anforderungen in oberster Priorität verpflichtet ist.<br /> 11 Das gilt insbesondere, wenn dessen künstlerisches Selbstverständnis noch klassisch mystisch, symbolorientiert oder gestisch geprägt ist.<br /> 12 Dies gilt nicht nur für die Kunsttherapie, sondern beispielsweise auch für die Bereiche Grafik-Design und die Illustration, die sich, ausgehend von der Bildenden Kunst, zu eigenen Berufen mit spezifischem Kanon und Wertegerüsten entwickelt haben und sich jetzt deutlich zur Kunst hin unterscheiden.</p> <p><a href="Kunst-Kunsttherapie-Definitionsunterschiede.pdf">Kunst und Kunsttherapie: Milieuspezifische Wirklichkeitskonstruktionen und systemische Definitionsunterschiede</a></p> <p>Erschienen in: Peter Sinapius, Michael Ganß: ›Grundlagen, Modelle und Beispiele kunsttherapeutischer Dokumentation‹, ISBN 978-3-631-55052-6, Peter Lang Internationaler Verlag der Wissenschaften, 2007</p>
2005-03-04 https://artrelated.net/ruediger_john/kunst-und-kunsttherapie-definitionsunterschiede.html https://artrelated.net/ruediger_john/kunst-und-kunsttherapie-definitionsunterschiede.html
Privates Sehen - Beobachtungen und Interventionen in unterschiedlichen sozialen Milieus
<p><img src="bisoziation09.jpg" alt="PRIVATES SEHEN, Bisoziation" title="PRIVATES SEHEN, Beobachtungen und Interventionen in unterschiedlichen sozialen Milieus" /></p> <p><img src="auswertung02.jpg" alt="PRIVATES SEHEN, Beobachtungen und Interventionen in unterschiedlichen sozialen Milieus" title="PRIVATES SEHEN, Beobachtungen und Interventionen in unterschiedlichen sozialen Milieus" /></p> <p><img src="reader-erstellen12.jpg" alt="PRIVATES SEHEN, Beobachtungen und Interventionen in unterschiedlichen sozialen Milieus" title="PRIVATES SEHEN, Beobachtungen und Interventionen in unterschiedlichen sozialen Milieus" /></p> <p><img src="einleitung03.jpg" alt="PRIVATES SEHEN, Beobachtungen und Interventionen in unterschiedlichen sozialen Milieus" title="PRIVATES SEHEN, Beobachtungen und Interventionen in unterschiedlichen sozialen Milieus" /></p> <p><img src="gespraech04.jpg" alt="PRIVATES SEHEN, Beobachtungen und Interventionen in unterschiedlichen sozialen Milieus" title="PRIVATES SEHEN, Beobachtungen und Interventionen in unterschiedlichen sozialen Milieus" /></p> <p><img src="reader-erstellen11.jpg" alt="PRIVATES SEHEN, Beobachtungen und Interventionen in unterschiedlichen sozialen Milieus" title="PRIVATES SEHEN, Beobachtungen und Interventionen in unterschiedlichen sozialen Milieus" /></p> <p><strong>Universität der Künste Berlin, Institut für Kunst im Kontext</strong><br /> <strong>Explorativer Workshop 18. Juli - 20. Juli 2005, mit Ruediger John</strong></p> <p>Bei Aufenthalten in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten und sozialen Vergemeinschaftungen sind jeweilig typisierende Eigenschaften, Rituale und Codes gültig. Ausgehend von einer, im Gespräch getroffenen, Auswahl an Milieus und Orten, werden aus künstlerischer Perspektive Wechselwirkungen/Wirkprinzipien, Relationen zwischen Betrachtenden und Betrachteten, Massen- und Machtverschiebungen etc. in Momenten der Sozialisation als subjektive Recherche an mehreren Orten untersucht (Exkursionen) und Interventionen (spontan szenisch agierend oder geplant gestaltend) als Handlungsoptionen gemeinsam entwickelt und experimentell erprobt. Ergebnisse, Aufzeichnungen und Feststellungen aus diesen Maßnahmen werden zusammengestellt und dokumentiert.</p> <h5>Zeitplan:</h5> <p>/ 1. Tag - Einführendes Statement, Diskurs und Mindmapping, Planung und Vorbereitungen; 2. Tag - Exkursionen in Teams, Dokumentation; 3. Tag - Exkursionen in Teams, Auswertung, Abstraktion, Ergebnissicherung/Urteil</p> <h5>Organisatorisches:</h5> <p>Wir haben, mit drei Tagen, für dieses Programm ein knappes Zeitbudget, so daß Ergebnisse wohl fragmentarisch bleiben werden - das sollte aber nicht von Engagement abhalten, da Erarbeitetes eine Vorlage für weitere Aktivitäten bilden könnte.</p> <h5>Literaturliste:</h5> <p>Wittgenstein, Ludwig: »Tractatus logico-philosophicus«, Edition Suhrkamp, 1963<br /> Agamben, Giorgio: »Die kommende Gemeinschaft«, Merve 2003<br /> Agamben, Giorgio: »Ausnahmezustand«, Suhrkamp 2004<br /> Sloterdijk, Peter: »Die Verachtung der Massen«, Suhrkamp 2000<br /> Foerster, Heinz von: »KybernEthik«, Merve 1993<br /> Latour, Bruno: »Wir sind nie modern gewesen«, Fischer Frankfurt 1998<br /> Watzlawick, Paul: »Die erfundene Wirklichkeit«, Piper 2002<br /> Canetti, Elias: »Masse und Macht«, Fischer Frankfurt 1960<br /> Thoreau, Henry David: »Resistance to Civil Government«, div.<br /> Machiavelli, Niccolo: »Discorsi«, div.</p> <p>Teilnehmende:<br /> Monika Rechsteiner, Yurie Ido, Marina Landia, Petra von den Berg, Rüdiger Schlömer, Mirya Gerardu, Despina Stokou, Ella Hering, Barbara Müller, Iwona Dubiel</p>
2005-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/privates-sehen.html https://artrelated.net/ruediger_john/privates-sehen.html
Erweiterte Erkenntnisfähigkeit durch kulturelle Kontextualisierung - Der Künstler als Coach und Consultant in Unternehmen - Kriterien und Ansätze einer kritisch-ästhetischen Praxis
<p>Neben einem vornehmlich auf den klassischen Kunstmarkt abzielenden Kunstschaffen beginnt sich eine gesellschaftsorientierte, interventionistische, prozessuale Kunst zu manifestieren.1 Außerhalb der gängigen Funktionen als gehobene Freizeitgestaltung oder als Mittel der sozialen Abgrenzung und Repräsentation von Macht, stellt sich die Systemische Kunst in einen anderen Kontext zu Gesellschaft und Kultur, erschließt mit erweiterten Qualifikationen Handlungsfelder zur kritischen Bearbeitung mit ästhetischen Mitteln und unterstützt beispielsweise auch in der Auseinandersetzung mit Unternehmen deren kulturelle Entwicklung, besetzt dabei neue Handlungsfelder, erfordert aber auch andere Kooperationsformen.</p> <h5>Unternehmen als Mikrogesellschaften – Wertebildung und Erkenntnisfähigkeit</h5> <p>Vereinfacht kann man sich »ein Unternehmen als Mikrogesellschaft vorstellen – eine Organisation (genauer: ein System), die in wesentlichen Elementen selbstreferentiell Kontingenz erzeugt, das heißt, sich als strukturiert (effizient), kompatibel (interaktionsfähig) und notwendig (effektiv), und damit gesellschaftlich kongruent erachtet. Wie in der Gesellschaft als ganzes, sind wesentliche Handlungen ritualisiert und Kriterien der Wahrnehmung und Wertung kollektiviert.«2</p> <p>Wie jedes autopoietische System tendiert auch das System »Unternehmen« zu einer Entkoppelung, so dass in einem Unternehmen die Wahrnehmung auf Kriterien der Wirtschaft vereinfacht, das Handeln nur noch begrenzt reflektiert wird und damit nur eingeschränkt erkenntnis- und interaktionsfähig ist (u.a. bis hin zur mangelnden gesellschaftlichen Integrationsfähigkeit und fehlender Wettbewerbstauglichkeit) oder dass sich Kriterien, Normen und resultierende Handlungen ergeben, die innere Strukturen (u.a. Verantwortungsbereiche, interne Kommunikation) unbewusst negativ beeinflussen. Ein Unternehmen im Wettbewerb, das existentiell Obsoletes leistet (Bedürfnisorientierung), benötigt eine hohe Erkenntnis- und Kommunikationsfähigkeit. Diese entsteht in der Bezugnahme der unternehmerischen Tätigkeit zu kulturellen Wertebildungsprozessen, gesellschaftlicher Kommunikation und Interaktion – bedarf also einer (bewussten) Kontextualisierung des Unternehmens mit Gesellschaft und kann sich nicht einfach auf die Optimierung von Produkten oder Herstellungsprozessen beschränken.3 Entscheidend dabei ist, dass Reflexionsarbeit nur in der Differenzierung von Kontexten stattfinden kann, also in der differenzierenden Bewertung (Kritik4) von Beschreibungen (Konstruktionen) von Wirklichkeit5 – sonst ist sie autistisch (operativ geschlossen).</p> <h5>Wertebasiertes/systemisches Coaching und kritisch-ästhetisches Coaching</h5> <p>Trotz dieser Erkenntnis setzen sogenannte wertebasierte oder systemische Coachings in Unternehmen erst innerhalb der Hierarchien und Organisationsstrukturen des Unternehmens an. Hierbei zeigt sich deutlich, dass die Definition des Begriffes »Wert« verschwommen und oftmals eher »Interessen« oder »Qualifikation« gemeint ist. Denn tatsächlich sind »Werte« soziale Konstruktionen, gleich ob in einer Gesellschaft oder im Subsystem Unternehmen; können also nicht schlüssig unter Ausschluss von kulturellen Kategorien thematisiert werden – will man nicht ›Werte-Inseln‹ in einem Unternehmen verstärken und die gesellschaftliche/kulturelle Anschlussfähigkeit unterminieren.6</p> <p>Das ›kritisch-ästhetische Coaching‹7 als eine Form der Systemischen Kunst relativiert und assoziiert kulturelle und gesellschaftliche Kriterien mit denen des jeweiligen Unternehmens auf kritische Weise und bedient sich hierbei ästhetischer8 Herangehensweisen. So werden nicht einfach nur innerhalb des Unternehmens und in der Ergebnisorientierung eines Auftrages Fragen der Motivation für Handeln und Ursachen für Verhalten thematisiert, sondern es werden Relationen zwischen Wahrnehmungskontexten und Bedeutungs- und Wertefragen als Anstoß für eine Erkenntnisarbeit in sinnhafter Orientierung erarbeitet. Diese ermöglichen erst eine differenzierte Reflexion und Erkenntnis und deren dauerhafte Verankerung. Kunst wirkt dabei, anders als Erklärungsmodelle und Formalisierungen aus Wirtschaft und Wissenschaft, nicht vereinfachend und damit einschränkend in der Wahrnehmung und Reflexion (die Wirtschaftswissenschaften gehen, wie die Naturwissenschaften, reduktionistisch vor), sondern ermöglicht einen indirekten Eindruck von Komplexität oder erstellt einen Verweis auf diese und schafft die Eventualität einer Primärerfahrung.9</p> <p>Kritisch-ästhetisches Coaching und Systemische Kunst sind dabei nicht auf das Unternehmensumfeld beschränkte künstlerische Tätigkeiten – im Gegenteil, ist systemisches Arbeiten immer in einem erweiterten, gesellschaftlichen Kontext zu verstehen, so dass der so reflektierende Künstler sowohl selbstverständlich Teilnehmender in der Ausdifferenzierung des Kunstsystems und dessen Formen der Alltagspraxis, aber vor allem auch ›Grenzgänger‹ (im Sinne einer Beobachtung zweiter Ordnung) ist.</p> <h5>Prozessuales künstlerisches Arbeiten – Systemische Kunst</h5> <p>»Künstlerische Tätigkeit, die mittels Abstraktion und Assoziation kritisch-ästhetisch Bedeutungen und Wertekontexte differenziert, definitorisch in der Kommunikation und Kontextualisierung arbeitet und auf eine Wirksamkeit auf gesellschaftliche Subsysteme abzielt, der Künstler also auf der Handlungsgrundlage einer prozesshaft reflektierten Haltung Medien zur Form-/Objekt-/Bildfindung nicht als Ausdruck, sondern zur Realisation einer Idee/eines Zieles als Anschauung mit politischer10 Relevanz gestaltet, nenne ich ›Systemische Kunst.‹«11 Vereinfacht gesagt: Systemische Kunst verzichtet oftmals auf die Schaffung von Objekten zugunsten einer Strategie der sozialen Konstruktion von Situationen, welche nicht explizit auf das Kunstsystem, sondern auf die Komplexität der Interaktionen der Bezugssysteme abzielen.</p> <h5>Kulturbegriff und Horizont unternehmerischen Handelns</h5> <p>Den Wahrnehmungs- und Erkenntnishorizont systemisch auf die gesellschaftliche Einbettung eines Unternehmens (das heißt auch dessen Abhängigkeit von einer intakten Gesellschaft) hin zu erweitern, gelingt nur unter Bezugnahme auf kulturelle Aspekte. ›Kultur‹ ist dabei nicht mit einer Kulturbranche als Markt oder einer veranstaltungsorientierten Freizeitbeschäftigung zu verwechseln. Vereinfacht gesagt, wird sie verstanden als gesellschaftsspezifisch tradierender, erkenntnis- und wertebildender Ritual- und Reflexionskanon, quasi als ›Vertrag über Verbindlichkeiten von Bedeutungen und des gegenseitigen Umgangs‹. </p> <p>Nur innerhalb einer ›kultivierten Gesellschaft‹ (populär gesprochen), das heißt der relativen Verbindlichkeit (Haltung) von Werten als conditio sine qua non für Ethik, Moral und den daraus resultierenden Gesetzen und Regeln, können Unternehmen existieren (einfaches Beispiel: Verträge können nur dann sinnvoll geschlossen werden, wenn deren Verbindlichkeit allgemein akzeptiert ist).</p> <p>Unternehmerisches Handeln (oder Wirtschaft als Subsystem), das eine gesellschaftliche Integration und kulturelle Entwicklung verneint, ist nicht erkenntnisfähig und entzieht sich die eigene zukünftige Basis (agiert also nicht kulturell nachhaltig). Klar ist dabei, dass kurzfristige und marketingorientierte Betrachtungszeiträume (wie eine Aktienkursperformance) keine adäquaten Handlungsoptionen entstehen lassen, weil sie beispielsweise eine generationenübergreifende gesellschaftliche Entwicklung nicht im Fokus haben, aber auch weil die angelegten Kriterien der Bewertung reduktionistisch und deshalb ›nur bedingt wahr sind‹.</p> <p>Das wirtschaftliche Handeln in der Ideologie des ›Neoliberalismus‹ offenbart darin besonders eine Reflexionslücke – vernachlässigt sie doch die Biografie der Kultivierung (Subjektbildungsprozess/Sozialisation) der selbst so Handelnden und ist damit nicht nur reduktionistisch wahrnehmend, sondern zugleich gesellschaftlich destruktiv tätig.</p> <p>Aus der Perspektive von Unternehmern gesprochen lautet also die Frage: Wie mache ich mir im alltäglichen Wirtschaftsleben persönliche Betroffenheit (Verantwortung) und die Komplexität des Handelns im gesellschaftlichen Kontext (kulturelle Nachhaltigkeit) klar, und wie können kulturelle Kriterien Teil des ritualisierten unternehmerischen Handelns (Alltag) und der Erkenntnisarbeit sein?</p> <h5>Künstlerisches Handeln als kritisch-ästhetisches Coaching</h5> <p>Eine Eigenschaft im künstlerischen Coachingansatz ist die Wirkung auf den Unternehmensalltag, die Anwendung ästhetischer Kriterien auf die täglichen Routinen und Rituale in der Wirtschaft. Erzeugt wird also eine aktive, phänomenologische Auseinandersetzung mit den Unterschieden, Ergänzungen, Kriterien und Wertesystemen der beiden Gesellschaftsbereiche. Mit dieser Konfrontation können festgefahrene Rituale, Sehgewohnheiten, Wahrnehmungsdefizite und simplifizierte Kommunikationen problematisiert, also aufgedeckt, werden. Der künstlerische Ansatz unterscheidet sich dabei grundlegend von gängigen Personalentwicklungs- und Kreativitätstrainings, da er die Komplexität und die Assoziation von Kontexten thematisiert, dabei die persönliche (systemisch reflektierte!) gestalterische Intention und Haltung des Künstlers/der Künstlerin als Grundlage hat, also Subjektivität als ein qualitatives Element12 einsetzt und eine Kriterienüberlagerung (und deren Differenzen) von Kunst und Wirtschaft sowie eine Kontextualisierung von Handlungen des Unternehmens intern und zu Gesellschaft hin verfolgt. </p> <p>Deshalb ist die Zielsetzung des Unternehmens oder der Beteiligten nicht unbedingter(!) Mittelpunkt von Maßnahmen, sondern eine künstlerische, ästhetische; das konkrete Handeln des Künstlers entzieht sich der unmittelbaren Kontrolle und Einflussmöglichkeit. Diese Situation erfordert vom Künstler ein anderes Selbstverständnis und Durchsetzungsvermögen sowie eine kritische Selbstreflexion, die auch diskursive und kooperative Arbeitsformen bedingen, da eine einseitige Vereinnahmung den Verlust der Möglichkeit autark zu handeln zur Folge hat. Im Unternehmen bedarf es einer besonderen Neugierde, um eine solche kritische Kooperation einzugehen – mit der großen Chance, einen grundlegend anderen Blickwinkel auf die Situation der Organisation und einen erweiterten Horizont für Handlungsoptionen im Persönlichen wie Institutionellen zu erlangen. Das künstlerische Coaching wirkt damit auf das Unternehmen als soziale Konstruktion und auf dessen Kommunikation ein, wobei der Ansatz nicht ein rein visueller13 ist oder Wissensakkumulation14 intendiert, sondern prozessual interveniert und auf Primärerfahrung geklärt] (Erleben) abzielt.</p> <h5>Künstlerische prozessuale Strategien im Unternehmen</h5> <p>Prozessuales15 künstlerisches Arbeiten bedeutet nicht, dass bestimmte Medien die Grundlage der Vorgehensweisen bilden, sondern dass die Entwicklung und Durchführung adäquater künstlerischer Maßnahmen im Vordergrund stehen. So sind Interventionen, die gewohnte (d.h. Stagnation verursachende) Verhaltensweisen verändern, möglich, aber auch begleitende Beobachtungen (ästhetische Analysen), moderierte Gespräche und Diskussionen sowie deren Aufbereitung und Wertung. Elemente können der bewusste Umgang mit Unschärfe (›Diffusion‹), Strategien der Zweckentfremdung, der Dekonstruktion und Infiltration, die Fiktionalisierung von Realem (und vice versa), der Umwertung sowie der Dramatisierung, aber auch die Revision eigener Arbeiten in neuem Kontext, die Recherche und das Umherschweifen sein. Gemeinsam ist diesen Handlungen die Haltung des Künstlers und nicht eine Selbstfestlegung auf bestimmte Medien und Präsentationsformen des Kunstkanons oder eine Funktionalisierung16 – wie sie tatsächlich in den sonst üblichen Formen der Zusammenarbeit zwischen Kunst und Wirtschaft, als eines der großen Tabus im Kunstsystem, stattfindet.</p> <h5>Ergebnisse aus der kritischen Kooperation</h5> <p>Kunst ist vor allem dann in der Wirtschaft wirksam, wenn Kriterien und Wertegerüst der Kunst mit denen der Wirtschaft konfrontiert werden (Kriterienüberlagerung). Ergebnisse hieraus lassen sich nicht mit den Mitteln des (klassischen) Controllings erfassen17, wohl aber machen sie sich in ihrer langfristigen Wirkung bemerkbar, so dass statt einer marketingorientierten ›Corporate Identity‹ (einer aufgesetzten Oberfläche) ein ›Corporate Standing‹, also eine (relativ) authentische Haltung der Institution, entstehen kann. Teil dieser ist, was populär als ›Unternehmenskultur‹ bezeichnet wird, und diese wirkt sich als kultureller Mehrwert auch unter ökonomischen und ethischen Kriterien betrachtet, positiv aus.</p> <p>Eine tatsächliche ›Corporate Cultural Responsibility‹ stellt sich also nicht in punktuellen Fördermaßnahmen und Sponsorings dar, sondern in der permanenten Reflexion und Kontextualisierung des eigenen Handelns unter gesellschaftlichen und kulturellen Kriterien.</p> <h5>Fazit</h5> <p>Die qualifizierte Einbeziehung künstlerischer Fähigkeiten in Reflexionsprozesse in Wirtschaft und Wissenschaft eröffnet eine erweiterte Kontextualisierung und differenziertere Wahrnehmungsfähigkeit auf ›Konstruktionen von Wirklichkeit/Welt‹. Kritisch-ästhetisches Coaching und Consulting ist dabei ein möglicher Ansatz, aus einer fachdisziplinenorientiert beschränkten Denk- und Arbeitsweise herauszufinden und kulturell konnotierte Bezugnahmen zu Gesellschaft und Werten zu verdeutlichen. Dabei ist der Künstler nicht eine mahnende (moralische) Instanz, sondern bringt kunstspezifische Haltungen und Handlungsformen ein, durch die Komplexität als Primärerfahrung aufgezeigt und damit Differenzierungsfähigkeit geschaffen wird. Er ist dabei also nicht Produzent und Lieferant objekthafter Kunstwerke, sondern aktiv intervenierender Berater.</p> <p>Für diese Arbeitsweisen sind mit tradiertem Habitus agierende und sich am medienorientierten Werkkanon orientierende Künstler wenig geeignet. In Frage kommen für kritische Kooperationen, um substantielle Ergebnisse zu erwirken, vor allem Künstlerinnen und Künstler, die bewusst prozesshaft arbeiten, deren Arbeit selbstreflexiv angelegt ist und tatsächlich in einer systemischen Perspektive erfolgt.</p> <p>Heidelberg/Baden-Baden 2005</p> <p>1 Dieser Text ist eine auszugsweise Vorabveröffentlichung aus John, Ruediger u.a. (Hg.), freundlich behauptet – Gespräche zwischen Kunst und Wirtschaft, Baden-Baden 2006.</p> <p>2 Ruediger John, 1991.</p> <p>3 Üblicherweise wird in Unternehmen genau an diesen beiden ›Stellschrauben‹ hantiert, anstatt sich der wesentlich komplexeren, systemischen Relationen im wirtschaftlichen Handeln bewusst zu werden.</p> <p>4 Der Begriff ›Kritik‹ wird im Alltag ungenau verwendet. ›Kritisieren‹ wird häufig pauschal als ›negative Äußerungen‹ verstanden, dabei ist ›Kritik‹ (vereinfacht) die Beurteilung, Unterscheidung (Differenzierung), Auseinandersetzung mit Handlungen, Normen, Zielen – was positive und negative Äußerungen umfasst.</p> <p>5 Wirklichkeit ist eine sozial beeinflusste individuelle Konstruktion und damit eine relative Wahrheit. »Die Wirklichkeit ist in Wahrheit eine Wirklichkeit« (D. Granosalis).</p> <p>6 Wie nicht zuletzt einige ›Skandale‹, in denen die Unbildung über die Begriffe ›Wert‹ und ›Werte‹ deutlich wurde, in den Führungsspitzen deutscher Aktiengesellschaften gezeigt haben, ist dies tatsächlich alltäglich.</p> <p>7 Das kritisch-ästhetische Coaching habe ich 1995 im Rahmen der ›Art And Context Initiative‹ definiert und seither weiterentwickelt.</p> <p>8 Das Wort ›ästhetisch‹ wird oft mit ›schön‹ im Sinne von ›gefällig‹ gleichgesetzt, ›Ästhetik‹ (gr. aisthesis) meint aber (vereinfacht) die erkenntnistheoretische, subjektive Untersuchung der Konstruktion und Struktur des Objektes (der Betrachtung), dessen Relation zur Wirklichkeit sowie Bedingungen und Formen der Rezeption.</p> <p>9 Das heißt, Kunst zielt auf unmittelbares Erleben (und die Bildung eines subjektiven Assoziations- und Erkenntnisfeldes), statt auf einen vermittelten, erklärenden ((verbal) rationalisierten) Umgang.</p> <p>10 Der Begriff ›politisch‹ wird hier in Bezug auf ›zoon politikon‹, nicht im Sinne einer Partei- oder Berufspolitik, verwendet.</p> <p>11 Vgl. Ruediger John, 1998.</p> <p>12 Auf eine fundierte Auseinandersetzung mit den Begriffen ›objektiv‹ und ›subjektiv‹ wird, mangels Platz, in diesem Beitrag verzichtet.</p> <p>13 Künstlerische Kommerzialisierungen wie ›Image Management‹ oder ›Visual Management‹ greifen also entschieden zu kurz, da sie sich auf ein spezifisches Medium der Kommunikation konzentrieren und nicht Relationen und Definitionen als Ausgangsbasis wählen.</p> <p>14 In der Wirtschaft ist es gängige Praxis, ›Wissen‹ als ›Rohstoff‹ oder ›Ressource‹ zu begreifen – also in der Tradition der Güterproduktion zu erklären und zu argumentieren. Ein systemisches Verständnis macht jedoch schnell klar, dass wir nicht in einer ›Wissensgesellschaft‹ oder ›Mediengesellschaft‹ leben, sondern in einer ›Kommunikationsgesellschaft‹, in der ›Wissen‹ eine soziale Konstruktion, basierend auf Primärerfahrungen, ist.</p> <p>15 Vgl. Ruediger John, 2002.</p> <p>16Aktuelle bekannte Beispiele sind die Kampagnen von Louis Vuitton, für deren stereotype Muster der Künstler Takashi Murakami neue Farben ausgesucht hat, die Firma Longchamps, für die die Künstlerin Tracy Emin ihre Beschriftung kommerzialisiert hat oder eine Anzeigenserie der Boston Consulting Group, die sich Bildhintergründe von Künstlern gestalten lässt um darüber ihre Werbeslogans zu platzieren.</p> <p>17 Es hat sich gezeigt, dass inhabergeführte Familienunternehmen mit ihren langfristigen Strategien auch nach klassischen Marktkriterien deutlich bessere Ergebnisse erzielen. Sichtbar wird dieses am neuerdings eingeführten Index GEX sowie der Performance von Aktienfonds, die sich auf solche Unternehmen im Portfolio konzentrieren.</p> <p>Bibliographie:<br /> John, Ruediger et. al. (eds.), freundlich behauptet - Gespräche zwischen Kunst und Wirtschaft, Baden-Baden 2006<br /> John, Ruediger, Flucht ist Volkssport, Baden-Baden 1991<br /> John, Ruediger, Systemic Art as an Approach for the Aesthetic Worker, in: Scrapbook 1995-1998, New York 1998<br /> John, Ruediger, Glossar n, [sic!] Verlag für kritische Ästhetik</p> <p><a href="Erweiterte-Erkenntnisfaehigkeit.pdf">Erweiterte Erkenntnisfähigkeit durch kulturelle Kontextualisierung</a></p> <p>Der vorliegende Text ist eine auszugweise Vorabveröffentlichung von: John, Ruediger et al. (2006): freundlich behauptet - Gespräche zwischen Kunst und Wirtschaft, [sic!] Verlag für kritische Ästhetik, Baden-Baden; erschienen in: Mari Brellochs, Henrik Schrat: ›Raffinierter Überleben - Strategien in Kunst und Wirtschaft‹, Kadmos Kulturverlag Berlin, 2005</p>
2005-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/kulturelle-verantwortung.html https://artrelated.net/ruediger_john/kulturelle-verantwortung.html
Extended Cognitive Ability Through Cultural Contextualization - The artist as coach and consultant in corporations - Criteria and dispositions of a critical-aesthetic practice
<p>Alongside artistic creativity aimed primarily at the classical art market, a new, society-oriented, interventionistic, process-based art is beginning to manifest itself.1 Going beyond art’s common functions as a sophisticated leisure activity or a means of social dissociation and representation of power, Systemic Art is taking a new role in society and culture. In a highly qualified way, it is bringing new areas under the microscope of critical evaluation with aesthetic means, aiding, for example, in the re-evaluation of corporations and their cultural development. As such, Systemic Art is claiming new areas of action – which brings with it the need for new forms of cooperation.</p> <h5>Corporations as Micro-Societies – Value Acquisition and Cognitive Capability</h5> <p>In a simplified way, it is possible to »consider a corporation as a micro-society – an organization (more precisely: a system) which in fundamental aspects creates self-referential contingencies, i.e. considers itself to be structured (efficient), compatible (capable of interaction) and necessary (effective) and thus socially congruent. As in society as a whole, fundamental activities have been ritualized and the criteria for perception and evaluation collectivized.«2</p> <p>As with any autopoietic system, the system ›corporation‹ tends towards decoupling, so that perception within a corporation becomes simplified to terms of economic criteria. Action is only reflected on to a very limited extent and is thus equally limited in its facility for insight and interaction. (This may lead to, amongst other things, insufficiency in terms of both social integration and competition fitness.) Criteria, norms and resulting actions may develop which have an unconsciously negative effect on internal structures (including areas of responsibility and internal communication). A corporation operating in a competitive environment, providing vitally obsolete services (demand orientation), requires a high level of cognitive and communication capabilities. These arise in the context of entrepreneural activities relating to cultural value creation processes, social communication and interaction. It requires therefore a (conscious) contextualization of the corporation in society and they cannot be simply restricted to the optimization of products or manufacturing processes.3 It is of decisive significance that reflective analysis can only take place within the differentiation of contexts, i.e. within differentiating evaluation (criticism)4 of descriptions (constructions) of reality5 – otherwise it is autistic (operatively closed).</p> <h5>Value-based/systemic coaching and Critical-aesthetic Coaching</h5> <p>In spite of this fact, so-called value-based or systemic coaching programs in corporations operate only within corporate hierarchies and organizational structures. This clearly demonstrates that the definition of the term ›value‹ has become blurred; often, something closer to ›interests‹ or ›qualification‹ is meant. ›Values‹ are in fact social constructions, whether within a society or a corporation as a subsystem. They can therefore not be conclusively and logically discussed unless one is prepared to strengthen ›value islands‹ within a corporation, so undermining the corporation’s ability to make social and cultural connections.6</p> <p>›Critical-aesthetic Coaching‹7, as a form of Systemic Art, relativizes cultural and social criteria and critically associates them with those of the respective corporation, making use of aesthetic8 approaches. Thus, it is not simply a matter of considering questions relating to the motivation for actions and the causes of behavior within the corporation itself and within the result-orientation of a commission or sales order. Rather, relationships between perception contexts and questions of meaning and value are analyzed as the basis for cognizance acquisition in senseful orientation. These facilitate differentiated reflection and understanding which can be permanently established. In this context, art does not function in the simplifying and thus limiting way of descriptive models and (reductionistic) formalizations from economics and science. Rather, it facilitates or indicates an indirect impression of complexity and establishes the contingency of a primary experience.9</p> <p>Critical-aesthetic Coaching and Systemic Art are not artistic activities limited to the corporate arena. To the contrary, this systemic work must always be understood in an extended, social context, so that the reflective artist is not only a participant in the differentiation of the system of art and its forms in everyday practice, but also – and primarily – a ›cross-border commuter‹ (in the sense of a second-level observer).</p> <h5>Process-oriented artistic work – Systemic Art</h5> <p>»I use the term ›Systemic Art‹ to refer to artistic practice which, by means of abstraction and association, differentiates critical-aesthetic meanings and value contexts; is definitorily engaged in communication and contextualization; and aims at efficacy in relationship to social subsystems. The artist thus uses the active principles of a process-oriented reflected approach to defining media of form, object and design not as a form of expression but rather as a politically10 relevant observation – the realization of an idea or target.«11 Simply put: Systemic Art often renounces the creation of works of art in favour of a strategy of social construction of situations which do not aim explicitly at the system of art but rather at the complexity of interactions in the frame of reference.</p> <h5>Concept of Culture and the Horizon of Corporate Activity</h5> <p>The systemic expansion of the horizon of perception and relization so as to take in the social embedding of a corporation (i.e. the corporation’s dependence on an intact society) is only possible with reference to cultural issues. ›Culture‹ should not be confused here with the culture industry or market, nor with an event-oriented leisure activity. Simply expressed, culture refers here to society-specific traditions, a canon of cognition and value-creating ritual and reflection: effectively, as a ›contract dealing with obligations of meaning, identity and mutual interaction‹.</p> <p>Corporations can only exist within a ›civilized society‹ (in common parlance), i.e. the relative obligatoriness (attitude) of values as conditio sine qua non for ethics, morals and the resultant laws and regulations. (As a simple example, contracts can only be sensibly concluded when the liability they impose are generally accepted.)</p> <p>Business activity (or the economy as a subsystem) that negates social integration and cultural development is not capable of realization and destroys its own future basis, i.e., its action is not culturally sustainable. It is clear that short-term and marketing-oriented periods of observation (such as share value performance) do not allow for the formation of adequate behavioral options. This is because they do not, for example, consider on social development spanning generations, but also because the assigned assessment criteria are reductionistic and therefore ›only partially true‹.</p> <p>Economic behavior in the ideology of ›neo-liberalism‹ reveals a gap in reflection: the biography of civilization (socialization and the process of subject formation) of the actor itself is neglected, making such behavior not only reductionistic in perception but also actively socially destructive.</p> <p>The question, then, from the perspective of an entrepreneur, is: How can I identify and recognize personal concernedness (responsibility) and the complexity of activity in a social context (cultural sustainability), and how can cultural criteria be integrated into ritualized business activity (everyday life) and cognizance acquisition?</p> <h5>Artistic Action as Critical-aesthetic Coaching</h5> <p>A characteristic of artistic coaching is the effect on everyday business activity, in terms of the application of aesthetic criteria to the daily routines and rituals of the corporation. An active phenomenological analysis of the differences, additions, criteria, and value systems of both of these social areas is created. This confrontation allows for the problematization – the discovery – of established rituals, habitual understanding, perception deficits and simplified forms of communication. Artistic involvement thus differs fundamentally from common personnel development and creativity training programs, because it considers the complexity and association of contexts based on the foundation of personal (systemically reflected!) plans and attitude of the artist. That is to say, it employs subjectivity as a qualitative aspect,12 resulting in the overlapping of the criteria (and their differences) of art and economy along with the contextualization of the corporations activities, both internal and with relation to society.</p> <p>For this reason, the goals set by the corporation or those involved are not the unconditional (!) focal point of measures taken, but artistic and aesthetic concerns. The concrete action of the artist escapes immediate control and influence. This situation demands of the artist a different self-image and persistence along with critical self-reflection, characteristics requiring discursive and cooperative modes of work, since a one-sided assimilation would otherwise result in a loss of autarkic acting possibilities. A corporation needs particular curiosity if it is to embark on such critical cooperation – with the great possibility of obtaining a fundamentally different viewpoint of the organization’s situation and an expanded horizon of options for both personal and institutional activity. Artistic coaching thus effects the social constructions of the organization, and the way they are communicated, whereby the coaching is not purely visual13 and is not intended to be the simple accumulation of knowledge14. Rather, it intervenes process-oriented and aims at primary experience.</p> <h5>Process-oriented artistic strategies in corporations</h5> <p>Process-oriented15 artistic work does not mean that specific media form the foundation of a process, rather that the development and execution of adequate artistic measures are in the foreground. Acts of intervention, changing habitual (i.e. leading to stagnation) patterns of behavior are therefore possible, along with accompanying observation (aesthetic analyses) and moderated discussions as well as the analysis and evaluation of such discussions. Aspects of such an initiative could include consciously dealing with fuzziness (‹diffusion‹), strategies of misappropriation, deconstruction and infiltration, the fictionalization of reality (and vice versa), and the re-evaluation and dramatization as well as the revision of one‘s own work in a new context, research, exploration and wandering about. It is the attitude of the artist that all of these activities have in common and not the functionalization16 or self-determination of specific media and forms of presentation of the art canon – the latter actually common practices in cooperations between art and economy and one of the greatest taboos in the system of art.</p> <h5>Results of critical cooperation</h5> <p>Art is primarily effective in economy when the criteria and value structure of art are confronted with those of economy (overlapping of criteria). Results cannot be established using the techniques of classical controlling17, but they make themselves felt through their long-term effects, so that instead of a marketing-oriented ›Corporate Identity‹ (an imposed surface construction), a ›Corporate Standing‹, i.e. a (relatively) authentic organizational stance, can develop. Part of this Corporate Standing is popularly described as ›Corporate Culture‹, which has a positive effect as cultural added value according to both economic and ethical criteria.</p> <p>An actual ›Corporate Cultural Responsibility‹ is not seen in punctual promotions and sponsoring, but rather in the permanent reflection and contextualization of the corporation‘s own actions according to social and cultural criteria – a developed ›Corporate Standing‹.</p> <h5>Conclusion</h5> <p>The qualified involvement of artistic capabilities in reflection processes in economy and the sciences opens up an expanded contextualization and differentiated perception framework for ›constructions of reality/the world‹. ›Critical-aesthetic Coaching and Consulting‹ is an approach to escape from usual modes of thinking and working that are limited by subject/discipline orientation and to indicate culturally connotated references to society and values. The artist is not a moralistic, warning figure, but rather introduces attitudes and acion patterns specific to art, whereby complexity can be presented as primary experience and a capability to differentiate can be created. He or she is thus not a producer or supplier of tangible works of art, but rather an interventionistic advisor.</p> <p>Artists working according to traditional, medium-oriented habits and canon are insufficiently qualified for this mode of work. For critical cooperations that will produce substantial results, primarily those artists are needed, who consciously work in a process-oriented way, whose work is self-reflective and includes the systemic perspectives.</p> <p>Heidelberg/Baden-Baden 2005</p> <p>1 This text is an advance publication of extracts from Ruediger John et al. (Ed.), freundlich behauptet - Gespräche zwischen Kunst und Wirtschaft, Baden-Baden 2006.<br /> 2 Ruediger John, 1991.<br /> 3 It is common practice for corporations to adjust precisely these two ›regulating screws‹, instead of becoming familiar with the far more complex, systemic relationships of economic activity.<br /> 4 The term ›criticism‹ is used imprecisely in the everyday world. ›Criticizing‹ is often sweepingly understood as ›making negative comments‹, but ›criticism‹ (in simplified terms) is the appraisal, differentiation and analysis of actions, norms and targets – encompassing both positive and negative comments.<br /> 5 Reality is a socially influenced individual construction and thus a relative truth. »Reality is in truth a reality« (D. Granosalis).<br /> 6 This is indeed an everyday thing, seen not least in a number of ›scandals‹, where the top managers of German stock exchange listed corporations have demonstrated their ignorance differentiating the terms ›value‹ and ›values‹.<br /> 7 I defined Critical-aesthetic Coaching in 1995 as part of the ›Art and Context Initiative‹, and have been developing the concept ever since.<br /> 8 The word ›aesthetic‹ is often equated with ›beautiful‹ in the sense of ›pleasing‹. ›Aesthetic‹ (gr. aisthesis), however means (in simple terms) the epistemological, subjective investigation of the constructions and structures of the object under consideration, along with that object‘s relationship to reality and the conditions and forms under which it is perceived.<br /> 9 That is to say, art aims at immediate experience (and the creation of a subjective field of association and realization), rather than a mediated, explanatory (verbally rationalizing) approach.<br /> 10 The term ›political‹ is used here with reference to ›zoon politikon‹, not in the sense of party or career politics.<br /> 11 Cf. Ruediger John, 1998.<br /> 12 Because of space considerations, this text avoids a thorough analysis of the terms ›objective‹ and ›subjective‹.<br /> 13 Artistic commercialization programs such as ›Image Management‹ or ›Visual Management‹ are thus too small in scope, concentrating as they do on a specific medium of communication rather than dealing with relationships and definitions as the basis.<br /> 14 It is common practice in business to consider ›knowledge‹ as a ›raw material‹ or ›resource‹, reasoning according to the tradition of the production of goods. A systemic understanding, however, quickly reveals that we live neither in a ›knowledge society‹ nor in a ›media society‹, but rather in a ›communication society‹, where ›knowledge‹ is a social construction based on primary experiences.<br /> 15 Cf. Ruediger John, 2002.<br /> 16 Recent examples are the campaigns of Louis Vuitton, where the artist Takashi Murakami selected new colors for their stereotypic patterns; the company Longchamps for which the artist Tracy Emin commercialized her typographics or a series of advertisements by Boston Consulting Group which hired artists to design the image backgrounds for their advertisement slogans.<br /> 17 It has been demonstrated that owner-managed family businesses, with their long-term strategies, produce better results – also when measured according to classical market criteria. This can be seen for example in the newly introduced GEX stock index as well as in the performance of share funds whose portfolios are concentrated on such businesses.</p> <p>Bibliography:<br /> John, Ruediger et. al. (eds.), freundlich behauptet - Gespräche zwischen Kunst und Wirtschaft, Baden-Baden 2006<br /> John, Ruediger, Flucht ist Volkssport, Baden-Baden 1991<br /> John, Ruediger, Systemic Art as an Approach for the Aesthetic Worker, in: Scrapbook 1995-1998, New York 1998<br /> John, Ruediger, Glossar n, [sic!] Verlag für kritische Ästhetik</p> <p><a href="Extended-Cognitive-Ability-PV.pdf">Extended Cognitive Ability Through Cultural Contextualization</a></p> <p>This Text is an advance publication of extracts of: John, Ruediger et al. (2006): freundlich behauptet - Gespräche zwischen Kunst und Wirtschaft, [sic!] Verlag für kritische Ästhetik, Baden-Baden; published in: Mari Brellochs, Henrik Schrat: ›Raffinierter Überleben - Strategien in Kunst und Wirtschaft‹ (Sophisticated Survival Techniques - Strategies in Art and Economy), Kadmos Kulturverlag Berlin, 2005</p>
2005-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/corporate-cultural-responsibility.html https://artrelated.net/ruediger_john/corporate-cultural-responsibility.html
Publikation: Künstlerische Bildung nach Pisa
<h4>›Künstlerische Bildung nach Pisa‹</h4> <p>(Zentrum für Kunst und Medientechnologie ZKM/MNK, Landesakademie Schloß Rotenfels)<br /> Joachim Kettel/Internationale Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK)/Landesakademie Schloß Rotenfels (Hgg.), u.a. mit Christine Biehler, Christiane Jürgens, Ingrid Merkel, Karl-Josef Pazzini, Hanne Seitz<br /> Athena Verlag, Oberhausen, 2004</p> <h5>Ruediger John:</h5> <p><a href="Objekt-Subjekt-Praedikat.pdf">Objekt Subjekt Prädikat</a></p> <p><a href="objekt-subjekt-praedikat.html">https://artrelated.net/ruediger_john/objekt-subjekt-praedikat.html</a></p> <h5>Verlagstext:</h5> <p>Der vorliegende Band versammelt Beiträge des internationalen Symposiums »Mapping Blind Spaces – Neue Wege zwischen Kunst und Bildung. Zur Künstlerischen Bildung nach Pisa«.</p> <p>Dieses Symposium zur universitären, schulischen und außerschulischen künstlerischen Bildung als Ressource individueller und gesellschaftlicher Entwicklung fand im Oktober 2003 im Museum für Neue Kunst im ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe und an der Landesakademie Schloss Rotenfels, Gaggenau/Bad Rotenfels statt.</p> <p>Mindestens seit Beginn der 90er Jahre wird in der kunstpädagogischen und kunstdidaktischen Diskussion ein neues Paradigma immer unüberhörbarer, das sich deutlich von den bisherigen diskursbestimmenden Paradigmen und Begründungszusammenhängen distanziert, und in seiner Konzeption der künstlerischen Bildung eine radikale Neubestimmung vor dem Hintergrund sich rapide wandelnder gesellschaftlicher Herausforderungen, vor allem in der Kultur und den Künsten, aber auch den Sozialwissenschaften, der Pädagogik, Philosophie und den Kognitionswissenschaften entwirft.</p> <p>Die in diesem Band versammelten Beiträge erforschen aus unterschiedlichen disziplinären Blickrichtungen die immense Potenzialität und paradigmatische Bedeutung von Prozessen, Methoden und Strategien der künstlerischen Bildung für die individuelle und gesellschaftliche Entwicklung. Die künstlerische Bildung wird auf diese Weise als Korrektiv und Ergänzung zu den in den internationalen Bildungsstudien ermittelten Ergebnissen in den gesellschaftlichen Bildungsdiskurs eingebracht, mit dem Hauptziel, vielfältige Untersuchungen der bildenden Potenziale anzuregen und die gesellschaftliche Wahrnehmung der Bedeutung der künstlerischen Bildung für individuelle und gesellschaftliche Entwicklungs- und Gestaltungsprozesse zu verstärken.</p> <p>Dies erhält besondere Relevanz vor dem Hintergrund der aktuellen bildungspolitischen Diskussion über die Entwicklung nationaler Bildungsstandards, Kompetenzprofile und die Weiterentwicklung von Schulen sowie des Schulsystems hin zur »operativ eigenständigen Schule/Ganztagsschule«. Hierzu haben die namhaften deutschen Spitzenverbände der schulischen und außerschulischen ästhetisch-künstlerisch-kulturellen Bildung umfangreiche Einzelstudien in den vorliegenden Band eingebracht.</p> <p>Im Zentrum dieser Publikation stehen die Förderung von Lernfähigkeit und die Ausbildung von Schlüsselkompetenzen im Spannungsfeld universitärer, schulischer und außerschulischer künstlerischer und/oder kunstpädagogischer Transformationsarbeit – auch für die hierin involvierten Lehrenden.</p> <p>Unter dem Motto »Vernetzte Wege zwischen Kunst und Bildung« wurde im Rahmen des Symposiums ein Workshoptag durchgeführt, der die Idee einer inhaltlichen Vernetzung theoretischer, künstlerischer und schulischer Felder in unterschiedlichen Themenmodulen aufgriff, um im interaktiven Prozess über die institutionellen Grenzen der Arbeitsbereiche hinweg an innovativen Bildungskonzepten zu arbeiten.</p> <p>Der Schwerpunkt wurde dabei auf die Erprobung und Diskussion verschiedener Ansätze, Themenstellungen, Methoden und Strategien der künstlerischen Bildung vornehmlich in schulischen Vermittlungsexperimenten gelegt. Das Veranstaltungsdesign des Workshoptages sollte selbst zu einem Entwurf neuer Lehr- und Lernformen werden und wird in den diversen Beiträgen zu den Workshops anschaulich dokumentiert.</p> <p>Angesichts einer vielfältig ausgeprägten kulturell-künstlerischen Bildungslandschaft werden im vorliegenden Band in exemplarischer Weise die verschiedenen Vermittlungskontexte dargestellt und ihre künstlerisch arbeitenden Akteure zum Sprechen und Handeln gebracht. Anhand konkreter Praxis-Projekte erhalten Lernorte und ihre Vernetzung in gesellschaftlich-lebensweltlichen Kontexten, künstlerische Vermittlungsstrategien und Lernende selbst sowie ihre individuellen Bildungsprozesse, Qualität und Nachhaltigkeit ihres Lernens, besondere Aufmerksamkeit.</p> <p>Ebenso hinsichtlich möglicher Synergien und Vernetzungsstrukturen zwischen den jeweiligen Orten der kulturell-künstlerischen Bildungskartografie(n), ihres vertieften Austauschs und ihrer Zusammenarbeit – über systemische Grenzen und Logiken hinweg. Deshalb werden in diesem Band neben kunstpädagogischen gerade auch künstlerische Vermittlungsprojekte in gesellschaftlich-lebensweltlichen Kontexten, die von Seiten der Künstlerinnen und Künstler initiiert, durchgeführt und evaluiert wurden, vorgestellt und auf ihren künstlerischen Bildungsgehalt befragt.</p> <p>Schließlich werden hiermit auch Fragestellungen nach weiterer beruflicher Professionalisierung der im Schnittstellenbereich arbeitenden Vermittlerinnen und Vermittler sowie die Ausprägung spezifischer Kompetenzprofile für fruchtbare und nachhaltige künstlerische Bildungsprozesse aufgezeigt.</p> <p>Eine Kooperation der Internationalen Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK) und der Landesakademie für Schulkunst, Schul- und Amateurtheater Schloss Rotenfels. In Zusammenarbeit mit dem Museum für Neue Kunst im ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe sowie dem Bund Deutscher Kunsterzieher (BDK), dem Bundesverband der Jugendkunstschulen und Kulturpädagogischen Einrichtungen (BJKE), der Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (BKJ) und der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren.</p> <h5>Beiträge von:</h5> <p>Kunibert Bering, Christine Biehler, Ina Bielenberg, Burkard Blümlein, Rainer Braxmeier, Christof Breidenich, Christiane Brohl, Eberhard Brügel, H.C. Rainer Büchner, Carl-Peter Buschkühle, Ralf Christofori, Karin Danner, Mechthild Eickhoff, Karl Frank, Michael Fritz, Stella Geppert, Ragani Haas, Claudia Hefer-Hartmann, Klaus Heid, Ulrich Heimann, Michael Herczeg, Norbert Hilbig, Stefan Hölscher, Ingrid Höpel, Susanne Hofmann, Dieter Hummel, Ruediger John, Christiane Jürgens, Paul* Manfred Kästner, Britta Kaiser-Schuster, Peter Kamp, Helmuth Kern, Hans Konrad Koch, Heiner Keupp, Joachim Kettel, Edmund Kösel, Michael J. Kolodziej, Stefanie Marr, Björn Maurer, Hans-Georg Mehlhorn, Ingrid Merkel, Margot Müller-Hecker, Horst Niesyto, Karl-Josef Pazzini, Claudia Pella, Stefan Peter, Martin Pfeiffer, Martti Raevaara, Gerald Raunig, Günter Regel, Daniela Reimann, Uta M. Reindl, Michael Scheibel, Simone Schmidt-Apel, Claudia Schönherr-Heinrich, Hanne Seitz, Reimar Stielow, Christine Stöger, Klaus-Martin Treder, Mario Urlaß, Dieter Warzecha, Silke Wießner, Thomas Winkler, Gerd-Peter Zaake, Wolfgang Zacharias, Wolfgang Zinggl.</p> <p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3898962059/sicverlfurkri-21">Künstlerische Bildung nach Pisa</a></p>
2004-10-20 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-kuenstlerische-bildung-nach-pisa.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-kuenstlerische-bildung-nach-pisa.html
Was kann die Kunst? Einladung
<p>Das Zeppelin Museum Friedrichshafen und Kunst im Kasten (KIK) laden Sie ein zu </p> <h4>Was kann die Kunst ?</h4> <p>Diskussionsveranstaltung<br /> über aktuelle Perspektiven<br /> auf künstlerisches Handeln </p> <p>Freitag 8.Oktober 19.30 - 21 Uhr<br /> Zeppelin Museum Friedrichshafen Seestraße 22 </p> <p>im Salon der rekonstruierten Hindenburg </p> <p>Einladung: <a href="http://www.kikfn.de/download/was-kann-die-kunst.pdf">http://www.kikfn.de/download/was-kann-die-kunst.pdf</a></p> <p>In den letzten beiden Jahrzehnten sind Kunst und Wirtschaft vermehrt miteinander in Kontakt gekommen. Neben den traditionellen Zugängen von Wirtschaftsunternehmen zur Kunst – Kunst zur repräsentativen Ausgestaltung und als Wirtschaftsfaktor, Kunst als Imageträger, als Event oder als Teil der regionalen Standortförderung – sind zunehmend neue Formen der Kooperation zu beobachten.<br /> Umgekehrt suchen seit einigen Jahren zahlreiche Künstler die Nähe zur Wirtschaft und übernehmen von dort Inszenierungsformen. So greift man seit den 90er Jahren – auch infolge eines erweiterten und gelockerten Werkbegriffs – unternehmerische Prinzipien, Strategien, Rollen oder Modelle leitbildhaft oder kritisch auf.<br /> Dieses Begleiten und Reflektieren gesellschaftlicher Entwicklungen durch die Kunst, die Ausweitung ihrer Handlungsfelder und die damit verbundenen Rückwirkungen auf den Kunstbegriff sollen in einem Dialog zwischen Experten aus Kunst Wirtschaft und Wissenschaft und dem Publikum untersucht werden. Das Zeppelin Museum Friedrichshafen ( Museum für Technik und Kunst ) und Kunst im Kasten (KIK) - laden Sie herzlich zum gemeinsamen Gespräch. </p> <p>Teilnehmende<br /> Matthias Lenz ZF-Kulturstiftung, Friedrichshafen<br /> Prof. Dr. Karen van den Berg Zeppelin University, Friedrichshafen<br /> Dr. Wolfgang Meighörner Zeppelin Museum Friedrichshafen<br /> Ruediger John Gesellschaft für kritische Ästhetik, Baden-Baden </p> <p>Einleitung und Moderation<br /> Ulrike Shepherd Kunst im Kasten (KIK), Friedrichshafen </p>
2004-09-28 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-was-kann-die-kunst-einladung.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-was-kann-die-kunst-einladung.html
freundlich behauptet - Gespräche über Kunst und Wirtschaft
<p><img src="freundlich-behauptet02.jpg" alt="freundlich behauptet" title="freundlich behauptet" /></p> <p><img src="freundlich-behauptet01.jpg" alt="freundlich behauptet" title="freundlich behauptet" /></p> <p><img src="freundlich-behauptet03.jpg" alt="freundlich behauptet" title="freundlich behauptet" /></p> <p><img src="freundlich-behauptet04.jpg" alt="freundlich behauptet" title="freundlich behauptet" /></p> <p><img src="freundlich-behauptet05.jpg" alt="freundlich behauptet" title="freundlich behauptet" /></p> <p><img src="freundlich-behauptet06.jpg" alt="freundlich behauptet" title="freundlich behauptet" /></p> <p>Eine Veranstaltungsreihe der Kunststiftung Baden-Württemberg, der Gesellschaft für kritische Ästhetik und der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V.<br /> Wie können Kunst und Wirtschaft voneinander profitieren? Synergien zwischen Kunst und Wirtschaft stehen im Mittelpunkt der Gesprächsreihe freundlich behauptet. Die Wirtschaft sucht nach neuen Impulsen und entdeckt dabei die Potentiale der Kunst. Künstlerinnen und Künstler erweitern ihre Handlungsfelder und stellen ihr Know-how für Kooperationen mit Unternehmen zur Verfügung. Über Nutzen, Risiken und Zukunftspotentiale diskutieren Künstler, Unternehmer und Wissenschaftler in der Stuttgarter Börse.</p> <p>Transfer Kunst und Wirtschaft<br /> Montag 20. September 2004 19:30-22:00 Uhr</p> <p>Die Ökonomie beherrscht das gesellschaftliche Leben. Allenthalben wird der Ruf nach Effizienz und Flexibilität, Innovation und Wachstum laut. Neben klassischen unternehmerischen Qualitäten sind in der Wirtschaft inzwischen auch künstlerische Kompetenzen gefragt. Unternehmen wünschen sich ›kreative‹ Mitarbeiter und erhoffen von der Kunst diesbezüglich Anregungen für die Praxis. Dabei stehen sich Vertreter aus Kunst und Wirtschaft durchaus kritisch gegenüber. Welcher Wissens- und Wertetransfer ist hier möglich, notwendig und wünschenswert? Darüber diskutieren:</p> <p>Veit Görner - Kestner-Gesellschaft, Hannover<br /> Dr. Ludger Hünnekens - Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart<br /> Dr. Siegfried Jaschinski - Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V., Stuttgart<br /> Ruediger John - Gesellschaft für kritische Ästhetik, Baden-Baden<br /> Jean-Baptiste Joly - Akademie Schloss Solitude, Stuttgart<br /> Moderation: Stefan Siller - Südwestrundfunk</p> <p>Kunst in Unternehmen<br /> Mittwoch 27. Oktober 2004 19:30-22:00 Uhr</p> <p>Kunst ist in. Immer mehr Unternehmen beziehen künstlerische Kompetenzen in ihre Organisations- und Personalentwicklung mit ein. Gerade auch in der ökonomischen Krise ist es von Bedeutung, so genannte ›weiche Faktoren‹ wie Kreativität, Wahrnehmungsbildung und soziale Verantwortung in Unternehmensprozessen zu berücksichtigen. In welcher Form und mit welchen Zielen werden Kunst und künstlerische Prozesse in Unternehmen verankert? Welchen Nutzen hat dies für Management, Unternehmenskultur und Unternehmensimage? Wie wird im Spannungsfeld zwischen Funktion und Funktionalisierung von Kunst gehandelt? Darüber diskutieren:</p> <p>Dr. Hartmut Bress - Wieland AG Metallwerke, Ulm<br /> Prof. Dr. Wolfgang Ullrich - Kunsttheoretiker, Hamburg<br /> Karolin Timm - Siemens Art Program, München<br /> Enno Schmidt - Künstler, Frankfurt<br /> Ben Willikens - Künstler, Stuttgart<br /> Moderation: Reinold Hermanns - Südwestrundfunk</p> <p>Unternehmen fördern<br /> Mittwoch 8. Dezember 2004 19:30-22:00 Uhr</p> <p>Kunstförderung durch Unternehmer und Wirtschaft hat eine lange Tradition. Sowohl persönliche als auch kulturelle Motive spielen beim Engagement für Kunst eine Rolle. Darüber hinaus kann das Sammeln von Kunstwerken dem Unternehmen als Plattform für Corporate Identity und Kundenbindung dienen. Welche persönlichen Motivationen, inhaltlichen Konzepte und unternehmerischen Ziele liegen der Förderung von künstlerischer Arbeit, auch im Vergleich zur Sammlertätigkeit, zu Grunde? In wie weit werden Unternehmensprozesse dadurch beeinflusst oder gesellschaftlich-kulturelle Absichten damit verfolgt? Darüber diskutieren:</p> <p>Marli Hoppe-Ritter - Hoppe-Ritter Kunstförderung, Stuttgart<br /> Prof. Dr. Karl-Heinz Kohl - Frobenius-Institut für Ethnologie, Frankfurt<br /> Heike Sütter - Kunstprogramm der Europäischen Zentralbank, Frankfurt<br /> Götz-Wolf Wagener - Columbus Holding, Ravensburg<br /> Moderation: Dr. Ralf Christofori - Kunsthistoriker, Stuttgart</p>
2004-09-01 https://artrelated.net/ruediger_john/freundlich-behauptet.html https://artrelated.net/ruediger_john/freundlich-behauptet.html
Publikation: Der Berg
<h4>›Der Berg‹</h4> <p>Hans Gercke (Hrsg.),<br /> Kehrer Verlag, Heidelberg, 2002<br /> u.a. mit Andy Warhol, Arnulf Rainer, Bernd Koberling, Dieter Roth, Gerhard Richter, Günter Uecker, Joseph Beuys, Marcel Broodthaers, Sigmar Polke, Ugo Dossi, Wolfgang Mattheuer, Ruediger John</p> <h5>Ruediger John:</h5> <p><a href="annotation-on-mountain.html">Bemerkung zu Berg/annotation on mountai</a></p> <h5>Verlagstext:</h5> <p>Berge haben die Menschen von jeher fasziniert. Sie galten als Sitz der Götter, als Verbindung zwischen Himmel und Erde, als Hemmnis und Herausforderung. Künstler aller Epochen und aller Stilrichtungen haben sich mit dem Thema »Berg« befasst. Das hier vorliegende Buch, erschienen anlässlich einer umfangreichen Ausstellung des Heidelberger Kunstvereins (Oktober 2002 bis Februar 2003), darf als Kompendium zum Bergmotiv gelten.<br /> Markante Beispiele aus der Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts und der Klassischen Moderne führen in das Thema ein, darunter Ernst Fries, Giovanni Giacometti, Ferdinand Hodler, Ernst Ludwig Kirchner, Paul Klee, Gabriele Münter, Carl Rottmann, Giovanni Segantini, Karl Schmidt-Rottluff und Carl Spitzweg. Den Schwerpunkt bilden aktuelle künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Thema »Berg«. Mögliche Assoziationen, Klischees und Vorstellungen werden verarbeitet und kritisch hinterfragt. Dabei bedienen sich Künstler verschiedenster Medien: Neben Malerei und Skulptur werden Fotografien, Videoarbeiten, Installationen und Performances gezeigt. Die Künstlerliste umfasst hochrangige Namen der Kunst der Gegenwart, etwa Joseph Beuys, Ralph Fleck, Nan Hoover, Anish Kapoor, Bernd Koberling, Sigmar Polke, Arnulf Rainer, Gerhard Richter, Mimmo Roselli, Dieter Roth, Emil Schuhmacher, Timm Ulrichs. Darüber hinaus gibt es gipfelstürmerische Positionen ganz junger Künstler zu entdecken. In 18 Essays zeichnen renommierte Autoren die Entwicklung des Bergthemas in verschiedenen Epochen und Kulturen nach. Die Spannweite reicht von den Funktionen des Bergmotivs in mittelalterlichen Gemälden bis hin zu seiner Vermarktung in der modernen Werbung; vom Berg als Gerüst der Welt in der ostasiatischen Kunst bis hin zur ungebrochenen »Heidi«-Sehnsucht heutiger Großstädter. Der Katalogteil stellt die Arbeiten von mehr als 100 Künstlern (darunter Ugo Dossi, Joseph Beuys, Marcel Broodthaers, Bernd Koberling, Wolfgang Mattheuer, Sigmar Polke, Arnulf Rainer, Gerhard Richter, Dieter Roth, Günter Uecker, Andy Warhol) in ganzseitigen Farbabbildungen vor, ein ausführlicher Text mit Künstlerbiografie und Literaturhinweisen begleitet jede Abbildung.</p> <p>This catalog is an artistic and literary homage to one of natures most fascinating phenomena: the Mountain. It covers a wide scope of artistic positions: from paintings of the 19th century on to contemporary works of art revolving around the topic. Sixteen insightful essays, covering issues like the mountain in the Middle Ages or in early advertising campaigns, make this book a great inspiration and valuable addition on the topic.</p> <p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3933257980/sicverlfurkri-21">Der Berg</a></p>
2004-04-15 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-publikation-der-berg.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-publikation-der-berg.html
Kleiner Symbolschaukasten
<p><img src="symbolschaukasten02.jpg" alt="Kleiner Symbolschaukasten" title="Kleiner Symbolschaukasten" /></p> <p><img src="symbolschaukasten03.jpg" alt="Kleiner Symbolschaukasten" title="Kleiner Symbolschaukasten" /></p> <p><img src="symbolschaukasten04.jpg" alt="Kleiner Symbolschaukasten" title="Kleiner Symbolschaukasten" /></p> <p><img src="symbolschaukasten05.jpg" alt="Kleiner Symbolschaukasten" title="Kleiner Symbolschaukasten" /></p> <p>Ein direkt aus dem Geldbeutel entnommenes Bündel Geldscheine und ein Häuflein verendeter Stubenfliegen ist scheinbar bereits die gesamte Palette der im Schaufenster auf Kniehöhe drapierten und zur Schau gestellten Gegenstände.</p> <p>Diese Dinge, die, neben der ultima ratio ›Gleichgültigkeit‹ (oder deren Imitation), Begehren und Abneigung (je nach persönlichen Vorlieben) hervorrufen können, stellen also die Grundlage des ›Kleinen Symbolschaukastens‹ dar.</p> <p>Was sind Symbole; was macht Dinge zu Symbolen? Ja, richtig, die Zuschreibung einer Bedeutung jenseits ihres Nutzwertes1. Wenn sie als bildhafte Helfershelfer uns Betrachter an Erlebtes erinnern und - symbolhaft ausgedrückt - als Anker in diesen emotionalen Grund greifen.</p> <p>Entscheidend ist aber hierbei die subjektive (persönliche) Empfindung und das direkte Erleben der Assoziationen im Betrachten.</p> <p>Werden Bedeutungen, gar noch schlagworthaft, aufgezählt und zugeordnet, stören diese Benennungen das eigene Sehen (oder Schauen) - im Umfeld der Kunst trifft das dann oftmals auf Abwehr (schön zu sehen an Attributierungen, wie »profan« bis »didaktisch«) weil das Unerklärliche, Entfernte, Mystische, gerne als besonderer Wert2 künstlerischer Arbeiten angesehen, in Frage gestellt wird. Denn, so die traditionelle Sicht, »Wo kein Geheimnis ist, ist keine Kunst«3 - und trotzdem will der Betrachtende im Populären gerne ein kleines Schildchen neben jedem Kunstwerk oder einen Zettel mit Erklärungen und Sehvorschriften in der Nähe.</p> <p>Allerdings kommt kein Schaukasten ohne Klassifizierungen aus - eine Sammlung, gleich ob aus Gesteinsproben im Setzkasten, sorgsam aufgespießten Schmetterlingen oder eben anderen Gegenständen aus dem Alltag bestehend, soll ja der Übersicht und Erklärung dienen. Hier wird also die Anleitung zum Sehen, eine Auswahl an westlich geprägten Zuschreibungen als Teil des Werkes, unmißverständlich den Objekten hinter Glas (als zusätzliche Gegenstände) zugeordnet. So kann man das Einzelne nicht mehr falsch (oder: nicht) verstehen - eher noch das Ganze. Wenn dem Betrachter nun die Seharbeit an den primären Deutungen der Dinge abgenommen wird, sollte er doch einfach die Aufmerksamkeit dem Ganzen und dem Nebensächlichen widmen (diese Arbeit wird ihm der Text nicht abnehmen wollen).</p> <p>Als Symbole eignen sich besonders Phänomene, die dem übereinstimmenden Erfahrungsfeld der Betrachtenden entstammen - im Idealfall ›Universale‹ sind.</p> <p>Geld, neben bspw. Sex und der regelmäßigen Notdurft, ist ein solches (von wenigen Gesellschaften abgesehen) Kriterium das zur Abstraktion und damit Beschreibung eines Wertes dient - ›eines‹, weil jede Abstraktion eine Vereinfachung darstellt und somit andere Aspekte vernachlässigt4.</p> <p>Bei einer Ansammlung toter Fliegen ergibt sich, trotz deutlicher Anzeichen eines Massenmordes, ein ganz anderes Gefühlsgemenge. Obwohl möglicherweise von ähnlichem Gewicht wie ein Bündel Geldscheine, fällt die Zuordnung eines Wertes bzw. einer Werthaftigkeit ungleich schwerer - was nicht nur am Fehlen von Ziffern liegt. Es läßt sich nicht so einfach eine Ordnung erkennen bzw. herstellen; das ist, neben einer möglicherweise persönlichen Abscheu vor totem Getier, ärgerlich. Denn Ordnung schafft Klarheit und Sicherheit - und das gefällt uns (Betrachtern) wirklich.</p> <p>Bei der Benennung von Bedeutungen findet also eine Wertzuschreibung, eine Zu-ordnung statt. Im Kleinen5 finden Sie hier Beispiele (auf die es nicht ankommt) - der Vorgang selbst und dieser im persönlichen ist eigentlich interessant. Probieren Sie das mal mit anderen profanen Dingen, wie Ihrer Sammlung, Ihrem Auto, Ihrem Haustier, Ihrem Nachbarn.</p> <p>1 Da wir uns mit dem ›Kleinen Symbolschaukasten‹ inmitten von Geschäften als Markenorten befinden: Eine ›Marke‹ unterscheidet sich von einem ›Symbol‹ insbesondere im idealerweise festgeschriebenen Bedeutungs- und Wertehorizont einer Marke - eines zielgerichteten, funktionalisierten Interpretationsraumes. Die Marke ist ein verhurtes Symbol. </p> <p>2 Eine Phalanx der zeitgenössischen Symbolhandwerker (Künstlerinnen und Künstler) kann davon, gestützt durch die zeitgenössischen Vermittler und Organisatoren (Kuratoren, Kulturmanager und Kunstkritiker) nicht genug kriegen. Diese bezeichnen ihre Machtlosigkeit, d.h. Wirkungslosigkeit im Alltag der Gesellschaft dann u.a. auch als »Freiheit der Kunst«. </p> <p>3 »›Wo kein Geheimnis ist, ist keine Kunst‹, ist nichts anderes als die Forderung einer bürgerlichen Gesellschaft, sich angenehm an der Kunst wundern zu dürfen um dann ungestört ihren Geschäften nachzugehen.« D. Granosalis, ›vide, dice, impera‹ </p> <p>4 Im übrigen bestimmt immernoch Quantität auch die Wertzuschreibung: Manche haben einfach so 50 Euro in kleinen Scheinen im Geldbeutel, andere sammeln die mit höheren Werten, wieder andere haben gar keines (sondern nur eine Kreditkarte). </p> <p>5 Diese Diminuierung im Titel hilft Enttäuschungen zu vermeiden, weil der Symbolschaukasten nur wenige Beispiele und auch nur beispielhafte Bedeutungszuschreibungen enthält; zeigt aber auch, daß kein ontologischer Anspruch verfolgt wird - im Gegensatz zum Trend der schlagworthaften Ausstellungstitel (die dies oftmals suggerieren, niemals einlösen und manchmal mit englischsprachigen Begriffen zudem Internationalität simulieren). </p> <p>Kunst im Kasten, Friedrichshafen 2004</p>
2004-03-01 https://artrelated.net/ruediger_john/kleiner-symbolschaukasten.html https://artrelated.net/ruediger_john/kleiner-symbolschaukasten.html
zur ART KARLSRUHE: MEHR WERT - Künstler, Unternehmer und Wissenschaftler im Dialog
<p>/ 5. März 2004 17-19 Uhr<br /> / art Karlsruhe / Messe Karlsruhe / Messegelände / 76287 Rheinstetten </p> <p>Podiumsdiskussion in der Reihe: MEHR WERT Künstler, Unternehmer und<br /> Wissenschaftler im Dialog </p> <p>KONSUM und MARKETING – Kunst als kultureller und ökonomischer Faktor? </p> <p>Prof. Volker Albus<br /> Professor für Produktdesign, Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe </p> <p>Prof. Dr. Bruno Neibecker<br /> Institut für Entscheidungstheorie und Unternehmensforschung, Universität<br /> Karlsruhe, Fachgebiet Marketing </p> <p>Prof. Wolfgang Ullrich<br /> Kunsthistoriker, Gastprofessor für Kunsttheorie, Hochschule für bildende<br /> Künste Hamburg </p> <p>Moderation: Claudia Pohl / Reto Krüger </p> <p>weiter unter: <a href="http://www.critical-aesthetics.org">http://www.critical-aesthetics.org</a></p>
2004-02-28 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-mehr-wert-kunstler-unternehmer-und-wissenschaftler-im-dialog.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-mehr-wert-kunstler-unternehmer-und-wissenschaftler-im-dialog.html
Was kann die Kunst?
<p><img src="was-kann-die-kunst02.jpg" alt="Was kann die Kunst" title="Was kann die Kunst" /></p> <p><a href="Was-kann-die-Kunst.pdf">Was kann die Kunst</a></p> <p>Zeppelin Museum Friedrichshafen, Kunst im Kasten, Friedrichshafen 2004</p>
2004-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/was-kann-die-kunst.html https://artrelated.net/ruediger_john/was-kann-die-kunst.html
Diskursseminar über Perspektiven gesellschaftsorientierter künstlerischer Arbeit
<p><img src="assoziationsdesktop04.jpg" alt="Diskursseminar ueber Perspektiven gesellschaftsorientierter kuenstlerischer Arbeit" title="Diskursseminar ueber Perspektiven gesellschaftsorientierter kuenstlerischer Arbeit" /></p> <p><img src="semiotikdiskurs01.jpg" alt="Diskursseminar ueber Perspektiven gesellschaftsorientierter kuenstlerischer Arbeit" title="Diskursseminar ueber Perspektiven gesellschaftsorientierter kuenstlerischer Arbeit" /></p> <p><img src="semantik02.jpg" alt="Diskursseminar ueber Perspektiven gesellschaftsorientierter kuenstlerischer Arbeit" title="Diskursseminar ueber Perspektiven gesellschaftsorientierter kuenstlerischer Arbeit" /></p> <p><img src="resourcenorientiert03.jpg" alt="Diskursseminar ueber Perspektiven gesellschaftsorientierter kuenstlerischer Arbeit" title="Diskursseminar ueber Perspektiven gesellschaftsorientierter kuenstlerischer Arbeit" /></p> <p>/ Universität der Künste Berlin, Institut für Kunst im Kontext<br /> / 11. Februar - 12. Februar, mit Ruediger John</p> <p>In diesem zweitägigen Seminar soll nach einer kurzen Darstellung zu verschiedenen Aspekten prozesslogischen und interventionistischen künstlerischen Arbeitens mit allen Teilnehmenden aktiv über mögliche weiterführenden Ansätze einer differenzierten Kontextualisierung von Kunst im gesellschaftlichen Alltag diskutiert, eigene Erfahrungen, Strategien und Ideen - auch im Vergleich zum bisherigen persönlichen Arbeiten - erörtert und über kunstsystemische Implikationen gesprochen werden. </p> <p>Basis bildet dabei eine resourcenorientierte Herangehensweise im Diskurs über Begriffe und Definitionen die das Kunstsystem und künstlerische Handeln betreffen und deren Relativierung und Einordnung in ein semantisches Netz. Zur Erläuterung und fallweisen Klärung sind bibliographische Verweise und Zitate vorhanden. Ziel ist es dabei auch, über eine konkrete Einbringung der eigenen künstlerischen Position nachzudenken. </p> <p>Unter Umständen lassen sich einige der bereits im vergangenen Seminar entstandenen Themen und Ideen zu Projekten konkretisieren. Am letzten Seminar (2004) teilgenommen zu haben ist dabei hilfreich, aber nicht notwendig.</p> <h4>Statement zum Thema des Diskursseminars:</h4> <h5>Prozessuale künstlerische Tätigkeit</h5> <p>Betrachtet man künstlerische Tätigkeit nicht als die Herstellung und Inszenierung von Objekten als Kunstwerke, sondern als kritische Reflexion und prozesshaftes Gestalten unter ästhetischen Kriterien, sieht man einige der typischen Attribuierungen des Werkes (wie Authentizität, Autarkie, Unikat) sowie deren Ableitungen auf den Autor (wie Kreator, Genie) in anderer Perspektive.</p> <p>Authentizität als gesellschaftliche Konstruktion und kollektives Wertkriterium, wie auch der Begriff ›Autarkie‹ sind aufgrund der Interaktionen in einem Prozess nicht auf das Ergebnis im Sinne eines Künstler-Kunstwerk Verhältnisses anwendbar; ebenso wird die Zueignung einer Autorschaft und deren Wertung relativiert, da sich der Gestaltungsprozess im wesentlichen auf die Kommunikation bezieht. Der solipsistisch-auratische Aspekt eines Genius verliert in der Fokussierung der Beziehungen zwischen den beteiligten Entitäten sein argumentatives Gewicht.</p> <p>In dieser, als kommunikatives System verstandenen, Interpretation von Wirklichkeit und im Verständnis eines systemischen Gesellschaftsmodelles stellt sich sowohl die Funktion und somit deren Wertebasis, als auch die Handlungsformen und Strategien künstlerischer Tätigkeit anders dar.</p> <h5>Reflexion und systemische ästhetische Tätigkeit</h5> <p>»Kunst dient der Reflexion und nicht der Repräsentation von Gesellschaft [...] Erst die Assoziation und Relativierung sogenannter logischer, sachlicher Argumente und ästhetischer, intuitiver Wahrnehmungen ermöglicht ein ausgewogeneres Abbild und Verstehen von Wirklichkeit. [...]«</p> <p>Anders also, wenn Kunst der Reflexion von Gesellschaft dient, sich also dem Diskurs der Sinn- und Bedeutungsfragen, der Kritik und Wertebildung direkt widmet und somit Künstlerinnen und Künstler gesellschaftsorientiert arbeiten. Damit geht einher, daß nicht mehr die Produktion von Objekten und insbesondere deren Präsentation im exkludierenden Kunstkontext, sondern vielmehr die Gestaltung von Prozessen als Beeinflussung von Entwicklungen und die Integration verschiedener Disziplinen im Vordergrund stehen; der Künstler ist nicht mehr als Experte für Gestaltungsfragen, sondern als Experte für Wahrnehmungsfragen und deren Relationierungen gefordert. Das bedeutet, daß ästhetische (= wahrnehmungsbezogene) Kompetenzen und deren künstlerische Anwendung in gesellschaftlichen Kontexten (= Relationierung) - die Künstlerin/der Künstler als Know-How-Träger - eine wesentliche Fähigkeit darstellen; das Medium bzw. der Medienkanon zweitrangig wird und kommunikative, moderativ-mediative Qualifikationen und Diskurs- und Teamarbeit notwendig werden. [...]</p> <p>Systemische künstlerische Tätigkeit heißt, mittels Abstraktion und Assoziation kritisch-ästhetisch Bedeutungen und Wertekontexte zu differenzieren und (bspw. interventionistisch oder infiltrativ) einzusetzen, sowie definitorisch in der Kommunikation und Kontextualisierung zu arbeiten. Diese Art der Tätigkeit stellt der klassischen Form der Referenzierung von Kontexten und Werten, dem ›Symbol‹ bzw. des ›symbolhaften Regelbruchs‹, die Absicht einer (relativen) Wirksamkeit auf das Subsystem gleich. Somit gestaltet (oder moduliert) der Künstler auf der Handlungsgrundlage einer prozesshaft reflektierten Haltung nicht ein Medium zur Form-/Objekt-/Bildfindung als Ausdruck, sondern zur Realisation (und damit Abstraktion) einer Idee/eines Zieles als Anschauung mit politischer Relevanz. [...]</p> <p>(aus »Objekt Subjekt Prädikat«, Ruediger John in: »Künstlerische Bildung nach Pisa«, (Hgg.) Internationale Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK); Landesakademie Schloß Rotenfels, Joachim Kettel, Athena-Verlag Oberhausen 2004)</p> <p>Teilnehmende:<br /> Ella Hering, Mirya Gerardu, Rüdiger Schlömer, Norma Mack, Sencer Vardarman, Chongmin Kim, Steffi Hanna, Marina Landia, Antje Weitzel, Natasa Drakula, Holger Kruse, Andreas Wendt, Sibylle Stammberger, Ryu Hee Dong, Angelica Fernandez, Eva Randelzhofer, Diana Harty, Lea Schick, Margit Renatus, Christian Mayrock, Marion Roßner, Ilona Dubel, Hergen Wöbken, Zorka Vednarova, Grazyna Wilk, Barbara Müller, Margit Renatus, Tania Bedunane, Hyunjoo Choi, Sarah Schastok, Yurze Ido, Li Yuan, Anna Stern, Thomas Sturm</p>
2004-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/semiotikdiskurs.html https://artrelated.net/ruediger_john/semiotikdiskurs.html
Objekt Subjekt Prädikat - Ein Exkurs über systemische Kunst und kritische Ästhetik
<p><em>»The only way of discovering the limits of the possible is<br /> to venture a little way past them into the impossible.«01</em></p> <h5>Kurze Bemerkung zur Krise der Kunst02</h5> <p>Die Krise der Kunst ist vor allem die Frage nach einer künstlerischen Tätigkeit im Kontext zu Gesellschaft.</p> <p>Das Lamentieren und Philosophieren zur Krise der Kunst ist nicht neu - genauer gesagt ist es ein permanentes Topos innerhalb des Kunstsystems der Postmoderne. Auch mit dem Entstehen dessen, was nunmehr seit geraumer Zeit (fälschlicherweise) ›Mediengesellschaft‹ genannt wird, hat unter anderem die Bildproduktion und -distribution einen Wandel vollzogen, der sich nicht nur dauerhaft auf die Wahrnehmungsgewohnheiten innerhalb der Gesellschaften ausgewirkt, sondern damit auch die gesellschaftliche Funktion der Künste, sowie deren Status nachhaltig verändert hat.</p> <p>Der andauernde Diskurs und die damit einhergehenden Postulate über das ›Ende der Kunst‹ oder alternativ dem ›Ende der Malerei‹ oder auch von einer ›Medienkunst‹ oder aber einer ›Kunst als Wissenschaft‹ (die Liste ließe sich nahezu beliebig weiterführen und ausdifferenzieren) zeigen eines sehr deutlich: Die Akteure innerhalb des gesellschaftlichen Subsystems Kunst sind sich einer grundlegenden Veränderung der Kriterien und Bedeutung bewußt, verorten diese aber offenbar vor allem innerhalb des Systems selbst - anstatt diese als Einwirkungen (genauer: subsystemischer Relationen) von außen03 zu erkennen - und projizieren diese Problemstellung auf einzelne Bereiche und Handelnde innerhalb des Kunstsystems. Es zeigt sich auch, daß versucht wird, die Krise der Kunst mittels des klassischen, technikorientierten Kunstkanons zu begreifen oder aber, in einer kurzfristigen Betrachtungsweise, als Modeströmungen des boomenden Kunstmarktes umzunutzen04.</p> <p>Aber - kurzgefaßt - was ist die Krise der Kunst? Vor allem werden (neben dem immer wieder beklagten Fehlen von Kriterien als Grundproblem der Orientierung innerhalb der Künste und damit einer quasi Objektivierung der Wertung) die fehlende Wertschätzung (= die Bedeutungslosigkeit der Kunst im alltagspraktischen Handeln) und die Wirkungslosigkeit ihrer Akteure, wenn es um visionäre Ziele für die Gesellschaft geht, beklagt. Zugleich sind Künstlerinnen und Künstler, ganz persönlich, meist in ihrer angestammten Branche wenig erfolgreich und die professionellen Verlierer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.</p> <p>Wenn also die Frage nach der Relevanz von Kunst und künstlerischem Handeln nicht in Bezug auf den tradierten Kunstkanon und innerhalb des Bezugssystems Kunst erklärt werden kann, muß man die Frage stellen, was Kunst zum gesellschaftlichen Alltagsleben und der Wahrnehmungsfähigkeit in diesem beitragen kann. Der Fokus verlagert sich also von der Wertschätzung des Objektes als Kunstwerk auf die Werthaftigkeit des ästhetischen Prozesses und dieser wird auch unter dem Kriterium seiner Wirkung wahrgenommen.</p> <h5>Prozessuale künstlerische Tätigkeit</h5> <p>Betrachtet man künstlerische Tätigkeit nicht als die Herstellung und Inszenierung von Objekten05 als Kunstwerke, sondern als kritische Reflexion und prozesshaftes Gestalten unter ästhetischen Kriterien, sieht man einige der typischen Attribuierungen des Werkes (wie Authentizität, Autarkie, Unikat) sowie deren Ableitungen auf den Autor (wie Kreator, Genie) in anderer Perspektive.</p> <p>Authentizität als gesellschaftliche Konstruktion06 und kollektives Wertkriterium, wie auch der Begriff ›Autarkie‹ sind aufgrund der Interaktionen in einem Prozess nicht auf das Ergebnis im Sinne eines Künstler-Kunstwerk Verhältnisses anwendbar; ebenso wird die Zueignung einer Autorschaft und deren Wertung relativiert, da sich der Gestaltungsprozess im wesentlichen auf die Kommunikation07 bezieht. Der solipsistisch-auratische Aspekt eines Genius verliert in der Fokussierung der Beziehungen zwischen den beteiligten Entitäten08 sein argumentatives Gewicht.</p> <p>In dieser, als kommunikatives System verstandenen, Interpretation von Wirklichkeit und im Verständnis eines systemischen Gesellschaftsmodelles (nach Niklas Luhmann) stellt sich sowohl die Funktion und somit deren Wertebasis, als auch die Handlungsformen und Strategien künstlerischer Tätigkeit anders dar.</p> <h5>Kunst als Funktion einer Gesellschaft</h5> <p>Mit ›Funktion‹ ist hierbei die Wirkung (Momentum) und Verankerung der Kunst und der beruflichen Tätigkeit ›Künstler‹ gemeint und ist nicht mit einer ›Funktionalisierung‹, also mißbräuchlichen Verwendung, zu verwechseln. Kunst existiert nur deshalb, weil sie für die Gesellschaft, der sie zugeordnet ist, eine Funktion ausübt, ihr also eine spezifische Rolle (quasi als gesellschaftlicher Auftrag) zugeeignet wird. Kunst und in deren Kontext Handelnde sind dann unbedingter Bestandteil der Gesellschaft09.</p> <p>Um also konstruktiv an der eingangs erwähnten Krise der Kunst zu arbeiten, bedarf es einer Feststellung der historischen und aktuellen gesellschaftlichen Funktion(en) von Kunst, der Ermittlung von relevanten, erweiterten Handlungsfeldern10, sowie der hierzu notwendigen Qualifikationen. So lassen sich künstlerische Haltungen als Basis für Handlungsformen entwickeln und Bildungsmaßnahmen planen. Dabei schließt die Frage nach der Funktion und Handlungsfeldern der Kunst keineswegs einen möglicherweise besonderen Wert, also auch eine besondere Bedeutung des Phänomens ›Kunst‹ aus - im Gegenteil, sie stellt zugleich und vor allem die Frage nach der (oder besser: einer) ›Idee von Kunst‹, somit nach unserer (gesellschaftlich geprägten) Vorstellung (= Konstruktion) und Vision des Begriffes11 und der resultierenden Praxis.</p> <h5>Repräsentation und retardierendes Moment</h5> <p>Im traditionellen Kunstsystem, besonders im Kunstmarkt, dienen Kunstwerke vor allem repräsentativen Aufgaben, werden also als Insignien der sozialen Abgrenzung (wie Macht) verwendet, haben ornamentalen Nutzen oder dienen fiskalisch-spekulativen Zwecken, bzw. bilden als Symbole und Beispiele die Grundlage für die Werte- und Bedeutungszueignung durch die Interpretatoren, Kuratoren und Kunstkritiker. Bezeichnend ist, daß sich Künstlerinnen und Künstler immer noch stark auf die Rolle als Produzenten und Lieferanten reduzieren lassen - deren visuelle Ergebnisse einer (wie auch immer quantitativ und qualitativ beschaffenen) Öffentlichkeit präsentiert werden. Hierbei bildet das Schaffen eines Einzelnen oftmals ein Puzzleteil einer übergeordneten Bedeutungsfindung durch ein Ausstellungskonzept. Nicht selten rückt dabei dieses und dessen Urheber in das Zentrum der Aufmerksamkeit; die Differenz der unterschiedlichen Arbeiten in den Hintergrund; die Organisatoren treten als die eigentlichen Kreatoren auf12.</p> <p>Zugleich werden dem künstlerischen Schaffen insbesondere ›visuelle Kompetenzen‹13 zuerkannt und Künstler darin ausgebildet, d.h. also der Fokus der Fähigkeiten weiterhin auf das sichtbar Gestaltete anstatt auf prozessuale Aspekte gelegt. Zudem zeigen die tradierte Pose und Imagebildung des Künstlers - an den Kunsthochschulen perpetuiert - sowie der tradierte medienorientierte Kunstkanon - dieser jüngst um den tautologischen Begriff der ›Medienkunst‹14 erweitert - eine mangelnde Reflexion der systemischen und gesellschaftlichen Bedingungen und konkreter Handlungen aufgrund dieser.</p> <h5>Reflexion und systemische ästhetische Tätigkeit</h5> <p>»Kunst dient der Reflexion und nicht der Repräsentation von Gesellschaft [...] insbesondere die Vernetzung von Erkenntnissen wissenschaftlicher Disziplinen mit kunst- und kulturorientiert Handelnden, ohne daß diese symbolisch Wissen replizieren oder ornamental illustrierend tätig sind, ist notwendiger Schritt um die Relevanz der Kenntnis dieser Divergenz, aber auch die konkrete Bildung der Fähigkeit zur Nivellierung dieser, zu ermöglichen. Zugleich will diese künstlerisch motivierte Tätigkeit die bessere Wahrnehmung und Einbeziehung ästhetischer Kriterien und Handlungsweisen, intuitiver und kreativ-sinnlicher, sowie atmosphärisch orientierter Perspektiven als unabdingbare, systemische Qualität von Gesellschaft erreichen. Erst die Assoziation und Relativierung sogenannter logischer, sachlicher Argumente und ästhetischer, intuitiver Wahrnehmungen ermöglicht ein ausgewogeneres Abbild und Verstehen von Wirklichkeit. [...]«15</p> <p>Anders also, wenn Kunst der Reflexion von Gesellschaft dient, sich also dem Diskurs der Sinn- und Bedeutungsfragen, der Kritik und Wertebildung direkt widmet und somit Künstlerinnen und Künstler gesellschaftsorientiert arbeiten. Damit geht einher, daß nicht mehr die Produktion von Objekten und insbesondere deren Präsentation im exkludierenden Kunstkontext, sondern vielmehr die Gestaltung von Prozessen als Beeinflussung von Entwicklungen und die Integration verschiedener Disziplinen16 im Vordergrund stehen; der Künstler ist nicht mehr als Experte für Gestaltungsfragen, sondern als Experte für Wahrnehmungsfragen und deren Relationierungen gefordert. Das bedeutet, daß ästhetische (= wahrnehmungsbezogene) Kompetenzen und deren künstlerische Anwendung in gesellschaftlichen Kontexten (= Relationierung) - die Künstlerin/der Künstler als Know-How/What/Why-Träger - eine wesentliche Fähigkeit darstellen; das Medium bzw. der Medienkanon zweitrangig wird und kommunikative, moderativ-mediative Qualifikationen und Diskurs- und Teamarbeit notwendig werden. Zudem erfordert diese Tätigkeit eine Vielzahl von Fähigkeiten, die, soweit lehrbar, in den Curricula der Akademien und Kunsthochschulen (v.a. in Deutschland) bisher keinen Platz haben17.</p> <p>Systemische künstlerische Tätigkeit heißt, mittels Abstraktion und Assoziation kritisch-ästhetisch Bedeutungen und Wertekontexte zu differenzieren und (bspw. interventionistisch oder infiltrativ) einzusetzen, sowie definitorisch in der Kommunikation und Kontextualisierung zu arbeiten. Diese Art der Tätigkeit stellt der klassischen Form der Referenzierung von Kontexten und Werten, dem ›Symbol‹ bzw. des ›symbolhaften Regelbruchs‹18, die Absicht einer (relativen) Wirksamkeit auf das Subsystem gleich. Somit gestaltet (oder moduliert) der Künstler auf der Handlungsgrundlage einer prozesshaft reflektierten Haltung nicht ein Medium zur Form-/Objekt-/Bildfindung als Ausdruck, sondern zur Realisation (und damit Abstraktion) einer Idee/eines Zieles als Anschauung19 mit politischer Relevanz20. Eine solche künstlerische Arbeit, deren Tätigkeit die systemischen Bedingungen und Relationen der gesellschaftlichen Subsysteme, aber auch der semiotischen Kriterien und Kontextualisierung umfaßt, nenne ich systemische Kunst21.</p> <h5>Künstlerische Forschung als spezifische ästhetische Praxis</h5> <p>Künstlerische Forschung bezeichnet eine künstlerische Arbeitsweise die mittels ästhetischer Kompetenzen Relationierungen (kontextfremde Assoziierungen) in gesellschaftlichen Subsystemen erarbeitet und anwendet.</p> <p>»Künstlerische Forschung mag als Terminus für diejenigen ungewohnt sein, die ›Forschung‹ ganz selbstverständlich durch das Attribut ›wissenschaftlich‹ ergänzen. Sie verengen ihren Blickwinkel damit auf eine Methode, die in der heutigen Form erst seit rund 350 Jahren, seit der Idee der Subjekt-Objekt-Spaltung durch Descartes, betrieben wird. [...] Was unterscheidet die künstlerische von der wissenschaftlichen Forschung? Künstlerische Forschung ist nicht an konventionelle Paradigmen der Wissenschaftlichkeit gebunden, sie kann ohne dogmatischen Methodenzwang agieren [...], kann ohne Rücksicht auf die Definitionsmacht von Spezialisten in unterschiedlichsten Lebensbereichen erkenntnisfördernd tätig werden, dabei das Subjekt als Parameter einsetzen und ästhetische Kriterien bei der Konstruktion von Wirklichkeiten zu Grunde legen [...]«22</p> <p>Entscheidend hierbei ist, daß sich künstlerisches Handeln nicht als öffentlicher Selbstfindungsprozess, naive Visualisierung im Symbolischen und dem Agieren im mythenbehafteten Kunstverständnis versteht, sondern »[...] sich kritisch subjektiver (künstlerischer) Methoden, rechercheorientierter und disziplinenverbindender Strategien bedient um kontextfremde Ergebnisentitäten erkenntnisbringend zu assoziieren.«23 »[...] Charakteristisch für künstlerische Forschungsarbeit ist ein nicht-lineares, prozesshaftes Denken und Handeln [...]«24 sowie die Fähigkeit, ästhetische Kriterien in anderen Kontexten und Subsystemen zu entwickeln und abstrahierend (kritisch) anzuwenden.</p> <p>»[...] Künstlerische Forschung untersucht eine Vielzahl von Kriterien und Faktoren gleichzeitig, ist also auch eine atmosphärische Analyse, wohingegen wissenschaftliches Arbeiten gemeinhin bemüht ist, einzelne Phänomene zu isolieren und zu entkoppeln um diese exakter bestimmen zu können und vorhersagbar/reproduzierbar zu machen (also der Unterschied zwischen der Forschung ›ex actus‹ und der Forschung ›in vivo‹). [...]«25.</p> <h5>Kritische Ästhetik</h5> <p>Basis der künstlerischen Tätigkeit in systemischer Kunst und künstlerischer Forschung ist nicht nur eine ästhetische Kompetenz der Kontextualisierung (Ästhetik26), sondern auch deren differenzierte, wertebehaftete und wertende Praxis (Kritik27) - also einer kritischen Ästhetik. Diese ist nicht exklusiv im Künstlerischen verankert (dort leider eher selten), sondern bezeichnet eine (fallweise ausgebildete) subsystemunabhängige Qualifikation der Relationierung kontextfremder Entitäten. Betrachtet man bspw. das System Gesellschaft, kann man davon ausgehen, dass an den Peripherien von gesellschaftlichen Subsystemen vor allem ästhetische Kriterien von Belang (beispielsweise erfahren auch objekt- und bildhafte Manifestationen in den Schnittmengen und Übergangsbereichen der Subsysteme autopoietisch bedingte Umwertungen28) und in diesen Bereichen wertebasierende Diskurse anzusiedeln sind. Für diese gesellschaftliche Aufgabe können insbesondere auch Künstlerinnen und Künstler, soferne sie nicht am traditionellen Verständnis der Kunstproduktion orientiert sind, einen wertvollen Beitrag leisten.</p> <p>Zürich, Februar 2004</p> <p>01 Arthur C. Clarke, Autor<br /> 02 Auch weil dies seitens des Publikums in einer Reihe von Veranstaltungen und bei Vorträgen so gerne thematisiert wird.<br /> 03 Ich möchte hier auf die konstruktivistischen Erläuterungsmöglichkeiten, der Kunst als autonomes Soziales System, dessen Autopoiesis die Infragestellung notwendigerweise ausbildet etc. verzichten - weil diese zwar eine Erklärung liefern, aber keine befriedigende Antwort auf die Sinnfrage (und damit die Relation zu anderen Subsystemen).<br /> 04 »Zur diesjährigen Art Basel wird die figurative Malerei ganz groß rauskommen.« sagte mir unlängst eine Galeristin die es wissen muß.<br /> 05 Hierin einbezogen bspw. die Herstellung von Bildern, welche sich ebenfalls als Objekte manifestieren, sowie die Präsentation der Dinge (wie auch die Präsentation als Inszenierung selbst), da diese im engeren Sinne Sichtbarmachungen eines Status Quo darstellen.<br /> 06 Interessant ist, daß, obgleich diese Konstruktionen ausdifferenziert sind (man kann nur von einer ›relativen Authentizität‹ sprechen), sie in unserer Alltagskommunikation uneinheitlich wahrgenommen und praktiziert werden. So sind uns (als Alltagsbeispiel) meist Warenmarken als Signaturen für das scheinbar Originale wichtig und dienen der sozialen Abgrenzung, zugleich wissen wir aber, daß bspw. das Werbeversprechen ›Authentic Wear‹ keiner rationalen Untersuchung standhält (mit Kunstwerken verhält es sich ähnlich).<br /> 07 Kommunikation (und Interaktion) meint in diesem Zusammenhang nicht explizit ein kommunikationstheoretisches Modell der Informationsübertragung, sondern im systemtheoretischen Sinne das eines semiotischen Bezugssystems.<br /> 08 sowohl der handelnden/rezipierenden Personen, als auch der Objekte<br /> 09 Ich erwähne das, weil die im Kunstumfeld beliebte Weisheit »Der Künstler steht außerhalb der Gesellschaft.« eben keine ist - wie auch die der »Zweckfreiheit der Kunst«.<br /> 10 Neue Handlungsfelder zu ermitteln kann eine künstlerische Forschungsarbeit darstellen, wie sie als Beispiel zur Definition von ›Transferkunst‹ geführt hat. Zugleich ist diese künstlerische Tätigkeit als, im autopoietischen Sinne, ›Selbstbeauftragung‹ innerhalb des Kunstsystems zu sehen und bedeutet in ihrer Umsetzung systemisches künstlerisches Arbeiten.<br /> 11 Damit setzt die Frage (und diese ist zugleich Indiz eines autonomen Subsystems) auch vor einer Kanonisierung der Kunst an.<br /> 12 vgl. Sloterdijk, Peter: Die Verachtung der Massen, Edition Suhrkamp, Frankfurt a. M. 2000<br /> 13 Hierzu gibt es zahlreiche Projekte und Ansätze, die sich letztlich oftmals in der Ausbildung technischer Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Medien erschöpfen und kritische, ästhetische Aspekte vernachlässigen.<br /> 14 Dieser Begriff, erkennbar dem tradierten Kunstkanon verhaftet und aus der Verkürzung der ›Neuen Medien‹ entstanden, bedeutet zum einen eine Verunklärung der bezeichneten Tätigkeit (es sind eben nicht die alten Medien gemeint) und bezeichnet so eigentlich die künstlerische Tätigkeit welche sich eines Mediums bedient - und das ist alle Kunstpraxis.<br /> 15 aus der Initiativpublikation des AID (Artists In Discourse) Project, Art And Context Initiative, New York City 1996/1997<br /> 16 Es zeigt sich insbesondere in der Quasi-Postmoderne (und es sei hier explizit auf Bruno Latour verwiesen) daß Erkenntnisarbeit ein transdisziplinärer Akt ist. S. a. Latour, Bruno: Wir sind nie modern gewesen, Fischer, Frankfurt a. M. 1998<br /> 17 Man könnte sich bspw. vorstellen, das Kunststudium eher mit den philosophischen und sozialwissenschaftlichen Fakultäten zu koppeln (was vereinzelt geschieht), anstatt mit denen der angewandten Gestaltungsberufe.<br /> 18 Der Begriff des ›symbolhaften Regelbruchs‹ im politischen Sinne ist der 68er Generation sicher noch gut in Erinnerung, beruht aber auf den künstlerischen Entwicklungen ›Dada‹ und ›Situationistische Internationale‹ (die wichtige Vorläufer der politischen Bewegung waren).<br /> 19 Das bedeutet nicht, daß er konkrete oder gar dauerhafte Lösungen (für gesellschaftliche oder soziale Phänomene und Dynamiken) entwickeln muß, wohl aber, daß er Bestimmungen und Wertungen in diesen Kontexten vornimmt.<br /> 20 ›politisch‹ wird hier in Bezug zu ›zoon politikon‹, nicht im Sinne einer Partei- oder Berufspolitik, verwendet.<br /> 21 John, Ruediger: Systemic Art as an Approach for the Aesthetic Worker, Scrapbook 1995-1998, limited edition, 1998<br /> 22 Heid, Klaus; John, Ruediger: TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft, [sic!] Verlag für kritische Ästhetik, Baden-Baden 2003<br /> 23 ebd.<br /> 24 ebd.<br /> 25 John, Ruediger: Explorative Recherche als künstlerische Methode, KONTUREN - Magazin der Fachhochschule für Gestaltung, Technik und Wirtschaft Pforzheim, Pforzheim/Baden-Baden 2003<br /> 26 vereinfacht: erkenntnistheoretische, subjektive Untersuchung der Konstruktion und Struktur des Objektes (der Betrachtung), dessen Relation zur Wirklichkeit sowie Bedingungen und Formen der Rezeption<br /> 27 vereinfacht: Beurteilung, Unterscheidung (Differenzierung), Auseinandersetzung mit Handlungen, Normen, Zielen<br /> 28 So unterliegt ein Kunstwerk, wenn es vom Künstler über den Galeristen zum Käufer die Subsysteme wechselt, unterschiedlichen Bewertungen und Wahrnehmungen. Der Künstler mag bspw. darin seinen subjektiven Ausdruck verkörpert sehen, der Galerist einen Warengegenstand dessen Stil auffällt und der Käufer eine Farbkombination wie sie seinen Vorstellungen entspricht.</p> <p><strong>Information zur Person:</strong><br /> Ruediger John; Austria, betreut als Künstler seit 1995 Unternehmen und Organisationen mit kritisch-ästhetischem Coaching und Consulting; situative, installative, interventionistische, recherche- und publikationsorientierte Arbeiten; definitorische und praktische Arbeiten in künstlerischer Forschung, systemischer Kunst und Transferkunst; zahlreiche Einladungen zu Ausstellungen, Veranstaltungen und Diskursen. Seit 2000 lehrte er als künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter, 2001-03 mit künstlerischem Lehrauftrag ›situatives, installative Arbeiten, Kontextualisierung, Kognition, Mixed-Media‹ an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, sowie in weiteren Lehraufträgen und Gastlehrveranstaltungen. 2002-03 Lehrstuhlvertretung im Bereich ›Kunst/Kunst- und Designwissenschaften‹ an der Fachhochschule für Gestaltung, Wirtschaft und Technik Pforzheim. Er ist Mitbegründer der ›Gesellschaft für kritische Ästhetik‹. <a href="http://artrelated.net/ruediger_john/">http://artrelated.net/ruediger_john/</a> und www.critical-aesthetics.org.</p> <p><a href="Objekt-Subjekt-Praedikat.pdf">Objekt Subjekt Prädikat</a></p> <p>Erschienen in:<br /> John, Ruediger in: Internationale Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK); Landesakademie Schloß Rotenfels; Kettel, Joachim (Hrsg.): &quot;Künstlerische Bildung nach Pisa - Beiträge zum internationalen Symposium Mapping Blind Spaces - Neue Wege zwischen Kunst und Bildung.&quot; Museum für neue Kunst, Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe und Landesakademie Schloß Rotenfels, Athena-Verlag, Oberhausen</p>
2004-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/objekt-subjekt-praedikat.html https://artrelated.net/ruediger_john/objekt-subjekt-praedikat.html
MEHR WERT - Künstler, Unternehmer und Wissenschaftler im Dialog
<p><img src="mehrwert-dialog01.jpg" alt="MEHR WERT, Kuenstler, Unternehmer und Wissenschaftler im Dialog" title="MEHR WERT, Kuenstler, Unternehmer und Wissenschaftler im Dialog" /></p> <p>Die Veranstaltungsreihe MEHR WERT thematisiert in sieben Diskussionsforen mit Künstlern, Wissenschaftlern und Unternehmern das Verhältnis von unternehmerischem und künstlerischem Denken und Handeln.</p> <h5>MEHR WERT hat zum Ziel</h5> <p>/ das gegenwärtige Zusammenspiel zwischen Kunst und Wirtschaft zu reflektieren<br /> / ein Spektrum der aktuellen Praxis, Strategien, Konsequenzen und Reaktionen aufzuzeigen / Thesen und Modelle für neue Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln und<br /> / Impulsgeber für konkrete Projekte zu sein</p> <h5>NEUBEWERTUNG UND TRANSFER</h5> <p>Vor dem Hintergrund einer Neubewertung des Verhältnisses von Kunst und Wirtschaft und mit dem Wandel der Gesellschaft zur Welt- und Wissensgesellschaft erhält der Begriff des Mehrwerts neue Bedeutsamkeit. Will man den Begriff an der Schnittstelle von Kunst und Wirtschaft thematisieren, bedeutet das, die Interessenslagen der verschiedenen Akteure in Beziehung zu setzen, das Feld des Wertes, der Bewertungen neu abzustecken und die Bereiche von materieller und ideeller bzw. immaterieller (Bedeutungs-)Produktion auszubalancieren.<br /> Die Herausforderung besteht sowohl darin, Verständnisschwierigkeiten zwischen Kunst und Wirtschaft zu begegnen sowie Rahmenbedingungen für eine Kooperation auszuloten, Bezüge zwischen den verschiedenen Akteuren und Handlungsfeldern zu intensivieren und evtl. Wege der Zusammenarbeit zu erfinden. Derartige Transferprozesse will die MEHR WERT - Veranstaltungsreihe moderieren.</p> <h5>ERWEITERTE HANDLUNGSFELDER</h5> <p>Neben den traditionellen Zugängen von Wirtschaftsunternehmen zur Kunst - Kunst zur repräsentativen Ausgestaltung und als Wirtschaftsfaktor, Kunst als Imageträger, als Event oder als Teil der regionalen Standortförderung - sind zunehmend neue Formen der Kooperation zu beobachten. Das Interesse der Wirtschaft an der Kunst geht über Kunst als Werkform hinaus: Unternehmer beginnen zu erkennen, dass Künstler ihnen dabei helfen können, auf den gesättigten und immer komplexer werdenden Märkten, Mehrwert für ihr Unternehmen und ihre Kunden zu schaffen und heben das Potential sinnhafter Orientierung und inhaltlicher Qualifizierung hervor. Mehrwert bezeichnet nicht mehr nur einen Teil der materiellen Wertschöpfung: Immaterielle Werte wie Transparenz, soziale Verantwortung, Beziehungsfähigkeit oder Nachhaltigkeit greifen entscheidend in unternehmerische Grundsätze ein.<br /> Auch das Selbstverständnis der Kunst ist in einem fortlaufendem Wandel: Dem Unbehagen an der Ökonomisierung wird sowohl mit der verbreiteten Akzeptanz der Entdifferenzierung von Kunst und Wirtschaft als auch mit einer Ausweitung künstlerischer Handlungsfelder begegnet. Kunstproduzenten und -institutionen greifen unternehmerische Prinzipien, Strategien, Rollen oder Modelle - leitbildhaft oder kritisch - auf. Verschiedene künstlerische Projekte gehen aus der Auseinandersetzung mit Ökonomie und Unternehmertum hervor, machen deren Funktionsweisen transparent, auf Fehlentwicklungen aufmerksam oder setzen sich mit den Konsequenzen der Globalisierung auseinander. Künstlerische Handlung kann u.a. auch darin bestehen, Unternehmensprozesse direkt zu begleiten, einzuwirken und Veränderungen zu initiieren.</p> <h5>KUNST ALS GESCHÄFTSMODELL</h5> <p>In der Wirtschaft entwickelt sich ein Verständnis dafür, dass es auch um die Arbeit mit Weltbildern, Kulturen und den Identitäten von Unternehmen geht und die &gt;weicheren&lt; Seiten der Unternehmensführung wie Kundenbeziehungen, Unternehmenskultur oder Vertrauen heute die eigentlich &gt;härteren&lt; und erfolgsentscheidenden Faktoren sind. So hängt der ökonomische Erfolg eines Unternehmens zunehmend auch von dessen Kompetenz ab, gesellschaftliche Prozesse zu verstehen und sie in die Unternehmensrealität zu integrieren.<br /> Zu den Verantwortlichkeiten der Künstler gehört, in die Bedeutungsbildung einzugreifen. Ihre kulturelle Mehrwertproduktion begleitet und reflektiert gesellschaftliche Entwicklungen. Kunst kann Motive für individuelles Handeln ausbilden, veranschaulichen und unterstützen.</p> <h5>ICH-AG UND SOZIALE PLASTIK</h5> <p>Die Dialoge der Reihe MEHR WERT sollen Facetten der ökonomischen, kulturellen, sozialen und personengebundenen Mehrwertproduktion beleuchten, die aus dem Spannungsbogen zwischen Kunst und Wirtschaft hervorgehen. Thematisiert wird das Spektrum der Möglichkeiten und Grenzen direkter und indirekter Kooperationen zwischen Kunst und Wirtschaft.</p> <h5>MEHR WERT geht besonders folgenden Fragestellungen nach:</h5> <p>/ In welchem Umfang können Unternehmen Handlungsfelder für Künstler sein?<br /> / Wie verändern sich die kritischen Strategien der Kunst?<br /> / Wie kann künstlerische Kompetenz im Unternehmen eingebunden werden und welche Prozesse kann sie unterstützen?<br /> / Welchen Nutzen hat dies für die Unternehmenswelt und ihre Strukturen?<br /> / Gibt es einen wechselseitigen Bedeutungsprofit in diesem Kontextsystem und welcher Wandel im gegenseitigen Selbstverständnis ist gegebenenfalls erforderlich?<br /> / Wo beginnt die Instrumentalisierung von Kunst durch die Wirtschaft und wo beginnt die Funktionalisierung der Wirtschaft durch Künstler und Kunstinstitutionen?<br /> / Wo liegen die Chancen und die Gefahren einer Kulturalisierung des Ökonomischen und einer Ökonomisierung des Kulturellen?<br /> / Gibt es eine Verständigung über den Arbeits-, Dienstleistungs- und Kommunikationsbegriff?<br /> / In welchem Ausmaß kann Kunst ein Katalysator für gesellschaftlichen und für wirtschaftlichen Fortschritt sein?</p> <h5>DIALOGE</h5> <p>Die verschiedenen Veranstaltungen akzentuieren, im Dialog mit dem Publikum, unterschiedliche Ansatzpunkte künstlerisch-unternehmerischer Kooperationen: Im Unternehmen (Unternehmenskultur), an der Schnittstelle zwischen Unternehmen und Markt (Marketing, Design und Kunst) sowie im Beziehungsgeflecht von Arbeitswelten, Markt und Gesellschaft.</p> <h5>Moderiert werden die Veranstaltungen von:</h5> <p>Klaus Heid / Ruediger John (Gesellschaft für kritische Ästhetik), Reto Krüger (Kunsthistoriker), Dr. Claudia Pohl (Kunsthistorikerin), Angelika Stepken (Badischer Kunstverein), Dr. Christian Votava (realise)</p> <h5>Veranstaltungen/Personen</h5> <p>/ 6. Februar 2004 19-21 Uhr<br /> Badischer Kunstverein / Waldstr. 3 / 76133 Karlsruhe Moderation: Angelika Stepken / Klaus Heid </p> <p>UNTERNEHMENSKULTUR – durch Kunst?</p> <p>Prof. Dr. Michael Bockemühl<br /> Professor für Kunstwissenschaft, Ästhetik und Kunstvermittlung, Universität Witten/Herdecke</p> <p>Michael J. Kolodziej<br /> Diplom-Betriebswirt, Mitglied der Geschäftsleitung von dm-drogerie markt GmbH &amp; Co. KG (Karlsruhe)</p> <p>/ 5. März 2004 17-19 Uhr<br /> art Karlsruhe / Messe Karlsruhe / Messegelände / 76287 Rheinstetten<br /> Moderation: Claudia Pohl / Reto Krüger</p> <p>KONSUM und MARKETING – Kunst als kultureller und ökonomischer Faktor?</p> <p>Prof. Volker Albus<br /> Professor für Produktdesign, Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe</p> <p>Prof. Dr. Norbert Bolz<br /> Professor für Medienwissenschaft, Technische Universität Berlin</p> <p>Wolfgang Ullrich<br /> Kunsthistoriker, Gastprofessor für Kunsttheorie, Hochschule für bildende Künste Hamburg</p> <p>/ 2. April 2004 19-21 Uhr<br /> Industrie- und Handelskammer Karlsruhe / Lammstr. 13-17 / 76133 Karlsruhe Moderation: Angelika Stepken / Klaus Heid</p> <p>ARBEITSWELTEN im Wandel – weiche Faktoren trotz harter Realität?</p> <p>/ 14. Mai 2004 19-21 Uhr<br /> Badischer Kunstverein / Waldstr. 3 / 76133 Karlsruhe<br /> Moderation: Claudia Pohl / Reto Krüger</p> <p>ICH-AG und SOZIALE PLASTIK – das neue gesellschaftliche Kapital?</p> <p>Johannes Stüttgen<br /> Bildender Künstler, Omnibus für Direkte Demokratie, Unternehmen Wirtschaft und Kunst - erweitert (Düsseldorf)</p> <p>Prof. Peter Wippermann<br /> Trendforscher und Kommunikationsdesigner, Mitbegründer und Gesellschafter des Trendbüros Hamburg</p> <p>/ 4. Juni 2004 19-21 Uhr<br /> Badischer Kunstverein / Waldstr. 3 / 76133 Karlsruhe<br /> Moderation: Klaus Heid / Ruediger John</p> <p>KUNST im UNTERNEHMEN – Zukunftsfähigkeit durch Kunst?</p> <p>Prof. Dr. Eckhard Minx<br /> Zukunftsforscher, Leiter der Forschungsgruppe Gesellschaft und Technik, DaimlerChrysler AG (Berlin)</p> <p>Mathis Neidhart<br /> Bildender Künstler, künstlerischer Prozessbegleiter bei der DaimlerChrysler AG (Nürnberg) </p> <p>Dr. Renate Wiehager<br /> Kunsthistorikerin, Leiterin der Abteilung Kunstbesitz der DaimlerChrysler AG (Stuttgart/Berlin)</p> <p>/ 2. Juli 2004 19-21 Uhr<br /> Ursula Blickle Stiftung / Mühlweg 18 / 76703 Kraichtal-Unteröwisheim Moderation: Christian Votava</p> <p>Die Expressivität der Marke</p> <p>Prof. Dr. Gernot Böhme<br /> Philosoph, Professor emerit. an der Technischen Hochschule Darmstadt</p> <p>/ 3. September 2004 19-21 Uhr<br /> Badischer Kunstverein / Waldstr. 3 / 76133 Karlsruhe<br /> Moderation: Klaus Heid / Ruediger John</p> <p>KUNST und WIRTSCHAFT – eine kulturelle Partnerschaft?</p> <p>Karin Heyl<br /> Literaturwissenschaftlerin, Geschäftsführerin des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e.V. (Berlin)</p> <p>Dr. Michael Tacke<br /> büro orange – Agentur für Kunst im Arbeitsalltag, Vorstandsvors. des Design Zentrums München, Aufsichtsratsvors. Bayern Design (München)</p>
2004-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/mehrwert.html https://artrelated.net/ruediger_john/mehrwert.html
Künstlerische Forschung und gesellschaftliche Praxis
<p><img src="kuenstlerische-forschung02.jpg" alt="Kuenstlerische Forschung und gesellschaftliche Praxis" title="Kuenstlerische Forschung und gesellschaftliche Praxis" /></p> <p><img src="aesthetische-forschung01.jpg" alt="Kuenstlerische Forschung und gesellschaftliche Praxis" title="Kuenstlerische Forschung und gesellschaftliche Praxis" /></p> <p>Wie ist künstlerische Forschung in Kooperation mit Wirtschaft und Wissenschaft zu realisieren? Welche Methoden und Ziele stehen dabei im Vordergrund? Welche Chancen bieten sich und welche Risiken sind zu beachten?</p> <p>Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung von Ruediger John (Baden-Baden). Er berichtet aus seiner künstlerischen Tätigkeit und zeigt Methoden und Praxis der Transferkunst und kritischen Ästhetik auf. In seinem Vortrag und Workshop stellt er die Entwicklung künstlerischer Strategien ebenso dar wie den Transfer von aus der künstlerischen Forschung abgeleiteten Erkenntnissen und die praktische Zusammenarbeit mit Unternehmen sowie Institutionen aus Wissenschaft und Kunst.</p> <p>Teilnehmende:<br /> Ella Hering, Mirya Gerardu, Rüdiger Schlömer, Norma Mack, Sencer Vardarman, Chongmin Kim, Steffi Hanna, Marina Landia, Antje Weitzel, Natasa Drakula, Inge Lechner, Holger Kruse, Andreas Wendt, Sibylle Stammberger, Heedong Ryu, Angelica Fernandez, Eva Randelzhofer, Diana Harty, Lea Schick, Margit Renatus, Christian Mayrock</p>
2004-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/kuenstlerische-forschung.html https://artrelated.net/ruediger_john/kuenstlerische-forschung.html
Publikation: TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft
<h4>›TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft‹</h4> <p>Klaus Heid, Ruediger John (Hgg.),<br /> u.a. mit Prof. Dr. Michael Bockemühl, Prof. Dr. Gernot Böhme, Prof. Dr. Ernst Peter Fischer, Max Hollein, Prof. Dr. Karl-Heinz Kohl, Prof. Michael Lingner, Prof. Dr. Jürgen Wertheimer<br /> [sic!] Verlag für kritische Ästhetik, Baden-Baden, 2003</p> <h5>Verlagstext:</h5> <p>TRANSFER: ist das Ergebnis künstlerischer Forschungsarbeit und bietet eine aktuelle Bestandsaufnahme des praktischen Transfers sowie von Kooperationen zwischen Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft. Das Buch versammelt Interviews und Beiträge von 25 Experten aus Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft. Diese verbindet die Fragestellung, welche Rolle die Kunst für die gesellschaftliche Alltagspraxis hat.</p> <p>Mit Beiträgen von: Michael M. Berger, Prof. Dr. Michael Bockemühl, Prof. Dr. Gernot Böhme, Michael Brater, Simonetta Carbonaro, Dimitrios Chalatsis, Prof. Dr. Ernst Peter Fischer, Klaus Heid, Max Hollein, David Hornemann, Ruediger John, Nadja Koch, Prod. Dr. Karl-Heinz Kohl, Prof. Michael Lingner, Dorcas Müller, Mathis Neidhart, Prof. Dr. Birger P. Priddat, Bettina Reichmuth, Enno Schmidt, Prof. Dr. h. c. Lothar Späth, Nadine Trossen, Dr. Christian Votava, Prof. Dr. Jürgen Wertheimer, Johannes Wiek, Frank Wilhelmi</p> <h5>Rezensionen:</h5> <p>Die Situation in der Berufswelt ist manchmal recht paradox. Einerseits wird von dem Einzelnen ein Höchstmaß an Spezialisierung verlangt: Ein Universalgelehrter des 19. Jahrhunderts würde mit seinem Wissen an den heutigen Hochschulen noch nicht einmal die Zwischenprüfung schaffen. Andererseits gibt es keine linearen Erwerbsbiografien mehr: Von jedem wird verlangt, dass er flexibel auf gesellschaftliche Veränderungen und Anforderungen reagiert, auch in fortgeschrittenem Alter noch neue Kulturtechniken erlernt und sich den Erfordernissen des globalisierten Turbokapitalismus anpasst. Das sei »ein Spagat, der dem Einzelnen in persönlicher und professioneller Hinsicht nur schwer gelingt«, bilanzieren Klaus Heid und Ruediger John. Die Frage, ob die Kunst hier eine »vermittelnde und gestaltende Funktion übernehmen könne«, beantworten die beiden Autoren in ihrem Buch »TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft« mit einem eindeutigen »Ja«. Der Karlsruher Künstler Klaus Heid und sein Mitherausgeber Ruediger John dokumentieren gemeinsam mit 25 Experten Beispiele einer praktischen Kooperation zwischen Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft.<br /> Kunstforum Bd. 166, »Biennale«, Jürgen Raap</p> <p>TRANSFER: verbindet Fragestellungen, welche Rolle die Kunst für die gesellschaftliche lebenspraxis hat, welche Impulse transdiziplinäre Kooperationen entwickeln können und welcher kulturelle und ökonomische Mehrwert dabei erzeugt werden kann.<br /> kultur politik, BBK, 2 2/2004</p> <p>TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft bietet eine aktuelle Bestandsaufnahme des praktischen Transfers sowie von Kooperationen zwischen Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft.<br /> Artist Kunstmagazin, 55 2/2003</p> <p>Hinaus aus der Kunst, hinein in die Wirklichkeit<br /> Von Interdisziplinarität wird viel geredet, gerade in einer sich erneuernden Kunstpädagogik, die sich unter dem Druck realer Schulverhältnisse vielerorts in Fächerverbänden mit anderen benachbarten Fächern wieder findet und mit diesen zusammen projektorientierten Unterricht durchzuführen hat. Doch auch in der Kunst selbst zeigen sich seit vielen Jahren verstärkte Tendenzen zur Wiederannäherung an verschiedene Wissenschaften. Oft geschieht das in sehr durchsichtiger und dilettantischer Weise, was weder der Kunst noch den Wissenschaften bekommt. Oft geschieht es auch unter dem postmodernen Siegel der Wissenschaft als Kunst in sehr anmaßender Weise: Statt zu einem intensivierten Bezug zu Wahrheit und Wirklichkeit führt das dann nur zu einer neuen Beliebigkeit und zu forciertem Subjektivismus, zu parasitären Melangen, in denen Wissenschaft und Wahrheit mehr und mehr zur Attrappen ihrer selbst verkommen und sich Künstler vor einem inkompetenten Szene-Publikum als allüberall Bescheid wissende Wissenschafts- und Forschungs-Scharlatane aufspielen. Die neoromantischen Ideologeme von Beuys haben hier verheerend gewirkt, viele Hirne verdorben und mit kunstreligiösem Kleister verklebt. Unter dem Etikett künstlerische Forschung kursieren viele Mogelpackungen, in denen weder Kunst noch Forschung drin ist, sondern nur Kuriositäten im postmodern-multikulturellen Beliebigkeitenkabinett. Das ist einer der vielen Negativeeffekte einer postmodernen Kultur, in der es angeblich nichts mehr geben soll, was es nicht gibt. Der vorliegende Band führt in dieses schlüpfrige Terrain hinein - so denkt man zunächst -, wird dann aber positiv überrascht. Denn vielmehr findet man hochinteressante Beiträge, die überhaupt nichts mit dem egomanisch, subjektivistisch und genialisch verkommenen Künstlerbild zu tun haben, sondern mit harter, solider und realistischer Arbeit an sozialen und wirtschaftlichen Prozessen. Da wird z B. ein soziologisches Forschungsprojekt vorgestellt, in dessen Rahmen die berufliche Ausbildung der Mitarbeiter der dm-Märkte mithilfe künstlerischer Handlungsmodelle reformiert wird. Oder wir erfahren von einer Psychologin und einem Wirtschaftsberater etwas über neue Konzepte der Unternehmenskultur in dessen Rahmen sich alle Beteiligten - Hersteller, Verkäufer und Kunden, als eine identitätsstiftende community verstehen solIen. Oder wir lernen das Projekt wirtschaftskultur durch Kunst kennen, in dessen Rahmen künstlerische Kernkompetenzen genutzt werden, um die Verfahrensweisen des Unternehmenscontrollings zu innovieren. Kurz: Hier ist viel von politischen, wirtschaftlichen und sozialen Prozessen die Rede und diese Rede wird überwiegend vorgetragen von ausgewiesenen (kunstfremden) Fachleuten, die sich mit künstlerischen Methoden beschäftigen, um Defizite in wirtschaftlichen, politischen und sozialen Denkstrukturen auszugleichen. Ich darf gestehen: Dieses Buch hat mich mehr interessiert und hoffnungsfroher auf das künftige Aufgabenfeld der Kunstpädagogik blicken lassen als dutzende von Kunstzeitschriften und Kunstkatalogen der letzten Jahre.<br /> Kunst+Unterricht Heft 273, Juni 03, Hubert Sowa</p> <p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3933809460/sicverlfurkri-21">TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft</a></p>
2003-06-15 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-publikation-transfer-kunst-wirtschaft-wissenschaft.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-publikation-transfer-kunst-wirtschaft-wissenschaft.html
TRANSFER: Buchvorstellung in der NGBK
<p>Zur Buchvorstellung von »TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft«<br /> und Gesprächsmöglichkeit mit den Herausgebern Klaus Heid und Ruediger John<br /> möchten wir Sie herzlich einladen: </p> <p>Samstag 24.5.2003, 21:30 Uhr - Neue Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK) </p> <p>TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft<br /> Kooperationen zwischen den Disziplinen und der Wissenstransfer sind in der heutigen »Wissensgesellschaft« von zentraler Bedeutung. Denn in der Arbeits- und Berufswelt, auch im Bereich der Forschung, erleben wir eine paradoxe Situation: Einerseits wird vom Einzelnen eine verstärkte Spezialisierung innerhalb seines Tätigkeitsfeldes, andererseits mehr Flexibilität gefordert – ein Spagat, der dem Einzelnen in persönlicher und professioneller Hinsicht nur schwer gelingt. Kann die Kunst hier vermittelnde und gestaltende Funktionen übernehmen? </p> <p>künstlerische Forschungsarbeit - Transdisziplinarität<br /> Klaus Heid und Ruediger John, die Herausgeber des neu erschienenen Buches »TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft«, beantworten diese Frage mit einem eindeutigen Ja. Sie zeigen, gemeinsam mit 25 Experten auf fast 300 Seiten Beipiele praktischer Kooperationen zwischen Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft auf. Aus ihrer künstlerischen Forschungsarbeit heraus haben sie einen neuen Begriff für transdisziplinäre Kooperationen mittels künstlerischer Kompetenzen definiert: »Transferkunst«. </p> <p>Transferkunst<br /> Transferkunst kann wesentliche Schlüsselfunktionen innerhalb der modernen Wissensgesellschaft erfüllen: Sie trägt zum Erkenntnisgewinn bei, gestaltet dessen Vermittlung und unterstützt die Integration in die alltägliche Lebenspraxis. Künstlerische Kompetenz kann so als ein Katalysator verstanden werden, der gesellschaftlichen, ökonomischen oder wissenschaftlichen Prozessen Dynamik verleiht und ihnen kritische, innovative und nachhaltige Impulse gibt. </p> <p>künstlerische Kompetenz<br /> Für Wirtschaft und der Wissenschaft bietet sich die Chance, von qualifizierter künstlerischer Kompetenz zu profitieren. Der Mehrwert, der daraus entsteht, ist nicht nur ein ökonomischer, sondern ein im umfassenden Sinn kultureller. Dies verdeutlicht »TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft« in spannend zu lesenden Interviews und vertiefenden Textbeiträgen. Ausgehend von ihrer langjähringen Praxis bieten die Herausgeber auch eine Auswahl von »TRANSFER:Leistungen« an. </p> <p>Publikation<br /> Klaus Heid, Ruediger John (Hrsg.)<br /> »TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft«<br /> ISBN 3-933809-46-0<br /> [sic!] Verlag für kritische Ästhetik<br /> Euro 18,50 (Deutschland); Euro 20,00 (übrige EU); CHF 40 (Schweiz) </p> <p>Weitere Informationen, Leseprobe und Lesermeinungen unter<br /> <a href="https://artrelated.net/sic">https://artrelated.net/sic</a></p> <p>NGBK Neue Gesellschaft für Bildende Kunst<br /> Oranienstraße 25, D 10999 Berlin<br /> T: +49-(0)30-615 30 31, F: +49-(0)30-615 22 90<br /> web: <a href="http://www.ngbk.de">http://www.ngbk.de</a></p>
2003-05-22 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-transfer-buchvorstellung-ngbk.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-transfer-buchvorstellung-ngbk.html
TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft
<p>TRANSFER: ist Mehrwert:<br /> Neue operative Felder für die Kunst<br /> neue Impulse für die Wirtschaft<br /> neues Know-how für die Wissenschaft und<br /> neue Perspektiven für die gesellschaftliche Lebenspraxis. </p> <p>Klaus Heid, Ruediger John (Hrsg.)<br /> TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft </p> <p>286 Seiten mit fundierten, informativen und kontroversen Statements von 25 Experten zum Verhältnis von Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft. Ab sofort im Buchhandel oder unter <a href="https://artrelated.net/sic">https://artrelated.net/sic</a> erhältlich. </p> <p>Prof. Dr. Gernot Böhme, Philosoph, Universität Darmstadt<br /> Dr. Michael Brater, GAB München (Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung)<br /> Simonetta Carbonaro, Dr. Christian Votava, Realise Strategic Consultants, Karlsruhe<br /> Dimitrios Chalatsis, Nadja Koch, bildende Künstler, Produzentengalerie Poly, Karlsruhe<br /> Prof. Dr. Ernst Peter Fischer, Wissenschaftshistoriker, Universität Konstanz<br /> Klaus Heid, bildender Künstler, Karlsruhe<br /> Max Hollein, Direktor der Schirn Kunsthalle, Frankfurt a.M.<br /> Ruediger John, bildender Künstler, Baden-Baden<br /> Prof. Dr. Karl-Heinz Kohl, Ethnologe, Frobenius-Institut, Frankfurt a.M.<br /> Prof. Michael Lingner, Künstler/Theoretiker, Hochschule für bildende Künste Hamburg<br /> Dorcas Müller, bildende Künstlerin, Karlsruhe<br /> Mathis Neidhart, bildender Künstler, künstlerischer Prozessbegleiter bei der DaimlerChrysler AG, Stuttgart<br /> Enno Schmidt, bildender Künstler, Unternehmensbegleiter, Frankfurt a.M.<br /> Prof. Dr. h.c. Lothar Späth, Vorstandsvorsitzender der Jenoptik AG, Jena<br /> Nadine Trossen, Prof. Dr. Michael Bockemühl et al., Universität Witten/Herdecke<br /> Prof. Dr. Jürgen Wertheimer, Germanist und Komparatist, Universität Tübingen<br /> Frank Wilhelmi, Vorstandsvorsitzender der Wilhemi Werke AG, Lahnau </p> <p>TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft bietet eine aktuelle Bestandsaufnahme des praktischen Transfers sowie von Kooperationen zwischen Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft. Das Buch versammelt Interviews und Beiträge von 25 Experten aus Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft. Sie verbindet die Fragestellung, welche Rolle die Kunst für die gesellschaftliche Lebenspraxis hat, welche Impulse transdisziplinäre Kooperationen entwickeln können und welcher kulturelle und ökonomische Mehrwert dabei erzeugt werden kann. </p> <p>TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft ist sowohl Dokumentation, als auch Lesebuch. Es bietet vielfältige Einstiegsmöglichkeiten, sei es über Interviews oder Expertenbeiträge. Ein Glossar mit Erläuterungen zu wichtigen thematischen Schlüsselbegriffen, darunter dem von den Herausgebern neu geprägten Terminus »Transferkunst«, rundet die Publikation ab. </p> <p>Das Buch richtet sich nicht nur an Spezialisten, sondern an kulturell-kreative Menschen. Es dokumentiert einen unkonventionellen, künstlerischen Forschungsansatz und dient als Anregung für eine innovative, praxisorientierte Vernetzung von Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft. </p> <p>Die Herausgeber Klaus Heid und Ruediger John sind bildende Künstler. Ihre Arbeitsfelder sind die kritisch-ästhetischer Beratung, interventionistische Strategien und künstlerische Forschungsarbeit. </p> <p>Daten<br /> Titel: TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft<br /> Herausgeber: Klaus Heid, Ruediger John<br /> Verlag: [sic!] Verlag für kritische Ästhetik<br /> ISBN 3-933809-46-0<br /> 286 Seiten, 16 Abbildungen<br /> Preis: 18,50 Euro </p> <p><a href="http://artrelated.net/sic">http://artrelated.net/sic</a></p>
2003-03-20 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-transfer-kunst-wirtschaft-wissenschaft.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-transfer-kunst-wirtschaft-wissenschaft.html
Die Verklärung des Gewöhnlichen
<p><img src="verklaerung06.jpg" alt="Die Verklaerung des Gewoehnlichen" title="Die Verklaerung des Gewoehnlichen" /></p> <p><img src="verklaerung01.jpg" alt="Die Verklaerung des Gewoehnlichen" title="Die Verklaerung des Gewoehnlichen" /></p>
2003-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/verklaerung-gewoehnlich.html https://artrelated.net/ruediger_john/verklaerung-gewoehnlich.html
Wie verbessere ich mein Leben? Künstlerische, explorative Recherche über normative Implikationen populärkultureller Printmedien
<p><strong>die 33 Regeln zum Glück</strong><br /> <strong>Powermeditation für besseren Sex</strong><br /> <strong>Beauty-Geheimnisse der Stars</strong><br /> <strong>Flirt-Tricks für Beach und Bar</strong><br /> <strong>jetzt reich werden</strong></p> <p>Diese und ähnliche »praktische Lebensanleitungen« begleiten uns in allen populären Zeitschriften und Magazinen - sie behaupten, auf die elementaren Fragen in Beruf, Kultur und Gesellschaft kompakte, zielgerichtete und überprüft-wirksame Lösungen und Hilfen zu bieten. Eingebettet werden diese zielgruppengerecht in den optimalen Marken- und Mode- und Infotainmentmix und üben einen normierenden Einfluß auf ihre Leserschaft aus; produzieren Leitbilder und Trends. Wie kann man diesen Wirkweisen, neben den gängigen wissenschafltichen Untersuchungen, auf die Spur kommen und untersuchen? Wie kann man mittels kreativer oder künstlerischer Methoden eine persönliche kritische Haltung entwickeln?</p> <p>Der Workshop wird, anders als mit exakten Analyseformen, das Phänomen und dieses Medium experimentell mit künstlerischen Mitteln in vivo und teils spielerisch bearbeiten. Dabei werden mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Team visuelle, gestalterische, aktionistische und interventionistische Ideen entwickelt und umgesetzt. In der Arbeit und Auseinanderstzung werden mittels Fotografie, Video, Text und Aktionen Kommentierungen und Wertungen über die Wirkweisen des Quellenmaterials, sowie kritisch Assoziationen zwischen den vermittelten Fiktionen, der realen Umwelt und der eigenen Person erarbeitet und dargestellt. Der Künstler und Unternehmenscoach Ruediger John wird die Teams in ihrer experimentellen Recherche im Diskurs und technisch betreuen; die Aktivitäten werden dokumentiert und Ergebnisse dieses Workshops können in einer anschließenden Ausstellung präsentiert werden.</p> <h5>Zielsetzung</h5> <p>Mit den Studierenden wird, ausgehend von der Populärlektüre ihrer Zielgruppe, im besten Falle mit den Magazinen die sie selbst tatsächlich lesen, eine kritische Haltung zu den darin vermittelten Handlungsanleitungen, Rollenverständnissen und Wertvorstellungen entwickelt werden, indem die Empfehlungen, aufbereiteten Lösungsmuster und Vereinfachungen (die häufig gerade die zentralen sozialen und damit komplexesten gesellschaftlichen Phänomene, wie bspw. Beruf, Partnerschaft, Liebe betreffen) mittels künstlerischer Mittel untersucht, bearbeitet und assoziiert werden.</p> <p>Dabei werden nicht nur einzelne Artikel, Tests und Auflistungen der Magazine herangezogen, sondern die unterschiedlichen Publikationen in ihrer gesamten visuellen Präsenz und dem Themenspektrum in einer Folge von Erscheinungen bearbeitet.</p> <p>Die Herangehensweise und entstehenden Aktivitäten sind dabei kritisch-ästhetische mit künstlerischen Methoden; diese werden innerhalb des Workshops mit den Teilnehmenden entwickelt und praktisch durchgeführt: So können bspw. Anleitungen zum individuellen Verhalten exemplarisch performativ in Alltagsumfeldern überprüft (und entlarvt), die beworbenen Produkte und dargestellen Soziotypen und Kernaussagen in Verbindung mit Materialien aus dem Persönlichen zu semantischen Netzen collagiert, das reale Umfeld der Leserschaft mit dem propagierten vergleichend dokumentiert und kommentiert, oder aber die Quellen dieser Behauptungen und Informationen bspw. mittels Interviews untersucht werden.</p> <p>Die individuelle Wahl des Themenschwerpunktes und der Vorgehensweise wird innerhalb der Gruppe besprochen und koordiniert und soll idealerweise in kleinen Teams erfolgen. Ziel der Tätigkeit ist es, möglichst direkt (intuitiv, praktisch und explorativ) assoziativ und visuell die Wirkungsfelder dieser Magazine exemplarisch darzustellen und dabei implizit Wirkweisen festzustellen ohne sich dabei in eine detaillierte Ausarbeitung zu verstricken.</p> <p>Die Studierenden können somit eine ganz persönlich motivierte und subjektive Untersuchung ihres Umgangs mit diesen Medien durchführen und unter Umständen eine kritische Distanz zu den vermittelten Mustern und Meinungen entwickeln.</p> <p>Die Ergebnisse unterschiedlicher medialer Form werden aufbereitet und im Anschluß in einer Ausstellung oder Publikation zusammengefaßt präsentiert. Mit diesem Workshop sollen den Studierenden erste Erfahrungen mit interventionistischen, rechercheorientierten und explorativen künstlerischen Methoden ermöglicht werden; dabei wird Wert darauf gelegt, daß sie entdecken, welche Möglichkeiten der Erkenntnis und der Bedeutungszuschreibung in intuitiven Herangehensweisen und subjektiven Arbeitsformen liegen.</p> <p>Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaften und Studium Generale ZAK, Universität Karlsruhe (Center for Applied Cultural Sciences, University Karlsruhe), 2003</p>
2003-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/verbessere-dein-leben.html https://artrelated.net/ruediger_john/verbessere-dein-leben.html
Was ist Transferkunst? Ein Terminus für transdisziplinäres, künstlerisches Arbeiten
<p>Die Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen, Diskurs- und Wissenstransfer sind heute wichtiger als jemals zuvor. Denn in der Arbeits- und Berufswelt, auch im Bereich der Forschung, erleben wir eine paradoxe Situation: Einerseits wird vom Einzelnen eine verstärkte Spezialisierung innerhalb seines Tätigkeitsfeldes, andererseits mehr Flexibilität gefordert – ein Spagat, der nur schwer gelingt. Kann die Kunst hier Funktionen als transdisziplinäres Agens übernehmen?</p> <p>Wir erleben einen Prozess, in dem sich der Horizont künstlerischer Tätigkeit hin zu fundiertem, gesellschaftsorientierten Arbeiten öffnet und dabei Wirtschaft und Wissenschaft die Chance bietet, von qualifizierter künstlerischer Kompetenz zu profitieren. Der Mehrwert, der daraus entsteht, ist nicht nur ein ökonomischer, sondern ein im umfassenden Sinn kultureller. Der Schlüssel dafür ist Kunst als Transferdisziplin - kurz: Transferkunst.</p> <h5>Transfer in der Wissensgesellschaft</h5> <p>Kunst fördert nicht nur die Persönlichkeitsentwicklung bzgl. ästhetischer Kompetenz und Wahrnehmungsfähigkeit, sie erbringt auch eine gesellschaftliche Transferleistung. Wir sprechen von »Transferkunst«, wenn künstlerisch-ästhetische Strategien die kritische, differenzierende Vermittlung lebenspraktischer Bedürfnisse an Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zum Ziel haben - sowie umgekehrt die Kommunikation und Integration von Erkenntnissen und Erfahrungen dieser Subsysteme in der Gesellschaft. Damit kann Kunst in einem der wichtigsten Bereiche unserer so genannten »Wissensgesellschaft« eine entscheidende Rolle im Wissens- und Know-how-Transfer einnehmen.</p> <p>Mit unterschiedlichen interventionistischen Strategien erweitern Künstlerinnen und Künstler ihren Aktionsraum. Sie fühlen sich nicht länger einem objektzentrierten Kunstmarkt verpflichtet, sondern finden und erfinden operative, prozesshafte Formen in der Zusammenarbeit mit Partnern in allen gesellschaftlichen Bereichen. Neben der strategischen Handlungsoption nimmt dabei die Erforschung und Reflexion systemischer Verhältnisse einen wichtigen Platz ein. Künstlerische Forschung kann so ganz wesentlich zur Vermittlung und Aneignung von innovativer Welterfahrung beitragen.</p> <h5>Künstlerische Forschung</h5> <p>Künstlerische Forschung mag als Terminus für diejenigen ungewohnt sein, die »Forschung« ganz selbstverständlich durch das Attribut »wissenschaftlich« ergänzen. Sie verengen ihren Blickwinkel damit auf eine Methode, die in der heutigen Form seit rund 350 Jahren, seit der Idee der Subjekt-Objekt-Spaltung durch Descartes, betrieben wird. Den Beginn künstlerischer Forschung können wir mit dem Erscheinen des Buches »Das Buch von der Kunst« von Cennino Cennini um das Jahr 1400 datieren. In diesem Buch werden zum ersten Mal (soweit bekannt) nicht nur künstlerische Techniken und Rezepturen beschrieben, systematisiert und damit allgemein reproduzierbar, es behandelt auch ausführlich die Stellung des Künstlers in der Gesellschaft und liefert damit eine - aus heutiger Sicht soziologische - Definition der künstlerischen Tätigkeit als Subsystem.</p> <p>Was unterscheidet die künstlerische von der wissenschaftlichen Forschung? Künstlerische Forschung ist nicht an konventionelle Paradigmen der Wissenschaftlichkeit gebunden, sie kann ohne dogmatischen Methodenzwang agieren (wobei ein gemeinsames Grundmotiv beider Formen das Zweifeln-als-Methode ist), kann ohne Rücksicht auf die Definitionsmacht von Spezialisten in unterschiedlichsten Lebensbereichen erkenntnisfördernd tätig werden, dabei das Subjekt als Parameter einsetzen und ästhetische Kriterien bei der Konstruktion von Wirklichkeiten zu Grunde legen - um nur einige der wichtigsten Faktoren zu nennen.</p> <h5>Kunst als Reflexionsarbeit</h5> <p>Die visuell-ästhetische Umsetzung des Forschungsprozesses und seiner Ergebnisse eröffnet unter anderem für die Bereiche Wirtschaft und Wissenschaft neue Perspektiven im Prozess- und Projektmanagement. Transferkunst steht für eine Methode ästhetisch-reflexiver Erzeugung und Vermittlung von Erkenntnissen und Bedeutungen; Reflexionsarbeit wird dabei in ästhetischer Form geführt und daraus gewonnene Erkenntnisse in den inhaltlichen Diskurs zurück transferiert.</p> <p>Transferkunst erfüllt dabei wesentliche Schlüsselfunktionen innerhalb der modernen Wissensgesellschaft: Sie trägt zum Erkenntnisgewinn bei, gestaltet dessen Vermittlung und unterstützt die Integration in die alltägliche Lebenspraxis. Künstlerische Kompetenz kann so als ein Katalysator verstanden werden, der gesellschaftlichen, ökonomischen oder wissenschaftlichen Prozessen Dynamik verleiht und ihnen kritische, innovative und nachhaltige Impulse gibt.</p> <h5>Künstlerische Praxis</h5> <p>Die Künstler Klaus Heid und Ruediger John haben in ihrem künstlerischen Forschungsprojekt Grundlagen, Differenzen und exemplarisch Positionen untersucht, aktuelle Unternehmungen der o.g. Zielsetzung ausgewertet und erste Ergebnisse zusammengefasst. Sie zeigen dabei auch Konfliktfelder zwischen allen gesellschaftlichen Subsystemen auf. Dabei wird deutlich, wie weit die Meinungen, in welcher Form der Beitrag der Kunst in Wissenschaft und Wirtschaft erfolgen kann, auseinander gehen.</p> <p>Klaus Heid und Ruediger John stellen fest, dass dies vor allem aus der undifferenzierten Nutzung von Begriffen, disparaten Kriterien, teilweise naiven Vorstellungen und mangelndem transdisziplinären Dialog resultiert. Dies macht sich auch in wechselseitigen Zuschreibungen über das jeweils andere Tätigkeitsfeld bemerkbar.</p> <p>Künstlerische Kompetenz kann einen wichtigen Beitrag in wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Prozessen leisten. Dort wird oftmals jedoch viel über Kunst und deren Nutzbarmachung nachgedacht, ohne dass man künstlerische Kompetenz in ausreichendem Maße mit einbezieht. Außerdem können weder Künstler, noch Personen aus Wissenschaft und Wirtschaft, die durch ihren tradierten Kanon festgelegt sind, als Teilnehmer im transdisziplinären Diskurs fungieren.</p>
2003-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/transferkunst.html https://artrelated.net/ruediger_john/transferkunst.html
TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft - Von künstlerischer Forschung zu Transferkunst
<p><img src="transfer-vortrag01.jpg" alt="Transfer Kunst Wirtschaft Wissenschaft" title="Transfer Kunst Wirtschaft Wissenschaft" /></p> <p>u.a.<br /> Vortrag zur Art Basel in unternehmen mitte, Basel<br /> Vortrag an der Lazi Akademie, Esslingen<br /> Vortrag in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst Berlin (NGBK)<br /> Vortrag Jahresversammlung der Mitglieder der Jungen Akademie, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften Berlin</p> <p>Publikation: <a href="https://artrelated.net/sic/publication/3933809460/">TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft</a></p>
2003-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/transfer-vortraege.html https://artrelated.net/ruediger_john/transfer-vortraege.html
MODKONF - Sprechen ist Benennen ist Verstehen
<p><img src="modkonf-besprechung04.jpg" alt="MODKONF - Sprechen ist Benennen ist Verstehen" title="MODKONF - Sprechen ist Benennen ist Verstehen" /></p> <p><img src="modkonf-besprechung01.jpg" alt="MODKONF - Sprechen ist Benennen ist Verstehen" title="MODKONF - Sprechen ist Benennen ist Verstehen" /></p> <p><img src="modkonf-besprechung02.jpg" alt="MODKONF - Sprechen ist Benennen ist Verstehen" title="MODKONF - Sprechen ist Benennen ist Verstehen" /></p> <p><img src="modkonf-besprechung03.jpg" alt="MODKONF - Sprechen ist Benennen ist Verstehen" title="MODKONF - Sprechen ist Benennen ist Verstehen" /></p> <h5>Stegreifprojekt</h5> <p>Für das Gelingen von Kongressen, Konferenzen und Diskussionsveranstaltungen sind das Ambiente, die mediale Ausstattung und die Gestaltung der Räume, aber auch wesentlich die Organisation und der Ablauf verantwortlich. Ein Kongress lebt und wirkt vor allem auch in seiner Inszenierung, der richtigen Dynamik der Veranstaltung und der adäquaten Initiierung von Dialogmöglichkeiten. Damit die Beteiligung des Publikums, nachhaltige Erkenntnisse und eine distributierbare Dokumentation möglich werden, bedarf es der richtigen Vorinformation der Gäste, der guten Mischung aus Vorträgen, offenem Gespräch unter Beteiligung des Publikums und der Möglichkeit zur Arbeit in kleineren Gruppen - dies jeweils in angemessenem Verhältnis zueinander und im passenden Ambiente.</p> <p>Viele Veranstaltungen kranken daran, dass sie zu wenig ausgewogen die unterschiedlichen Formen der Kommunikation, die Ansprüche des Publikums und moderne Vermittlungs- und Dialogformen berücksichtigen.</p> <p>Immer noch werden bekannte Abläufe mit all ihren Nachteilen musterhaft wiederholt und so oftmals der Wert der Veranstaltungen gemindert.</p> <p>Zugleich ist die persönliche Kommunikation trotz, oder gerade wegen, der zunehmenden anonymisierten, technischen Vernetzung und dem Faktor Zeit als knappe Ressource wichtiger denn je.</p> <p>Was liegt also näher, als sich von ästhetischer, gestalerischer Perspektive aus diesem Phänomen und den Problemstellungen grundlegend zu widmen und praxisnahe Lösungen zu erarbeiten!</p>
2003-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/modkonf.html https://artrelated.net/ruediger_john/modkonf.html
Künstlerische Forschung, kritische Ästhetik, Transferkunst
<h5>Podiumsdiskussion:</h5> <p><img src="mapping-blind-spaces02.jpg" alt="mapping blind spaces, Kuenstlerische Forschung, kritische Aesthetik, Transferkunst" title="mapping blind spaces, Kuenstlerische Forschung, kritische Aesthetik, Transferkunst" /></p> <p><img src="mapping-blind-spaces01.jpg" alt="mapping blind spaces, Kuenstlerische Forschung, kritische Aesthetik, Transferkunst" title="mapping blind spaces, Kuenstlerische Forschung, kritische Aesthetik, Transferkunst" /></p> <h5>Workshop:</h5> <p><img src="macht02.jpg" alt="mapping blind spaces, Kuenstlerische Forschung, kritische Aesthetik, Transferkunst" title="mapping blind spaces, Kuenstlerische Forschung, kritische Aesthetik, Transferkunst" /></p> <p><img src="macht03.jpg" alt="mapping blind spaces, Kuenstlerische Forschung, kritische Aesthetik, Transferkunst" title="mapping blind spaces, Kuenstlerische Forschung, kritische Aesthetik, Transferkunst" /></p> <p><img src="macht04.jpg" alt="mapping blind spaces, Kuenstlerische Forschung, kritische Aesthetik, Transferkunst" title="mapping blind spaces, Kuenstlerische Forschung, kritische Aesthetik, Transferkunst" /></p> <p><img src="macht05.jpg" alt="mapping blind spaces, Kuenstlerische Forschung, kritische Aesthetik, Transferkunst" title="mapping blind spaces, Kuenstlerische Forschung, kritische Aesthetik, Transferkunst" /></p> <h5>Publikation zur Veranstaltung:</h5> <p><a href="Objekt-Subjekt-Praedikat.pdf">Objekt Subjekt Prädikat</a></p> <p>Museum für Neue Kunst MNK Karlsruhe, ZKM Karlsruhe und Akademie Schloß Rotenfels, 2003</p>
2003-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/mapping-blind-spaces.html https://artrelated.net/ruediger_john/mapping-blind-spaces.html
Macht als phänomenologisches Gestaltungsmittel künstlerischer Tätigkeit
<h5>Abstract</h5> <p>In der künstlerischen Tätigkeit - als meist visuelle und objekthafte Assoziationsarbeit zwischen u.a. persönlichen, gesellschaftlichen, ethischen, moralischen Fragestellungen - besteht in vielen Fällen ein kritischer Bezug zu Phänomenen, Riten und Verhältnissen von Macht. Über diese wird in ästhetischen Kriterien reflektiert und m.U. moralisch argumentiert (so auch eine gängige Erwartungshaltung der Gesellschaft).</p> <p>Was, wenn nun in einem Falle ›Macht‹ nicht explizites Thema und Motiv künstlerischer Tätigkeit ist, sondern als Gestaltungsmittel und Anlaß selbst genutzt wird? Wie sieht künstlerische Tätigkeit jenseits der Reflexionsarbeit und Kritik über ›Macht‹ als Topos - jenseits der ornamentalen Funktion in gesellschaftlichen, politischen Bewegungen und jenseits der affirmativen, systemimmanenten Strategien aus? Wie agiert und wirkt künstlerisches Tun das sich ›Macht‹ als Gestaltungsmittel aneignet/bedient, also Künstlerinnen und Künstler nicht in der ›Perspektive auf Macht‹, sondern ›mittels dieser‹ aktiv sind? In welchen Formen und mittels welcher Strategien ist ›Macht‹ als abstraktes Medium in seiner Ausübung zu künstlerischen Gestaltungsvorgängen anwendbar?</p> <p>In diesem Workshop soll experimentell mit einfachen Mitteln interventionistischer, performativer Elemente das Phänomen und Kriterum ›Macht‹ als Gestaltungsmittel ausprobiert und situativ Wirkungen evoziert werden. Hierbei werden vor allem Fragen der Posen, Symbole und Gesten, der Sprache und deren Intonation als Ausdrucksmittel, Gruppendynamiken und Willensbildungsprozesse, Mengen- und Kräfteverhältnisse, sowie persönliche Dispositionen untersucht, sowie diese praktisch erprobt. Dabei werden die mit den Teilnehmenden im Team erarbeiteten Versuche und Erkenntnisse direkt in den Kongress-Kontext zurückwirken und vor Ort in Wirkung und Reflexion rezipierbar sein. Als Elemente der Versuchsanordnung werden, neben der Erarbeitung und Erprobung primärer Wirkungen und Manipulationsmöglichkeiten, selbstverständlich auch die Feststellung von Rückwirkungen auf die Akteure selbst in Interaktionen mit einbezogen.</p> <p>Interventionistische Arbeitsweisen als Handlungsfeld systemischer Kunst (also künstlerische Handlungen, die sich bewußt der Kriterien, Haltungen, Rituale und Wechselwirkungen gesellschaftlicher Subsysteme bedienen um Wahrnehmung sensibilisierende Phänomene zu evozieren welche auf das funktionalisierte Subsystem wirken), führen beispielsweise ein Arsenal an Möglichkeiten und Mustern, wie Camouflage, Irritation, Infiltration etc., welche sich probehalber direkt auf eine solche Situation, diese bewußt manipulierend, anwenden lassen.</p> <p>Dieser Workshop ist ergebnisoffen - also ein Experiment - dessen Rahmenbedingungen durch den Kongress selbst geschaffen werden.</p> <p>Buchbeitrag ›Objekt Subjekt Prädikat‹:<br /> <a href="Objekt-Subjekt-Praedikat.pdf">Objekt Subjekt Prädikat</a></p> <p>Museum für Neue Kunst MNK Karlsruhe, ZKM Karlsruhe und Akademie Schloß Rotenfels, 2003</p>
2003-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/macht-gestaltung.html https://artrelated.net/ruediger_john/macht-gestaltung.html
Glossar n
<p>Assoziation f, assoziieren, kontextuelle Inbeziehungsetzung zur Bedeutungszuschreibung und Bewertung.</p> <p>Assoziationsarbeit f, Tätigkeit der kriterienbezogenen, erkenntnisverfolgenden Vernetzung/Relativierung/Wertung von Ergebnisentitäten (vgl Kontextualisierung).</p> <p>Ästhetik f, (vgl aisthesis gr, Wahrnehmung; aisthetikos gr, wahrnehmend) vereinfachend: im wissenschaftlichen, philosophischen Kontext die erkenntnistheoretische, subjektive Untersuchung (deskriptiv, wie auch normativ) der Konstruktion und Struktur des Objektes, dessen Relation zur Wirklichkeit sowie Bedingungen und Formen der Rezeption (auch im Sinne von kontemplativem Schauen/Anschauung/Anmutung); nach A.G. Baumgarten und I. Kant (formale Ästhetik) auch sinnl. Erkennen, Erscheinung und Bedeutungszuschreibung.</p> <p>Ästhetik und Erkenntnisarbeit in praktischem Handeln, im Kontext der bildenden Kunst Bezeichnung der Vorzüge künstlerischer Tätigkeit, die theoretische Überlegungen und praktisches Erproben vereint, um in actus subjektive Erkenntnisse und Bedeutung zu erarbeiten (abduktive Methode) (diff induktive, deduktive Methode) (vgl Transferkunst).</p> <p>Bedeutung erzeugen, hier: bewußte bzw. zielgerichtete künstlerische Tätigkeit (diff allg. Kreativer).</p> <p>Differenzierung f, kritische Unterscheidung und Abgrenzung (vgl Definition) zur Klärung von Sachverhalten (&gt; Kritik).</p> <p>Diskurs m, diskursiv, bezeichnet den im Kontext künstlerischen Handelns mittels geeigneter Methoden (eg Rhetorik) geführten Dialog hinsichtlich Kritik und Ergebnis- bzw. Erkenntnisgewinn; Teil des künstlerischen Findungsprozesses und damit der künstlerischen Arbeit.</p> <p>Elite f, hier: im Sinne von Funktions~ und Qualifikations~, d.h. führend durch professionalisierte Beschäftigung und Auseinandersetzung in spez. Fachbereichen in spez. ges. Subsystemen.</p> <p>Eliten und Kommunikation, schlagwortartige Benennung des relevanten Entitätenpaares als Beschreibung des Phänomens der mit der Elitenbildung einhergehenden Kommunikationsarmut und mangelnden Dialogfähigkeit sowie fehlender transdisziplinärer Diskurse.</p> <p>Entkopplung ges. Subsysteme, Beschreibung des Phänomens der mit der Ausdifferenzierung der Gesellschaftsbereiche einhergehenden Interaktionsunfähigkeit.</p> <p>explorativ, bezeichnet im Kontext künstlerischen Handelns Arbeitsweisen, die sich, unter Anwendung von Trial-and-Error-Methoden, in anderen ges. Subsystemen bewegen.</p> <p>Funktion – Funktionalisierung, Differenzierung zwischen der systemrelevanten (eg gesellschaftlichen) Eignung sowie damit Bedeutung und der autoritären Aneignung bzw. Verwendung subsystemisch wertedefinierter Handlungen und Kriterien (eg Kunst).</p> <p>infiltrativ, bezeichnet im Kontext künstlerischen Handelns Arbeitsweisen, die sich simulativ Eigenschaften ges. Subsysteme bedienen, um, zunächst abseits der gesellschaftlich geübten Kriterien der Kunstbetrachtung/-erfahrung (&gt; Ästhetik) agierend, die Wahrnehmung sensibilisierende Phänomene zu evozieren.</p> <p>Intervention f, interventionistisch, bezeichnet im Kontext künstlerischen Handelns Arbeitsweisen, die sich bewußt der Kriterien, Haltungen, Rituale und Wechselwirkungen ges. Subsysteme bedienen, um, zunächst abseits von den gesellschaftlich geübten Kriterien der Kunstbetrachtung/-erfahrung (&gt; Ästhetik) agierend, die Wahrnehmung sensibilisierende Phänomene zu evozieren, die auf das funktionalisierte ges. Subsystem wirken; szenische ~ geplante, u.U. choreografierte Einflußnahme auf ges. Subsysteme.</p> <p>irgendwie, sozusagen, pop. Arabesken in der Beschreibung von Kunst und in allg. Diskursen mangels fundierten Grundlagenwissens, Reflexions- oder Kritikfähigkeit (nicht zu verwechseln mit der Fähigkeit zur Relativierung).</p> <p>Know-how-Transfer m, hier: Anwendung der Qualifikationen ästhetisch professionalisiert Handelnder (vgl Künstler) in der Einbeziehung dieser in Prozesse anderer Gesellschaftsbereiche wie Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, zur Verbesserung der multiperspektiven Betrachtung und Begleitung von Entscheidungs- und Entwicklungsprozessen.</p> <p>Kunst als Kontextualisierung von Ästhetik, künstlerisches Statement als kritische Inbeziehungsetzung/Assoziation/Relativierung der &gt; Primärerfahrung mit an Themen und Inhalten der künstlerischen Idee (vgl idea gr) orientierten Kriterien und Phänomenen.</p> <p>Kunst als Reflexion von Gesellschaft, diff Kunst als Repräsentation von Gesellschaft, Differenzierung der Funktion von Kunst als kulturschaffendes Momentum in Gesellschaften; im Gegensatz zu repräsentativen Zwecken, in denen Kunst(-werke) als Marker der Abgrenzung von (innerges.) Eliten und Kulturen dienen, kann Kunst der ges. relevanten Reflexion, d.h. auch kritischen, diskursiven Betrachtung ges. Phänomene und Befindlichkeiten dienen.</p> <p>Kunst – Künstler – künstlerisch Handeln, Differenzierung der im pop. Gebrauch verwechselten bzw. uneinheitlichen Definitionen im künstlerisch-kreativen Umfeld, die zwischen dem Ergebnishaften (eg Objekt, Bild, Dokumentation, Aktion etc.) des spezifisch künstlerischen Aktes (= Kunstwerk), dem/den Produzenten und damit subjektiv Einflußnehmenden (= Künstler), sowie allg. kreativer Methoden und Strategien (= künstlerisch Handeln) unterscheidet.</p> <p>Künstler m, Künstlerin f, historisch dem Handwerk verwandte Tätigkeitsbezeichnung; spätestens seit der Moderne aus dem klassischen Kanon der Kunst gelöste Bezeichung für Personen, die professionalisiert (&gt; Elite) mit Fragestellungen der Ästhetik umgehen; seit dem 18. Jh. im Akademieumfeld oftmals restitutiv definitorisch der handwerklichen Tradition verpflichtet und (nach D. Granosalis) in der Postmoderne gesellschaftsweit popularisiert zur Bezeichnung einer Lebenseinstellung.</p> <p>künstlerische Forschung f, ~ bezeichnet professionell-künstlerisches Vorgehen, das sich der Verbindung rechercheorientierter Methoden und kritisch subjektiver (künstlerischer) Handlungen bedient, um spezifisch und u.U. zielorientiert singuläre, m.u. kontextfremde Ergebnisentitäten erkenntnisbringend zu assoziieren; spez. Qualitäten diff zu wissenschaftlichem Forschen (eg Theoriebildung, Methoden).</p> <p>künstlerische Strategien, bewußte und konsequente Applikation der spez. den ästhetisch professionalisiert Handelnden (vgl Künstler) eigenen Methoden (vgl Exploration, Intervention, Infiltration, Suggestofiktion).</p> <p>Kritik f, (vgl kritike (techne) gr, etym Beurteilung, Unterscheidung) vereinfachend: Basale Form der Auseinandersetzung mit Handlungen, Normen und Zielen u.a. durch Distanzierung, Beurteilung, Infragestellung, Negierung sowie Grundelement der Philosophie und allg. Wissenschaften; mit I. Kant Untersuchung der Grenzen des Erkenntnis- und Urteilsvermögens selbst; auch pop. Kunst~ als häufig reflexionsarme, technikdeskriptive Berichterstattung über Kunst.</p> <p>kritische Akademie f, Differenzierung zur pop. Bedeutung des Akademiebegriffes im Kontext der Aus- und Weiterbildung, auf Prinzipien wie Rhetorik, Dialog und Diskurs basierendes, in Anlehnung an die platonische Akademie (vgl akademeia gr) des transdiziplinären Austausches sich orientierendes Netzwerk von Agierenden; k. meint in diesem Kontext die, der ursprünglichen Wortbedeutung naheliegende, Unterscheidung in der Betrachtung der Topoi.</p> <p>Lebenspraxis als prozesshaftes Gestalten, differenzierendes Statement (vgl »Jeder Mensch ist ein Künstler«, J. Beuys) der Annahme, daß der alltagspraktische Umgang mit Lebenswirklichkeiten einen essentiellen, persönlichen, kreativen, fluiden (vgl Fluidum lat) Formbildungsvorgang darstellt.</p> <p>Luxus Zeit, hier: schlagwortartige Pointierung der Verknappung eines der Kriterien der Ästhetik und Reflexion.</p> <p>multiperspektivisch, hier: Berücksichtigung unterschiedlicher Kriterien, Wertesysteme usw. in ges. Subsystemen zur Relativierung subjektiver Prägungen.</p> <p>multisensuell, bewußte Gleichzeitigkeit der Nutzung und Gewichtung subjektiver Eindrücke.</p> <p>Persönlichkeit ausbilden, individuelle Persönlichkeitsentwicklung durch multifaktorielle Einflüsse sozialer Umgebungen.</p> <p>Primärerfahrung f, betrachterseitige Wahrnehmung/Interaktion künstlerischer Arbeiten in actus (vgl realiter lat) und subjektiv gebildetes Assoziations- und m.u. Erkenntnisfeld (&gt; Ästhetik).</p> <p>prozessual, bezeichnet im Kontext künstlerischen Handelns methodisch-strategische Arbeitsweisen, die i.d.R. als Interaktion vor sich gehen und auf einen gegebenen Zustand verändernd einwirken.</p> <p>Qualität f, 1. wertneutrale Eigenschaft eines Prozesses, Subjektes oder Objektes (vgl qualitas lat), 2. wertungbehaftete Beurteilung ebendieser.</p> <p>Recherche f, hier: empirisch sammelnde, subjektive Untersuchung als Teil künstlerischer Assoziationsarbeit.</p> <p>Reflexionsarbeit f, bezeichnet die subjektive Assoziationsarbeit im Prozess der Ästhetik, sowie die Relativierung und Bedeutungszuschreibung in Bezug zur subjektiven Wirklichkeitswahrnehmung.</p> <p>semantisches Netz n, Modell, m.u. Visualisierung, assoziierter Entitäten zur Bedeutungszuschreibung; insbesondere durch die Typisierung der Relationen (link eng) werden Kontexte aufgeschlüsselt und erkennbar (vgl spez. Hypertext eng).</p> <p>Subjektivität als Qualität, schlagwortartiger Verweis und Wertung der Vorzüge der persönlichkeitsgeprägten und multiperspektivischen Wahrnehmung (&gt; multiperspektivisch, &gt; Qualität).</p> <p>Suggestofiktion f, suggestofiktiv, Fachterminus für div. Formen der Konstruktion von Wirklichkeiten (vgl suggerieren; subgerere lat, von unten herantragen, eingeben, einflüstern; vgl Fiktion; fingere lat, bilden, formen, ersinnen).</p> <p>Soziostruktur, hier: Reflexion über personelle Situation und soziale Interaktion Beteiligter, sowie Bildung eines ausgewogenen Organigramms und einer impliziten Hierarchie zur motivierenden Integration (diff Ich-AG).</p> <p>systemische Kunst f, in der Differenzierung des Begriffes Kunst bezeichnet ~ künstlerisches Handeln, das, abgewendet von tradierten symbolischen, unbewußt subjektiven oder durch Mystifizierungen initiierten künstlerischen Formfindungsprozessen, diese jedoch fallweise bewußt (eg infiltrativ) einsetzend, sich der gewerteten (&gt; kritisch) Vernetzung gesellschaftlicher, subsystembedingter Kriterien bedient, um Erkenntnissprozesse bei Rezipienten zu fördern.</p> <p>transdisziplinär, in der Differenzierung zu dem häufig mißverständlich und oberflächlich benutzten Begriff der Interdisziplinarität (vgl inter lat) betont ~ die Sinnfälligkeit der Disziplinenordnung im Sinne der Professionalisierung (&gt; Elite), jedoch einhergehend mit der paritätisch basierten (vul auf gleicher Augenhöhe) Dialog- und Kooperationsfähigkeit unter diesen (vgl trans lat).</p> <p>Transfer m, hier: übertragend-interpretierende Handlung (vgl Übersetzung) als Vermittlungsleistung (&gt; Transferkunst).</p> <p>Transferkunst f, künstlerische Methode der ästhetisch-reflexiven Erzeugung und Vermittlung von Erkenntnissen und Bedeutungen; ~ bezeichnet eine Kunstkategorie, die insbesondere div. Lebensbereiche und Wertesysteme kontextuell in Beziehung setzt; besondere Beachtung findet hierbei auch die erkenntnis- und kommunikationsfördernde und vermittelnde, d.h. assoziierende und relativierende Funktion ästhetischen Handelns.</p> <p>Value for Time, Value for Money, Value for Sense, basale ges. Wertrelationen in der ROI-Betrachtung (Return on Investment eng); V.f.S. erweitert dabei den klassischen Kanon des Unternehmenscontrolling um einen häufig vernachlässigten Soft-Fact (diff Time is Money).</p> <p>Vernetzung von Experten, schlagwortartige Forderung zur Entgegenwirkung der kommunikationsbezogenen Entkoppelung als allg. gesellschaftlichem Problemphänomen der Elitenbildung (&gt; transdisziplinär).</p> <p>visuell-ästhetisch, im Kontext der bildenden Kunst exaktere Bezeichung der durch konventionelle Kunstschaffende hauptsächlich ausgeübten, kanonisierten Ausdrucksform, zugleich der pop. Reduktion von Kunst durch die Rezipienten (diff ästhetisch-reflexiv, &gt; Transferkunst).</p> <p>Wahrnehmung ist Interpretation, schlagwortartiger Verweis auf die individuelle, subjektive Assoziationsleistung des Rezipienten im ästhetischen Prozess.</p> <p>Klaus Heid, Ruediger John (Hgg.):<br /> TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft<br /> Baden-Baden: [sic!] Verlag für kritische Ästhetik, 2003<br /> ISBN 3-933809-46-0</p>
2003-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/glossar-n.html https://artrelated.net/ruediger_john/glossar-n.html
Funktionen und Freiheiten der bildenden Kunst
<p>Die sogenannte Freiheit der Kunst ist in erster Linie deren Loslösung von traditionellen funktionalen Aufgaben in ihrer Entwicklung zu einem autarken gesellschaftlichen Subsystem und damit Disziplin.</p> <p>Seit der Antike war es die gesellschaftliche Funktion der bildenden Kunst als Handwerk, Ikonographien für Kirche und Staat zu erstellen, also Bebilderungen sowohl der Insignien von Macht als auch der Erzählungen und Argumente (Geschichten und Mythen) der Erhaltung dieser zu liefern1. Die bildende Kunst (jedoch als solche noch nicht definiert) stellte in einer weitgehend analphabetisch geprägten Kultur somit ein prämodernes Massenmedium dar2.</p> <p>In der Moderne löste sich die enge Bindung der bildenden Künstler an die traditionellen Auftraggeber Kirche und Staat, auch wenn letzterer bspw. in Frankreich durch die Salonausstellungen und die Académie des Beaux-Arts nach wie vor erheblichen Einfluss ausübte. Mit der Manifestation der bürgerlichen Mittelschicht im 19. Jh. setzte sich eine neue Zielgruppe durch, die die Künste als Mittel zur Repräsentation von den (vormals) Herrschenden adaptierte. Da sich dieser Teil der Bevölkerung jedoch bspw. nicht mehr primär über christliche Themen definierte, entstand ein Interesse an Abbildungen zeitaktueller Begebenheiten, die nicht zuletzt auch durch neue Arbeitsweisen und Stilmittel3 akademisch komponierte Bildkonstruktionen ablösten und z.T. eine subjektiv initiierte Reportage des aktuellen Geschehens und der gesellschaftlichen Verhältnisse darstellten. Erstmals entstanden Kunstwerke frei von direkten Aufträgen4, ein Markt dieser handelbaren Objekte entstand und damit die Grundlage, die bildende Kunst als eigenständigen Berufszweig aufzufassen. Nicht zuletzt durch die Fotographie von der gesellschaftlichen Funktion der Hofberichterstattung und der des Massenmediums befreit, konnte sich die bildende Kunst ornamentalen Aufgaben5 widmen und, gleich einer modernen Heraldik, den Käufern als sozialer Marker dienen. Das Kunstwerk fungiert so als Insignie der gesellschaftlichen Stellung, wie auch der beispielhaften Visualisierung des kulturellen Anspruchs der besitzenden Person.</p> <p>[...]</p> <p>Schlagworte: Glossar n, kritische Ästhetik, künstlerische Kompetenz, Wirtschaftskultur durch Kunst, public understanding of science, Transferkunst, Transferart, third culture, new economy ethics, modern economy, Wirtschaft und Ethik, Wissenschaft und Kunst, politics and aesthetics, Politik und Aesthetik, Ruediger John, Klaus Heid</p> <p>Klaus Heid, Ruediger John (Hgg.): TRANSFER: Kunst Wirtschaft Wissenschaft, Baden-Baden: [sic!] Verlag für kritische Ästhetik, 2003, ISBN 3-933809-46-0</p>
2003-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/funktionen-freiheiten.html https://artrelated.net/ruediger_john/funktionen-freiheiten.html
Explorative Recherche als künstlerische Methode
<h5>Abstract</h5> <p>Ziel der künstlerischen Lehre in der Hochschulausbildung zukünftiger Designer ist die Vermittlung künstlerischer, d.h. ästhetischer (in der ursprünglichen Bedeutung von Wahrnehmung) Arbeitsweisen und Methoden der Erkenntnisbildung sowie eine Sensibilisierung der Wahrnehmung, wie sie für einen verantwortungsvollen, d.h. kritischen Umgang in ihrem zukünftigen Arbeitsfeld notwendig sind, herbeizuführen und zu unterstützen.</p> <p>Es soll nicht dazu angeleitet werden, Positionen der Kunst exemplarisch zu kopieren oder handwerkliche Fähigkeiten im Umgang mit den traditionellen Materialien des Kunstkanons zu entwickeln; insbesondere da der Umfang, die Gewichtung und die Zielsetzung ihres Studiums zwangsläufig dazu führt, daß sich gemeinhin deren ›Kunstwerke‹ nicht über eine modellhaft-simulative, bzw. alliterative Äußerung hinaus entwickeln lassen. Nicht die professionelle (d.h. eine über die Amateurebene hinausgehende) Positionierung im Kunstkontext ist Ziel des Curriculums, sondern eine ästhetische Kompetenzbildung.</p> <p>Ästhetische Kompetenz und künstlerische Kompetenz sind zwei zu unterscheidende Qualifikationen, haben aber vielfältige Schnittmengen: Die Freiheiten, in fremdem, neuem Umfeld eine subjektive, kritisch-ästhetische Untersuchung zu initiieren; Assoziationen divergenter Themen und Lebensbereiche herzustellen; adäquate Präsentations- und Vermittlungsformen, d.h. der Interpretation und der Bildung von Statements, die nicht mehr auf naiven Annahmen basieren, auszuprobieren. Diese Fähigkeiten werden auch in künstlerischen Arbeitsweisen ermöglicht und sind (sollten sein) Teil künstlerischer Kompetenz (im professionellen Umfeld).</p> <p>Diese forschenden Tätigkeiten stehen nicht im Widerspruch zu wissenschaftlichen, sog. exakten Methoden, sondern erweitern diese um nicht quantifizierbare und m.u. atmosphärische, sinnliche Kriterien, die zwangsläufig der gängigen Objektivierung im wissenschaftlichen Kontext entgehen. Sie dienen damit der Ermittlung von Wahrheiten im post-post-modernen Verständnis von Wirklichkeit und bilden auch in angewandten kreativen Berufen ein wesentliches Kompetenzmerkmal (ästhetische Kompetenz).</p> <p>In diesem Sinne stand nicht die Erzeugung von Objekten als ›Kunstwerke‹ im Mittelpunkt der Projektaufgabe, sondern Fragen der Kontextualisierung und organisierten Assoziationsarbeit aus einer selbstgewählten Wahrnehmung heraus, welche subjektive Interpretationen zur Erkenntnisbildung als weitere Qualität einführt und nicht die Position des Unwissens (Naivität) als mythosbildendes Element des Persönlichen, Künstlerischen beibehält.</p> <p>Künstlerische Forschung untersucht eine Vielzahl von Kriterien und Faktoren gleichzeitig, ist also auch eine atmosphärische Analyse, wohingegen wissenschaftliches Arbeiten gemeinhin bemüht ist, einzelne Phänomene zu isolieren und zu enkoppeln um diese exakter bestimmen zu können und vorhersagbar/reproduzierbar zu machen (also der Unterschied zwischen der Forschung »ex actus« und der Forschung »in vivo«). D.h. auch, daß in der künstlerischen Vorgehensweise Möglichkeiten und Alternativen gleichzeitig untersucht werden und kein Zwang zur Methodenbildung besteht.</p> <p>Ziel meiner Lehrtätigkeit war es somit, die Studierenden zur selbstmotivierten, intensiven Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und sozialen Implikationen ihres Wirkungsbereiches zu führen. Zudem sollte die Bereitschaft der Relativierung subjektiver Sichtweisen und des persönlichen Stils anhand der Fragestellung von Wirkweisen gefördert werden - dies anhand einer kritischen Ästhetik. Die Erkenntnisse hieraus sind dabei nicht lösgelöst von der Präsentation zu verstehen, sondern diese ist impliziter Teil der Arbeit. Die individuelle Bildwerdung ist Teil der Auseinandersetzung und Auswertung und somit der Wahrnehmungsschärfung als Fokussierung auf Wesentliches. Das Wesentliche sind hierbei nicht sog. Fakten, sondern deren attributierte Assoziationen (oder: Relationen).</p> <p>Dabei sind das Praktizieren kooperativer Strategien, der kontinuierliche Diskurs unter allen Beteiligten und die Betreuung der Studierenden mittels Fragen wesentliche Mittel der Lehre. Im Fokus der Tätigkeit zu dem bewußt offen gestellten Semesterthema sollte die persönlich motivierte Recherche als Grundlagenarbeit für die Beschäftigung mit künstlerischen Mitteln stehen.</p> <h5>›Tauschhandel‹ - Tamara Grüner</h5> <h6>Beschaffenheit und Werte konsumarischer Resteverwertung</h6> <p>Im Laufe des Semesters konnte man an wechselnden Orten in Fluren innerhalb der Fachhochschule auf eine seltsame Skulptur treffen: Ein weißes Podest, wie es klassische Kleinplastiken in Ausstellungen auf Betrachterhöhe präsentiert, diente Tamara Grüner als Basis, um einen Tauschhandel mit Objekten zu initiieren, wie sie sich in Geldbeuteln und Handtaschen gerne ansammeln.</p> <p>Ihr Interesse galt den Dingen, die Personen quasi beiläufig als Sammelsurien bei sich zu tragen pflegen; welche Beschaffenheiten, Materialien, Oberflächen diese aufweisen und welchen Wert diesen kleinen Gegenständen beigemessen wird. Als angehende Schmuckdesignerin kann ein solches Wissen (oder besser ein solcher Eindruck) dieser Gewohnheiten wichtige Impulse für die Gestaltungsarbeit liefern; zudem lassen sich aber auch soziale und habituelle Normen erkennen, die Rückkopplungen auf Fragestellungen der Formen- und Symbolsprache ornamentaler Gegenstände des Alltags zulassen und Indizien für Rückschlüsse auf die gesellschaftliche (soziotypische) Wertebasis bilden.</p> <p><img src="explorative-recherche32.jpg" alt="Explorative Recherche als kuenstlerische Methode" title="Explorative Recherche als kuenstlerische Methode" /><br /> fig. 1 Schale mit aktueller Versuchsreihe und Notizbuch im Hintergrund, Semesterpräsentation</p> <p>In Anlehnung an prämoderne Formen (über die sie sich exemplarisch informiert hatte), stellte sie auf das Podest eine archaisch anmutende Tonschale, gefüllt mit gesammelten Gegenständen, wie Erfrischungstüchern, kleinen Spielzeug-Bausätzen, Seifenproben, Münzen fremder Währung, Kieselsteine etc.. Im Vorfeld hatte sie sich im Gespräch auch Gedanken gemacht, welche Form der Hinweise es wohl bedürfe, um Vorbeigehenden klar zu machen, daß sie hier auf einfache Weise sich ihrer begleitenden Kleinodien entledingen könnten, um diese gegen ebensolche, neue einzutauschen. Sie entschied sich, allein mit dem Begriff ›Tauschhandel‹ als angebrachtes Schild, gleich einem Titel, zu arbeiten, die Reaktionen abzuwarten und gegebenenfalls, wenn notwendig, weiter nachzusteuern. Es zeigte sich, daß es keiner weiterer Erklärungen bedurfte, um Passanten zum Handeln (!) aufzufordern.</p> <p>Um einen Eindruck der Entwicklung dieses Prozesses zu erhalten, führte Sie eine tagebuchähnliche, handschriftliche Aufzeichnung der getauschten Gegenstände in einfach gebundenem Heft und erstellte fotografische Momentaufnahmen. Der Subjektivität dieser Herangehensweise bewußt, erklärte sie dabei das Hochschulumfeld als spezifisch öffentlichen Raum zu ihrem Versuchsfeld, das sich durch die größere Kongruenz der Interessen der dort tätigen Personen und eine Vorsensibilisierung auszeichnet.</p> <p><img src="explorative-recherche31.jpg" alt="Explorative Recherche als kuenstlerische Methode" title="Explorative Recherche als kuenstlerische Methode" /><br /> fig. 2 ausgelegte Objekte (Reste) aus Versuchsreihe 2, Semesterpräsentation</p> <p>Für die Semesterpräsentation wählte sie sinnigerweise eine ähnlich reduzierte Darstellung der Arbeit. Sie platzierte auf einem Tisch im Gang die realen Objekte, als Reste der Versuchsreihen gekennzeichnet, sowie eine aktuelle Versuchsanordnung, und legte ihre Aufzeichnungen dazu - wohlwissend, daß sich im Präsentationszeitraum Verfälschungen ergeben könnten, indem Besucher der Ausstellung den Tauschhandel auch mit Objekten der abgeschlossenen Reihen fortsetzen.</p> <p>Im Gegensatz zu einer sonst üblichen wissenschaftlichen Auswertung, die Zahlen und Daten ermittelt und als Aufzeichnungen von Fakten präsentiert, transferiert Tamara Grüner die Ergebnisse ihrer Untersuchung als Objekte in einen Versuchsprozess zurück, der, ebenso wie die vormaligen Versuche, nur offensichtlicher und um subjektive Erkenntnisse als Aufzeichnungen ergänzt, zugleich Ausstellung ist. Damit liegt der Fokus der Arbeit und Präsentation auf den nur durch die Rezipienten subjektiv erfahr- und bewertbaren Eigenschaften der Objekte (Primärwahrnehmung), sowie des Interaktionsprozesses und des atmospärischen Momentums der Objekte.</p> <p>Ihre schriftlichen Ergebnisse der Versuchsreihen reklamieren keine objektivierende Position sondern sind vielmehr Prozessdokumentation und Assoziationshilfe, dies wird nicht zuletzt durch die gewählte Form der Aufzeichnung klargestellt.</p> <p>Tamara Grüner studiert im zweiten Semester SG.</p> <h5>›GRÜN‹ - Carmen Berner und Katja Steinemann</h5> <h6>Komposition mittels semantisch-phonetischer Differenzen</h6> <p>Anders als die Recherche von Interaktionen oder Objekten, untersuchten Carmen Berner und Katja Steinemann phonetische Differenzen bei dem gesprochenen Wort ›grün‹, dessen Bedeutung, je nach semantischem Kontext, unterschiedliche Betonungen und Aussprachen erfährt. Sie ließen aus einer Sammlung von Texten, die Zeitungsartikeln, Gedichten und Romanen entnommen waren (bspw. u.a. Sibylle Berg: ›Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot‹, Hennig Wargalla: ›Farbkorrektur mit Photoshop und Scanprogrammen‹, Gisela Dischner: ›Verundeutlichung des Banalen‹, Monika Griefahn: ›Wir kämpfen für eine Welt in der wir leben können‹, sowie der Brockhaus Enzyklopädie), Passanten lesen, ohne daß diesen der Gegenstand der Untersuchung bekannt war.</p> <p>Aus diesen Aufnahmen isolierten sie das Wort ›grün‹ und bildeten hieraus einige Soundtracks, die unterschiedliche Aspekte der Intonationen und Rhythmiken, und damit mögliche kognitive Kriterien, hervorheben. Dabei entschieden sie sich für die Präsentation mittels einer Audio-CD als Auflagenobjekt, welche nicht nur die gesammelten Proben in der subjektiven Zusammenstellung direkt erfahrbar macht, sondern auch die Möglichkeit des Transfers dieser in das private Alltags-Umfeld schafft, in dem Musik-CDs üblicherweise eine wichtige, atmospärisch wirksame Rolle spielen.</p> <p>In der Zusammenstellung der Mikromodulationen in der Aussprache des Wortes ›grün‹ war nicht eine linguisitische Methode oder Analyseform Anleitung, sondern die Frage nach rhytmischen und melodiösen, also musikalischen Eigenschaften der Wortfolgen. So bilden diese Motive für eigene Kompositionen, bspw. eines ›Männerchores‹ oder eines ›politischen Zwischenrufes‹. Die Provenienz der Samples und kleine Abweichungen werden musikalisch genutzt, um einen eindrücklichen, auditiven Genuss und eine Wahrnehmung der Stimmungen und der Charaktere der Sprecher/Sprecherinnen zu erhalten. Atmosphärische Elemente bilden somit gültige Kriterien der Untersuchung.</p> <p><img src="explorative-recherche22.jpg" alt="Explorative Recherche als kuenstlerische Methode" title="Explorative Recherche als kuenstlerische Methode" /><br /> <img src="explorative-recherche21.jpg" alt="Explorative Recherche als kuenstlerische Methode" title="Explorative Recherche als kuenstlerische Methode" /><br /> <img src="explorative-recherche23.jpg" alt="Explorative Recherche als kuenstlerische Methode" title="Explorative Recherche als kuenstlerische Methode" /><br /> fig. 3-5 Abbildungen aus dem Booklet der Audio-CD ›GRÜN‹</p> <p>Die musikalische Verwendung wird hier als eine den ›exakten‹ statistischen und wissenschaftlichen Ordnungsprinzipien gleichgestellte Auswertungsform gewählt, die insbesondere nicht quantifizierbare Qualitäten erfahrbar macht.</p> <p>Passend zu den unterschiedlichen Bedeutungen und Signalen des Wortes ›grün‹ erstellten Carmen Berner und Katja Steinemann eine Fotostrecke, die das Vorkommen dieser Farbe im öffentlichen Raum zeigt. Ein grafisch aus den verwendeten Texten und assoziativen Bildern ansprechend gestaltetes Booklet zur Audio-CD, welches Gestaltqualitäten aus Veröffentlichungen der Phonoindustrie aufnimmt, ist die sinnfällige visuelle Ergänzung der Präsentation dieser Arbeit und stellt auch die Vielfältigkeit der Bedeutung und des Vorkommens der realen Farbe bildhaft dar.</p> <p>Carmen Berner und Katja Steinemann studieren im zweiten Semester SG.</p> <h5>›offen-eingeschränkt‹ - Ulrich Braun</h5> <h6>Bewegungsstudien und -steuerung im öffentlichen Raum</h6> <p>Direkt in das Umfeld welches man gemeinhin primär mit dem Begriff ›öffentlicher Raum‹ assoziiert, die Fußgängerzone in Pforzheim, begab sich Ulrich Braun, um dort seine spezifische Untersuchung und Arbeit durchzuführen. Aus erhöhter Beobachterpositon nahm er in regelmäßigen Zeitabständen fotografische Momentaufnahmen von Fußgängern auf und ermittelte zunächst gängige Bewegungsmuster und Strömungsrichtungen in diesem Umfeld, indem er die Bildsequenzen durch transparente Überlagerung zu einer Abbildung verdichtete. Als angehenden Industriedesigner interessierten ihn Verhaltensmuster und Wahrnehmungen, sowie die Beeinflussung und Störung dieser im Konsumumfeld. Im Gespräch entwickelte er basierend auf der ersten Auswertung verschiedene einfache Ansätze der Intervention, indem er in den Fußgängerstrom an neuralgischen Punkten Hindernisse einbrachte. Dabei variierte er zwischen offensichtlich erkennbaren Absperrungen mittels Baken-Absperrband, aber auch unbeschrifteten Kartonagen, die wie zum Abtransport gestapelt platziert wurden.</p> <p><img src="explorative-recherche12.jpg" alt="Explorative Recherche als kuenstlerische Methode" title="Explorative Recherche als kuenstlerische Methode" /></p> <p><img src="explorative-recherche13.jpg" alt="Explorative Recherche als kuenstlerische Methode" title="Explorative Recherche als kuenstlerische Methode" /><br /> fig. 6, 7 mittels Überlagerung informationsverdichtete Abbildung von Passantenströmen, sowie deren grafische Auswertung</p> <p>In der schrittweisen Veränderung und Anpassung der Sperrungen, Corral- und Passagenbildung erzeugte Ulrich Braun Momente, in denen die Eingriffe als Einschränkungen der Bewegungsfreiheit der Passanten oder aber als Orientierungshilfe empfunden wurden. Durch die Zuspitzung dieser Situationen konnte er feststellen, wie groß im allgemeinen die Bereitschaft zur Anpassung (Flexibilität) und die Akzeptanz der Gegebenheiten war, bzw. welche Widerstände und Ausbruchsversuche in Einzelfällen durch Personen gewagt wurden. Dabei zeigte sich bspw., daß die Wahl der Absperrung eine wichtige ist; das gemeinhin akzeptierte Symbol der rot-weißen Baken als Grenzziehung, Aus- und Absperrung erlaubte es ihm, große Durchgangsbereiche zu sperren ohne daß die Funktionalität und Sinnfälligkeit dieser Einschränkungen durch Passanten in Zweifel gezogen wurde.</p> <p><img src="explorative-recherche11.jpg" alt="Explorative Recherche als kuenstlerische Methode" title="Explorative Recherche als kuenstlerische Methode" /><br /> fig. 8 Ausstellungsanordnung mit, an Reklametafeln erinnernde, Leuchtkästen</p> <p>Für die Präsentation wählte Ulrich Braun Schaukästen – in Anlehnung an beleuchtete Reklametafeln im Stadtraum –, auf die sowohl Sequenzen der Untersuchung, als auch beschreibender Text aufgebracht waren. Zudem bot er den Passanten in der Ausstellung ein Informationsblatt zur Mitnahme an, welches die knappe, aufmerksamkeitswirksame Gestaltung der Werbung zitiert, jedoch Verhaltensmuster beispielhaft zusammenstellt.</p> <p>Ulrich Braun studiert im ersten Semester IDAL.</p> <h5>Fazit</h5> <p>Die oben beschriebenen Arbeiten stellen nur beispielhaft im Semester entstandene Arbeiten der Studierenden dar. Weitere, ebenso interessante, Beiträge finden Sie unter <a href="http://wwwcms.fh-pforzheim.de/projekte/der_oeffentliche_raum">http://wwwcms.fh-pforzheim.de/projekte/der_oeffentliche_raum</a>.</p> <p>Es ist festzustellen – analog zu Erfahrungen aus meiner Tätigkeit in Unternehmen –, daß der zusätzliche Fokus auf die praktische Anleitung und Lehre interventionistischer und explorativer Strategien als künstlerische Arbeitsweisen der Assoziation und Kontextualisierung an einer Hochschule für angewandte Gestaltungsberufe wichtige und zeitgemäße Perspektiven auf künstlerische Kompetenzen aufzeigt. In diesem Falle werden Studierenden Eindrücke der Anwendungsmöglichkeiten dieser in ihren zukünftigen Berufsfeldern vermittelt. Die erweiterten Fähigkeiten künstlerischer Forschungsarbeit, interventionistischer Methoden und Transferkunst, allerdings professionell künstlerisch und kompetent angewendet, sind eine wichtige Möglichkeit der kritisch-ästhetischen Arbeit mit Sinn- und Bedeutungsfragen im innerdisziplinären und gesellschaftlichen Kontext von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.</p> <p>Information zur Person:<br /> Ruediger John ist Künstler und Autor; er beschäftigt sich mit interventionistischen, rechercheorientierten und installativen Arbeiten; seit geraumer Zeit ist er für verschiedene Unternehmen und Institutionen im künstlerischen Kontext als Coach und Consultant tätig und lehrt u.a. an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart ›situativ-installatives Arbeiten, Kontextualiserung, Kognition, Mixed-Media‹. Er hatte gemeinsam mit Andreas Bär die Lehrstuhlvertretung ›Kunst/Kunst- und Designwissenschaften‹ Skulptur/Raum 2002/2003 inne.</p> <p>weitere Informationen:<br /> <a href="Explorative-Recherche.pdf">Explorative Recherche als künstlerische Methode</a></p>
2003-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/explorative-recherche.html https://artrelated.net/ruediger_john/explorative-recherche.html
Die Farbe der Macht
<p>Teilnehmende:<br /> Ivo Stilling, Lisa Biedlingmaier, Tina Schneider, Sonja Horn, Volkard Müller, Anuschka Strassmann, Nele Knatz, Alexander Schikowski, Kathrin Hinderer, Solvay Wessel, Johanna Switajski, Oliver Waibel, Beni, Antonia Bohning, Anna-Lisa Cardinale, Christine Eisenacher, Kristina Fistr, Kathrin Sohn, Jörg Globas, Wolfgang Neumann, Sven Gossel, Elisa Haug, Folko Hempel, Dolores Hidalgo, Miriam Höfler, Julia Kinzel, Cornelia Kraft, Stefanie Krüger, Eveline Lehmann, Pia Maria Martin, Volker Maurer, Angela Murr, Jo Peter, Gesine Pitzer, Marc Reiner, Eva Schmeckenbecher, Ella Schmolarz, Friederike Sonntag</p>
2003-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/die-farbe-der-macht.html https://artrelated.net/ruediger_john/die-farbe-der-macht.html
Der silberne Schnitt
<p><img src="transfer-kunstverein101.jpg" alt="Der silberne Schnitt" title="Der silberne Schnitt" /></p> <p><img src="transfer-kunstverein107.jpg" alt="Der silberne Schnitt" title="Der silberne Schnitt" /></p> <p><img src="transfer-kunstverein105.jpg" alt="Der silberne Schnitt" title="Der silberne Schnitt" /></p> <p><img src="transfer-kunstverein102.jpg" alt="Der silberne Schnitt" title="Der silberne Schnitt" /></p>
2003-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/der-silberne-schnitt.html https://artrelated.net/ruediger_john/der-silberne-schnitt.html
Der öffentliche Raum
<p><img src="der-oeffentliche-raum801.jpg" alt="Der öffentliche Raum" title="Der öffentliche Raum" /></p> <p><img src="der-oeffentliche-raum601.jpg" alt="Der öffentliche Raum" title="Der öffentliche Raum" /></p> <p><img src="der-oeffentliche-raum301.jpg" alt="Der öffentliche Raum" title="Der öffentliche Raum" /></p> <p><img src="der-oeffentliche-raum701.jpg" alt="Der öffentliche Raum" title="Der öffentliche Raum" /></p> <p><img src="der-oeffentliche-raum401.jpg" alt="Der öffentliche Raum" title="Der öffentliche Raum" /></p> <p>Teilnehmende:<br /> Youra Kim, Aline Vogt, Ina Yamaguchi, Jette Loeper, André Gärtner, Artur Strauch, Carmen Berner, Katja Steinemann, Lisa Hannemann, Ulla Staudacher, Christian Falkenhagen, Dagmar Kudszus, Denis Gombert, Denis Pfizenmaier, Florian Mockenhaupt, Sandra Greese, Anita Jesser, Miriam Schmidle, Jessica Mairbichler, Marcus Haile, Till Baacke, Victoria Erban, Ursula Müller, Franziska Witz, Nils Krämer, Oksana Pfaff, Philipp Eberle, Katja Poljanac, Petra Köhle, Tobias Falkhänel, Ulrich Braun, Barbara Lörcher, Franziska Höhle, Tamara Grüner</p>
2003-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/der-oeffentliche-raum.html https://artrelated.net/ruediger_john/der-oeffentliche-raum.html
kFP/02 - Künstlerhaus Dortmund
<p>kFP/02 künstlerisches Forschungsprojekt<br /> zu künstlerischer Tätigkeit und gesellschaftlicher Lebenspraxis<br /> von Klaus Heid, Ruediger John und An Seebach </p> <p>kFP/02 ist ein Forschungsprojekt zum Verhältnis von Kunst und Gesellschaft. Untersucht werden die Transfer- und Integrations-Leistungen künstlerischer Tätigkeit im Kontext von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft sowie ihr Verhältnis zur gesellschaftlichen Lebenspraxis. </p> <p>kFP/02 Termine auf einen Blick:<br /> Pressekonferenz: 5. September 2002 11:00 Uhr<br /> Zeitraum des Forschungsprojekts: 20. Januar - 5. September 2002<br /> Eröffnung der Präsentation: 6. September 2002 20:00 Uhr<br /> Grußwort: Stadtrat Jörg Stüdemann Dezernent für Kultur, Sport und Freizeit<br /> Statements: Forschungsgruppe kFP/02<br /> Sonderschau: 28. September 2002 19:30 - 02:00 Uhr<br /> Zeitraum der Präsentation: 6. September - 13. Oktober 2002 </p> <p>Das Forschungsprojekt, das seit Januar 2002 von den Künstlern Klaus Heid, Ruediger John (beide Karlsruhe) und An Seebach (Künstlerhaus Dortmund) durchgeführt wird, untersucht aktuelle Tendenzen und Perspektiven für innovative Kooperationsmodelle zwischen Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Darüber hinaus stellt es den Entwurf für ein “Institut für künstlerische Forschung“ vor. </p> <p>Vorgeschichte </p> <p>kFP/02 - kurz für: künstlerisches Forschungsprojekt 2002 - wurde durch den Gesprächskontext “Kommunizierende Röhren - ein Projektstipendium im Künstlerhaus Dortmund“ angestoßen. Auf der Suche nach geeigneten Strukturen, möglichen Inhalten und Kooperationspartnern für ein solches im weitesten Sinne interdisziplinäres Stipendium beauftragten die Initiatoren Ende 2001 Klaus Heid, Ruediger John und An Seebach mit einer künstlerischen Voruntersuchung und anschließenden Präsentation. Seit Januar 2002 firmiert das Forschungsprojekt unter dem Namen kFP/02. </p> <p>Recherche und Ergebnisse </p> <p>Zahlreiche Fachleute aus Polititk, Wissenschaft, Wirtschaft und Kunst wurden seit März 2002 von der Forschungsgruppe kFP/02 zu ihren Arbeitsfeldern und deren Schnittstellen zu anderen Disziplinen und zur Gesellschaft befragt. Die Antworten der Gesprächspartner vermitteln wichtige Einsichten und Einschätzungen zur Interdiziplinarität zwischen Kunst und anderen gesellschaftlichen Bereichen. Ein erstes Ergebnis der Untersuchungen ist, dass die Forschungsgruppe kFP/02 inzwischen von der Idee einer üblichen Stipendienvergabe abgekommen ist und ein Institut für künstlerische Forschung in Grundzügen entworfen hat. In diesem Institut sollen Kooperationen zwischen Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik entwickelt und umgesetzt werden. </p> <p>Präsentation und Kooperation </p> <p>Die aktuelle Präsentation im Künstlerhaus Dortmund basiert auf den ersten Ergebnissen der Recherche. Statements und Auszüge aus den Gesprächen und aus ihnen<br /> erschlossene, assoziierte Themenfelder werden der öffentlichkeit vorgestellt. Die Präsentation versteht sich dabei als prozesshafte Zwischenstation einer längerfristig angelegten Forschungstätigkeit, deren offene Form das Publikum zur eingehenden Diskussion einlädt. Sie dient darüber hinaus der Vorbereitung und Strukturierung der voraussichtlich im Januar 2003 erscheinenden Publikation zum künstlerischen Forschungsprojekt kFP/02. Ein Teil der Präsentation, die in Zusammenarbeit mit weiteren kFP/02-Projektmitarbeitern aus kunstfremden Diziplinen realisiert wurde, ist die kFP/02-Partner-Lounge. In exklusivem Ambiente können Unternehmen ihr Logo platzieren und eine attraktive, kulturell interessierte Zielgruppe ansprechen. Die Lounge reflektiert nicht nur Sponsoring-Mechanismen im Kunstkontext, sie dient vor allem als Gesprächsort für Unternehmer, Wissenschaftler und Künstler, um gemeinsam mögliche Kooperationen auszuloten. </p> <p>kFP/02 Termine auf einen Blick </p> <p>Pressekonferenz: 5. September 2002 11:00 Uhr<br /> Zeitraum des Forschungsprojekts: 20. Januar - 5. September 2002 </p> <p>Eröffnung der Präsentation: 6. September 2002 20:00 Uhr<br /> Grußwort: Stadtrat Jörg Stüdemann Dezernent für Kultur, Sport und Freizeit<br /> Statements: Forschungsgruppe kFP/02<br /> Sonderschau: 28. September 2002 19:30 - 02:00 Uhr<br /> Zeitraum der Präsentation: 6. September - 13. Oktober 2002 </p> <p>geöffnet: do-so 16:00-19:00 Uhr<br /> Plakataktion in der Dortmunder Innenstadt: 3.9. - 23.9.2002 ganztägig </p> <p>Programm anläßlich der 2. Dortmunder Museumsnacht am 28. September 2002 </p> <p>im Detail: </p> <p>kFP/02<br /> Kreativ-Workshop für Manager<br /> 16:00-18:00 Uhr<br /> Manager und Geschäftsleute entdecken unter Anleitung von Kindern ihr kreatives Potential. Impulse entstehen aus dem direkten und spontanen Dialog zwischen Unternehmern und Kindern. Aus der Leichtigkeit der kindlichen Herangehensweise an Formprozesse erschließen sich den Entscheidungsträgern neue Horizonte ihrer beruflichen Tätigkeit. Der Workshop endet mit einem Erfahrungsaustausch der Teilnehmer beim gemeinsamen Imbiss. Anmeldung erforderlich.<br /> in Kooperation mit der Jugendkunstschule &quot;balou&quot; </p> <p>kFP/02<br /> Präsentations-Show<br /> 19.30-20.00 Uhr, 20.00-20.30 Uhr,<br /> 20.30-21.00 Uhr, 21.00-21.30 Uhr<br /> Cheerleader animieren Ausstellungsbesucher, Propagandisten führen kFP/02 Merchandising-Artikel und ihre Anwendernutzung vor: Das Forschungsprojekt kFP/02 untersucht und erprobt die zeitgenössischen Möglichkeiten agressiven Marketings im Bereich von Kunstvermittlung. </p> <p>kFP/02 Nacht-Bar<br /> 22:00-02:00 Uhr<br /> Das Künstlerhaus Dortmund lädt an die NachtBar zum gepflegten hang-out<br /> in inspirierendem Ambiente. An der Bar kann mit exquisiten Cocktails<br /> gedopt werden. DJanes legen auf, was gefällt - electronics, ambient. </p> <p>kFP/02<br /> Plakataktion in der Dortmunder Innenstadt<br /> ganztägig 3.9. - 23.9.2002<br /> Die Standorte: 16240 Burgwall/REWE-Center, Parkgar. Ausf. Pförtner; 16237 Hansaplatz/Parkgar. Karstadt neb. Pförtner re; 16238 Hansaplatz/Parkgar. Karstadt Einf. Rampe; 16239 Hansastr.78/Parkgar. Stadtgarten/Ausf. neb. Aufsicht; 15712 Westenhellweg 72/Ausf. Kaufhof 4.Parkdeck; 37354 Westenhellweg 72/Parkhaus Kaufhof/Abf. li. Die Arbeiten auf Plakatflächen sind sowohl Teil der Ausstellung, die im Künstlerhaus Dortmund gezeigt wird, als auch eigenständige ortsspezifische Interventionen.<br /> Mit freundlicher Unterstützung von Stroer - out of home media, Düsseldorf </p> <hr /> <p>Künstlerhaus Dortmund, Sunderweg 1, 44147 Dortmund<br /> Tel. ++49 231 82 03 04 | Fax ++49 231 82 68 47<br /> <a href="http://www.kuenstlerhaus-dortmund.de">http://www.kuenstlerhaus-dortmund.de</a><br /> Bürozeiten Mo 9-14 Uhr, Di-Do 9-16 Uhr, Fr 9-13 Uhr </p> <hr /> <p>Ausstellung + Projekt 5.9.-13.10.2002:<br /> Eröffnung der Präsentation: 5.9.2002 20 Uhr<br /> Sonderschau: 28.9.2002 19:30 - 02:00 Uhr </p> <p>&quot;kFP/02&quot; - gefördert von der Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW und der Hoppe-Ritter-Kunstförderung, mit freundlicher Unterstützung von brand eins, Wirtschaftsmagazin in Kooperation mit der Universität Witten-Herdecke </p>
2002-09-06 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-kuenstlerisches-forschungsprojekt-dortmund.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-kuenstlerisches-forschungsprojekt-dortmund.html
Die Doppeltür - ein Blumenfest
<p><img src="doppeltuer-vorbereitung09.jpg" alt="Die Doppeltür - ein Blumenfest" title="Die Doppeltür - ein Blumenfest" /></p> <p><img src="doppeltuer-probe08.jpg" alt="Die Doppeltür - ein Blumenfest" title="Die Doppeltür - ein Blumenfest" /></p> <p><img src="doppeltuer-probe07.jpg" alt="Die Doppeltür - ein Blumenfest" title="Die Doppeltür - ein Blumenfest" /></p> <p>Teilnehmende:<br /> Monna Mahmud, Frank Siegle, Petra Pejsek, Carmela Farina, Miriam Rieker, Diana Huck, Verena Bitsching, Boris Feesenmayr, Karin Schäfer, Jochen Wilms, Evelyn Heinze, Stefanie Glaser, Ute Rittler, Susanne Meister, Melanie Jakel, Winfried Engster, Clemens Haag</p>
2002-09-01 https://artrelated.net/ruediger_john/doppeltuer-blumenfest.html https://artrelated.net/ruediger_john/doppeltuer-blumenfest.html
intercultural codes - »Exotik«
<h4>Essay</h4> <h5>Exotik ist exogen</h5> <h5>Exotik ist das als angenehm empfundene Fremde</h5> <h5>Exotik und Paradies</h5> <ul> <li>Paul Gauguin schreibt in Briefen an seine Künstlerfreunde von seinem selbstgewählten Paradies, den exotischen Riten und schönen Frauen, dem Leben direkt von dem was die Natur liefert, während er krank, von Malaria und Gelbfieber gezeichnet, hungernd weil sein Vermögen aufgebraucht ist, in seiner ärmlichen Hütte liegt.</li> </ul> <h5>Exotik als das Wahre und Ursprünglichkeit</h5> <ul> <li> <p>Reiseveranstalter beschreiben Zielorte, vorzugsweise Inseln und abgelegene Routen als naturbelassene Reservate, Ruhe und Gelassenheit als besondere Vorzüge, die Freundlichkeit der Einheimischen und den organisierten Abenteuerwert bei Exursionen.</p> </li> <li> <p>Eine Zigarettenmarke wirbt mit Cowboys als den wahren, alten/neuen Menschen, Aussteigern und gesunden Naturburschen.</p> </li> <li> <p>Weltweit wollen einige Internetuser eine Separatistengruppe, die um ihre Unabhängigkeit und Rechte in Mittelamerika kämpft, unterstützen. Also nehmen sie einen Link auf eine offizielle Unterstützer-Website in ihre Linkliste auf.</p> </li> </ul> <p>Das Exotische als Simulation und Konstruktion</p> <ul> <li> <p>In der Pressemitteilung eines Freizeitpark-Betreibers wird die Authentizität des im Ruhrgebiet neu eröffneten Parks beschworen, indem darauf hingewiesen wird, daß die »italienische Piazza« von »echten italienischen Handwerkern« unter Verwendung »echten italienischen Baumaterials nach Elementen und Motiven aus mehreren italienischen Städten« geschaffen wurde.</p> </li> <li> <p>Ein Radiosender veranstaltet für seine Hörerinnen und Hörer eine Wochenendreise nach Ägypten und verspricht »den ganzen Flair des Landes«, beeindruckende landeskundliche Exkursionen und als Höhepunkt ein 24 Stunden Open-Air Konzert mit ausgewählten, internationalen DJ-Stars mit Lasershow und Feuerwerk vor den Pyramiden.</p> </li> <li> <p>Mit der Behauptung, einen repräsentativen Blick auf die aktuelle südamerikanische Kunstszene zu werfen, organisiert ein Museum eine Ausstellung. Ein Dutzend Künstlerinnen und Künstler dieser Provenienz stellen aus, allesamt bereits international bekannt und seit mindcestens einem Jahrzehnt überwiegend in den USA und Europa tätig.</p> </li> </ul> <h5>Das Exotische im Globalen</h5> <ul> <li>Wer es sich leisten kann in Vietnam, führt momentan seine Freunde und Lieben ab und zu in die erste neu eröffnete Niederlassung einer internationalen Fast Food Kette aus um etwas Weltläufigkeit, Vermögen und Modernität zu zelebrieren.</li> </ul> <h4>Zielsetzung</h4> <p>Die künstlerische Forschung zum Thema und Bedeutungsbereich Exotik soll:</p> <ul> <li> <p>Widersprüche und Fehler der Differenzierung des Heimatlichen/Eigenen/Selbst im Verhältnis zu dem Fremden/Entfernten/Anderen, durch die Ausbildung und lebenspraktische Meinungsbildung manifestiert, aufdecken und hinsichtlich ihrer Bedeutung des Handelns im Alltag, der Entscheidungsfindung im Umgang mit als fremdartig titulierten Situationen untersuchen</p> </li> <li> <p>Die Studie soll Defizite im Wissen und Verständnis der Kulturen exemplarisch aufdecken</p> </li> <li> <p>Sie soll auch dazu anregen, die kurzfristige, trendthemenorientierte Berichterstattung der Massenmedien in diesen Themenbereichen kritisch zu hinterfragen</p> </li> <li> <p>Aus den Erkenntnissen der Bearbeitung der erurierten Materialien im Kontext der Studiengänge bzw. Fachbereiche »Kunst/Kunst- und Designwissenschaften« (Fachhochschule für Gestaltung, Technik und Wirtschaft Pforzheim), sowie »Verbreiterungsfach Bildende Kunst – Intermediales Gestalten« (Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart) sollen dauerhafte Veränderungen im Lehrplan entstehen, die stärker als bisher die interkulturellen Kriterien in den dort erlernten Berufen berücksichtigen. Es soll eine generelle Aufgeschlossenheit gegenüber dem Fremden, sowie ein stärkeres Problembewußtsein im Umgang und der Auseinandersetzung mit Themen der Globalisierung, Identität und Fremde gefördert werden.</p> </li> <li> <p>Eine Publikation soll dazu beitragen, Materialien, Ergebnisse und Erkenntnisse einfach nachvollziehbar und in anderen Ausbildungsumgebungen einsetzbar zu machen.</p> </li> </ul> <h4>Aktivitäten</h4> <p>Das Forschungsvorhaben wird sich in folgende Aktivitäten gliedern:</p> <ul> <li> <p>Das Forschungsvorhaben bedient sich explizit künstlerischer Strategien in der Vorgehensweise, d.h. daß nicht versucht wird ex-actus und in repräsentativen Erhebungen Ergebnisse zu abstrahieren, sondern indem im Umgang mit dem Thema Theorie und Praxis spartenübergreifend intelligent miteinander verbunden wird und reflexiv von der subjektiven Position ausgehend gearbeitet wird. Diese Vorgehensweise wurde bspw. bereits erfolgreich bei folgenden künstlerischen Projekten angewandt.</p> </li> <li> <p>In einer transnational angelegten phänomenologisch-exemplarisch orientierten Recherche werden Beschreibungen, Kommentierungen und bild- bzw. objekthafte Repräsentationen der Definitionsmenge »Exotik« recherchiert und zusammengestellt. Dabei wird bewußt der, sonst häufige, ein-Personen-Blickwinkel vermieden, indem mit wissenschaftlichen und technischen Fakultäten verschiedener Hochschulen kooperativ gesammelt wird und dabei insbesondere Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs einbezogen werden. So ist die bspw. Assoziierung von Postkarten mit touristischen Motiven mit ungeschönten Abbildungen der realen Orte ebenso Gegenstand der Untersuchung, wie auch bspw. der Vergleich folkloristischer Riten und Festivitäten in und außerhalb von Clubanlagen in einem Land; der exemplarischen Darstellung der Gestaltung von Wohnumgebungen von Menschen ausländischer Herkunft. Diese Beispiele sind z.T. bereits konkret von Künstlerinnen und Künstlern geplante Vorhaben, die sich durch dieses künstlerische Forschungsprojekt koordinieren und deren Ergebnisse sich dadurch ergänzend darstellen lassen. Es ist intendiert, daß sich weitere und andere Untersuchungen entwickeln und/oder dem Forschungsprojekt angliedern können, also die Maßnahmen und Beteiligungen aus der Arbeit an dem Thema ergeben.</p> </li> <li> <p>Das recherchierte Quellenmaterial wird lexikalisch assoziiert und in einer Datenbank ähnlich eines Expertensystems gespeichert. Hierin lassen sich Widersprüche,</p> </li> </ul> <h4>Wahrnehmungslücken und sozial-ideologische Verfälschungen aufspüren und kommentieren.</h4> <ul> <li> <p>Aus den eruierten Brüchen und Brennpunkten wird mit den Kooperationspartnern ein Programm zur Vermittlung, der Ausstellung und Vorträge erstellt, welches wiederum in die Datenbank einfließen wird.</p> </li> <li> <p>Redaktionell bearbeiteter Inhalt der Sammlung wird in einer multimedial unterstützten Buchpublikation verlegt.</p> </li> <li> <p>Studierende der Fachhochschule Pforzheim sowie der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart werden kooperativ in Teilen zu diesem Thema innerhalb ihres Studiums, dessen Studienziele unterstützend, explorativ tätig.</p> </li> </ul> <p>Fachhochschule für Gestaltung, Technik und Wirtschaft Pforzheim (Pforzheim University of Applied Sciences), 2002<br /> Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (State Academy of Art and Design Stuttgart), 2002</p>
2002-04-01 https://artrelated.net/ruediger_john/intercultural-codes.html https://artrelated.net/ruediger_john/intercultural-codes.html
urban identity
<p><img src="urban-identity02.jpg" alt="urban identity" title="urban identity" /></p> <p><img src="urban-identity01.jpg" alt="urban identity" title="urban identity" /></p> <p><img src="urban-identity03.jpg" alt="urban identity" title="urban identity" /></p>
2002-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/urban-identity.html https://artrelated.net/ruediger_john/urban-identity.html
kFP/02 - künstlerisches Forschungsprojekt 2002
<p><img src="kfp02-assoziationsdesktop12.jpg" alt="kFP02, Künstlerisches Forschungsprojekt 2002" title="kFP02, Künstlerisches Forschungsprojekt 2002" /></p> <p><img src="kfp02-desktopdetail03.jpg" alt="kFP02, Künstlerisches Forschungsprojekt 2002" title="kFP02, Künstlerisches Forschungsprojekt 2002" /></p> <p><img src="kfp02-projektionupdate07.jpg" alt="kFP02, Künstlerisches Forschungsprojekt 2002" title="kFP02, Künstlerisches Forschungsprojekt 2002" /></p> <p><img src="kfp02-viplounge02.jpg" alt="kFP02, Künstlerisches Forschungsprojekt 2002" title="kFP02, Künstlerisches Forschungsprojekt 2002" /></p> <p>[...] »Untersucht werden die Transfer- und Integrations-Leistungen künstlerischer Tätigkeit im Kontext von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft sowie deren Verhältnis zur gesellschaftlichen Lebenspraxis. Transfer meint in diesem Zusammenhang die kritische Vermittlung lebenspraktischer Bedürfnisse an Wissenschaft, Politik und Wirtschaft, wie auch die Kommunikation der Erkenntnisse und Effekte dieser Bereiche in der Gesellschaft. Integration ist die Verankerung von differenziertem Reflexionswissen im Alltag mit Hilfe künstlerisch-ästhetischer Strategien.«</p> <p>Eindrücke aus der Präsentation im Künstlerhaus Dortmund, in der eine Partnerlounge (aus der Publikation: »Die Wände des Präsentationsraumes, traditioneller Anbringungsort für Kunstwerke, werden zur Benutzeroberfläche, auf der die Quellentexte installiert sind. In chronologischer Reihung können die Entwicklung des Forschungsprojektes, vom ersten Arbeitstreffen bis zum Entwurf des ›Instituts für künstlerische Forschung‹ sowie die Texte und ihre Auswertung nachvollzogen werden. Jede Ebene der Erarbeitung wird dokumentiert und damit transparent: Von der ersten Liste der Gesprächspartner über Termine stattgefundener Gespräche, Absagen auf Gesprächsanfragen, bis hin zu Audio-CDs aufgezeichneter Interviews. Erste Abschriften auf Papier sind mit Klebestreifen an den Wänden befestigt, nachdem sie von den Herausgebern ausgewertet und mit Textmarkern kommentiert wurden. Mit blauem Klebeband sind die verschiedenen Interviews an Stellen inhaltlich übereinstimmender oder sich ergänzender Schlüsselthemen miteinander ›verlinkt‹. Darüber sind diejenigen, auf Transparentfolie ausgeplotteten Texte gehängt, die bereits von den Interviewpartnern autorisiert wurden. Die Folienoberfläche kennzeichnet eine Ergebnisebene, durch die hindurch die verschiedenen Arbeitsebenen transparent bleiben. Die blauen Linien durchziehen den Raum als begehbares, semantisches Netz und prägen, gemeinsam mit den anderen Komponenten der Installation, die skulpturale Qualität der Präsentation. Der Kontext des Projekts und sein Work-in-Progress-Charakter werden so atmosphärisch verdichtet, zugänglich und erfahrbar. «), eine Nachtbar sowie der eigentliche Präsentationsraum für die semantische Vernetzung der Forschungsergebnisse eingerichtet waren (aus der Publikation: »Die Wände der Partnerlounge sind in Felder eingeteilt, die von Partnern (Sponsoren) für den Ausstellungszeitraum gebucht werden konnten, um dort ihre Logos zu platzieren. Durch die Vielzahl der ausgewiesenen Werbeflächen erscheinen die Logos nicht mehr exklusiv, sondern werden in der Gesamtheit als ›Bild‹ bzw. als Pop-Art-Tapete wahrgenommen. Dadurch wird die Wirkung rein kommerzieller Werbeauftritte in den Bereich einer konkreten, ästhetischen Anmutung verschoben. Zugleich wurde damit jedoch traditionelle Ausstellungsfläche (Wand) der Präsentation entzogen. Besucher der Präsentation, die sich nicht als Partner ›eingekauft‹ hatten, konnten den Raum nur durch einen zweiten, entsprechend gekennzeichneten, Eingang betreten und den exklusiven Loungebereich innerhalb einer Absperrung stehend betrachten. Damit wurde die Exklusivität einer kommerzialisierten Beziehungssituation und die dieser auch innewohnende Absurdität kommentiert.«). Zur Langen Nacht der Museen wurde eine Schauspieltruppe mit einbezogen, die u.a. die Rolle eines fliegenden Händler als Museumsshop, mehrere Visitor Assistants etc. ausführte. [...]</p>
2002-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/kfp02.html https://artrelated.net/ruediger_john/kfp02.html
IDEA - Szenische, interventionistische Recherche in Spielform
<p><img src="intervention-team05.jpg" alt="IDEA - Szenische, interventionistische Recherche in Spielform" title="IDEA - Szenische, interventionistische Recherche in Spielform" /></p> <p><img src="intervention-team03.jpg" alt="IDEA - Szenische, interventionistische Recherche in Spielform" title="IDEA - Szenische, interventionistische Recherche in Spielform" /></p> <p>Projekt von:<br /> Monna Mahmud, Kathrin Sohn</p>
2002-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/idea-intervention.html https://artrelated.net/ruediger_john/idea-intervention.html
Experiment/Diskurs Instant - Situative Beobachtung und experimentelle Erprobung kommunikativer Vergemeinschaftung
<p><img src="instant-bodenperspektive11.jpg" alt="Experiment/Diskurs - Instant, Situative Beobachtung und experimentelle Erprobung kommunikativer Vergemeinschaftung" title="Experiment/Diskurs - Instant, Situative Beobachtung und experimentelle Erprobung kommunikativer Vergemeinschaftung" /></p> <p><img src="instant-tuersteheranbetung05.jpg" alt="Experiment/Diskurs - Instant, Situative Beobachtung und experimentelle Erprobung kommunikativer Vergemeinschaftung" title="Experiment/Diskurs - Instant, Situative Beobachtung und experimentelle Erprobung kommunikativer Vergemeinschaftung" /></p> <p><img src="instant-tuersteherinnen04.jpg" alt="Experiment/Diskurs - Instant, Situative Beobachtung und experimentelle Erprobung kommunikativer Vergemeinschaftung" title="Experiment/Diskurs - Instant, Situative Beobachtung und experimentelle Erprobung kommunikativer Vergemeinschaftung" /></p> <p><img src="instant-beobachter10.jpg" alt="Experiment/Diskurs - Instant, Situative Beobachtung und experimentelle Erprobung kommunikativer Vergemeinschaftung" title="Experiment/Diskurs - Instant, Situative Beobachtung und experimentelle Erprobung kommunikativer Vergemeinschaftung" /></p> <p><img src="instant-gaeste03.jpg" alt="Experiment/Diskurs - Instant, Situative Beobachtung und experimentelle Erprobung kommunikativer Vergemeinschaftung" title="Experiment/Diskurs - Instant, Situative Beobachtung und experimentelle Erprobung kommunikativer Vergemeinschaftung" /></p> <h5>Abstract¬</h5> <p>Die Veranstaltung stellt einen Versuch dar, das spezifische soziale Umfeld dieser Freizeitaktivitäten mit seinen typisierenden Eigenschaften aus künstlerischer Perspektive als Konsument zu untersuchen und spontan szenisch agierend und gestaltend einzugreifen. Für dieses abendliche Treffen gibt es kein festgelegtes Programm und keine detaillierten Themen- und Handlungsvorgaben. Untersuchungen und Feststellungen werden vor Ort im Gespräch untereinander erarbeitet und in einem Treffen zur Nachbereitung zusammengestellt und dokumentiert. Gegebenenfalls findet auf der erarbeiteten Basis eine weitere Exkursion in der gleichen Gruppe statt.</p> <h5>Fragen und Themen¬ (beispielhaft)</h5> <p>Der Moment der Sozialisation mit dem Umfeld<br /> Die Situation vor Ort - Individuum und Menge<br /> Beobachtung und Intervention - Übergänge<br /> Das Verlassen der Szene/Bühne</p> <h5>Material¬</h5> <p>freigestellt (Wahrnehmungs-, Reflexionsarbeit-, Aktions-, Dokumentationshilfsmittel)<br /> empfehlenswert sind in jedem Falle Unterlagen für Notizen und Skizzen</p> <p>Teilnehmende:<br /> Ivo Stilling, Lisa Biedlingmaier, Tina Schneider, Sonja Horn, Nele Knatz, Alexander Schikowski, Kathrin Hinderer, Johanna Switajski, Oliver Waibel, Christine Eisenacher, Kristina Fistr, Kathrin Sohn, Jörg Globas, Sven Gossel, Folko Hempel, Dolores Hidalgo, Miriam Höfler, Julia Kinzel, Stefanie Krüger, Eveline Lehmann, Pia Maria Martin, Volker Maurer, Angela Murr, Gesine Pitzer, Marc Reiner</p>
2002-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/experiment-instant.html https://artrelated.net/ruediger_john/experiment-instant.html
Bemerkung zu »Berg«
<p>Im naturtopologisch ebenen Teil Deutschlands scheint der Begriff »Berg« ein wesentlich anderes Bedeutungsfeld als im, an Bergen reichen, Süden zu besitzen. Im Ruhrgebiet werden Berge aus Resten von Untergrabungen aufgeschüttet, Berge werden gebaut; es existiert eine traditionsreiche Industrie die sich Bergbau nennt und eigentlich nicht zum Ziel hat Berge zu bauen, sondern Untertage zu wirtschaften.</p> <p>Im Süden hingegen werden Berge bestiegen, man spricht vom »Bezwingen« eines mythisierten Hindernisses, ein Vorgang zur Beschreibung von Erfolg, welcher sich auch im allgemeinen Sprachgebrauch manifestiert hat; man bebaut und bewirtschaftet die Berge landwirtschaftlich, teils einfach weil sie kaum Platz für Täler zwischen ihnen lassen.</p> <p>Etymologisch läßt sich die Verwandtschaft einfach klären, von Interesse sind jedoch besonders die ästhetischen Implikationen der Veränderung von Topologie und insbesondere deren subjektive Rezeption (beispielhaft der terrassenförmig bearbeitete Erzberg in der steirischen Hochgebirgslandschaft (fig. 1) als Gegenform zu der Kupfermine im Tagebau in Ajo, Arizona (fig. 2) oder der böhmische Bergort Joachimsthal (fig. 3) dessen Montanindustrie die Bezeichnung der Münze »Taler« und »Dollar« entstehen ließ).</p> <p>Doch wer weiß besser Bescheid über die definitorische und ästhetische Verschiebung des Begriffes »Berg«, als die Personen, die sich in ihrem Beruf/Alltag dem zu stellen haben? Wie könnte man besser etwas über das Lebensgefühl erfahren, als regionale Musik hierzu zu hören?</p> <p>Denn stellt man einige Liedtexte über »Berg, den Berg, Berge, die Berge«, eben über das Phänomen der Definition »Berg« im weitesten Sinne gegenüber, so finden sich in jedem Falle eklatante Häufungen der Worte »rauf« und »runter« wieder - Thema sind also eigentlich nicht primär topologische Erhebungen und Positionen, sondern vielmehr Richtungen und Dynamik - wie die Musik eben so spielt.</p> <p>Deshalb geben original Spielmannszüge aus dem Ruhrgebiet und originale Trachtenkapellen aus dem Schwarzwald zum Frühschoppen in der Ausstellung ihr Liedgut zum Besten und Gehör.</p> <p>Und wenn man nun diese traditionell uniformierte Musikermenge durch die Ausstellungsräume marschieren läßt, in Formation, nach selbstgespieltem Rhythmus, lautstark mit schimmernden Instrumenten, ein ephemeres Ereignis, relativiert sich nicht nur der Blick auf die dort ausgestellten, künstlerischen Interpretationen zu diesem Ausstellungstitel, sondern man durchkreuzt mit dem, in diesem Kontext exotischen, Auftritt vor allem auch Erwartungshaltungen und die Wertung und Unterscheidung zwischen »Kunst« und »Folklore«, »Objekt« und »Aktion«.</p> <p>Ein Kulturaustausch findet also nicht nur zwischen den geladenen Kapellen statt, deren gemeinsame Wurzeln offenbar sind; sondern es entstehen kulturelle Verbindungen zwischen den Rezipienten die der Einladung zum Frühschoppenkonzert mit Kapellen gefolgt sind, und den aufgrund der Kunstausstellung anwesenden. Die auf einfache Weise zueinander in Beziehung gestellten Bedeutungsfelder fordern im besten Falle die kontemplative Betrachtung und Selbstreflexion.</p> <p><img src="annotation-on-mountain01.jpg" alt="fig. 1 terrassenförmiger Erzberg im steirischen Hochgebirge" title="fig. 1 terrassenförmiger Erzberg im steirischen Hochgebirge" /><br /> fig. 1 terrassenförmiger Erzberg im steirischen Hochgebirge</p> <p><img src="annotation-on-mountain02.jpg" alt="fig. 2 Tagebau Kupfermine in Ajo, Arizona" title="fig. 2 Tagebau Kupfermine in Ajo, Arizona" /><br /> fig. 2 Tagebau Kupfermine in Ajo, Arizona</p> <p><img src="annotation-on-mountain03.jpg" alt="fig. 3 Joachimsthal, Böhmen" title="fig. 3 Joachimsthal, Böhmen" /><br /> fig. 3 Joachimsthal, Böhmen</p>
2002-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/annotation-on-mountain.html https://artrelated.net/ruediger_john/annotation-on-mountain.html
Vorbereitung einer Ausstellung
<p><img src="preparation-exhibition01.jpg" alt="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" title="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" /></p> <p><img src="preparation-exhibition02.jpg" alt="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" title="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" /></p> <p><img src="preparation-exhibition03.jpg" alt="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" title="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" /></p> <p><img src="preparation-exhibition04.jpg" alt="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" title="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" /></p> <p><img src="preparation-exhibition05.jpg" alt="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" title="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" /></p> <p><img src="preparation-exhibition06.jpg" alt="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" title="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" /></p> <p>»Bei einer Präsentation von Bildern und Skulpturen (Objekten) wird zwangsläufig deren inherente Utopie durch den umgebenden Ausstellungsort relativiert. Was wenn nun nicht ebendiese Gegenstände den Fokus der Beobachtung (durch den Künstler, wie den Galeriebesucher) bilden, sondern die Reflexion des vorausgehenden Prozesses, der Vorbereitung einer Ausstellung. [...]</p> <p>Durch diese Akzentuierung des Planerischen gewinnt die Untersuchung von Variationen sowie der Gegebenheiten neue Bedeutung; die Objekte und deren Anordnungen werden zu Variablen der Ausstellung; die Situation (Ort) zur Konstanten der Kognition.«</p> <p>Ruediger John bedient sich einfachster Mittel um in der Rauminstallation zu »visualisieren was letztlich bereits vorhanden ist«. </p> <p>»Die Konstrukte Licht und Zeit illustrieren Raum und damit die in der Ästhetik formalisierte Wahrnehmung korrelierter Anordnungen (Maß, Fläche, Verhältnis, Verteilung, System). [...]</p> <p>Die Projektion wechselnder zeichnerischer Darstellungen strukturiert und texturiert die umgebende Kulisse und erzeugt innerhalb des Milieus (Ausstellung) ein Ambiente. In der Abbildung schließlich: Präsentation als Motiv seiner selbst.</p> <p>Dabei wird Ausstellung bzw. Ausstellen nicht einfach als Phänomen, sondern als Prozess, einer Folge von Entscheidungen (Selektionierung) in Bezug zu architektonischen Gegebenheiten als semiologische Reflexion wahrgenommen. </p> <p>Der temporär institutionalisierte Planungszustand ersetzt die Fertigstellung rechtzeitig zur Vernissage; die Installation wird dabei durch ihre Chronologie und die Begleitung ihrer technischen Geräuschkulisse um zelebrative Elemente ergänzt (Inszenierung), wobei Geräusch bzw. Klang, analogisch zu Farbe, als emotional perzipierte Information zur Ergänzung quasi rationaler Zeichnung (Linie, Flächenbildung und Formgebung) dient (Dramaturgie). [...]</p> <p>So wird der Eindruck der Fiktion von Ereignis verstärkt; letztlich dekonstruiert sich Präsentation mittels eines iterativen Momentum und bildet in ihrem Ereignis ein Ornament innerhalb des kartesischen Koordinatensystems. [...]</p> <p>Die inzwischen zur Gewohnheit gewordene Wahrnehmung von Objekten duchamp'scher Manier (in zweifachem Sinne als Infiltration) benutzend, wird die architektonische Hülle und Gegebenheit nicht einfach manipulativ als tragende Struktur (1) verstanden, sondern vielmehr als umgestülpte Skulptur (um in bekannten Definitionen zu bleiben) inszeniert. Deshalb steht sie nicht widersprüchlich zur weiter oben vorweggenommenen, nicht objektzentrierten Arbeitsweise für diese Ausstellung. Entscheidend ist, daß notwendige Veränderungen (installierte Elemente) sich zunächst in Bezug zu ihrer Funktion (1) erklären und nicht nur solitär zelebriert einer Aufwertung (2) dienen.</p> <p>Einer eventuell vorhandenen Erwartung der Visualisierung bzw. Illustrierung des Vorbereitungsprozesses zur Ausstellung selbst wird richtigerweise nicht entsprochen, auch wenn die Gegenstände, die Verwendung finden, aus einem Konstruktionsprozess entnommen zu sein scheinen. Die Ausstellung und insbesondere deren Eröffnung bedeutet zunächst den Abschluß vorbereitender Tätigkeiten, die Ankündigung vorab jedoch noch Teil dieser.«</p> <p>»Vorbereitung einer Ausstellung / preparation of an exhibition«, Ausstellung in der Galerie peripherie 2001<br /> »Zentralorgan 5«, 2002</p>
2001-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/vorbereitung-ausstellung.html https://artrelated.net/ruediger_john/vorbereitung-ausstellung.html
Substruktur einer idealtypischen Welt
<p>Wird der Begriff »Berg, Gebirge« häufig zunächst mit dessen, allgemein bekannten, topografischen Repräsentationen assoziiert, bildet er doch zugleich einen Bezugspunkt für persönliche Erfahrungen, nicht nur in natura, sondern insbesondere in dessen visuell-ästhetischer und inhaltlicher Verankerung im Lebensalltag, seiner gesellschaftlichen und religiösen Bedeutungen und Funktionen.</p> <p>Ruediger John stellt diese Bedeutungsfelder zueinander in Beziehung. Eine andere Sicht auf Objekte aus Freizeit und Hobby, in formal tradierter Anordnung und Präsentation des Kultischen und Religiösen, fördert die kontemplative Betrachtung und Selbstreflexion.</p> <p>Grundlage der Arbeit, die Ruediger John für diese Ausstellung erstellt hat, bilden drei Modelleisenbahn-Fertiggelände aus tiefgezogenem Kunststoff, wie sie im Fachhandel direkt beziehbar sind »für Personen, denen es handwerklich oder aus anderen Gründen zu mühselig ist, sich ihre Modellwelt selbst zu erbauen«. In diese archetypisierte Landschaft, welche diverse topographische Erscheinungsformen, wie »einsame Bergwelt«, »Bach mit Mühle«, »See und Strandbad« vorhält, damit sie mit entsprechenden Details »liebevoll, als eine Möblierung von Welt, ausstaffiert« werden können, ist ein vorgefertigtes Schienennetz komprimiert integriert - »selbstverständlich mit Erweiterungsmöglichkeiten über Anbauplatten«. Kurzum, in dieser idealtypischen Welt kann sich jeder Hobby-Eisenbahner als privater Schöpfer Arkadiens ausleben.</p> <p>Gleichwohl birgt diese »spielerisch, und häufig mit Manie, Akribie und als Kult ausgelebte Verantwortung innerhalb des vorgegeben Rahmens« auch die Aufgabe der subjektiven, bewußten oder unbewußten Auseinandersetzung mit der eigenen Idee von Welt und Gesellschaft, dem persönlichen Weltbild.</p> <p><img src="substructure-world01.jpg" alt="Substruktur einer idealtypischen Welt / substructure of an idealtypical world" title="Substruktur einer idealtypischen Welt / substructure of an idealtypical world" /><br /> fig. 1 Ausstellungsansicht Substrukur einer idealtypischen Welt</p> <p><img src="substructure-world01.jpg" alt="Substruktur einer idealtypischen Welt / substructure of an idealtypical world" title="Substruktur einer idealtypischen Welt / substructure of an idealtypical world" /><br /> fig. 2 Ausstellungsansicht Substrukur einer idealtypischen Welt</p> <p>Ruediger John benutzt einfach diese fertigen Elemente indem er deren rückseitige Negativform mit Versteifungen und Hilfsstrukturen, also die offenbare Konstruktion dieser, im ursprünglichen Wortsinne, oberflächlichen Weltscheibe als Bild umdeutet, in die Vertikale kippt, und mit der Perspektive zugleich Bedeutungen verschiebt. Die »Anhöhen« werden mittels Rahmenelement zu umschlossenen Volumina, die Oberfläche bleibt dabei als Negativ wie in Originalanordnung intakt, Einblicke sind lediglich durch vorhandene Ausbrüche der Eisenbahntunnels möglich.</p> <p><img src="substructure-world03.jpg" alt="Substruktur einer idealtypischen Welt / substructure of an idealtypical world" title="Substruktur einer idealtypischen Welt / substructure of an idealtypical world" /><br /> fig. 3 Ausschnitt Substrukur einer idealtypischen Welt</p> <p>Die klassische Anordnung, dem religiösen und kultischen, altarhaften entnommen, als Triptychon bildet den Verweis zu onthologisch orientierten Glaubenswelten und Weltmodellen, gleich ob sich dem Betrachter ein »heiliger Schauer« oder Unbehagen im Stehen und Sitzen vor der Wandinstallation überkommt oder sich Erinnerungen aus Hobby-Bastlertagen und Erlebnisse aus Sonntagsspaziergängen verschränken.«</p> <p><img src="substructure-world04.jpg" alt="Substruktur einer idealtypischen Welt / substructure of an idealtypical world" title="Substruktur einer idealtypischen Welt / substructure of an idealtypical world" /><br /> fig. 4 Detailansichten Substrukur einer idealtypischen Welt</p> <p>»...ganz wie am Busen des Todes«, Ausstellung in der Galerie Peripherie 2001 »Zentralorgan 5«, Dokumentation, 2002</p>
2001-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/substructure-world.html https://artrelated.net/ruediger_john/substructure-world.html
Rekonstruktion (recreation)
<p><img src="reconstruction02.jpg" alt="Rekonstruktion / reconstruction (recreation)" title="Rekonstruktion / reconstruction (recreation)" /></p> <p><img src="reconstruction03.jpg" alt="Rekonstruktion / reconstruction (recreation)" title="Rekonstruktion / reconstruction (recreation)" /></p> <p>Die bei Ladenschluß eines Straßencafés gestapelten Stühle wurden fotografisch dokumentiert und an einem der darauf folgenden Tage - zur gleichen Tageszeit identisch rekonstruiert. Die Bilder lassen keine Unterscheidung zwischen den beiden absichtsvollen Handlungen (der geschäftsmäßigen Routine, wie der künstlerischen Intervention) und deren Ergebnisse zu.</p>
2001-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/reconstruction.html https://artrelated.net/ruediger_john/reconstruction.html
preparation of an exhibition
<p><img src="preparation-exhibition01.jpg" alt="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" title="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" /></p> <p><img src="preparation-exhibition02.jpg" alt="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" title="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" /></p> <p><img src="preparation-exhibition03.jpg" alt="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" title="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" /></p> <p><img src="preparation-exhibition04.jpg" alt="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" title="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" /></p> <p><img src="preparation-exhibition05.jpg" alt="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" title="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" /></p> <p><img src="preparation-exhibition06.jpg" alt="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" title="preparation of an exhibition / Vorbereitung einer Ausstellung" /></p> <p>»With a presentation of images and sculptures (objects) inevitably their inherent utopia is being relativized by the surrounding exhibition space. What now, if not the very same items make the focus of observation (by the artist, as well as the recipient), but the reflection on the preceeding process, the preparation of an exhibition. [...]</p> <p>By this accentuation of the planning, the examination of variations along with the given circumstances obtain a new significance; the objects and their arrangements become variables of a show; the situation (place) a constant of cognition.«</p> <p>Ruediger John uses the simplest means to »visualize« in his site installation »what basically is already existent«.</p> <p>»The constructs light and time illustrate space and with that the in aesthetics formalized perception of correlated arrangements (measure, surface, proportion, distribution, method). [...]</p> <p>The projection of varying graphic representations structures and textures the surrounding scene and creates within the milieu (exhibition) an ambience. With its depiction eventually: Presentation as a theme/motive of itself.</p> <p>Within that, exhibition resp. exhibiting is being perceived not simply as a phenomenon but rather a process of consecutive decisions (selectioning) referring to the architectonic circumstances as a semiologic reflex.</p> <p>The transient institutionalized planning state replaces the completion in time for the vernissage (opening reception); with its chronology and the accompaniment of its technical background noise the installation is being supplemented on celebrative elements (staging), whereas noise or sound is being used in analogy to color, as an emotionally perceived information (dramaturgy) in addition to the quasi rational drawing (line, definition of surface and form). [...]</p> <p>With that the impression of the fiction of incident is intensified; ultimately presentation deconstructs itself by means of an iterative momentum and represents in its incident an ornament within the cartesian system of coordinates.«</p> <p>»Vorbereitung einer Ausstellung / preparation of an exhibition«, Ausstellung in der Galerie peripherie 2001 »Zentralorgan 5«, 2002</p>
2001-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/preparation-exhibition.html https://artrelated.net/ruediger_john/preparation-exhibition.html
Klima 43
<p><img src="klima4305.jpg" alt="Klima 43" title="Klima 43" /></p> <p><img src="klima4304.jpg" alt="Klima 43" title="Klima 43" /></p> <p><img src="klima4302.jpg" alt="Klima 43" title="Klima 43" /></p> <p><img src="klima4301.jpg" alt="Klima 43" title="Klima 43" /></p> <p><img src="klima4303.jpg" alt="Klima 43" title="Klima 43" /></p> <p>Im Stadtbereich und zur Akademie pendelnde Stadtbusse bilden den Rahmen der Arbeiten als Platform für szenische Skizzen, filmische und fotografische Darstellungen, Objekte und Installationen. Die Form eines nahezu entfunktionalisierten Shuttleservice, der sich jedoch mit festen Routen, Haltestellen und Fahrtzeiten bewußt der Erwartungshaltung an solche Zubringerdienste bedient, diese jedoch im Sinne der künstlerischen Arbeiten umdeutet und umwertet, wird somit Ausstellungs- und Handlungsort.</p> <p>Die Arbeiten im Innenraum der Fahrzeuge und unterwegs auf der Fahrtroute bilden als Verkehrssystem ein Netzwerk, das die Begriffe um Stadt(-bezirke), (Veranstaltungs-)Orte, Innen-/Außenraum, Ausstellung, Bild/Bewegung, Mobilität als Ereigniszonen differenzierter Klimata bespielt.</p> <p>Fahrten können als Stadtrundfahrten verstanden werden, deren Ereignisse und Irritationen als Simulationen ihrer selbst, als Simulation von Alltagshandlung in bewegtem Raum inszeniert werden.</p> <p>Within the city and to the academy commuting city buses constitute the frame for works as a platform for scenic sketches, photographic and time based presentations, objects and installations. The situation of an almost dysfunctionalised shuttle service using the viewers expectation of routes, stops and timetables but reinterpreting and converting it in the sense of the artists works thus becomes a place/space of exhibition and action.<br /> This traffic system represents a network which performs on the terms of city, places, inner and outer space, exhibition, image and motion and mobility as occurrences of differentiated climates.<br /> Bus rides can be understood as city tours whose incidents and irritations are performed as simulations of itself, as simulations of everyday situations in a moved space.</p> <p>Teilnehmende:<br /> Katrin Freitag, Ilka Götz, Rudolf Kosow, Linda Krohmer, Stefan Kunze, Katrin Menzel, Simona Stark, Katrin Ströbel, Maike Weber, Silke Willrett</p>
2001-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/klima43.html https://artrelated.net/ruediger_john/klima43.html
Die Doppeltür - ein Blumenfest
<p><img src="doppeltuer-vorbereitung09.jpg" alt="Die Doppeltür - ein Blumenfest" title="Die Doppeltür - ein Blumenfest" /></p> <p><img src="doppeltuer-probe08.jpg" alt="Die Doppeltür - ein Blumenfest" title="Die Doppeltür - ein Blumenfest" /></p> <p><img src="doppeltuer-probe07.jpg" alt="Die Doppeltür - ein Blumenfest" title="Die Doppeltür - ein Blumenfest" /></p> <p>Teilnehmende:<br /> Monna Mahmud, Frank Siegle, Petra Pejsek, Carmela Farina, Miriam Rieker, Diana Huck, Verena Bitsching, Boris Feesenmayr, Karin Schäfer, Jochen Wilms, Evelyn Heinze, Stefanie Glaser, Ute Rittler, Susanne Meister, Melanie Jakel, Winfried Engster, Clemens Haag</p>
2001-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/klima.html https://artrelated.net/ruediger_john/klima.html
you touch me in the night
<p><img src="settings-stage01.jpg" alt="settings (stage)" title="settings (stage)" /></p> <p><img src="settings-stage02.jpg" alt="settings (stage)" title="settings (stage)" /></p> <p><img src="settings-stage03.jpg" alt="settings (stage)" title="settings (stage)" /></p> <p><img src="settings-stage04.jpg" alt="settings (stage)" title="settings (stage)" /></p> <p><img src="settings-stage05.jpg" alt="settings (stage)" title="settings (stage)" /></p> <p><img src="settings-stage06.jpg" alt="settings (stage)" title="settings (stage)" /></p> <h4>Du berührst mich in der Nacht.</h4> <p>Wenn die Bedeutung dieses Satzes außerhalb des Definitionshorizontes allseits erduldeter Liedtexte und deren Trabanten, dem Mitbringsel-, Mädchen-Teenage-Poster-, Sammelkastenausstattungs- und anderer Herz-Schmerzfabrikationen, diese jedoch einschließend, zu sehen ist, stellt sich unweigerlich die Frage nach dem Umgang mit dieser Phrase.</p> <p>(1) Bezeichnet die Nacht nur die Abwesenheit von Lichtquelle und, zur Wahrnehmung von Licht unersetzbarem, Objekt oder von einem Moment der Konzentration auf nicht-visuelle Sinne, den Tastsinn, und dies aus der Passivität des Ausgeliefertseins der betroffenen Person? Findet diese Berührung oder Kommunikation wirklich statt, oder ist sie eher die selbstsuggestive Halluzination als Abendprogramm des unterbeschäftigten Kleinhirnes? Eine Situation gesteigerter Sensibilität oder ganz einfach ein Déja-vue alltäglicher Gedankenspaziergänge?</p> <p>(2) Könnte dies etwa als ein Eureka des Betrachters der darzubietenden Künste sein, der sich, ringend in geistloser Umnachtung, des Erkentnisgehaltes dieser Situation und damit der Bedeutung künstlerischen Handelns bewußt wird - dies aber betrachtet vor dem delikaten Fakt, daß eben die erleuchtungbringende Gilde selbst dies ihm durch den Titel in den Mund gelegt hat um, ich unterstelle weiter, die Behauptung lehrender oder gar messianischer Fähigkeiten zu manifestieren?</p> <p>(3) Im Moment der Unterbrechung wird die singuläre Kontaktaufnahme erst wahrgenommen und bedeutsam. Könnte man behaupten. Aber welche Konsequenz hätte diese Behauptung?</p> <p>(4) Beschreibt der Vorgang einen Moment der Reflexion oder der Ekstase - was ist dessen Inhalt und ist es etwa Aufgabe der kunstbegeisterten Akteure diesen ausgestalterisch zu inszenieren, statt ihn an und mit sich zu erfahren? Ist der Titel eine Vorbereitung der Konsumenten oder ein Axiom als Resultat der Reflexion?</p> <p>(5) Beständig ist um uns Nacht. Nur so kann das Feuer des Bildschirmes bewegte Schatten an Zimmerwände und Einrichtungsgegenstände unserer Höhlenbehausung werfen.</p> <p>New York City, 1999</p> <p>Teilnehmende:<br /> Sabine Grimm, Tobias Wedler, Barbara Koppert, Hartmut Frank, Pia Weber, Robert Endredi, Ingo Juergens, Ulrike Neher, Katja Tittmann, Nicole Bianchet, Dagmar Frommer, Michael Kraus, Annette Krauss, Jörg Buchmann, Marion Maier, Sonja Geiger, Esther Toronszky, Ilka Götz, Markus Hallstein, Ragani Haas, Ellen Semen, Martin Schmid, Sebastian Georgi, Annette Hermann, Andrea Schwarz, Diethart Verleger, Daniela Zimmermann</p>
2000-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/touch-me-in-the-night.html https://artrelated.net/ruediger_john/touch-me-in-the-night.html
projection location simulation
<p>Eine dreiteilige in-situ Diaprojektion computergenerierter Bilder auf die Einfassungsmauer des Burgplatzes in der Schillerstadt Marbach/Neckar.</p> <p>Der Burgplatz ist zentralgelegener öffentlicher Begegnungs- und Festort sowie Durchgangsweg in der Altstadt in Marbach, eingefaßt durch die restaurierte ehemalige Wehrmauer der Stadt. In diesem Umfeld hat Ruediger John seine auf den Ort bezogene künstlerische Arbeit konzipiert, die aus drei voneinander zeitlich unabhängigen, aber aufeinander abgestimmten Diaprojektionen als zeitgesteuerte Endlosschleifen besteht.</p> <p>Die, ähnlich einer Situationistischen und Konkreten Kunst erstellten Bilder nehmen Bezug auf den Raum, die Präsentationsform sowie die Darstellungstechnik, indem sie die stilistischen Mittel Linie, Raster, Fläche des Platzes, dessen Architektonik und Perspektive, aber auch der schriftlichen Definition der Arbeit selbst als typografische Skizzen einsetzen.</p> <p>Die computergenerierten Zeichnungen lassen auf der strukturierten Einfassungsmauer durch Beleuchtung, ohne den Einsatz von farbigen oder fotografischen Elementen, in Stop-Motion Technik Chronologien entstehen, die im wechselnden zeitlichen Versatz zueinander in drei waagerecht angeordneten Abbildungsflächen eine Bühnenbildsituation mit dramaturgischem Moment bilden, in das der Betrachter in selbstgewählten Abstand eintreten kann. </p> <p>Bewußt wählt der Künstler serialisierte Einzelbilder und deren Projektion als Diapositive mit einhergehender Geräuschkulisse. So werden, gleich einer Bildergalerie, Zustände der Betrachtung und Raumerfahrung assoziiert; dies mit beginnender Dunkelheit, also dem Moment da der visuelle Primäreindruck des Ortes sich grundlegend ändert und erhöhte Abstraktionsfähigkeit und räumliches Vorstellungsvermögen fordert. </p> <p>Die Arbeit im öffentlichen Raum, ohne zusätzlichen Hinweis vor Ort installiert, konfrontiert die Passanten und Betrachter mit Kunst, ohne daß diese auf eine solche Erfahrung konditioniert sind - anders als bspw. in einer Vernissage-Situation. So unterscheiden sich Wahrnehmung und Reaktion auf die Präsentation.</p> <p>Die mittige Bildfolge läßt den Platz als illustrierte, zentralperspektivische Konstruktion entstehen, um dann die Stelle, an der die Bildfolge zu sehen ist zu fokussieren. Eine weitere Bildfolge simuliert den Projektionsvorgang selbst, indem sie eine gerasterte, schrittweise aufhellende Fläche im bekannten Format der Diapositive darstellt, um diese dann als eine Ebene in imaginärem Raum, und damit als Objekt, umzudefinieren. Zugleich stellt deren Textur Assoziationen zu Objekten und Strukturen des Platzes her. Die dritte Bildfolge beschreibt in serifenloser, ausschnittweise erscheinender Schrift den Titel und gleichzeitig die Verbaldefinition des Inhaltes und den Selbstbezug der Arbeit, Ausstellungsform und Ort.</p>
2000-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/projection-simulation.html https://artrelated.net/ruediger_john/projection-simulation.html
Publikation: Die Akademie ist keine Akademie
<h4>›Die Akademie ist keine Akademie‹</h4> <p>Andreas Bär, Ruediger John (Hgg.),<br /> u.a. mit Ute Meta Bauer, Jean-Baptiste Joly, Beat Wyss<br /> [sic!] Verlag für kritische Ästhetik, Baden-Baden, 1999</p> <h5>Verlagstext:</h5> <p>Eine kritische Betrachtung der Rolle der Künstler, Akademien und Kunsthochschulen, ihrer Auswirkung auf Kunst und Kunstmarkt, aber auch ihrer Abhängigkeit in Staat und Gesellschaft</p> <p>Eine Momentaufnahme der Entwicklung und des Selbstverständnisses der Akademien und deren Verantwortungsträger, des Zustandes der Kunstausbildung zu zeigen, zur Diskussion zu stellen und deren Funktion in Kunstsystem, Politik und Gesellschaft zu erörtern war Idee und Inhalt des Kolloquiums, dessen redaktionell bearbeitete Dokumentation, um Textbeiträge weiterer Autoren ergänzt, hier als Recherchequelle vorliegt. Personen, die sich auf verschiedene Weise in ihrer Tätigkeit in Kunst und Kultur mit Ausbildung, Akademien und Kunsthochschulen befassen, wurden eingeladen, in einem Kurzvortrag persönlich Stellung zu beziehen um in der Diskussion eine möglicherweise vorhandene Krise der Akademien und Auswege aus dieser zu erörtern.</p> <h5>Mit Beiträgen von:</h5> <p>Ute Meta Bauer, Stephan Dillemuth, Paul Uwe Dreyer, Jean-Baptiste Joly, Harry Walter, Beat Wyss, Holger Kube Ventura, Iris Dressler, Hans Dieter Christ, René Straub, Andreas Weber, Andreas Bär, Ruediger John</p> <h5>Rezensionen:</h5> <p>Die Akademie ist keine Akademie ist eine .... ... Die Bedienung der CD ist erfreulich einfach, so dass die Lust sich mit dem Thema auseinanderzusetzen nicht durch aufwendiges Suchen verdorben wird. Die klare Gliederung der Menueleiste und der gesamten Grafik machen auch dem Dilettanten die Benutzung möglich und angenehm ... In Nebensätzen oder unter der vorauseilenden Entschuldigung, dass nun etwas Anekdotisches folge, werden Negativerlebnisse der eigenen Hochschulerfahrungen preisgegeben. ...Die Forderung das Genie durch den Dilettanten zu ersetzen greift in seiner eigenen Widersprüchlichkeit ebenso zu kurz wie der Wunsch nach noch weiter zurückliegenden Modellen. ... gerade deswegen sind die Nebensätze wichtig. Die Möglichkeit auch diese Äusserungen zu hören, relativiert zuvor Gesagtes oder Geschriebenes ... Das Kolloquium hat dies wieder einmal bewiesen. Die Auseinandersetzung mit dem Thema lebt zu einem Teil von der Unauflösbarkeit des Problems... -- Kunst&amp;Kultur 9/99, Stefan Schulz</p> <p>Haben Akademien Zukunft? ... Keiner der Referenten wollte auf die Akademie verzichten, aber alle waren sich der paradoxen Situation bewußt, daß, so Joly, Lehrende und Lernende einer Institution angehören, an die sie nicht mehr glauben. Einigkeit herrschte auch darüber, daß die staatlichen Akademien über verfügen, diese aber zu wenig nutzen. Ute Meta Bauer plädierte für eine Lehre, die dem Studierenden hilft, , wie ihn die Avantgarden, allen voran das Bauhaus als zu instrumentalisieren. -- Stuttgarter Zeitung, 19.11.98, Gabriele Hoffmann</p> <p>Künstlerausbildung heute: ohne Leitbild? ... Ohne Umschweife gesagt: Nur die drittgenannte Publikation thematisiert das Problemfeld in zeitgemäßer Weise und in kritischer Außenperspektive. Die beiden erstgenannten Publikationen sind zu eng dem mehr oder weniger nachsichtigen Selbstbild der fraglichen Institutionen verpflichtet: ... Die CD-ROM von Andreas Bär und Rüdiger John gibt in Text, Bild und Klang Beiträge eines von den Herausgebern veranstalteten Symposiums zur Rolle der Akademien und Kunsthochschulen wieder. ... die Bemühung der Beteiligten, zu einem vertieften kritischen Gespräch zu kommen. Bedenkenswerterweise wird die Frage nach den heutigen Kunstakademien an einigen Stellen zurückgelenkt auf den alten Begriff der Akademie, der in seiner utopischen Sprengkraft wieder entdeckt wird. ... Im Umkreis solcher Fragen wird jedenfalls spürbar, dass die Frage nach der heute mehr ist als eine bloße Frage nach institutionellen Reformen: ... -- Kunst+Unterricht Heft 253, 2001, Hubert Sowa</p> <p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3933809258/sicverlfurkri-21">Die Akademie ist keine Akademie</a></p>
1999-07-15 https://artrelated.net/ruediger_john/memo-die-akademie-ist-keine-akademie.html https://artrelated.net/ruediger_john/memo-die-akademie-ist-keine-akademie.html
Ereignis Nachahmung Hindernis
<p><img src="occurrence-simulation01.jpg" alt="Ereignis Nachahmung Hindernis / occurrence simulation obstruction" title="Ereignis Nachahmung Hindernis / occurrence simulation obstruction" /></p> <p><img src="occurrence-simulation03.jpg" alt="Ereignis Nachahmung Hindernis / occurrence simulation obstruction" title="Ereignis Nachahmung Hindernis / occurrence simulation obstruction" /></p> <p>Ein verdunkelter Raum, Bestuhlung vor einer Leinwand mit Video-Aufsichtprojektion, das Publikum sitzt mit Blick zur Leinwand, hinter ihm oder inmitten ihr befindet sich die Video- und Projektionstechnik. Rechts der Leinwand befinden sich Monitore, auf die von zwei Kameraleuten Livebilder des Publikums, Autors und Technikers übertragen werden (Kamera 1: Totale, Autor und Leinwand; Kamera 2: Publikum und Techniker). Es existiert keine erhöhte Bühne; Publikum, Leinwand, Monitore und Akteure befinden sich auf einer Ebene.</p> <p>Video läuft ab: Auf der Leinwand sieht man ein übliches Projektor Initialisierungsbild, dann Projektor Testbild, schnelles Flackern zwischen Bildrauschen und Schwarz, schwarzes Bild und wieder Projektor Testbild.</p> <p>Kurze Pause, dann:</p> <p>Techniker: (von rückwärts aus der Technik, mit den Gerätschaften befaßt) da funktioniert irgend’was nicht, Moment mal.</p> <p>Auf der Leinwand: Bildrauschen</p> <p>Autor: (zögernd vortretend und unsicher zum Publikum) Ja eigentlich sollte...geht's jetzt?...o.k....nein doch nicht. Ja eigentlich, eigentlich sollte hier jetzt das Video laufen...</p> <p>Techniker: (unterbrechend) So, jetzt.</p> <p>Auf der Leinwand: Projektor Testbild</p> <p>Autor: Ah, gut. (kurze Pause) Nein, da kommt nichts.</p> <p>Techniker: Beginnt das am Anfang der Kassette, dann spule ich nochmal zurück.</p> <p>Autor: (über das Publikum hinweg zu Techniker) Ja...ja, vielleicht eine Sekunde...davor... (zum Publikum) Ich hoffe mal, daß das technische Problem schnell...</p> <p>Techniker: Bist du sicher, daß das die richtige Kassette...</p> <p>Auf der Leinwand: Bildrauschen</p> <p>Autor: (zur Leinwand drehend) Ah, jetzt müßte es...nein...doch, jetzt läuft’s, oder?</p> <p>Auf der Leinwand: Projektor Testbild, schwarzes Bild. Pause, dann Bildrauschen</p> <p>Techniker: Nein, noch nicht. Wie fängt’s denn an?</p> <p>Autor: (zu Techniker) Nein immernoch nicht, auch kein Ton. Ist das am Video-B Ausgang gesteckt, der Projektor läuft zumindest, soweit man sehen kann.</p> <p>Techniker: Vielleicht wieder das S-Video-Kabel, Moment ich probiere nochmal was...sag' halt solange was dazu.</p> <p>Auf der Leinwand: Projektor Testbild</p> <p>Autor: Vielleicht der Video-B Ausgang. Das muß über den Video-B Ausgang gehen, sonst kommt kein Bild.</p> <p>Techniker: Ich nehme mal das VHS-Signal, das reicht auch.</p> <p>Auf der Leinwand: schwarzes Bild</p> <p>Autor: (zu Publikum) Ja, hmm, ja. Was soll ich...also eigentlich, also in meinem Film mit Performance ist...</p> <p>Auf der Leinwand: Projektor Testbild</p> <p>Autor: (dreht sich zur Leinwand um) Halt jetzt geht's, oder? Nee, (zu Techniker) vielleicht ist der falsche Eingang am Projektor gesteckt?</p> <p>Techniker: (genervt) Laß' mich mal machen, vorhin hat's noch funktioniert, (leiser) scheiß...</p> <p>Auf der Leinwand: Bildrauschen</p> <p>Autor: (zu Publikum) Also,...</p> <p>Auf der Leinwand: Projektor Testbild</p> <p>Techniker: Kann mir mal jemand das Kabel vom zweiten Recorder holen.</p> <p>Autor: (zu Publikum) Das liegt auf der Empore. Neben dem Audiopult.</p> <p>Auf der Leinwand: schwarzes Bild</p> <p>Autor: (zu Publikum, dabei einige Kopien zeigend und später verteilend) Also, ich, ich. Mit dem Titel...Ereignis Nachahmung Hindernis...habe ich hier dieses Drehbuch, auf dem diese Handlung basiert, geschrieben und...</p> <p>Auf der Leinwand: Projektor Testbild</p> <p>Techniker: Hast du noch eine VHS-Kopie davon? Wir müssen das andere Gerät nehmen, irgend’was tut da nicht.</p> <p>Autor: (geht auf den Techniker zu) Nein nur die DV-Version, Mini-DV und...nein sonst keine. Ist der Recorder defekt?</p> <p>Techniker: (sehr genervt) Kann nich' sein, da hat nur jemand dran rumgespielt, sonst müssen wir eben den anderen holen...</p> <p>Auf der Leinwand: Bildrauschen</p> <p>Autor: (zu Techniker, einige Schritte durch das Publikum auf ihn zutretend) Tut mir leid...O.k. ich halte die noch etwas hin und dann klappt das...vielleicht.</p> <p>Auf der Leinwand: schwarzes Bild</p> <p>Autor: (zurück zum Publikum) Ja dann sage ich noch etwas zu meinem Film mit Performance, und zwar simulieren diese die Situation eines...</p> <p>Auf der Leinwand: Projektor Testbild</p> <p>Techniker: Einen Moment noch...</p> <p>Auf der Leinwand: schwarzes Bild</p> <p>Autor: ...ja, ähm, und auf diesen Monitoren rechts...dokumentieren die Rezeption, die...</p> <p>Auf der Leinwand: Projektor Testbild</p> <p>Techniker: Also wir haben's jetzt und versuchen mal den Film zum Laufen zu kriegen...</p> <p>Autor: (zu Techniker) Ah, gut...kann ich euch ‘was helfen?</p> <p>Techniker: Laß' mal wir machen das schon. Ich spule jetzt nochmal zurück und dann von Anfang an.</p> <p>Auf der Leinwand: Bildrauschen</p> <p>Autor: (zu Publikum) Hmm, vielleicht, gut...ah, jetzt.</p> <p>Auf der Leinwand: Endetafel und als Abspann der Dialogtext, wie eine Personenauflistung gestaltet, laufen durch.</p> <p>Autor: (währenddessen zu Publikum, dann ab und Saallicht blendet auf) Herzlichen Dank.</p>
1999-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/occurrence-simulation-obs.html https://artrelated.net/ruediger_john/occurrence-simulation-obs.html
Zehn Versuche über die Tautologie - Auditive Annäherung an ein intrinsisches Merkmal des Handelns
<h5>TONPROBE</h5> <p>Stellen wir uns vor, die Tautologie existiere nur hinter den Kulissen der Existenzen, (wobei uns die Bedeutung und damit wohlweislich zweifache Verwendung des Wortes ›Existenz‹ bewußt sei, dies ebenso unter der Prämisse der implikativ-iterativen Erkenntnis des Bewußtseins); stellen wir uns also vor, die Tautologie existiere nur hinter den Kulissen der Existenzen, so liegt es nahe, einen zum Scheitern verurteilten Versuch, einen Blick dahinter werfen zu wollen, anzustrengen, oder, präziser ausgedrückt, ein Schauspiel hinter den Kulissen zu veranstalten. Hierzu folgender kurzer Mitschnitt.</p> <audio src="01_Tonprobe.mp3" controls preload></audio> <h5>DAS SUBVERSIVE ELEMENT DER BILDER</h5> <p>Wir sollten erkennen, daß Subversivität immer subversiv ist, das heißt, wir sollten erkennen, daß das Erkennen dieser in vivo diese ausschließt und wir uns aus der, im übrigen in allen Dingen bestehenden Haft von einem Bruchteil einer Sekunde Dauer, nur durch Reflexion befreien könnten, in der wir uns ja ohnehin faktisch schon befinden.</p> <audio src="02_Das-subversive-Element-der-Bilder.mp3" controls preload></audio> <h5>GESPRÄCHE MALLORCA</h5> <p>Nachfolgende Gespräche sollten mit höchster Aufmerksamkeit verfolgt werden, da es sich hierbei um eine versteckte Andeutung der Tautologie (im erweiterten, bzw. gesteigerten Sinne) handelt. Es stellt sich die Frage der Subversivität als Antithese der Tautologie, oder begriffsethymologisch betrachtet eher der Tautologie als Antithese der Subversivität.</p> <audio src="03_Gespraeche-Malllorca.mp3" controls preload></audio> <h5>RHYTHMUS ACAPELLA</h5> <p>Das Spannungsverhältnis zwischen ›Bedeutung‹ und ›Tautologie‹, das gegenseitige Ausschließen und Bedingen dieser, können wir, vereinfachend dargestellt, an folgender Sequenz untersuchen. Schließt die Bedeutungsfindung einer Situation, eines Objektes oder eines anderen Sinneseindruckes durch den Betrachter, oder besser, Rezipienten, die Tautologie aus, oder gibt es ihm Mittel der Spezifizierung dieser an die Hand?</p> <audio src="04_Rhythmus-Acapella.mp3" controls preload></audio> <h5>THE PURPOSE OF A COUNTDOWN</h5> <p>Der Countdown mißt rückwärtszählend die Zeitspanne der Existenz einer Erwartung und weist damit auf ein Ende hin. Über folgende Faktoren sollten wir uns, wenn auch nicht unbedingt abschließend urteilend, so doch Gedanken machen: Zielsetzung, Zeitbedingung, Takt und Rhythmus, Startdefinition, Endedefinition, Symbolanwendung, Aktion und Akteur und Rezipient. Ist der Countdown ein Mittel gegen die Tautologie oder doch nur Droge und damit Suggestion?</p> <audio src="05_The-Purpose-Of-A-Countdown.mp3" controls preload></audio> <h5>RADIO GERAUSCHEN</h5> <p>Folgend ein, sozusagen, klassisches Beispiel zur Verdeutlichung der Tautologie, das sich jedoch bei näherer Betrachtung ebenso als bestes Beispiel zur Verdeutlichung der Nicht-Tautologie verwenden ließe, also als Beweis unbrauchbar und als Indiz nur bedingt nutzbar ist. Der Begriff der Nicht-Tautologie ist in diesem Zusammenhang bewußt gewählt, um weiterhin eine sachliche Untersuchung führen zu können, das heißt eigentlich ›zu können wollen‹.</p> <audio src="06_Radio-Gerauschen.mp3" controls preload></audio> <h5>BEHOLD AND TRY</h5> <p>Hier die Frage und Erinnerung an die Tautologie der Wahrnehmung, die Tautologie im Prozess.</p> <audio src="07_Behold-And-Try.mp3" controls preload></audio> <h5>GEDANKENSÄTZE</h5> <p>Die Differenz der privaten und der öffentlichen Rezeption, letztere sich wieder in private und öffentliche aufspaltend, ist offenbar und sei hier nur in einer notwendigerweise subjektivierten Möglichkeit präsentiert.</p> <audio src="08_Gedankensaetze.mp3" controls preload></audio> <h5>BESTÄTIGUNG DES ALLTAGS</h5> <p>Der These des antithetischen Verhältnisses von ›Tautologie‹ und ›Subversivität‹ wollen wir hiermit widersprechen um es damit zu bestätigen. Ein Verhältnis dieser Bedeutungsbereiche ist nachweisbar und tautologisch.</p> <audio src="09_Bestaetigung-des-Alltags.mp3" controls preload></audio> <h5>END OF TAPE</h5> <p>Nachfolgenden Beitrag könnte man als Versuch verstehen, das tautologische Moment der Tautologie, ihre Subversivität der Nichtexistenz und antithetische Bedingung der Existenz zur möglicherweise illusionhaften Nicht-Tautologie zu beweisen.</p> <audio src="10_End-Of-Tape.mp3" controls preload></audio> <p>Freies Radio für Stuttgart 1997</p>
1997-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/tautologie.html https://artrelated.net/ruediger_john/tautologie.html
assimilate
<p>A selection of music - released on the CD »assimilate« and played among others on the Independent Radio for Stuttgart (Freies Radio für Stuttgart).</p> <p>With a very limited set of sound samples a range of different musical styles and schemes was created in an assimilative approach. Using filter-based methods to vary the raw samples according to style specific patterns of electronic music the intention was not primarily to compose complete songs but to assemble a stereotype of a style.</p> <h5>No. Two</h5> <audio src="assimilate-notwo.mp3" controls preload></audio> <h5>No. Five</h5> <audio src="assimilate-nofive.mp3" controls preload></audio> <h5>No. Seven</h5> <audio src="assimilate-noseven.mp3" controls preload></audio> <h5>No. Eight</h5> <audio src="assimilate-noeight.mp3" controls preload></audio>
1997-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/assimilate.html https://artrelated.net/ruediger_john/assimilate.html
to benches (recreation)
<p><img src="to-benches01.jpg" alt="to benches (recreation)" title="to benches (recreation)" /><br /> fig. 1 to benches (recreation) - NYC</p> <p><img src="to-benches02.jpg" alt="to benches (recreation)" title="to benches (recreation)" /><br /> fig. 2 to benches (recreation) - NYC</p> <p><img src="to-benches03.jpg" alt="to benches (recreation)" title="to benches (recreation)" /><br /> fig. 3 to benches (recreation) - NYC</p> <p><img src="to-benches04.jpg" alt="to benches (recreation)" title="to benches (recreation)" /><br /> fig. 4 to benches (recreation) - NYC</p> <p>Im öffentlichen Raum in Großstädten, insbesondere auch in New York City, sind weite Bereiche vor den Gebäuden private Grundstücke und der Aufenthalt, der Verbleib im Sitzen, streng geregelt und meist untersagt. Zugleich findet man an vielen Stellen Absperreinrichtungen der Polizei für den spontanen Einsatz zur weiteren Beschränkung bzw. Kanalisierung der Bewegungsfreiheit. In einer Aktion werden aus diesen Absperrungen Bänke improvisiert hergestellt.</p>
1996-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/to-benches.html https://artrelated.net/ruediger_john/to-benches.html
iconic sketches
<p><img src="iconic-sketches04.jpg" alt="iconic sketches" title="iconic sketches" /><br /> fig. 1 iconic sketches - Detail - NYC</p> <p><img src="iconic-sketches05.jpg" alt="iconic sketches" title="iconic sketches" /><br /> fig. 2 iconic sketches - Detail - NYC</p> <p><img src="iconic-sketches06.jpg" alt="iconic sketches" title="iconic sketches" /><br /> fig. 3 iconic sketches - Detail - S</p> <p><img src="iconic-sketches07.jpg" alt="iconic sketches" title="iconic sketches" /><br /> fig. 4 iconic sketches - Detail - NYC</p> <p><img src="iconic-sketches02.jpg" alt="iconic sketches" title="iconic sketches" /><br /> fig. 5 iconic sketches - Aktion NYC</p> <p>»Ich imitiere die Ikonographie von Markierungen einer geplanten Baustelle auf dem Broadway in Höhe der 55th Straße in New York City, indem ich, ebenfalls eine der typischen Kennzeichnungsfarben benutzend, den bereits durch das Original okkupierten Raum mit dessen Imitation überlagere. Die Funktion der Kennzeichnung wird verfälscht, aufgehoben und in ein neues Begriffsfeld gerückt.«</p> <p>Ausgeführt u.a. in New York City, Chicago, Basel, Baden-Baden, Stuttgart</p>
1995-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/iconic-sketches.html https://artrelated.net/ruediger_john/iconic-sketches.html
Halo 60 x 90
<p><img src="halo609001.jpg" alt="Halo 60 x 90" title="Halo 60 x 90" /><br /> fig. 1 Halo 60x90</p> <p>»In diesem Atelier, das jahrzehntelang von Malern benutzt wurde, sprühe ich ein invertiertes Abbild eines 60x90 Keilrahmens auf den farbbefleckten Boden.«</p>
1994-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/halo60x90.html https://artrelated.net/ruediger_john/halo60x90.html
Teppich Pflanze Stuhl - Aktion
<p><img src="teppich-pflanze-stuhl01.jpg" alt="Teppich Pflanze Stuhl" title="Teppich Pflanze Stuhl" /><br /> fig. 1 Aktion Teppich Pflanze Stuhl</p> <p>»Ich hatte eine Performance angekündigt; Personen warten auf den Beginn der Vorstellung und einige halten Fotoapparate bereit um die Aufführung zu dokumentieren. Ich lege einen Teppich, einen Läufer, auf dem Boden aus, stelle eine Topfpflanze in eine Ecke auf ihn und einen Stuhl in die Mitte, setze mich darauf und halte einen Moment inne. Die Anwesenden warten jetzt auf den Beginn der Aufführung. Ich sehe in die Runde und sage „Möchte noch jemand ein Foto machen?“, warte einen Augenblick ab und beginne dann die Einrichtungsgegenstände abzubauen. Währenddessen weicht die Lähmung der Betrachter und Fotoapparate klicken.«</p>
1992-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/teppich-pflanze-stuhl.html https://artrelated.net/ruediger_john/teppich-pflanze-stuhl.html
Series 1, Series 2, Series 3 - Regelbasierte experimentelle Fotografie
<p><img src="series123-168.jpg" alt="Series 1, Series 2, Series 3" title="Series 1, Series 2, Series 3" /><br /> fig. 1 #168</p> <p><img src="series123-217.jpg" alt="Series 1, Series 2, Series 3" title="Series 1, Series 2, Series 3" /><br /> fig. 2 #217</p> <p><img src="series123-234.jpg" alt="Series 1, Series 2, Series 3" title="Series 1, Series 2, Series 3" /><br /> fig. 3 #234</p> <p><img src="series123-421.jpg" alt="Series 1, Series 2, Series 3" title="Series 1, Series 2, Series 3" /><br /> fig. 4 #421</p> <p><img src="series123-618.jpg" alt="Series 1, Series 2, Series 3" title="Series 1, Series 2, Series 3" /><br /> fig. 5 #618</p> <p>»Entscheidend ist nicht welches Motiv abgebildet wird, sondern unter welchen Bedingungen man es wahrnimmt.« Mit dieser Fokussierung der Untersuchung der situativen Umstände der Ästhetik tritt der sonst prominente Anlaß der Bildentstehung, das initiale Interesse an der im Sucher der Kamera wahrgenommenen zweidimensionalen Komposition, zugunsten der Dokumentation der Abbildungsbedingungen (Umgebung, Beleuchtung, Veränderung) eines Motivs als auch der subjektiven Disposition des Betrachters, in den Hintergrund. </p> <p>Auf der Basis eines definierten Sets von Regeln, anläßlich eines Symposions formuliert, entsteht seit 1996 ein wachsendes fotographisches Bildarchiv, das experimentell mit einfachen Mitteln u.a. die Einbettung der Motive in deren Environment, die Betrachterperspektive auf Motive und das selektionale Moment der Abbildung untersuchend darstellt, als auch das Authentizitätsparadigma in der Kunst durch kooperatives Arbeiten, als notwendige Abstraktion zur Validierung, relativiert.</p> <p>Ein Aufnahmedoppel einer Serie ist hierin ein ›Exemplum‹, seinen singulären Kunstobjektcharakter negierend; die Idee einer regelbasierten Fotografie stellt die Übertragbarkeit auf mehrere Autoren sicher.</p> <p>In der vergleichenden Darstellung der aus dem Alltag stammenden Motive, sowohl als jeweiliges Aufnahmedoppel, wie auch, die Bedeutung des einzelnen Bildes relativierend, in der Schau der Beispiele zu einer Serie, wird dem Betrachter ein beschreibendes Element zur Schlußfolgerung und eigenen Bedeutungsbildung angeboten. Ein Beispiel für sich dient also mehr der deduktiven Betrachtung, denn einem induktiven künstlerischen Schaffen und widerspricht insofern einer populären Form der Kunstrezeption.</p> <p>Im Ergebnis läßt sich vergleichend sowohl differenziert der Untersuchungsschwerpunkt jeder Serie wahrnehmen, als auch unterschiedliche gestalterische Einflüsse deutlicher hervorheben.</p>
1991-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/series123.html https://artrelated.net/ruediger_john/series123.html
Reisen - Selbst, zwischen Arbeit, Folter und Genuß
<p>Reisen ist Arbeit. Was wir heute meistens mit Freizeit und Urlaub, mit Erleben und Entspannung verbinden, hat seinen Ursprung in der unfreiwilligen Aktivität sich zur Ortsveränderung bewegen zu müssen und dabei Mühen auf sich zu nehmen. Nicht nur hat das Wort ›Reise‹ Bezüge zu ›to rise‹, englisch ›sich erheben‹, sondern ›to travel‹ war ursprünglich identisch mit ›to travail‹ dessen Verwandtschaft der Bedeutung im Französischen offensichtlich ist - gemeinsame Wurzel ist übrigens das lateinische Wort für ›Folterinstrument‹.</p> <p>Urlauber sind weg von ihrer Arbeit - im internationalisierten Tourismus sogar meist weit. Sie besuchen, wenn sie beispielsweise über einen bretonischen Fischmarkt flanieren, eigentlich andere bei deren Arbeit. Viele Urlaubsreisen sind also ein Besuchen Arbeitender - und das macht wohl viel von der gewünschten Erholung aus. Gewiss, nicht jede Arbeit zu sehen macht uns die Reise wertvoll; eher unwahrscheinlich, daß ein bretonischer Fischer, wenn er denn je nach Baden-Baden kommt, dort den Fischmarkt aufsuchen wollte - auch weil es keinen gibt. Er würde in diese Hochburg des alternden Geldadels aus anderen Gründen fahren; vielleicht interessierte ihn eher die Erfahrung, sich in lauwarmem, müffelndem Wasser in einer der Thermen zu erholen - ungewöhnliches muß es schon zu erleben geben, damit sich das Erheben lohnt. Das als positiv empfundene Fremde ist das Exotische - wir suchen in der Fremde also Schönes das wir noch nicht kennen. Das kann Urlaub sein. </p> <p>Wir wollen Abenteuer, denn unser Sicherheitsbedürfnis zu Hause führt zu einer Adrenalinsuffizienz, auch deutsche Gemütlichkeit (in einer furchtbaren Verfälschung dieses wertvollen Wortes aus der Romantik) genannt. Brechen wir also auf und suchen die gemäßigte Konfrontation mit fremden Kulturen, deren Eingeborenen und Tieren - auch um mal anzuschauen, wieviel sie schon von uns gelernt haben und wie ähnlich sie uns geworden sind. Willkommen ihr privaten Explorer und Individualisten; und zur Not sprechen wir alle ein bisschen Englisch - damit gibt es keine Grenzen mehr, sondern ein scheinbares, globales Verstehen. Und der versierte Tourist weiß, daß, egal in welchem Land, die sauberen Toiletten bei McDonalds zu finden sind. </p> <p>Alles fließt. Reisen ist Unterwegssein, der permanente Transit - von Wartezeiten einmal abgesehen. Deutschlands wichtige Städte in einer Woche zu besuchen, damit sich der weite Weg aus Japan gelohnt hat, ist ein alter Witz. Nein, man sollte sich auch Zeit nehmen, beispielsweise in Barcelona in einer Tapasbar zu genießen - auf deren Einrichtungsmerkmale wir aus erlebnisgastronomischer Erfahrung bereits konditioniert sind. Oder man beschäftigt sich einfach mal mit den anderen Urlaubern - die meist aus dem gleichen Heimatland stammen. Erholung heißt für Urlauber oftmals einfach, keine Langeweile durch den Zwang der Beschäftigung mit sich selbst erdulden zu müssen, sondern sich zu Spielen animieren zu lassen, die man als Teenager gehaßt hat - jetzt fühlt man sich so jung.</p> <p>Nun kann man zum Beispiel einem Zoologen, der über Monate Pinguine bei klirrender Kälte in Eis und Schnee beobachtet, kaum den Vorwurf machen, er tue das zu seiner Erholung und mache Urlaub. Expeditionen sind auch Reisen - aber die wenigsten Reisen sind Expeditionen. Meist handelt es sich eher um sogenannte Bildungsreisen. Zum Beispiel ›Durch Sizilien auf den Spuren der Römer‹, mit Kamera und Recorder bepackt, sind sie uns bereits aus Super-8-Zeiten bekannt - inklusive der selbst geschnittenen und nachvertonten Lehrfilme unserer Lateinlehrer, also im Ergebnis ein Cross-over aus Bildungs- und Missionsreise - diesmal um die Wilden in der Heimat zu bekehren. </p> <p>Was man anschaut, will man festhalten - ein archaischer Reflex des Menschen. Relikte, alle, auch die digitalen, DVD-verewigten, gleich ob mit unkontrolliertem Zoom aus der Totalen eines Amphitheaters auf offensichtlich bearbeitete Steinbrocken im Vordergrund oder subjektiver Kameraführung durch die versammelte Partygemeinschaft mit erschreckenden Nahaufnahmen betont guter Laune. Dia-Multivisionsschauen über nahezu alle Länder und Völker werden uns in jeder Stadthalle angeboten - denn nur was dokumentiert ist, hat stattgefunden - wer eine Reise tut, der muß was zu erzählen haben - Folterinstrument oftmals inklusive.</p> <p>Trotzdem zieht es uns fort von zu Hause - ist das Ferne, oftmals durch Reportagen und Hochglanzkataloge schmackhaft gemacht, uns scheinbare Erfüllung und Ziel. Zu oft wird dabei die Bedeutung des Weges, die Reise an sich vernachlässigt. Sie ist mehr als die Überbrückung von Distanzen und Transfer von Ort zu Ort - die Bewegung kann Teil der Betrachtung, gekapselter Stillstand des Eigenen sein. Denn wenn die Richtung klar und das Gefährt der Reise in Bewegung gesetzt ist können wir, wenn wir wollen, aus dem gestillten Drang nach Dynamik Ressourcen für eine Introspektion finden.</p> <p>Ach ja, Geschäftsreisen hatte ich nicht explizit erwähnt - aber diese sind Arbeit.</p> <p>Baden-Baden, 1991</p> <p><em>Teile dieses Textes entstammen: John, Ruediger: ›Flucht ist Volkssport‹, Baden-Baden, 1991</em></p>
1991-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/reisen-arbeit-folter-genuss.html https://artrelated.net/ruediger_john/reisen-arbeit-folter-genuss.html
DATA * CODE * MUSIC
<p><img src="datacodemusic01.jpg" alt="Data Code Music" title="Data Code Music" /></p>
1987-01-01 https://artrelated.net/ruediger_john/datacodemusic.html https://artrelated.net/ruediger_john/datacodemusic.html